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Erinnerungen an Galtür 1999

Hörsching-Galtür, 28. Februar 2007  - Katastrophenschutz und Vorsorge bekommen von Jahr zu Jahr einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft. Eine Gelegenheit zur professionellen Aufarbeitung von Wirkung und Folgen einer Katastrophe bietet das Unglück von 1999 in Galtür.

Im Februar 1999 verschüttete eine Staublawine mehrere Häuser der Ortschaft. Zugleich waren aufgrund der heftigen Schneefälle und der großen Lawinengefahr Teile von Tirol und Vorarlberg nicht mehr erreichbar. Das Bundesheer musste zum Assistenzeinsatz ausrücken und half mit, Menschen zu retten und aus den Gefahrenzonen zu bergen.

Einsatz trotz Wind und Wetter

Für den Einsatzstab galt es, Soldaten aus allen Bundesländern und die Luftstreitkräfte trotz des Windes, Wetters und jeder Menge Schnee effizient zu koordinieren. Die Piloten des Hörschinger Fliegerregiments 3 flogen dabei bis an die Grenzen des Möglichen. Hubschrauberpilot Major Hans-Jörg Haberlik: "Es war nichts mehr zu sehen. Keine Bäume, keine Straße – nur Schnee und Wind! Doch wir wussten, Menschen waren in Gefahr. Daher flogen wir solange es nur irgendwie ging."

Am 23. Februar beurteilte der Einsatzstab die eingesetzten Fliegerkräfte als nicht mehr ausreichend. Die Bundesregierung richtete daher ein Hilfeersuchen an die NATO und an Österreichs Nachbarn. Am 25. Februar begann die große Luft-Evakuierung mit 37 Hubschraubern aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, den USA und Frankreich.

18.000 Personen ausgeflogen

Oberst Andreas Putz, der Kommandant des Fliegerregiments 3, koordinierte den Lufteinsatz, bei dem 18.000 Personen ausgeflogen wurden. Am Boden waren in Vorarlberg und Tirol 700 Soldaten im Dauereinsatz. Zusätzlich standen Assistenzzüge mit rund 1.500 Helfern bereit. In Summe halfen die Soldaten in 45.000 Mannstunden der von den Schneemassen bedrohten Bevölkerung.

Leistungen der Soldaten gewürdigt

In Galtür fand vergangene Woche ein Symposium über die Auswirkungen der Katastrophe statt, bei dem Wissenschaftler und Klimaexperten zu Wort kamen. Sie würdigten die damals erbrachten Leistungen der Einsatzkräfte, insbesondere jene der Flieger. Den Journalisten wurde in Hörsching der AB-212 Helikopter und sein "großer Bruder", der 2002 eingeführte S-70 "Black Hawk", präsentiert.

Pilot Major Michael Doppler vom Fliegerregiment 1 in Langenlebarn: "Wir sind mit dem neuesten Gerät jederzeit zur Hilfe bereit, getreu dem Leitsatz 'Stark, Modern und Schnell'. Zur Erfüllung der Aufgaben im Inland, aber auch zur Unterstützung unserer Soldaten im Ausland."

Ein Bericht der Redaktion Militärkommando Oberösterreich

Februar 1999: Zwei AB-212 aus Hörsching landen nach dem Lawinen-Unglück in Galtür.

Februar 1999: Zwei AB-212 aus Hörsching landen nach dem Lawinen-Unglück in Galtür.

In der Folge beschaffte das Bundesheer größere Transporthubschrauber, wie jene, die 1999 zum Einsatz kamen. Im Bild: Ein österreichischer S-70 'Black Hawk'.

In der Folge beschaffte das Bundesheer größere Transporthubschrauber, wie jene, die 1999 zum Einsatz kamen. Im Bild: Ein österreichischer S-70 'Black Hawk'.

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