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Blauhelme am Golan: Zumindest kein Krieg mehr

16. Juli 2004 - 

Auch 30 Jahre nach dem Waffenstillstandsabkommen von Genf herrscht zwischen Syrien und Israel noch kein offizieller Friede. Immerhin, militärische Angriffe gab es seit 1974 keine mehr. Für die Blauhelm-Soldaten der UNO-Friedenstruppe UNDOF (United Nations Disengagement Observer Force) ist diese Tatsache ein großer Erfolg. Von der ersten Stunde der Mission mit dabei war das Bundesheer, das derzeit 370 Männer und Frauen am Golan stationiert hat. Noch während um das Gebiet Gefechte tobten, machte sich ein österreichisches Bataillon, das zwischen Israel und Ägypten am Suez-Kanal eingesetzt war, auf den Weg nach Norden, um die Konfliktparteien zu trennen. Seither haben rund 25.000 Österreicher in Syrien Dienst gemacht, 20 ließen dabei ihr Leben.

Und die Österreicher haben vor, noch länger zu bleiben. "Wenn die Truppen abgezogen werden, ist nicht absehbar, was sich hier in der Region wieder tut", ist Verteidigungsminister Günther Platter überzeugt. Österreichs Botschafter in Damaskus, Karl Schramek, stimmt dem Minister zu und bekräftigt, dass der Einsatz in den 30 Jahren seines Bestehens nichts an Bedeutung verloren habe. Auf den Punkt bringt es Oberstleutnant Gerd Schrimpf, derzeit Kommandant des österreichischen Kontingents (kurz "AUSBATT" genannt): "Ich denke, wären wir nicht hier, dann hätte es in der Zwischenzeit etliche Tote gegeben." Gemeinsam mit Slowaken, Polen, Kanadiern und Japanern überwachen die Soldaten des Bundesheeres die 75 Kilometer lange syrisch-israelische Grenze. In einer bis zu neun Kilometer breiten entmilitarisierten Zone dürfen die verfeindeten Staaten kein Militär stationieren. Enorme Höhen- und Klimaunterschiede machen selbst Routine-Tätigkeiten zur Herausforderung: Von 47 Metern unter dem Meeresspiegel geht es hinauf bis auf 2814 Meter, wo am Mount Hermon der weltweit höchste Wachposten der UNO steht. Die Temperaturen schwanken von 55 Grad im Sommer bis zu minus 20 Grad im Winter. Dann sind die Stützpunkte auf dem Berg oft für mehrere Wochen von der Außenwelt abgeschnitten (bis zu zehn Meter Schnee, Windgeschwindigkeiten bis 200 km/h).

Wegen ihrer strategischen Lage und ihrer Bedeutung für die Wasserversorgung sind die Golan-Höhen für beide Länder so wichtig. Seit der Eroberung des Gebiets im Sechs-Tage-Krieg 1967 sehen die Israelis vom Mount Hermon aus bis in die nur 50 Kilometer entfernte syrische Hauptstadt Damaskus. Heute blicken von der Bergkette israelische Frühwarnstationen - bestückt mit Antennen, Radar und Aufklärungseinrichtungen - tief in das Nachbarland hinein. Im Yom-Kippur-Krieg 1973 versuchte die syrische Armee eine Rückeroberung, Israel blieb aber wieder siegreich und drängte die Syrer zurück.

Mit dem Abkommen von Genf gab Israel 1974 dann Teile des Hermon-Massivs wieder auf. Auf den westlich davon gelegenen Golanhöhen hingegen entstanden jüdische Siedlungen. 1981 erfolgte die Annexion des Gebiets, die international nicht anerkannt wurde.

Seit 30 Jahren zwischen den Fronten: Soldaten aus Österreich. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Seit 30 Jahren zwischen den Fronten: Soldaten aus Österreich.

Blauhelme überwachen die entmilitarisierte Zone. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Blauhelme überwachen die entmilitarisierte Zone.

Noch kein Friede, aber zumindest keine militärischen Attacken mehr. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Noch kein Friede, aber zumindest keine militärischen Attacken mehr.

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