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Aus der Sicht eines Präsenzdieners

Unzuverlässiges veraltetes Gerät - und die Folgen

Während meines Grundwehrdienstes gab es - zumindest bei unserem Schützenpanzer - ständig Probleme mit dem Klarstand. Sechs Monate lang fehlten bei unserem Granatwerfer-Schützenpanzer entweder Teile der Ausrüstung (z. B. die Optik des Granatwerfers) oder das Fahrzeug stand in der Werkstatt. Kein Wunder, war doch der für uns orgplanmäßig vorgesehene SPz schon mehr als doppelt so alt wie wir, seine Besatzung.

Wir Soldaten der mGrW-Gruppe wurden zur Überbrückung dieser Ausfallzeiten - also in der Masse unserer Ausbildungszeit - den schweren Granatwerfern zugeteilt. Unsere Motivation sank, taten wir doch nicht das, wofür wir eigentlich vorgesehen waren. Denn Aufbau und Bedienung eines von einem Kraftfahrzeug gezogenen, schweren Granatwerfers sind grundsätzlich anders als beim im Schützenpanzer eingebauten mittleren Granatwerfer. Es wurde zwar stundenlang "in Stellung Gehen" entlang der Lagerstraße am Truppenübungsplatz geübt. Dafür gab es dann beim einzigen Scharfschießen keine Schießerlaubnis für unsere Gruppe, weil das "zu riskant" war.

Wir verfügten dabei nur über einen MTW Steyr 680 - ohne jeden Minen- und Splitterschutz. Ein MTW als Transportmittel für Unterstützungskräfte von gepanzerten Kräften? Auch das beunruhigte mich! Was sollen diese schwerfälligen, ungeschützten sGrW-Trupps in einem mechanisierten Verband? Jeder Soldat weiß, dass sie mit den Bewegungen der mechanisierten Züge und Kompanien nie mithalten können. Wir gingen also bei den Übungen meist irgendwo (stationär) in Stellung und blieben dort - und das ohne jeden FlA-Schutz!

Dennoch zählten wir bei den Übungen als vollwertige Kampfunterstützung. Lügen sich hier die verantwortlichen Kommandanten nicht in den eigenen Sack?

Autor: Gregor Robl leistete 2000/01 seinen Präsenzdienst und ist derzeit Disponent in einer Großspedition

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