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Auf der sicheren Seite der Kampfmittelbeseitigung

Melk, 08. Mai 2014  - Das Minenräumsystem MV-4 (Robotic Demining System) ist auf Basis eines fernsteuerbaren Kettenfahrzeuges entwickelt und stammt ursprünglich aus Kroatien. Durch die Möglichkeit verschiedene Multifunktionswerkzeuge zu montieren, ist dieses System geeignet, alle Arten von Anti-Personenminen (AP) zu räumen. Damit wird eine lang ersehnte Forderung der österreichischen Pioniere erfüllt, über ein Arbeitswerkzeug zu verfügen, das in Belangen der humanitären Minenräumung höchsten Ansprüchen unter maximaler Bedienersicherheit gerecht wird. Das Österreichische Bundesheer hat insgesamt vier dieser leichten Minenräumsysteme beschafft. Die Bediener- und Mechanikerschulung fand Anfang Mai in Allentsteig statt.

Steigerung im Bereich der Kampfmittelabwehr

Somit verfügen unsere Kampfmittelabwehrspezialisten nunmehr über eines der bewährtesten und meist getesteten Minenräumsysteme weltweit. Zudem ist das lufttransportfähige und durch Stahlplatten geschützte Spezialfahrzeug in der Lage, mehr als 2.000 Quadratmeter Grundfläche pro Stunde zu räumen. Aufgrund seiner geringen Abmessungen, hoher Wendigkeit und geringen Bodendrucks, ist der MV-4 für die Minenräumung von Hauszufahrten, Obstgärten, Waldwegen oder Flussufern und andere Arten von unzugänglichen Geländeabschnitten bestens geeignet. Die verschiedenen Betriebswerkzeuge für die Minenräumung oder für die Bodenbearbeitung zerstören auch die kleinsten Anti-Personenminen und durch Strahldruck die gefährlichsten Arten von springenden Minen. Die Maschine wird dabei aus sicherer Entfernung bis zu 1.000 Meter ferngesteuert. Vier Kameras auf dem Trägerfahrzeug und bis zu vier weitere Kameras auf den Anbauteilen, sorgen für eine optimale Bildübertragung zum Bedienpersonal.

Maximum an Produktivität

Ursprünglich nur für die Aufgabe einer humanitären Minenräumung konzipiert und für Anti-Personenminen ausgelegt, gibt es in Einsatzszenarien immer die Möglichkeit, einer Panzermine zu begegnen. Dadurch erreicht der MV-4 unter höchstmöglicher Bedienersicherheit ein Maximum an Produktivität und ist zudem in der Lage, auch im schwierigen Gelände zu manövrieren und Gräben bis zu 50 Zentimetern Breite sowie Hindernisse bis 30 Zentimetern Höhe zu überwinden. Im stark geneigten Gelände ist ein Einsatz bis zu 35 Grad Neigung und bis zu 45 Grad Steigung möglich. Das 5,5 Tonnen schwere Spezialfahrzeug räumt durchschnittlich eine Breite von zwei Meter und ist mit einem 250 PS Perkins Dieselmotor ausgestattet. Die durch Explosion von Sprengstoffen verursachten Schäden an den modulartig angebauten Teilen können durch die Bediener bzw. Mechaniker einfach gewechselt werden. Zudem wurden geeignete Anbautools beschafft, die in einem "Counter IED" (Gegenmaßnahmen zur Abwehr von unkonventionell hergestellten Spreng- oder Brandvorrichtungen) wertvolle Dienste leisten. Konkret können die Bediener in kurzer Zeit zwischen folgenden Anbautools wählen: Einem Roboterarm, einer Greif- und Schneidzange, einem Räumschild, Staplerzinken oder dem "Flail" (ein sich drehender Vorspann, der durch rotierende Klöppel Minen und Sprengvorrichtungen bis zu einer Bodentiefe von 35 Zentimetern mechanisch zerstört).       

Ein Bericht der Redaktion 3. Panzergrenadierbrigade

Offiziersstellvertreter Christian Fuchs erklärt eine der angebauten Kameras.

Offiziersstellvertreter Christian Fuchs erklärt eine der angebauten Kameras.

Das Minenräumsystem in der Seitenansicht mit angebauten Roboterarm und Greif-bzw. Schneidezange.

Das Minenräumsystem in der Seitenansicht mit angebauten Roboterarm und Greif-bzw. Schneidezange.

Bis zu einer Bodentiefe von 35 Zentimetern werden Sprengvorrichtungen mechanisch oder detonativ zerstört.

Bis zu einer Bodentiefe von 35 Zentimetern werden Sprengvorrichtungen mechanisch oder detonativ zerstört.

Bei der Bedienerschulung wurde auch das Fahren im Gelände geübt.

Bei der Bedienerschulung wurde auch das Fahren im Gelände geübt.

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