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Neues Pionierbrückengerät für das Bundesheer

Wien, 19. Jänner 2000  - Das österreichische Bundesheer erhält neue Pionierbrücken, die von sechs Mann innerhalb einer Stunde über eine Spannweite von bis zu 40 m errichtet werden können. Der Zuschlag an einen deutschen Hersteller ist bereits ergangen.

Das österreichische Bundesheer hat kürzlich der deutschen Firma Eurobridge den Zuschlag für insgesamt sechs Pionierbrückensysteme (Pionierbrücke 2000) erteilt. Die Pionierbrücke 2000 ist ein Schnellbrückengerät, das gegenüber den im Bundesheer vorhandenen Pionierbrücken eine Reihe von Vorteilen besitzt, insbesondere hinsichtlich der Tragkraft und der erforderlichen Zeit für die Errichtung. Die Pionierbrücke 2000 hat je nach Zahl der verwendeten Module eine Länge von 14 bis zu 40 Metern, bis zu 110 Tonnen Tragkraft sowie eine nutzbare Brückenbreite von 4,30 Metern. Für jedes Pionierbataillon (PiB) des Bundesheeres (PiB 1 in Villach, PiB 2 in Salzburg, PiB 3 in Melk) sind je zwei Stück der neuen Pionierbrücke vorgesehen. Der Gesamtauftrag an die deutsche Firma bewegt sich ca. in einer Höhe von 550 Mio. Schilling. Der Zulauf der ersten Brücken beginnt im Frühjahr 2001 und wird sich bis ins Jahr 2002 erstrecken. Die Ausbildung der Pioniere an diesem Gerät ist jedoch bereits ab Mitte 2000 sichergestellt.

Das System einer Pionierbrücke 2000 besteht aus einem Verlegefahrzeug mit einer Kraneinrichtung sowie aus vier Transportfahrzeugen mit den einzelnen Brückenmodulen. Die Brücke selbst setzt sich aus zwei Rampen und vier Mittelteilen zusammen. Aufgrund der modulartigen Bauweise können 6 Mann innerhalb einer Stunde eine 40 Meter lange Brücke errichten. Für eine vergleichbare Brücke mit bisher verwendeten Bauteilen wären rund 80 Mann und ein Zeitbedarf von mehreren Stunden notwendig. Die Pionierbrücke 2000 kann auch problemlos von zivilen Fahrzeugen – einschließlich Autobussen – befahren werden, ohne daß zusätzliche Aufschüttungen bei den Auf- und Abfahrten erforderlich sind.

Die Pionierbrücke 2000 soll das bisher im Bundesheer verwendete D-Brückengerät ergänzen bzw. ersetzen. Die Bezeichnung dieses Systems, das zwischen 1961 und 1971 eingeführt wurde, leitet sich vom Hauptelement der Brücke, einem Trägerdreieck (D-Dreieck) ab. Die D-Brücken sind im Gegensatz zur Pionierbrücke 2000 mit bis zu 110 Tonnen nur für eine maximale Traglast von 50 Tonnen konzipiert. Zur Überwindung breiterer Hindernisse bzw. zur Erreichung einer höheren Tragkraft ist beim alten System der Bau von Zwischenunterstützungen erforderlich. Zusätzlich besitzt das Bundesheer Aluminium-Brückengerät mit einer Spannweite von 11 Metern je Brücke. Diese Brücken bestehen vorwiegend aus Aluminiumbauteilen, die den schnellen händischen Einbau ohne Verwendung eines Kranes ermöglichen. Auch dieses Alu-Brückengerät reicht nicht an das breite Einsatzspektrum der Pionierbrücke 2000 heran. Mit der nunmehrigen in Beschaffung befindlichen Faltbrücke wird eine qualitativ hochwertige Komplettierung der Pioniergeräteausstattung des österreichischen Bundesheeres erzielt.

Brückenbau.

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