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Drei Fragen zum Thema Lawinensprengung

Salzburg, 11. Jänner 2019  - Das Bundesheer hat am Freitag mehrere Lawinen zur Sicherheit gesprengt. Wie funktioniert das genau und wie gefährlich ist das? Was sind die besonderen Herausforderungen und Sicherheitsvorkehrungen bei einer Lawinensprengung? Oberst Bruno Kühberger, Chief des "Rescue Coordination Centers" und Flugsicherheitsoffizier im Kommando Luftstreitkräfte, antwortet:

Was sind die Herausforderungen bei einer Lawinensprengung?

Bei Lawinensprengungen sind immer mehrere Punkte zu beachten. Um eine Lawine kontrolliert abgehen zu lassen ist, es wichtig die Sprengladung so hoch wie möglich über dem festgelegten Schneefeld zu platzieren. Nur dann ist es möglich, dass sich nach der Sprengung der größte Teil der Schneemassen in Bewegung setzt. 

Um die notwendige Höhe mit dem Hubschrauber zu erreichen, müssen die Wetterbedingungen für einen sicheren Sichtflug herrschen. Für die Flüge werden eher kleinere Hubschrauber verwendet. Dadurch ist sichergestellt, dass der Hubschrauber mit seinen geringen Abwinden die Lawine nicht vorzeitig auslöst. Die Alouette 3 ist für diese Flüge deshalb sehr zweckdienlich. 

Welche Sicherheitsvorkehrungen müssen bei Lawinensprengungen getroffen werden?

Obwohl die Lawine durch eine kontrollierte Sprengung abgeht, müssen zuvor umliegende Straßen gesperrt werden und betroffene Bewohner ihre Häuser verlassen. Dank der geplanten Sprengungen kann dies rechtzeitig erfolgen bevor unkontrollierte Schneebedingungen zu einer Gefahr werden. Der Lawinen-Sprengbefugte an Bord des Hubschraubers führt bis zu sechs Sprengladungen mit sich. Diese werden entweder punktgenau auf die entsprechenden Stelle abgeworfen oder mit einem Seil hinuntergelassen. Danach positioniert sich der Hubschrauber in einem sicheren Abstand zur Sprengung. Die Lawinen-Experten verfolgen aus der Luft den Verlauf der abgehenden Lawine.

Gibt es besondere Vorfälle, welche bei einer Lawinensprengung passieren können? 

Es kommt gelegentlich vor, dass die Sprengung entweder nicht den gewünschten Effekt erzielt oder eine Sprengladung nicht zündet. In beiden Fällen ist eine Nachsprengung notwendig. Dabei wird auf der gleichen Stelle eine neue Sprengladung platziert und ausgelöst. Im Falle einer Fehlzündung sprengt somit die neue Sprengladung die zuvor Fehlerhafte mit. Es darf auf keinen Fall passieren, dass eine nicht gezündete Ladung im Schnee liegen bleibt und später zu einer Gefahr werden könnte. 

Die Sprengladung wird punktgenau abgeworfen.

Die Sprengladung wird punktgenau abgeworfen.

Oberst Bruno Kühberger.

Oberst Bruno Kühberger.

Archivbild: Der Sprengstoff muss möglichst hoch über dem Schneefeld platziert werden.

Archivbild: Der Sprengstoff muss möglichst hoch über dem Schneefeld platziert werden.

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