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Wehrpflicht: Kommandanten melden sich zu Wort

Wien, 15. Juli 2010  - In der aktuellen Diskussion rund um den Sinn der allgemeinen Wehrpflicht beziehen neben Verteidigungsminister Norbert Darabos auch Militärkommandanten und Kommandanten verschiedenster Verbände des Bundesheeres Position zur Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht:

Brigadier Ernst Konzett (Militärkommando Vorarlberg):

"Die exponierte Lage des Bundeslandes Vorarlberg erfordert rasche und effektive Hilfeleistung bei Katastrophen, wie die aktuellen Assistenzeinsätze im Klostertal und Montafon zeigen. Mit nur wenigen Berufssoldaten hätte diese Hilfe in der jetzigen Form nicht realisiert werden können."

Brigadier Heinz Zöllner (Militärkommando Steiermark):

"Der derzeitige Umfang an Assistenzleistungen für zivile Behörden und die österreichische Bevölkerung scheint unter Berücksichtigung der budgetären Lage nur durch ein Wehrpflichtigenheer erfüllbar."

Oberst Walter Gitschthaler (Militärkommando Kärnten):

"Nur eine gesunde Mischung aus Berufssoldaten, Milizsoldaten und sinnvoll eingesetzte Grundwehrdiener gewährleisten die Auftragserfüllung sowohl im Inland als auch im Ausland."

Brigadier Karl Berktold (Militärkommando Salzburg):

"Ich stehe klar zur Wehrpflicht. Ein Umstieg auf ein Berufsheer wäre mit massiven Aufgabenreduzierungen des Bundesheeres verbunden. Berufsheere bringen zahlreiche Einschränkungen und Nachteile mit sich. Hilfseinsätze im Inland können dann, aufgrund der reduzierten Kräfte und starken Auslandsausrichtung, nur mehr sehr beschränkt durchgeführt werden."

Brigadier Karl Schmidseder (Militärkommando Wien):

"Eine Wahrnehmung der Hauptaufgaben des Bundesheeres ohne Wehrpflicht und ohne Miliz und Reserve ist zwar nicht undenkbar, aber unrealistisch."

Brigadier Rupert Stadlhofer (Kommando Luftraumüberwachung):

"Derzeit ist das Österreichische Bundesheer, auch durch die allgemeine Wehrpflicht, ein anerkannter und integrierter Teil der österreichischen Gesellschaft. Mit populistischen und zu kurz greifenden Argumenten wird der österreichischen Bevölkerung und dem Österreichischen Bundesheer kein guter Dienst erwiesen."

Brigadier Anton Waldner (6. Jägerbrigade):

"Die Wehrpflicht in der gelebten Praxis beweist deren tiefe Einbettung in das soziale Gefüge unseres Staates. Der Austausch zwischen der Bevölkerung und den Streitkräften im Wege des Wehrdienstes ist damit als wesentliches Identifikations- und Kommunikationsmittel zu sehen."

Oberstleutnant Hannes Nussbaumer (Führungsunterstützungsbataillon 2):

"Die Mischung aus Berufs- und Milizsoldaten für Auslandseinsätze ist unschlagbar. Beide Gruppen rekrutieren sich aus den Wehrpflichtigen. Dass die Reservisten großes Fachwissen aus ihren zivilen Berufen mitbringen, ist ein unbezahlbarer Vorteil. So etwas begründet soziale Kompetenz."

Brigadier Andreas Putz (Kommando Luftunterstützung):

"Obwohl der Verband Luftunterstützung zum größten Teil bereits aus hoch spezialisierten Berufssoldaten besteht, ist eine Aufgabenerfüllung ohne Grundwehrdiener zur Sicherstellung des Flugbetriebes nicht bzw. nur unter erheblicher Kostensteigerung machbar. Persönlich halte ich die Verankerung des Bundesheeres in der Gesellschaft durch die allgemeine Wehrpflicht und das Milizsystem für sehr wichtig."

Allgemeine Wehrpflicht: Kommandanten klar für Beibehaltung der Wehrpflicht. Im Bild: Rekruten bei einer Angelobung vor dem Schloss Belvedere.

Allgemeine Wehrpflicht: Kommandanten klar für Beibehaltung der Wehrpflicht. Im Bild: Rekruten bei einer Angelobung vor dem Schloss Belvedere.

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