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Buchpräsentation "Handbuch zur europäischen Sicherheit"

Wien, 25. Oktober 2005  - Mit dem „Handbuch zur europäischen Sicherheit“ haben die Herausgeber, Oberst des höheren militärfachlichen Dienstes Doz. Dr. Franz Kernic und Oberrat Dr. Gunther Hauser, eine Lücke in der sicherheitspolitischen Literatur geschlossen. Als wissenschaftlichen Mitarbeitern an der Landesverteidigungsakademie (LVAk) war es ihnen ein Anliegen, „Sicherheit“ umfassend und disziplinenübergreifend darzustellen und nicht alleine aus dem Blickwinkel des Militärs, eines bestimmten Staates oder einer einzelnen Organisation.

Das nunmehr vorliegende Werk wurde am 14. Oktober im Presseclub Concordia in Wien präsentiert. Der Kommandant der LVAk, General Mag. Raimund Schittenhelm, leitete das Podium. Er gab einleitend seiner Freude über die rege Publikationstätigkeit der an der LVAk tätigen Wissenschafter Ausdruck.

Gesandter Thomas Hajnoczi, Leiter der Abteilung Sicherheitspolitische Angelegenheiten im Außenministerium, wies unter anderem auf die Änderungen in der europäischen Sicherheitspolitik in den letzten Jahren hin. Seit 2003 gebe es Operationen im Rahmen der ESVP, wobei diese Operationen eine große Spannweite an Aufgaben abdeckten. Neben den militärischen Herausforderungen gelte es solche aus den Bereichen Rechtstaatlichkeit, Grenzschutz oder Menschenrechte zu bewältigen. Bei der Erfüllung dieser Aufgaben müssten sich die verschiedenen Akteure vernetzen.

Auch Heinz Gärtner vom Österreichischen Institut für Internationale Politik betonte, dass Sicherheit heute nur mehr transnational begreifbar sei und komplexe gegenseitige Abhängigkeit bedeute. Er verwies auf den Ausgleich zwischen militärischer und sozialer Sicherheit. Sicherheit sei umfassend zu verstehen; auch Seuchen oder Naturkatastrophen seien Elemente der Bedrohung. Gefährdungen könnten sich miteinander verknüpfen.

Auch Oberst Dr. Kernic konstatierte ein Verschmelzen der Bereiche von Sicherheit. Europäisierung und zunehmend Internationalisierung seien die Folge. Der Forscher sei gegenüber den Entwicklungen kein passiver Beobachter, er sei auch nicht neutral, sondern ebenfalls Sicherheitspolitiker. Die Forschung möchte Bewegung in die Abläufe bringen.

Gunther Hauser, auch er Herausgeber und Mitautor, charakterisierte die aktuelle Entwicklung mit dem Begriff „network-centric securityfare“. Die EU stünde an einem Scheideweg. Auch in Österreich sei die Materie Sicherheit ressortübergreifend; so würde das Verteidigungsministerium in seinem Bereich bei der Gestaltung der Beziehungen Österreichs zu anderen Staaten mitwirken. Hauser wies darauf hin, dass es auch innerhalb der EU verschiedene Ansätze in der Sicherheitspolitik gebe. Somit divergierten nicht nur die Auffassungen zwischen Europa und den USA. Transatlantische Koordination sei aber zur Bewältigung der Herausforderungen nötig. Das Buch zeichne sich dadurch aus, dass sowohl Wissenschafter als auch Praktiker zu Wort kämen.

Franz Kernic/Gunther Hauser, Handbuch zur europäischen Sicherheit, Verlag Peter Lang, Frankfurt/M. 2005, 311 Seiten, € 45,-

Dr. Gerald Brettner-Messler, ISS/LVAk

Ein Bericht der Redaktion Landesverteidigungsakademie

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