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Informationsgewinnung auf höchstem Gesprächsniveau

05. Juni 2013 - 

Sie sind fotoscheu, navigieren sich subtil durch jedes Gespräch, legen Wert auf Diskretion und ihre Uniformen lassen keine Rückschlüsse über Namen oder genaue Herkunft zu - die Spezialisten der "Field Human Intelligence"-Teams (FHT). Was auf den naiven Betrachter wie übersteigerte Geheimhaltung wirkt, dient bei näherer Betrachtung einzig und allein dem Schutz der eigenen Truppe. Unter FHT, oder zu Deutsch "Gesprächsaufklärungsteams", versteht man die Informationsgewinnung durch menschliche Quellen, hauptsächlich mittels zielgerichteter Gesprächsführung.

Nach 24 Stunden sind Informationen wertlos

Der Mittwoch brachte der EU-Battlegroup erneut direkten Kontakt mit der Konfliktpartei. Im Zuge des Angriffs gelang es den EU-Truppen, einige gegnerische Soldaten gefangen zu nehmen. An vorderster Front mit dabei: ein austro-französisches Gesprächsaufklärungsteam. Es sollte den Gefangenen sogleich einsatzrelevante Informationen entlocken - und zwar ausschließlich im direkten Gespräch. "Befragung, das ist die Königsdisziplin der Gesprächsaufklärung", erzählt ein Teammitglied, das anonym bleiben will. Dabei gilt es, die Informationen so rasch wie möglich zu gewinnen, denn nach 24 Stunden sind sie wertlos.

Umfangreiches Training und Erfahrung

Darum kommen für diese Disziplin nur Kollegen mit umfangreicher Berufserfahrung in Frage. Jene, die ihre Fertigkeiten international, in den Haupteinsatzräumen des Bundesheeres, perfektionieren konnten. Die Auslandserfahrung macht sich zudem in der Zusammenarbeit mit den französischen Gesprächsaufklärern bezahlt. "Wir sind so wie ihr Österreicher im Ausland oft auf Sprachmittler angewiesen", tönt es im unverkennbar französischen Akzent. "Also ist das hier nichts Neues. Und die interne Kommunikation funktioniert perfekt."

Drei Nationen, eine Sprache

Ähnlich zufrieden äußerten sich die Teilnehmer aus Österreich, Deutschland und Frankreich über die FHT-Zusammenarbeit bei der EURAD13. Alle drei Nationen hatten sich mit gleich vielen Kommunikationsexperten bei der Übung eingebracht. Anfangs bedurfte es zwar noch einiger Abstimmung bei den zu verwendenden Codes oder dem jeweiligen nationalen Gesetzesrahmen, dennoch war die Zelle bald voll einsatzfähig. Man spreche unterm Strich ja dieselbe FHT-Sprache. Seither erfüllen die EURAD13-Gesprächsaufklärer die Aufträge der EU-Battlegroup im multinationalen Team.

Kriegsgefangener packt aus

Im Befragungsraum hat sich derweil einiges getan. Das Gesprächsaufklärungsteam hat die Arbeit aufgenommen und die Kriegsgefangenen auf ihre Informationsrelevanz abgeprüft. Die erste Befragung ist im Gang. Nach anfänglicher Blockade tropfen die ersten verwertbaren Informationen durch. Der Gefangene sieht sich mit einem Gegenüber konfrontiert, das sowohl Worte wie Schweigen richtig zu interpretieren versteht. Die gewonnenen Informationen werden im Anschluss an die Befragung analysiert, aufbereitet und dem Kommandanten der Battlegroup als Entscheidungsgrundlage vorgelegt. Sie helfen mit, bei den nachfolgenden Truppenbewegungen die Schäden geringzuhalten und die eigene Truppe zu schützen.

Gesprächsaufklärer gewinnen Informationen in jeder Unterhaltung. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Gesprächsaufklärer gewinnen Informationen in jeder Unterhaltung.

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