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Eisenmangel

Blutarmut (Anämie) durch Eisenmangel zählt zu den häufigsten Krankheitszeichen einer Gesundheitsschädigung durch anhaltenden Blutverlust. Die Ursachen der chronischen Blutungen werden jedoch oft erst nach Jahren gefunden.

Eisenmangel entwickelt sich allmählich. Die Krankheitsanzeichen sind jedoch deutlich und vielfältig, daher: nicht abwarten, sondern gleich zum Truppenarzt!

Schleimhautgeschwüre oder gutartige Schleimhautgeschwülste (Polypen) im Magen-Darmtrakt, in der Harnblase, in den oberen und unteren Harnwegen, der Zwerchfellbruch und Hämorrhoiden sind bekannte Ursachen für den erhöhten Eisenverlust durch anhaltende Blutungen.

Besonders wichtig ist, dass die Eisenmangelanämie und die sie begleitenden Beschwerden die ersten Krankheitszeichen von bösartigen Erkrankungen sein können!

Blutarmut kann sich oft durch folgende Symtome bemerkbar machen: Blässe von Haut und Schleimhäuten, Kopfschmerzen, rasche Ermüdbarkeit, Schwindel, Atemnot (Kurzatmigkeit!), verminderte Leistungsfähigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, anhaltendes Fieber, Zungenbrennen, durch das Brüchigwerden von Nägeln und Haaren (Haarausfall!), Zahnfleischbluten, schmerzhafte Spalten in den Mundwinkeln und durch eine glatte, hochrote Zunge.

Auch ein ohne auslösende oder erkennbare Ursache wiederkehrend auftretendes Nasenbluten ist im Hinblick auf eine Blutarmut und auf die ihr zugrunde liegende Organstörung (truppen)ärztlich abzuklären!

Bei Entzündungen der Schleimhaut des Magen-Darmtraktes (Gastritis), nach operativen Eingriffen, z. B. nach der teilweisen Entfernung des Magens oder eines Dickdarmanteiles, bei Alkoholmissbrauch und bei Wurmerkrankungen des Verdauungstraktes ist die Eisenmangelanämie eine Folge der verminderten Eisenaufnahme und des gestörten Eisenstoffwechsels.

Blutarmut durch Eisenmangel entsteht auch durch die ungenügende Eisenzufuhr. Der unentbehrliche Mineralstoff Eisen ist in Bananen, in der Petersilie, im Kümmel, in Lorbeerblättern, in Weizenkeimen und in der Hühner-, Rinder- und Schweineleber, enthalten.

Obwohl der tägliche Eisenbedarf des Organismus durch eine gesundheitsbewusste Ernährung gedeckt ist, sollte die Eisenzufuhr während körperlicher Belastungen oder bei Eisenverlust über kurze Zeit (Schwangerschaft, Stillperiode, Wachstum) gesteigert werden.

Die vordergründigen Therapiemaßnahmen sind das möglichst frühe Erkennen, z. B. durch die Vorsorgeuntersuchung, und das unverzügliche Behandeln der für die Blutarmut verantwortlichen Gesundheitsstörung.

Eine Eisenmangelanämie kann durch die medikamentöse Wiederauffüllung der Eisenspeicher ausgeglichen werden. Meist ist die Behandlung aber über mehrere Monate durchzuführen.

Die schwärzliche Stuhlverfärbung nach der Einnahme von Eisenpräparaten ist unbedenklich.

Merke: Blutarmut durch Eisenmangel ist meist der Hinweis auf eine verborgene Blutungsquelle. Ihre vielfältigen Ursachen werden durch labormedizinische Untersuchungen abgeklärt. Wer die zur Krankheitserkennung unumgängliche Blutabnahme scheut, handelt gegenüber sich selbst grob fahrlässig! Mitunter müssen dadurch später wesentlich unangenehmere Untersuchungs- und Behandlungsverfahren ertragen werden!


Autor: Oberstarzt Medizinalrat Dr. Peter Heinz Hutzler, MAS, MBA, Jahrgang 1948. Medizinstudium und Promotion an der Universität Wien. Niedergelassen als Arzt für Allgemeinmedizin in Thaya, Niederösterreich. 1993 Bestellung zum ärztlichen Leiter der Sanitätsdienstlichen Versorgung des Truppenübungsplatzes Allentsteig. 1996 Erwerb des Diploms "Akademisch geprüfter Krankenhausmanager" an der Wirtschaftsuniversität Wien. 2002 Verleihung des akademischen Grades "Master of Advanced Studies (MAS) - Hospital Management" und 2006 des "Master of Business Administration (MBA) - Health Care Management" durch die Wirtschaftsuniversität Wien. 2008 Verleihung der Auszeichnung "Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst". 2008 Verleihung der Auszeichnung "Großes Silbernes Ehrenzeichen der Ärztekammer für Niederösterreich".

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