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Salzburger Pioniere trainieren Einsätze mit Militär-Seilbahn

Felixdorf/NÖ, 24. Juli 2014  - Sie transportiert Material von bis zu 3,5 Tonnen auf Berge, über Schluchten und Flüsse. Sie bringt bei jedem Wetter geschlagene Baumstämme ins Tal. Und im Notfall kann sie mittels Bergetrage verletzte Personen schnell und sicher transportieren. Seit 2008 ist die gebirgsbewegliche Pionierkompanie des Pionierbataillons 2 in Wals, Salzburg, für die Seilbahn-Einsätze zuständig.

Effizientes Transportmittel

„Versorgungswege im alpinen Gelände sind oft schwer zu erschließen. In solchen Fällen ist die Seilbahn eine effizientes Transportmittel“, so Oberstleutnant Klemens Groh, stellvertretender Leiter der Pioniertechnik-Abteilung im Amt für Rüstung und Wehrtechnik. Oberstabswachtmeister Klaus Pascuttini, Flugretter und Bergführer, ergänzt: „Wir befördern Pioniermaschinen, Holz zum Bauen, Schotter- oder Betonkübel und führen notfalls Personenbergungen durch.“

"25 Meter – das ist kein Pappenstiel"

Grundwehrdiener der Salzburger Pioniere führten Anfang Juli auf dem Schießversuchsplatz Felixdorf – ausnahmsweise im ebenen Gelände – zwei Wochen lang Trainingseinsätze mit einer Versuchsseilbahnanlage durch. So wurde die Beförderung von Personen, Pioniermaschinen oder Holzstämmen geprüft.

Rekrut Lukas Dornauer kletterte dafür auf die Seilbahn-Stützen. „Schwindelfrei sollte man sein. 25 Meter – das ist kein Pappenstiel“, so Dornauer lächelnd: „Da oben geht ein ordentlicher Wind. Und Kraft in den Händen sollte man haben.“ Zudem testeten die Pioniere Messwerte von Seilspannungen bei der Verwendung von neuen Tragseilen und erprobten die Verankerungssysteme für feinkörnige Böden unter erhöhter Last bei mehrtägiger Nutzung.

Holzbringung und Hubschrauber-Bergung

Zugskommandant Oberstabswachtmeister Franz Wallner ist für die Steuerung der Seilbahn zuständig. Per Funk gibt er seine Kommandos an den Seilwindenführer. „Die Pionierseilbahn wurde schon mehrmals zur Holzbringung in den Heeresforsten in Hochfilzen und in der Wattener Lizum in Tirol eingesetzt.“ Mit der Seilwinde, mit der die Versuchsseilbahn in Felixdorf gesteuert wurde, wurde zudem jener Polizei-Hubschrauber geborgen, der im März 2011 in den Achensee gestürzt war.

Seilbahn als Nottransport von Verletzten

Personentransporte mit der Pionierseilbahn sind nur im Notfall erlaubt. Pascuttini erläutert: „Kann eine verletzte Person weder mit Hubschrauber noch mit Fahrzeugen geborgen werden, kann sie mittels einer Bergetrage abtransportiert werden.“ Diese wird an der Seilbahn befestigt. „Der Retter hängt sich an die Bergetrage, überwacht den Verunfallten während des Transports und verhindert Verdrehungen und Erschütterungen beim Passieren der Stützen“, so Pascuttini weiters.

3,5 Tonnen auf 1,8 Kilometer Länge

Der Seilbahnzug des Pionierbataillons ist in der Lage, zwei voneinander unabhängige Seilbahnen zu betreiben: eine mit einer Trassenlänge von bis zu 1.800 Meter und eine mit einer Baulänge von bis zu 1.100 Meter (zum Vergleich: die Rax-Seilbahn misst 1.017 Meter). Der Aufbau einer solchen Seilbahn wird von Bund, Land oder Gemeinde beim Bundesheer angefordert und dauert je nach Länge bis zu zwei Wochen.

Mit Hilfe eines Lasthakens auf einem Laufwagen können z.B. Pioniermaschinen auf dem 24 Millimeter starken Drahtseil in die Höhe gezogen werden. Ein elf Millimeter dickes Zugseil zieht über eine 80 PS starke Winde die Maschine, wie z.B. einen Kettendumper (Raupenfahrzeug mit Mulde), bergwärts. Soll die Last talwärts befördert werden, lässt der Windenführer, der seine Kommandos über Funk vom Seilbahn-Kommandanten erhält, Seil nach. Der Laufwagen fährt sodann aufgrund der geneigten Bahnführung durch die Schwerkraft von selbst bergab.

Katastrophenschutzmodul: „Für den Einsatz, damit man dann alles kann“

Rekrut Manuel Hüttegger und Rekrut Lukas Dornauer vom Pionierbataillon 2 sind Anfang April zum Grundwehrdienst eingerückt und haben bereits das seit Anfang dieses Jahres verpflichtende Katastrophenschutzmodul absolviert. Laut Hüttegger lerne man dort unter anderem, mit unterschiedlicher Schutzausrüstung umzugehen. Vom Katastrophenschutzmodul ist er begeistert: „Man lernt alles kennen, damit man sich sicher ist – für den Einsatz, damit man dann alles kann.“

Mit der Kraft von 80 Pferdestärken werden schwere Lasten bergwärts gezogen.

Mit der Kraft von 80 Pferdestärken werden schwere Lasten bergwärts gezogen.

Der Seilwindenführer erhält die Kommandos zur Steuerung der Seilbahn per Funk.

Der Seilwindenführer erhält die Kommandos zur Steuerung der Seilbahn per Funk.

Zum Abtransport von verletzten Personen wird am Laufwagen die Bergetrage befestigt.

Zum Abtransport von verletzten Personen wird am Laufwagen die Bergetrage befestigt.

Die Seilbahn bringt bei jedem Wetter geschlagene Baumstämme ins Tal.

Die Seilbahn bringt bei jedem Wetter geschlagene Baumstämme ins Tal.

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