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Pressespiegel Miliz vom 24.03.2020

24. März 2020 - 

Der aktuelle Pressespiegel, die Miliz und ihre Aufbietung betreffend:

Mobilisierung

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus werden erstmals in der Geschichte Teile der Miliz mobilgemacht. Für 4. Mai werden 3.000 Mann einberufen, das sind zehn Prozent aller Milizsoldaten. Betroffen davon sind nur Jägerkompanien, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bei einer Pressekonferenz mit Generalstabschef Robert Brieger und dem Milizbeauftragten Erwin Hameseder.

Quelle: Kleine Zeitung vom 24.03.2020 (Seite 3)  

"Diese Krise wird zur Nagelprobe für uns alle"

Kärntens Militärkommandant Walter Gitschthaler über die Aufgabe des Heeres in der Coronakrise und die Wichtigkeit der allgemeinen Wehrpflicht:

Gerade in dieser Phase zeigt sich, dass wir mit diesem System bestens fahren, weil wir auf Milizsoldaten und Grundwehrdiener zurückgreifen können. Eine kleine Berufsarmee wäre in der jetzigen Situation überfordert und könnte nicht in diesem Ausmaß helfen. Eine der größten Herausforderungen wird die Mobilität sein. Da kommt es da und dort zu Engpässen. Gerade jetzt, wenn wir mit Miliz etc. weiter hochfahren. Aber auch hier werden wir Lösungen finden, wie etwa das Anmieten von Fahrzeugen.

Quelle: Kleine Zeitung vom 24.03.2020 (Seite 10-11)

Bundesheer trifft Vorbereitungen

Warten auf den Einsatzbefehl heißt es derzeit bei den Melker Pionieren. Auf Geheiß der Bundesregierung wurden vergangene Woche zwei Assistenzkompanien mit insgesamt 178 Soldaten ins Leben gerufen, ein Zug davon besteht aus Milizsoldaten. Ausgefallen ist auch der Abrüstungstermin für 130 Präsenzdiener, sie bleiben vorerst in der Melker Biragokaserne stationiert.

Der Kommandant der Melker Pioniere, Michael Fuchs, betont, dass die Vorbereitungen für mögliche Einsätze abgeschlossen sind, aktuell gibt es aber keine Befehle. "Der Großteil wartet zu Hause auf den Marschbefehl und befindet sich in Rufbereitschaft", erklärt Fuchs.

Quelle: NÖN vom 24.03.2020 (Seite 17)  

Bundesheer stößt an seine Grenzen

Schon mehr als 3.300 Mann im Einsatz: Die Miliz dient als Rettungsanker.

Alexander Purger. Helfen, wenn andere nicht mehr können. - Getreu seinem Motto hat sich das Bundesheer in der Coronakrise zu einer Art Mädchen für alles entwickelt - von der Botschaftsbewachung bis zur Telefonhotline. Alles das erfordert beträchtlichen Personaleinsatz:

Aktuell hat das Bundesheer 3.346 Soldaten im Einsatz. 631 leisten Assistenzeinsatz für die Polizei, 678 helfen in Supermärkten aus. 855 stehen im Grenzeinsatz zur Abwehr illegaler Einwanderer. 1.181 Soldaten befinden sich im Auslandseinsatz. Damit sind die personellen Ressourcen des Bundesheeres erschöpft. 2.000 Grundwehrdiener, die Ende März abrüsten sollen, müssen daher ihren Präsenzdienst bis Mai verlängern. Und ab Mai soll erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik die Miliz aufgeboten werden.

Warum kann das Bundesheer mit seinem Personalstand von mehr als 20.000 Bediensteten den Coronaeinsatz nicht ohne Rekruten und Milizsoldaten leisten? Das liegt zum einen an den erwähnten anderen Einsätzen an der Grenze und im Ausland. Zum anderen sind viele Bedienstete in der Verwaltung und in der Ausbildung tätig. Interne Berechnungen haben Dramatisches ergeben: Würde das Heer 1.000 Berufssoldaten für den Coronaeinsatz abstellen, müsste die Unteroffiziersausbildung eingestellt werden. Und würden 1.600 Berufssoldaten für die Bewältigung der Coronakrise aufgeboten, müsste neben der Unteroffiziers- auch die Rekrutenausbildung beendet werden. Dann gäbe es aber keine ausgebildeten Grundwehrdiener mehr, auf die man für den Einsatz im Notfall zurückgreifen kann. Um diese Situation zu vermeiden, wird die Miliz teilmobilisiert. 3.000 Soldaten (das sind zehn Prozent der Miliz) müssen ab 4. Mai für drei Monate einrücken. Aber auch da werden sich die Mängel des Bundesheeres bald bemerkbar machen, denn die Miliz ist nur mangelhaft ausgestattet und faktisch nicht mobil. Wie aus dem Miliz-Jahresbericht 2019 hervorgeht, ist zum Beispiel von den theoretisch neun Pionierkompanien der Miliz nur eine einzige mit Fahrzeugen ausgestattet. Und nur für vier Kompanien gibt es die notwendige Ausrüstung.

Quelle: Salzburger Nachrichten vom 24.03.2020 (Seite 2)

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