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Vergessene Geschichte: Die Wallner-Kaserne als jüdisches Flüchtlingslager

Saalfleden, 23. Juni 2017  - Seit 2007 erinnert ein Mahnmal vor der Wallner-Kaserne in Saalfelden an die Flucht über den Tauern im Jahr 1947. Dort fand am 23. Juni anlässlich des Jubiläums zum Auftakt des heurigen "Alpine Peace Crossing"-Friedensmarsches ein Festakt statt. Die israelische Botschafterin Talya Lador-Fresher sagte in ihrer Ansprache, die Flucht über den Tauern sei ein wichtiger Teil der Gründungsgeschichte Israels. "Die Geschichte des Krimmler Tauernhaus und der guten Österreicher, die damals Juden auf ihrer Flucht geholfen haben, waren ein Lichtblick in dieser dunkeln Zeit. Ihre Taten geben uns allen Hoffnung."

"Als Militärkommandant von Salzburg erweise ich diesem Ort meinen tiefen Respekt und meine Hochachtung. Mit großem Bedauern nehme ich die geschichtlichen Ereignisse die zu dieser Flucht führte zur Kenntnis, verbunden mit der Hoffnung, dass sich die Geschichte niemals wiederholen möge", so Brigadier Heinz Hufler bei seiner Ansprache.

Hochrangige Gäste

Mehrere Zeitzeugen und ihre Nachkommen sind zum Friedensmarsch in den Pinzgau gekommen. Darunter Marko Feingold (104), der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in Salzburg. Er war mit der jüdischen Fluchthilfeorganisation "Bricha" maßgeblich an der Flucht beteiligt und hat den Weg über den Tauern ausgekundschaftet. Ein anderer Weg stand den heimatlos gewordenen Juden nicht mehr offen

Zuflucht für Heimatlose

1946 sperrten die Franzosen den von den jüdischen Flüchtlingen bis dahin benutzten Weg über den Brenner. Da Großbritannien als damalige Besatzungsmacht in Palästina die Einwanderung von Juden aus Europa unterband, saßen in der US-Besatzungszone in Deutschland und Österreich aber auch in Italien etwa 265.000 jüdische Heimatlose fest. Um ihnen zu helfen, errichteten die Amerikaner in Salzburg mehrere Lager für Heimatlose.

Flucht über die Alpen

Jüdische Vereinigungen organisierten bald darauf mit amerikanischer Hilfe die Bricha (Flucht) vieler Juden über den Alpenhauptkamm. In einer Nacht- und Nebelaktion wurden im Juni 1947 5.000 Juden illegal über den beschwerlichen 2.634 Meter hohen Krimmler Tauern Pass in das Südtiroler Ahrntal geschleust. Von dort ging es in tagelangen Märschen weiter nach Ancona und per Schiff nach Israel.

Ein Bericht der Redaktion Militärkommando Salzburg

Mehrere Zeitzeugen und ihre Nachkommen sind gekommen.

Mehrere Zeitzeugen und ihre Nachkommen sind gekommen.

Die israelische Botschafterin Talya Lador-Fresher bei ihrer Ansprache.

Die israelische Botschafterin Talya Lador-Fresher bei ihrer Ansprache.

Heinz Hufler: "Die Geschichte darf sich nicht wiederholen."

Heinz Hufler: "Die Geschichte darf sich nicht wiederholen."

Unter den Zeitzeugen: Marko Feingold (104), der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in Salzburg.

Unter den Zeitzeugen: Marko Feingold (104), der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in Salzburg.

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