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Chronologie der Entwicklungen im Kosovo im Jahr 1999

Wien, 08. Jänner 2001  - Monatelange Spannungen in der jugoslawischen Provinz Kosovo eskalierten, es kommt zu massiven Vertreibungen und Fluchtbewegungen der albanischstämmigen Bevölkerungsmehrheit.

15 02 99

Österreich als PfP-Partner verzeichnet eine Anfrage der NATO in bezug auf eine Teilnahme an einem möglichen multinationalen Friedenseinsatz im Kosovo.

09 03 99

Die österreichische Bundesregierung faßt einen Grundsatzbeschluß zur Teilnahme Österreichs an einer Kosovo-Friedensmission.

24 03 99

Nach diversen vergeblichen Verhandlungsversuchen zu einer friedlichen Lösung der ethnischen Probleme im Kosovo beginnen die NATO-Luftangriffe auf Ziele in Jugoslawien.

06 05 99

Die Außenminister der G-8 Staaten einigen sich am Petersberg auf allgemeine Grundsätze zur politischen Lösung der Kosovo-Krise, darunter die Stationierung von wirksamen “zivilen und Sicherheitspräsenzen” unter substantieller Beteiligung der NATO.

10 06 99

Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet die Resolution Nr. 1244 (1999) zum Kosovo, die u.a. den Rückzug der jugoslawischen Polizei- und Militäreinheiten, die Präsenz einer multinationalen Friedenstruppe und die Rückkehr der Flüchtlinge vorsieht. Die “UN-Interim Administration Mission in Kosovo (UNMIK)” wird demnach alle Aufgaben in den Bereichen Polizei, Justiz und Verwaltung übernehmen, die Rückkehr der Flüchtlinge überwachen und den Wiederaufbau organisieren.

15 06 99

Die österreichische Bundesregierung beschließt ein Budgetüberschreitungsgesetz, in dem für das laufende Jahr 366 Mio. Schilling für die österreichische Teilnahme am KFOR-Kontingent bereitgestellt werden.

16 06 99 Eine Delegation des österreichischen Bundesheeres tätigt erste operative und logistische Absprachen im Führungszentrum der dt. Bundeswehr im Hinblick auf eine Integration eines österreichischen Bataillons im Südsektor des Kosovo.

20 06 99

Die jugoslawischen Streitkräfte und die Sonderpolizei schließen ihren Abzug aus dem Kosovo ab.

21 06 99

Die UCK unterzeichnet ein Demilitarisierungsabkommen mit der NATO, das innerhalb von 90 Tagen abgeschlossen werden soll. Demilitarisierung bedeutet die Abgabe der schweren Waffen und Einschränkungen in bezug auf das Führen von leichten Waffen.

22 06 99

Verbindungsoffiziere des österreichischen Bundesheeres treffen nach Anmarsch über Tirana, Kukes und Morina in Prizren ein. Es erfolgt eine erste Verbindungsaufnahme mit diversen Besprechungen mit Offizieren der KFOR zu Raumordnung, Struktur, Zeitplan, Aufgaben etc. in bezug auf das österreichische Kontingent.

23 06 99

Die Schweiz beschließt, sich mit bis zu 160 Freiwilligen an der Friedenstruppe KFOR zu beteiligen (SWISSCOY). Die Truppe wird zwischen Juli und November in drei Etappen zusammengestellt. Ihr Gros soll Mitte September entsandt werden. Auftrag von SWISSCOY ist die Unterstützung des österreichischen KFOR-Bataillons mit Logistik, Genie, Wasserversorgung, Medizin und Verpflegung.

25 06 99

Beschluß der österreichischen Bundesregierung mit der der KFOR-Einsatz des Bundesheeres mit einem Infanteriekontingent mit Mannschaftstransportpanzern Pandur in der Stärke von bis zu 500 Personen im Rahmen der deutschen Brigade festgelegt wird. Weiters wird die Beteiligung an der United Nations Interim Administration Mission in Kosovo (UNMIK) beschlossen. Der Hauptausschuß des Nationalrates stimmt am 1. Juli 1999 der Entsendung zu. Aus dem Bereich des Bundesministeriums für Landesverteidigung können bis zu 10 Personen und aus dem Bereich des Bundesministeriums für Inneres bis zu 50 Personen entsendet werden. Nach ersten Rückmeldungen der österreichischen Verbindungsoffiziere liegt eine Planung für die Raumordnung der MNB-S (Multinationale Brigade Süd) vor, nach der ein russisches Kontingent in den Raum Malisevo, ein niederländisches Artilleriebataillon nach Orahovac, ein deutsches Bataillon nach Suva Reka, ein zweites deutsches Bataillon an der Grenze zu Albanien eingesetzt werden sollen, ein weiteres deutsches Bataillon im Raum Prizren und ein türkisches Bataillon für den Raum Dragas vorgesehen wäre. Österreich könnte den Raum zwischen Prizren und Suva Reka übernehmen. Der österreichische Verantwortungsbereich orientiert sich nach dieser Aufteilung an der Hauptbewegungslinie zwischen Suva Reka und Prizren (ca. 10 – 15 km breit und ca. 15 km tief). Diese Aufteilung ist zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht als definitiv anzusehen.

27 06 99

Die Erkundung einer ehemaligen Kaserne der Jugoslawischen Volksarmee in Prizren als mögliche Variante für ein Camp des österreichischen Kontingents wird durchgeführt. Diese ehemalige Kaserne ist jedoch massiv zerstört. Die Statik einzelner Gebäude ist mehr als zweifelhaft. Weitere Liegenschaften wären noch zu beurteilen.

28 06 99

Das UNHCR beginnt mit dem organisierten Rücktransport von Flüchtlingen in den Kosovo, wobei nicht vorgesehen ist, Flüchtlingslager zu errichten, sondern sukzessive die Ortschaften und Räume wiederzubesiedeln, in denen die Sicherheitslage dies zuläßt.

30 06 99

In einer ersten Kontaktaufnahme und Koordinierungsbesprechung zwischen Schweiz und Österreich, die in Wien stattfindet, werden Eckpunkte in bezug auf den gemeinsamen Einsatz festgelegt. Die Unterzeichnung eines “technical agreements” wird vereinbart.

01 07 99

Mit Beschluß des Ständigen Rates der OSZE wird unter Bezugnahme auf die Resolution Nr. 1244 (1999) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen sowie auf den Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen vom 12 06 99 die OSZE-Mission im Kosovo errichtet. Sie soll einen eigenen Pfeiler innerhalb der UNMIK bilden und eine Gesamtstärke von ca. 700 Personen erreichen.

04 07 99

Ein erstes türkisches Vorauskontingent trifft im Sektor der MNB-S ein. Zu diesem Zeitpunkt sind rund 3.200 KFOR-Soldaten im Sektor Süd in den drei Verantwortungsbereichen Orahovac (niederländisches Bataillon), Suva Reka (deutsches Bataillon) und Prizren (deutsches Bataillon) eingesetzt. Das Hauptquartier befindet sich in Prizren. Im Lauf des Monats Juli werden ein weiteres deutsches Fallschirmjägerbataillon, eine russische Kampftruppe und die Masse des türkischen Verbandes erwartet. Das Aufgabenspektrum für KFOR im gesamten Kosovo und auch bei MNB-S reicht weit über die rein militärischen Aufgaben (Patrouillen, Check Points, Minenräumen, Demilitarisierung) hinaus, da noch keine zivile Administration und Exekutive bestehen. MNB-S nimmt z.B. die Bemannung von Polizeistationen, den Betrieb von Gefängnissen, die Überwachung einer Ausgangssperre, die Organisation der Müllabfuhr, Aufgaben der Feuerwehr, etc. wahr. Wesentliche Probleme im Einsatzraum stellen Plünderungen, Brandstiftungen, Schießereien, Kriminaltourismus, Schutzgelderpressungen etc. dar. In weiterer Folge soll die zivile Administration von den UN und humanitäre Hilfe von UNHCR bzw. NGOs übernommen werden. Besondere Bedeutung erhält dabei die zivilmilitärische Zusammenarbeit CIMIC. Vom mittlerweile eingetroffenen ersten österreichischen CIMIC-Team wird vor allem in bezug auf die Schulen (22 im Raum Suva Reka), in denen es an allen Unterrichtsbehelfen (Schulmöbel, Tafeln, selbst Kreide) fehlt, dringender Handlungsbedarf beurteilt.

05 07 99

Knapp 600.000 Kosovaren sind mittlerweile in die Provinz zurückgekehrt. Im Gegenzug haben etwas mehr als 70.000 Serben und Roma den Kosovo verlassen. Nach einer Volkszählung im Jahr 1991 betrug der serbische Bevölkerungsanteil 194.000 Personen. Im März 1999 werden 150.000 Serben im Kosovo geschätzt, deren Zahl bis 5. Juli auf ca. 79.000 zurückgegangen ist.

06 07 99

Die österreichische Bundesregierung nimmt die Entsendung von bis zu 25 Personen, davon 20 aus dem Bereich des Bundesministeriums für Auswärtige Angelegenheiten und 5 aus dem Bereich des Bundesministeriums für Landesverteidigung für die OSZE-Mission in Aussicht.

07-09 07 99

Zwischenzeitlich sind rund 3.900 KFOR-Soldaten im Sektor Süd im Einsatz, wobei zwei weitere Verantwortungsbereiche dazugekommen sind, nämlich die Grenze (deutsches Bataillon) sowie Dragas (erste Teile eines türkischen Bataillons). Insgesamt soll KFOR rund 50.000 Mann umfassen, wobei sich zum gegebenen Zeitpunkt nach NATO-Angaben rund 29.000 KFOR-Soldaten in der südserbischen Provinz befinden. Der Generalsekretär des Bundesministeriums für Auswärtige Angelegenheiten, Botschafter Rohan (07 07) und Kardinal Schönborn (08 und 09 07) besuchen Prizren.

11 07 99

Eine bisherige Bilanz der Minenopfer seit Beginn KFOR verzeichnet 57 Zwischenfälle mit 24 Toten und 33 Verletzten, die Masse davon Zivilisten. Bis zu diesem Zeitpunkt sind zumindest 425 Minenfelder der jugoslawischen Streitkräfte entdeckt worden.

13 07 99

Eine erste russische Kompanie trifft im Verantwortungsbereich der MNB-S im Raum “Banja” ein. Wenige Tage später, am 15 07, kommen mehrere 100 russische Soldaten als Verstärkung für KFOR in den Kosovo. Die russischen Einheiten verlegen über Griechenland (insgesamt sollen 3.600 russische Soldaten zu KFOR stossen). Die russischen Soldaten sind nach dem zwischen der NATO und Moskau ausgehandelten Abkommen ein Teil der KFOR-Truppen, unterstehen aber nicht dem KFOR-Oberkommando und damit der NATO. Sie sind jedoch in den jeweiligen Sektoren in die KFOR eingebunden.

14 07 99

In einer Besprechung zur künftigen Raumordnung im Sektor Süd werden grundsätzlich zwei Varianten erörtert, die im Zusammenhang mit dem Einfließen russischer Kräfte sowie der Einteilung des niederländischen Kontingents stehen. Eine Variante sieht vor, daß Österreich für den Verwaltungskreis Suva Reka einschließlich der gleichnamigen Ortschaft verantwortlich zeichnet. Die zweite Variante beträfe nur den Verwaltungskreis ausschließlich der Ortschaft. Wahrscheinliche Variante für das Camp AUCON ist nunmehr ein Fabriksgelände in Suva Reka, das zu diesem Zeitpunkt von der Bundeswehr genutzt wird (Gebirgsjägerbataillon 571/ab August Panzeraufklärungsbataillon 6). Auch die schwer zerstörte JVA-Kaserne in Prizren könnte theoretisch immer noch als Camp in Frage kommen. An diesem Tag findet im BMLV/Operationsabteilung eine erste Besprechung zur Abklärung von Details mit slowakischen Offizieren in bezug auf die Integration eines slowakischen Pionierzuges bei AUCON/KFOR statt.

16 07 99

Die Kommandanten für die Schweizer Kosovo Truppe, Oberstleutnant Christoph Brun und Major Urs Maibach, werden bestellt.

16/17 07 99

Medikamente und Verbandmaterial des in Rückführung begriffenen österreichischen Feldspitals von ATHUM/ALBA werden mit Unterstützung von deutschen Fliegerkräften vom österreichischen CIMIC-Team in den Raum Suva Reka gebracht und an die diversen Bezirksambulanzen übergeben.

20/21 07 99

Oberstleutnant Hans Tomaschitz, der für das österreichische KFOR-Bataillon vorgesehene Kommandant, trifft im Einsatzraum (in Prizren) ein und nimmt Verbindung mit der deutschen Brigade auf. Der konkrete Verantwortungsbereich des österreichischen Bataillons steht noch nicht definitiv fest. Eine Klärung wird erst nach der Entscheidung über die Aufgabenzuweisung an das russische Kontingent in der MNB`S möglich werden. An diese Frage knüpft sich auch die noch offene Entscheidung über den Ort des österreichischen Camps.

21 07 99

Der erste Military Liaison Officer (MLO) für UNMIK wird auf Basis des Ministerratsbeschlusses vom 25 Juni entsendet.

22 07 99

Beginn der Rotation des deutschen Bundeswehr-Personals im Bereich der MNB-S, da die Masse der Verbände bereits schon Monate vorher nach Mazedonien verlegt worden war. Eine belgische Transporteinheit führt Restbestände von ATHUM/ALBA (vorwiegend Babynahrung und Medikamente) zu. Die Verteilung an Bedarfsträger erfolgt durch das CIMIC-Team des österreichischen Bundesheeres.

23 07 99

Die zweite Phase der UCK Demilitarisierung geht zu Ende. Nach dem Demilitarisierungsabkommen vom 21 06 99 muß die UCK alle Waffen mit einem Kaliber von mehr als 12,7 mm in eigens dafür eingerichteten Depots unterbringen. Zwei Monate werden diese Sammelstellen nunmehr gemeinsam von KFOR und UCK bewacht. Munition muß an einem anderen Ort deponiert werden. Hiezu kommen 30 % aller Karabiner und Maschinenpistolen. Auch die übrigen 70 % dürfen nur noch in den 41 UCK-Stützpunkten getragen werden.

24 07 99

Mit Stichtag sind von insgesamt 3.100 vorgesehenen Angehörigen der internationalen Polizeitruppe, für die 41 beteiligte Staaten ihre Unterstützung zugesagt haben, erst 156 Polizisten tatsächlich in der südserbischen Provinz eingetroffen.

26 07 99

Mit einem angemieteten Hercules Flugzeug fliegen 22 österreichische Soldaten von Langenlebarn nach Pristina, die für Stabsfunktionen im HQ KFOR sowie bei der multinationalen Brigade Süd und zur Detailerkundung des Einsatzraumes vorgesehen sind, in den Kosovo. Mit dabei ist der als nationaler Kontingentskommandant vorgesehene Oberst des Generalstabsdienstes Karl Pernitsch. Drei mitgeführte Puch-G dienen der Herstellung der notwendigen Mobilität.

27 07 99

Wie am Vortag werden nochmals 22 Mann, darunter Schweizer und Slowaken, sowie drei Fahrzeuge in den Kosovo geflogen. Das österreichische Zivilpolizeikontingent beginnt mit der Verlegung in den Kosovo.

In der Schweiz werden 400 Freiwillige für 160 zu entsendende SWISSCOY-Soldaten verzeichnet.

29 07 99

Die Detailerkundung durch die insgesamt 44 im zukünftigen Einsatzraum befindlichen Soldaten erstreckt sich bereits auf die “Areas of Responsibility” (AOR) der Kompanien, mögliche Checkpoints, Patrouillenwege sowie Räume und konkrete Örtlichkeiten für den Logistikaufbau.

31 07 99

Rückverlegung des Erkundungskommandos am Luftweg.

02 08 99

Vortrag des Erkundungsergebnisses beim Leitungsstab für Auslandseinsätze des Bundesministeriums für Landesverteidigung.

03 08 99

Der Generaltruppeninspektor verfügt die gestaffelte Entsendung eines rund 170 Mann starken Pionierelements mit Pandur-Unterstützung (4 Pandure für Sicherungsaufgaben) zum Lageraufbau mit Beginn des 18. August 1999.

11/12 08 99

Eignungsüberprüfungen für das Personal des Teilkontingentes für den Lageraufbau.

16 08 99

Beginn der einwöchigen Basisausbildung für das Pandur-Bataillon. Beginn einer verkürzten einsatzraumspezifischen Ausbildung des Teilkontingents für den Lageraufbau in der formierungsverantwortlichen Pioniertruppenschule in Klosterneuburg.

18 08 99

17 Pioniere (inkl. LKW und Bagger) fliegen mittags als Vorkommando mit einer angemieteten Ilyushin-76 nach Skopje. Dort erfolgt die Abholung durch Teile der deutschen Brigade. Das Vorkommando beginnt in Suva Reka, auf dem bereits erwähnten Gelände einer ehemaligen Gummifabrik, mit Vermessungsarbeiten und dem Zeltaufbau. Erste Kontakte mit örtlichen Baufirmen werden aufgenommen.

21 08 99

Ein weiterer Teil des Lageraufbau-Kontingents und ein Puch-G werden mit einer Hercules Transportmaschine in den Einsatzraum geflogen.

22 08 99

Nach Verladung der Masse des Materials und 30 Kfz in Wien-Heiligenstadt erfolgt der Eisenbahn-Transport mit weiteren 80 Soldaten nach Koper, einem slowenischen Adriahafen. Je ein Transportflug mit IL-76 und Hercules in den Einsatzraum. Neben weiteren 6 Kfz werden rund 35 Soldaten mit dem „Aufbaukommandanten“ Oberstleutnant Kaufmann in den Einsatzraum geflogen.

23 08 99

Der Eisenbahntransport erreicht in den frühen Morgenstunden den Hafen in Koper. Personal und Güter werden auf eine Fähre verfrachtet, die noch am selben Tag nach Thessaloniki, der Hafenstadt im Nordosten Griechenlands, ablegt.

24 08 99

Entsendung des Schweizer Vorausdetachement (ca. 10 Personen) des Festungswachtkorps in den Kosovo.

25 08 99

90 Pioniere beginnen mit dem Betonieren von Fundamenten für Container. Insgesamt ist die Aufstellung von 750 Containern für die Unterbringung der Soldaten geplant. Das österreichische Camp befindet sich nun definitiv in dem fast einen Hektar großen Lager einer ehemaligen Gummifabrik, rund 20 Kilometer nordostwärts von Prizren.

26 08 99

Die erwähnte Fähre erreicht in den Morgenstunden den Zielhafen Thessaloniki. Nach der Entladung des Materials wird dieses als Teil des Aufbau-Kontingents im Landmarsch nach Suva Reka verlegt.

06 09 99

Mit Stichtag ist die Masse der Fundamente für die Container betoniert. Diese Container sind mit ca. 100 Lastzügen über Mazedonien in den Einsatzraum gebracht worden und werden für Wohn-, Arbeits- und Küchenzwecke verwendet. Darüber hinaus stehen auch Sanitärcontainer zur Verfügung. Die Einrichtungen im Lager „Casablanca“ in Suva Reka, die vom österreichischen Bundesheer eingebracht werden, repräsentieren einen Wert von ca. 70 Millionen Schilling. Am Aufbau sind zwischenzeitlich bereits 30 schweizer Pioniere und 40 slowakische Soldaten beteiligt.

20 09 99

Verabschiedung der 1. Staffel AUCON/KFOR durch Verteidigungsminister Dr. Fasslabend und Generaltruppeninspektor General Majcen in Strass in der Südsteiermark.

6 Monate sind seit Beginn des NATO-Luftbombardements vergangen.

25 09 99

Ab 0800 Uhr früh führen die Soldaten von AUCON/KFOR Kontrollen am Checkpoint Dulje an der wichtigen Verbindungsstraße zwischen Suva Reka und Pristina durch.

Dislozierung des AUCON/KFOR: Kontingentskommando in Prizren, National Support Element in Tetovo, MP-Gruppe in Orahovac, Verbindungsstab COMKFOR in Pristina, gepanzertes Jägerbataillon und Aufbaukontingent in Suva Reka.

29 09 99

Beginn der Verlegung von SWISSCOY in den Kosovo. Zu den 140 Soldaten kommen 1.700 Tonnen Material und ca. 100 Fahrzeuge

30 09 99

Das österreichische Kontingent übernimmt de facto die Führungsverantwortung in der Task-Force Dulje nördlich sowie ausschließlich Suva Reka beiderseits der Verbindungsstraße von Pristina nach Prizren. Gleichzeitig übergibt der Aufbaukommandant Oberstleutnant Wolfgang Kaufmann die Verantwortung für das Camp an Oberstleutnant Hans Tomaschitz, den Kommandanten des gepanzerten Jägerbataillons. An diesem Tag verlegen rund 70 Pioniere nach Österreich zurück.

03 10 99

Mit Stichtag hat AUCON/KFOR eine Gesamtstärke von knapp über 460 Mann. Das Kontingentskommando umfaßt 40, die Task-Force Dulje 380 Mann. Und die vom Aufbaukommando verbliebenen Pionierteile sind ca. 40 Mann stark. Unter Vertrag stehen zusätzlich 34 „Local Workers“ und 8 einheimische Sprachmittler.

04 10 99

Die 2. Staffel des gepanzerten Jägerbataillons trifft in Suva Reka ein. Bereits am 28. September 1999 sind drei Mann mit einem Eisenbahntransport, der mit Fahrzeugen diverser Nutzklassen beladen war, von Strass Richtung Koper verlegt worden und mit Schiffstransport am 3. Oktober 1999 in Thessaloniki eingetroffen. Am gleichen Tag sind 79 Mann von Graz nach Thessaloniki abgeflogen, haben die Fahrzeuge übernommen und am 4. Oktober 1999 Suva Reka im Landmarsch erreicht. Mit einem zweiten Lufttransport haben weitere 76 Mann an diesem Tag nach Pristina verlegt und sind im Lager eingetroffen. AUCON/KFOR hat damit seine volle Stärke von ca. 480 Mann erreicht. Etwa 45 % des Personalstandes sind Kaderangehörige, 55 % kommen aus der Miliz. Damit beträgt die gesamte Personalstärke im Lager Casablanca unter Einschluß der deutschen und einer geringen Zahl niederländischer Soldaten etwa 2.100 Mann.

08 10 99

Herstellung der vollen Einsatzbereitschaft der Task-Force Dulje und auch formale Übernahme der vollen Verantwortung für die AOR (Area of Responsibility). Der Verantwortungsbereich umfaßt rund 350 km² Kartenfläche ohne Berücksichtigung der Höhenunterschiede. Etwa 37.800 Einwohner bevölkern 61 Ortschaften, Dörfer oder Weiler. Die größte Ansiedlung im Verantwortungsbereich, der damals ja die Stadt Suva Reka ausschließt, ist Blace mit ca. 3.500 Bewohnern. Die Landschaft hat Mittelgebirgscharakter, wobei die Masse der Ortschaften über 500 m und 6 davon über 800 m Seehöhe liegen.

21 10 99

Der Hauptausschuß des Nationalrates erteilt in bezug auf einen entsprechenden Ministerratsvortrag vom 5. Oktober die Zustimmung, die maximale Personalstärke von AUCON/KFOR zeitlich begrenzt gegebenenfalls auf 540 Personen aufzustocken.

28 10 99

UNMIK/CIVPOL, die international zusammengesetzte Polizeitruppe der UNO im Kosovo übernimmt voll verantwortlich die Durchsetzung von Recht und Ordnung. Zum Stichtag sind 1.750 UNMIK Zivilisten im Kosovo stationiert, davon im Bereich der MNB (S) 312 bei einem Sollstand von 360. Für die Gesamtsicherung im Einsatzraum bleibt jedoch weiterhin KFOR verantwortlich.

23 11 99

Der Ministerrat beschließt den Einsatz von AUCON/KFOR bis vorerst Ende Oktober 2000 zu verlängern und sieht für den Zeitraum von Jänner bis einschließlich Oktober 2000 Budgetmittel in der Größenordnung von 280 Millionen Schilling hiefür vor.

25 11 99

Der Hauptausschuß des Nationalrates erteilt seine Zustimmung zu den mit Ministerratsbeschluß vom 23 11 getroffenen Entscheidungen.

26 11 99

Außenminister Dr. Wolfgang SCHÜSSEL besucht in Begleitung von Verteidigungsminister Dr. Werner FASSLABEND AUCON/KFOR in Suva Reka.

17 12 99

Rückverlegung der bislang im Einsatzraum verbliebenen Lageraufbaukräfte (ca. 30 Mann) nach Beendigung der Pionierarbeiten.

18 12 99

KFOR hat in der Zwischenzeit eine Gesamtstärke von 49.325 Soldaten erreicht, davon sind im Kosovo selbst 42.473 stationiert.

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