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Was macht eigentlich ein...?

Militärpolizist

Wachtmeister Christian Benisch.

Christian Benisch ist Militärpolizist.

Christian Benisch ist Unteroffizier im Bundesheer und trägt zurzeit den Dienstgrad Wachtmeister. Er wurde 1984 in Wien geboren und absolvierte dort eine Ausbildung als EDV- & Netzwerktechniker. Der begeisterte Kraft- und Ausdauersportler spielt auch gerne Fußball und liebt das Motorradfahren.

Wie sind Sie zur Militärstreife & Militärpolizei gekommen?

Während meines Grundwehrdienstes bei der Garde habe ich mich über die Militärpolizei informiert. Ich fand die Aufgaben dieses Spezialverbandes sehr interessant und habe mich zum Auswahlverfahren gemeldet.

Wie sahen diese Aufnahmetests aus?

Dabei wurden die Anwärter von einer Handvoll Assessoren und einem Psychologen eine Woche lang begleitet. Das Ziel dieser Selektion ist es, die Anwärter in den verschiedensten Bereichen wie zum Beispiel Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen, selbstständiges Handeln, Lern- und Merkfähigkeit, usw. zu testen.

Am Ende dieser physisch und psychisch anstrengenden Woche mit nur wenigen Schlafphasen bekamen wir ein Feedback, bei dem alle Stärken und Schwächen erörtert wurden, und mir wurde gesagt, dass ich geeignet bin.

Wie ging es weiter, nachdem Sie den Aufnahmetest geschafft hatten?

Danach habe ich die allgemeine Unteroffiziersausbildung an der Heeresunteroffiziersakademie in Enns absolviert. Und danach den Militärstreifenkurs für den Dienst in Österreich und den Militärpolizeikurs für den Dienst bei internationalen Einsätzen. Diese Kurse waren sehr intensiv und fordernd, aber auch immer sehr interessant.

Nach meiner Beförderung zum Wachtmeister habe ich auch die Zugriffsausbildung absolviert, bei der wir gemeinsam mit Spezialeinheiten der Polizei das Vorgehen gegen gefährliche Straftäter trainierten. Das hat mich angespornt, auch weiterführende Kurse zu belegen, bei denen ich zum Einsatztechnik-Trainer ausgebildet wurde.

Benisch in voller Einsatzausrüstung.

Benisch in voller Einsatzausrüstung.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag in Österreich aus?

Da in unserer Einsatzeinheit in Wien kein Tag dem anderen gleicht, kann ich diese Frage nur sehr allgemein beantworten. Der Tag beginnt meistens mit einem Briefing des Zugskommandanten, bei dem er alle Vorhaben und Aufträge für die nächste Zeit bekannt gibt. Dabei werden auch die Teams für die Militärstreifen-Einsätze zusammengestellt.

Unser Arbeitsspektrum in Österreich beinhaltet Lotsungen von Militärkolonnen und Schwerlastsystemen, Fahndungen nach unerlaubt abwesenden Soldaten, die Suchtmittelpräventionen in Kasernen, die Teilnahme an Übungen und die Kontrolle, ob in den Kasernen des Bundesheeres die militärischen Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden.

Wenn neben den täglichen Einsatz-Aufträgen noch Zeit überbleibt, nützen wir diese für Sport oder für das Training von Spezialfähigkeiten.

Militärpolizisten üben den Zugriff in einem Gebäude.

Militärpolizisten üben den Zugriff auf einen Täter, der sich in einem Gebäude verschanzt hat.

Und wie sieht Ihr typischer Arbeitsalltag bei internationalen Einsätzen aus?

Wie im Inland gleicht auch im Ausland kein Tag dem anderen. Unsere breitgefächerten Aufgaben erstrecken sich von Personenkontrollen über Checkpoints für Fahrzeuge - so eine Art Planquadrat - bis hin zur Kontrolle der Sicherheit in den Camps.

In Krisenregionen kommen natürlich auch unsere Spezialfähigkeiten zum Einsatz: Teams zur Kontrolle von gewalttätigen Demonstrationen, die Fahndung nach Kriegsverbrechern, Zugriffe auf gefährliche Straftäter oder kriminaltechnische Sonderermittlungen.

Auch in Auslandseinsätzen gibt es dazu üblicherweise ein "Morning Briefing" bei dem wir über die Sicherheitslage informiert werden und unsere Aufträge erhalten. Je nach Aufgabe stellen wir dann die nötige Bewaffnung, Ausrüstung und Fahrzeuge zusammen und erledigen die Aufträge.

Danach gibt es meistens ein "De-Briefing", also eine Nachbesprechung bei der wir im Team feststellen, was gut abgelaufen ist und in welchen Bereichen wir noch etwas verbessern müssen.

Gruppenfoto mit italienischen Carabinieri.

Christian Benisch, ganz rechts, bei einem gemeinsamen Einsatz mit italienischen Carabinieri.

Welche Erlebnisse hatten Sie bei internationalen Einsätzen?

In meinen diversen Auslandseinsätzen habe ich sehr schöne, aber auch nicht so schöne Dinge erlebt. Als österreichischer Soldat erhält man in unseren Einsatzgebieten sowohl von der Bevölkerung als auch von Soldaten anderer Nationen große Wertschätzung, und die Menschen begegnen einem sehr freundlich und respektvoll.

Man darf aber nicht vergessen, dass man sich in einer Krisenregion befindet, und nicht nur alles eitel Sonnenschein ist, wie man beispielsweise bei den Unruhen im Kosovo im Herbst 2011 sah. Dabei wurden bei einem gewaltsamen Aufruhr Kameraden einer anderen österreichischen Einheit und Kollegen der deutschen Bundeswehr verwundet. Zum Glück geht es mittlerweile allen wieder gut.

Wir sind für gefährliche Situationen ausgebildet und ausgerüstet. Aber dann, wenn es in deiner unmittelbaren Nähe kracht, entsteht eine besonders fordernde Situation, die nur jene verstehen, die so etwas schon erlebt haben.

Insgesamt ist es ein sehr schönes Gefühl, durch unseren Einsatz der Bevölkerung in Krisenregionen wieder ein sicheres und einigermaßen normales Leben ermöglichen zu können.

Was ist das Spannendste an Ihrem Beruf?

Ich würde sagen, die abwechselnden Einsätze in Zusammenarbeit mit anderen Einheiten und Behörden.

Wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft vor?

Als nächstes werde ich den Personenschutz-Kurs absolvieren. Sobald wie möglich möchte ich an der Stabsunteroffiziersausbildung teilnehmen, um dann auch als Kommandant Einsätze führen zu können.

Ich habe große Freude an meinem Beruf und wünsche mir für alle Angehörigen unserer Einsatzeinheit weiterhin Erfolg, Spaß, Teamgeist und Glück.

Militärpolizisten beim Einsatztraining.

Militärpolizisten sind auch auf schwierigste Aufgaben vorbereitet. Hier trainieren sie, eine gewalttätige Demonstration unter Kontrolle zu bringen.

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