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Gasexplosion in Wilhelmsburg

Einsatz von ABCAbw-Kräften gemäß WG § 2 lit c.
Am Nachmittag des 2. Dezember 1999 wurde ein Wohnhaus in Wilhelmsburg durch eine Gasexplosion in einem noch nie da gewesenen Ausmaß zerstört. Übrig blieb nur ein riesiger Schutthaufen mit vielen verschütteten Hausbewohnern.

Alarmierung

Am Abend dieses Unglückstages wurde die ABC-Abwehrkompanie /Wien alarmiert und die Lehrgruppe 3 (Rette- und Bergedienst) der Lehrabteilung beauftragt, ein Spezialistenteam zu bilden, um die Einsatzleitung vor Ort zu unterstützen.
Nach rascher personeller Zusammenstellung von zwei Rette- und Bergegruppen mit erforderlichem Einsatzgerät der Lehrabteilung konnte die erste Gruppe bereits um 22 Uhr nach Wilhelmsburg verlegen. Zwischenzeitlich wurde auch bereits der ABCAbwZg/NÖ an der Unglücksstelle tätig. Dem Spezialistenteam war es möglich sich kurz nach Mitternacht in Marsch zu setzen. Die zweite Rette- und Bergegruppe folgte in den Morgenstunden des 3. Dezember nach.

Hilfeleistung

Am Einsatzort konnte rasch die Verbindung zum Einsatzleiter der freiwilligen Feuerwehr der Stadt St. Pölten hergestellt werden. Bei der folgenden Einsatzbesprechung wurde festgelegt, dass die Aufteilung der Bergemannschaften an der Schadenstelle beibehalten und die zu große Anzahl an Hilfskräften reduziert wird, damit eine systematische Suche unter Einbindung der Rettungs- und Bergekräfte der ABCAbw-Truppe des österreichischen Bundesheeres, welche bereits einschlägige Erfahrungen aus den AFDRU-Einsätzen in der Türkei und in Taiwan hatten, sichergestellt werden konnte.
Etwa um 3.30 Uhr konnte ein Feuerwehrmann ein 15-jähriges Mädchen orten. Sie befand sich zwei Meter tief in den Trümmern. Der Einsatzleiter bildete ein Team zur Freilegung, welches sich aus zwei Feuerwehrleuten, Olt Bock, Vzlt Hölbling und einem Sanitäter des österreichischen Roten Kreuzes zusammensetzte. Die endgültige Freilegung erwies sich als sehr schwierig, da die umliegenden Trümmer auf die Verschüttete zu rutschen drohten. Schlussendlich konnte das Mädchen wie durch ein Wunder ohne größere Verletzungen gerettet und der örtlichen Rettung übergeben werden.
Nach dieser erfolgreichen Rettung suchten die eingesetzten Kräfte am Trümmerkegel systematisch weiter nach Hohlräumen sowie mittels Hunde und Schallortung nach Verschütteten.
Bis in die späten Abendstunden wurde noch weiter gearbeitet. Es konnten alle vermißten Personen, jedoch nur mehr tot, aus den Trümmern geborgen werden.

Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzorganisationen und die optimale Nutzung der Ressourcen, welche sicher auch auf die Umsicht und Kompetenz des Einsatzleiters zurückzuführen waren, funktionierte sehr gut und es wurde nichts unversucht gelassen die Verschütteten zu retten.

VB Gerhard Ruhm, ABCAbwS

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