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Ministerrat beschließt Afghanistan-Einsatz

Wien, 08. Jänner 2002  - Der Ministerrat beschloß heute in Wien den Einsatz von vorerst rund 60 österreichischen Soldaten im Rahmen der International Security Assistance Force (ISAF) für Afghanistan. Die Österreicher werden in das deutsche Kontingent integriert und hauptsächlich für Sicherungs- und Logistikaufgaben sowie für zivil-militärische Zusammenarbeit und Infrastrukturaufbau zuständig sein. Der Einsatz soll für die zunächst geplanten 6 Monate rund 4,5 Millionen Euro kosten. Das Hauptkontingent der Bundesheer-Soldaten wird voraussichtlich Anfang Februar nach Afghanistan verlegt.

Verteidigungsminister Herbert Scheibner steht zum Auftrag an die österreichischen Freiwilligen. "Wir sind Mitglied der Europäischen Union. Und hier haben wir auch eine Verantwortung, gemeinsam Sicherheitsvorkehrungen zu treffen." Bekanntlich begrüßte der Europäische Rat Mitte Dezember in Laeken das Abkommen von Bonn, das letztlich zur Bildung einer neuen afghanischen Regierung führte. Die Europäische Union machte damit klar, sich an den Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zur Stabilisierung Afghanistans nachhaltig zu beteiligen. Mit Resolution 1386 vom 20. Dezember 2001 legte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen schließlich die Grundlage für die Schaffung der Internationalen Sicherheitsbeistandstruppe ISAF. Österreichische Soldaten werden demnach zukünftig zur Unterstützung der Afghanischen Interimsbehörde bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit in Kabul beitragen. Der Übergangsregierung und dem Personal der Vereinten Nationen soll eine Tätigkeit in sicherem Umfeld ermöglicht werden.

Eben diese Aufgabe wird auch dem Kern des österreichischen Kontingents, einem Wachsicherungszug, zukommen. Die etwa 40 Elitesoldaten des Zentrum Jagdkampfs und des Jägerbataillons 25 werden hauptsächlich Sicherungsaufgaben zwischen Kabul und Bagram übernehmen. Dazu gehören Patrouillen oder die Errichtung von Checkpoints sowie der Objektschutz. Ein Szenario also, das die Österreicher schon aus dem Kosovo kennen. "Der Einsatz entspricht nach unseren Informationen in etwa dem Aufgabenbereich im Kosovo in der ersten Phase. Jeder Einsatz ist zu Beginn natürlich besonders sensibel, bis sich alles eingespielt hat. Aber es ist letztlich eine Verantwortung von uns allen, wenn es darum geht, global Sicherheitspolitik zu betreiben. Und damit auch Gefährdung für Österreich und für Europa abzuhalten, daß man sich dann auch entsprechend einbringt nach den eigenen Möglichkeiten", erläutert Verteidigungsminister Scheibner. Weitere Bundesheer-Soldaten kommen voraussichtlich im Bereich der Zusammenarbeit mit zivilen Behörden und Nicht-Regierungsorganisationen, im Stabsdienst des deutschen Kontingents sowie als Fachpersonal für Luftumschlag an den Flugplätzen in Kabul und Bagram zum Einsatz. Der Ministerratsbeschluß sieht auch eine sukzessive Verstärkung auf bis zu 75 Personen vor.

Der eigentlichen Truppenverlegung Anfang Februar wird eine einschlägige Vorbereitungsphase vorausgehen, die bereits in Deutschland absolviert wird. Dabei sollen die Organisationsteile aufeinander abgestimmt und gemeinsame Ausbildungsvorhaben durchlaufen werden. Ein Vorkommando der deutschen Bundeswehr und zwei österreichische Offiziere sind bereits heute nach Afghanistan aufgebrochen, um die Verlegung des deutsch-österreichisch-dänisch-niederländischen Kontingents vorzubereiten.

Übersichtskarte Afghanistan. (c) APA

Übersichtskarte Afghanistan. (c) APA

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