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Informationsoffiziere und Politische Bildung

Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen

Hunderte Kadersoldaten sind als Informationsoffiziere tätig - z. B. in Österreichs Schulen. Sie können dort jahrelange Versäumnisse und Fehlinformationen nicht ausgleichen, aber zumindest gängigen Vorurteilen entgegenwirken. Darüber hinaus sind Informationsoffiziere besonders gut im Bereich der "bundesheerinternen" Wehrpolitischen Ausbildung einsetzbar.

Egal, ob er in Schulen Vorträge hält, "seine" Klassen bei Exkursionen informiert oder Wehrdienstberatung durchführt, der Informationsoffizier (InfoO) arbeitet dabei im Bereich der Politischen Bildung. Im Schulbereich ist er Gast der jeweiligen Schule und könnte von dieser - im Extremfall - sogar abgewiesen werden. Somit bleibt es de facto der Schule überlassen, sich mit der Landesverteidigung objektiv auseinander zu setzen.

Im Bildungsbereich erfüllt der InfoO für das Bundesheer eine äußerst schwierige Aufgabe. Er steht (nach einem Erlass für das InfoO-Wesen) "... bereits im Frieden tagtäglich an der Front und ist der militärische Prügelknabe für Schüler und Studenten als Ergebnis der staatsbürgerlichen Aufklärungsversäumnisse durch Eltern, Schulen und Parteien". Er ist somit ein Hauptträger der - institutionalisierten, - personellen und - direkten wehrpolitischen Informations- und Kommunikationsarbeit des Bundesheeres.

Als Träger dieser "zwischenmenschlichen Öffentlichkeitsarbeit" ist sein Wirken von seinem persönlichen Auftreten und Erscheinungsbild abhängig - also durchaus auch vom Schuhputz, vom Haarschnitt und vom Leibesumfang! Denn der InfoO "personifiziert" das Bundesheer, vor allem auch die damit verbundenen Vorurteile. Er wird erst ein Teil der Politischen Bildung an Schulen, wenn er gängigen Vorurteilen durch seine persönlichen und fachlichen Aktivitäten entgegenwirken kann. Wirkt er sympathisch, fachlich kompetent und unparteiisch, kann er sich oft über Jahre im jeweiligen Lehrerkollegium erfolgreich etablieren.

Sein Ansprech- und Betreuungspartner an der Schule ist der Referent für Geistige Landesverteidigung (GLV-Referent), eine dazu eingeteilte Lehrkraft der Schule. Das Spektrum dieser Referenten reicht vom Milizoffizier über den Lateinprofessor, den Geschichtslehrer bis zur Frau Professor, die mit einem Berufsoffizier verheiratet ist. Auch ehemaligen Zivildienern kann diese Aufgabe zugespielt werden, wenn diese sonst niemand übernehmen will - oder sie die Aufgabe aus bestimmten Gründen anstreben. Ein entsprechendes Engagement im Sinne der Militärischen Landesverteidigung (MLV) als Bestandteil der Umfassenden Landesverteidigung (ULV) kann in diesem Fall allerdings kaum erwartet werden.

An der Schule kann der InfoO in seinen durchwegs (nur) zwei Unterrichtsstunden pro Klasse lediglich auf Grundlagen aufbauen, die der GLV-Referent und andere Lehrkräfte bereits vermittelt haben. Somit kommt dem Zusammenwirken mit den Lehrkräften, vor allem mit dem GLV-Referenten, besondere Bedeutung zu. Der InfoO hinterlässt im Rahmen der Politischen Bildung bei den Schülern meist ein sehr persönliches Bild, geprägt durch Uniform und Auftreten sowie durch seine militärischen Erfahrungen und Erlebnisse, die er in die Präsentation einbringt. Fehlt die Vorbereitung der Schule und somit das Grundwissen zu Themen wie Neutralität, Europäische Union oder Staatsvertrag und Bundesverfassung, kann auch der InfoO diese Themen in zwei Stunden niemals umfassend vermitteln - schon gar nicht zusätzlich zu seinen Bundesheerschwergewichten (Stellung, Wehrdienst, ...). Dennoch wird vom InfoO nur allzu oft erwartet, dass er diese Versäumnisse ausgleicht, die nicht in seinem Bereich liegen.

Unterschiedliche Umsetzung

Politische Bildung soll - beginnend in der Hauptschule - in beinahe allen Unterrichtsfächern zum Tragen kommen. Sie ist ein so genanntes fachübergreifendes Unterrichtsprinzip. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Gegenstand Geschichte und Sozialkunde. An den Allgemeinbildenden Höheren Schulen sowie an den Berufsschulen wird Politische Bildung auch als eigener Unterrichtsgegenstand geführt. Dabei haben die unterrichtenden Lehrkräfte großen Einfluss auf ihre Schüler. Wie stark die Inhalte aufgenommen - oder abgelehnt - werden, ist auch von der Vorbildwirkung oder Ablehnung des Lehrers abhängig. Auch ein Lehrer hat Meinungen und Emotionen, die eingebracht werden können und sollen, wenn sie zumindest grob dem Bildungsziel entsprechen. Die Erfahrungen von Informationsoffizieren zeigen allerdings, dass - zumindest an mehreren Schulen in Wien - einige Lehrer ihre negative Haltung dem Bundesheer gegenüber mit verschiedensten Mitteln umzusetzen versuchen. Dies manifestiert sich oft schon in einer starr ablehnenden Haltung (auch) gegenüber dem Informationsoffizier, der sofort zum "Feind" deklariert wird. "Ich erziehe meine Kinder nur für den Frieden!", waren die ersten Worte einer Lehrerin beim erstmaligen Zusammentreffen mit dem InfoO. (Mit einem lockeren "Ich auch, dann sind wir ja Kollegen!" konnte dieser bei ihr zumindest für Verwirrung sorgen.) Die besagte Lehrkraft brüstete sich dann auch gleich damit, dass sie eifrig jede bundesheerablehnende Information an ihre Schüler weitergebe. Die Mehrheit der Lehrkräfte steht dem Bundesheer jedoch eher neutral oder positiv gegenüber. So erhalten viele InfoO weit mehr Unterstützung, als ihnen an Ablehnung entgegengebracht wird. In Anbetracht der Ziele der Politischen Bildung ist eine "militante" Ablehnung des Bundesheeres jedenfalls nicht angebracht, und keinesfalls im Sinne des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Verantwortung und Meinungsvielfalt

Politische Bildung wird auch in anderen Unterrichtsfächern wirksam. Damit liegt sie im Verantwortungsbereich mehrerer Lehrkräfte, hinsichtlich der Geistigen Landesverteidigung vor allem bei dem dafür eingeteilten GLV-Referenten. Im Bereich Wien gibt es - und dies gilt vermutlich auch für die anderen Bundesländer - vereinfacht dargestellt bundesheerfreundliche, bundesheertolerierende (bundesheerindifferente) und bundesheerablehnende Schulen. Weil aber auch Vortragende für den Zivildienst an Schulen wirken und diese oft durch Lehrkräfte unterstützt werden, während der Informationsoffizier abgelehnt wird, stellt sich die Frage nach der Verantwortung im Bereich der Politischen Bildung. Prinzipiell ist die Zivildienstinformation nicht abzulehnen. Sie erfolgt übrigens auch durch den InfoO. Ein Aufruf zum Zivildienst, wie er gerne betrieben wird, ist dem Bundesheer gegenüber, das ja seinen Auftrag gemäß Bundesverfassungsgesetz zu erfüllen hat, allerdings kontraproduktiv. Der Zivildiener hingegen erfüllt keinen Verfassungsauftrag, er leistet einen "Ersatzdienst". Das klarzustellen ist auch Aufgabe des InfoO.

Das Ziel der Politischen Bildung (siehe unten "Politische Bildung") ist unter anderem Mündigkeit und Verantwortungsbewusstsein sowie eine persönliche Werthaltung. Diese kann nur über Meinungsvielfalt und Auseinandersetzung mit Problemen und Fragen unseres Zusammenlebens gebildet werden. Eine das Bundesheer ablehnende Schule wird dieser Verantwortung nicht gerecht. Für den InfoO gilt daher, sich offen zu seinem Berufsstand zu bekennen und auch Ablehnung zu tolerieren, diese aber nicht persönlich zu werten. Ziel ist es, der oft einseitigen Meinungsbildung (Beispiel "Abfangjäger") fachlich kompetent entgegenzuwirken, um den Zuhörern ihre persönliche Werthaltung bewusst zu machen. Wer sich von jeder Verantwortung gegenüber anderen "abseilt" und nur eigene Vorteile und Profite für sein Wertbild akzeptiert und anstrebt, der hat für das "Unternehmen Bundesheer" ohnedies nichts übrig. Er will für Österreich und seine Bevölkerung auch nichts tun. Dem gegenzusteuern sollte ein gemeinsames Ziel der Lehrkräfte und des InfoO sein.

Politische Bildung im Bundesheer

Auch im Bundesheer zählt Politische Bildung zu den Ausbildungszielen. Ihre Vermittlung erfolgt u. a. in der Wehrpolitischen Ausbildung (WPol), die für alle Soldaten - also auch für Rekruten - bindend vorgesehen ist. Aufgrund der starken "Ähnlichkeit" von Rekruten und Schülern können und sollen InfoO auch in diesem Bereich der internen Information eingesetzt werden. Wer fähig ist, Schülern z. B. den Sinn der Landesverteidigung zu vermitteln, kann das auch bei jungen Soldaten!

Die allgemeine Wehrpflicht macht das Bundesheer gleichsam zum Spiegelbild der Gesellschaft. Wenn auch der Drang zum Zivildienst aus den unterschiedlichsten Motiven (wie dem leichten Zugang) stark zugenommen hat, entscheidet sich doch nach wie vor die Masse der Stellungspflichtigen für den Wehrdienst.

Der Info-Offizier steht dabei - heeresintern wie heeresextern - etwa vor folgender Situation: In Zeiten, in denen körperlicher Einsatz, Entbehrungen, Abhängigkeiten, Unterordnung und Hierarchien als unnötig, lästig und als Einschränkung der persönlichen Freiheit empfunden werden, schwindet die Bereitschaft, das Bundesheer zu akzeptieren, etwa nach dem Motto: "Das Bundesheer ist großteils o. k. - solange es nicht mich betrifft". Weil den männlichen Jugendlichen der Zugang zum Zivildienst ohne moralische oder ethische Begründung problemlos ermöglicht wird, meiden verhältnismäßig viele das Heer, großteils aufgrund von Belastungen und unangenehmen Einschränkungen (z. B. wochenlanger Assistenzeinsatz an der Staatsgrenze).

Wären Präsenz- und Zivildienst freiwillig, entschiede sich die Masse wohl für keinen von beiden! Ohne allgemeine Wehrpflicht gäbe es daher auch keinen Zivildienst, der von vielen Jugendlichen als sinnvollerer Dienst an unserer Gesellschaft verstanden wird. Eine Freiwilligenarmee und ein allgemeiner Zivildienst für weibliche und männliche mündige Staatsbürger würde wahrscheinlich ebenso als persönliche Lebenseinschränkung empfunden und daher abgelehnt werden.

Unsere Konsumgesellschaft hat schnell gelernt, dass Leistung und Bezahlung stimmen müssen, um Entbehrungen und Einschränkungen hinzunehmen. Dies fordern heute sowohl der Präsenz- als auch der Zivildiener. Auch hier ist Politische Bildung gefragt, soll der Schüler "zur sozialen Haltung dem Einzelnen wie der Gesellschaft gegenüber und zur Bereitschaft, aus sozialer Verantwortung anderen zu helfen sowie von sich selbst Leistungen zu verlangen", hingeführt werden.

In den Unterrichtsbehelfen und Lehrbüchern wird allerdings kaum dargestellt, welchen staatspolitisch hohen Stellenwert die Streitkräfte eines demokratisch geführten Staates einnehmen, nun auch innerhalb der Europäischen Union und ihrer gemeinsamen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Der Katastropheneinsatz und die humanitäre Hilfe im Ausland werden zwar kaum in Frage gestellt, der normale Dienst im Sinne der militärischen Landesverteidigung wird hingegen oft verschwiegen oder marginalisiert und daher von den Schülern als unsinnig empfunden. Das Klischee sieht dabei etwa folgendermaßen aus: Der Zivildiener hilft täglich alten und pflegebedürftigen Menschen, der Soldat exerziert sinnlos, wartet stundenlang auf Befehle, säuft, wird angebrüllt und schießt manchmal in die Gegend. Derartige Darstellungen erleben Informationsoffiziere ständig.

Warum aber wird das Heer so wahrgenommen? Zum einen werden im Fernsehen, im Kino oder in den Printmedien fast ausschließlich nur Berufssoldaten aus Berufsarmeen positiv dargestellt ("Top Gun", "Ein Offizier und Gentleman", ...), zum anderen tritt das Problem der Sozialversorgung immer mehr in den Vordergrund. Es erscheint daher vordergründig sinnvoll, den militärischen Bereich den Spezialisten, also Berufssoldaten, zu überlassen, und sich (wenn überhaupt) stärker im zivilen, sozialen Bereich zu engagieren.

Im Zuge einer militärischen oder terroristischen Bedrohung kann sich diese Einstellung allerdings sehr schnell ändern, ja sogar kippen. Somit spiegelt die Haltung der Schüler und der Stellenwert unserer Soldaten nur das wider, was unsere Gesellschaft gerade als wichtig wahrnimmt. Von der Gesellschaft nicht wahrgenommene Bedrohungen sind für die Schüler gleichsam nicht existent. Der InfoO kann helfen, sie wahrnehmbar zu machen.

"Meinungsmache" und Populismus gegen das Bundesheer erlebt der InfoO verstärkt in Wahlkampfzeiten (z. B. Anti-Abfangjäger-Aktionen und Versprechen, die Wehrpflicht weiter zu verkürzen oder ganz abzuschaffen). Auch viele Jugendliche lassen sich von "Meinungsmachern" und Demagogen leicht beeinflussen. Für die Informationstätigkeit in der Schule hat daher das Erkennen und Aufzeigen von Trends und Stimmungen besondere Bedeutung. Was "in" ist, muss keineswegs richtig oder gut sein.

In den vergangenen Jahren war die Einstellung zum Bundesheer immer von Ereignissen wie Katastrophen, der Grenzsicherung oder dem Assistenzeinsatz an der Staatsgrenze abhängig. Und es kann nicht als verantwortungsbewusst bezeichnet werden, wenn Anschaffungen größeren Ausmaßes, wie z. B. Transporthubschrauber, erst nach einer Katastrophe wie Galtür getätigt werden. Vielleicht bedarf es erst eines "erfolgreichen" Terroranschlages aus der Luft, um z. B. die Sinnhaftigkeit von Abfangjägern glaubhaft darstellen zu können.

Hoffentlich muss nicht immer erst "was passieren", damit im Bereich der Sicherheit "was passiert". Die Entscheidung Zivildienst oder Wehrdienst ist doch nicht allein eine Frage der "Attraktivität", und die Entscheidung, in die eigene Sicherheit etwas zu investieren, darf nicht allein eine Frage von "Gegengeschäften" sein! Dies muss schon durch die Erziehung vermittelt werden, spätestens aber in der Schule, und dort vor allem in der Politischen Bildung. Der InfoO kann die Akteure dabei wirksam unterstützen, ersetzen kann er sie nicht.

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Politische Bildung

Ziel der Politischen Bildung ist die Hinführung zur Bereitschaft, sich für den demokratischen, sozialen, am Grundsatz der Freiheit orientierten Rechtsstaat aktiv einzusetzen. Dazu zählt auch die Anleitung zur Selbstständigkeit und Mitarbeit in der Gemeinschaft.

Dies soll - neben dem Unterrichtsgegenstand Politische Bildung (grundsätzlich erst nach der Hauptschule bzw. Unterstufe vorgesehen) - fächerübergreifend in verschiedenen Gegenständen seinen Niederschlag finden, wie etwa in Geschichte und Sozialkunde, aber auch in Religion. (Grundlage: Erlass des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst "Politische Bildung in den Schulen", RS 15/1994). Dabei sollen die Schüler - vom Bildungsziel abgeleitet - u. a. hingeführt werden:

- zu einem Österreichbewusstsein, das sich mit europäischer Gesinnung und Weltoffenheit verbindet; - zur Bereitschaft, für sich nach immer wieder neu zu begründenden Lösungen der Spannungen zwischen persönlicher und sozialer Verantwortung zu suchen; - zur Bereitschaft zu Kommunikation und Kooperation; - zur Bereitschaft zu kritischer Toleranz und zur Verständigung; - zu kritischer Auseinandersetzung mit Ethno- und Eurozentrismus, Vorurteilen und Rassismus; - zu interkultureller Bildung mit den Dimensionen Lernbereitschaft, Verständnis und Achtung für kulturelle, sprachliche und ethnische Vielfalt; - zur Festigung ihrer sprachlichen, kulturellen und ethnischen Identität; - zur sozialen Haltung dem Einzelnen wie der Gesellschaft gegenüber und zur Bereitschaft, aus sozialer Verantwortung anderen zu helfen sowie von sich selbst Leistungen zu verlangen.

Insbesondere sollen die Schüler befähigt werden:

- Sachverhalte und Probleme in ihrer Vielschichtigkeit, ihren Ursachen, Zusammenhängen und Folgen zu erfassen sowie ihre Verbindung mit anderen Sachverhalten und Problembereichen zu erkennen; - zu exakter Beobachtung und Wahrnehmung; - zu logischem und kritischem Denken, klarer Begriffsbildung, sinnvoller Fragestellung sowie zu kontrollierter Abstraktion und Verallgemeinerung.

Das ist eine große und verantwortungsvolle Aufgabe für die Lehrer, welche Politische Bildung in ihren Fächern einbringen. In nur wenigen Stunden ist deren Umsetzung wohl kaum zu bewerkstelligen. Um diese Inhalte wirklich ernsthaft zu vermitteln, ist ein fächerübergreifendes Vorgehen unerlässlich.

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Wer ist überhaupt Informationsoffizier?

Informationsoffizier ist man freiwillig. Bei entsprechender Eignung und nach entsprechender Ausbildung werden dazu Offiziere und Unteroffiziere des Präsenz- und Reservestandes, aber auch andere Ressortangehörige bestellt. Nach erfolgreichem Abschluss einer zehntägigen Schulung zur Fachkraft für Information und Kommunikation erfolgt über Antrag des zuständigen Militärkommandos die Bestellung durch den Bundesminister für Landesverteidigung. Der Einsatz erfolgt territorial.

Der InfoO soll durch Information das Interesse, das Vertrauen und die positive Einstellung gegenüber dem Bundesheer gewinnen und fördern, z. B. bei Personen aus dem schulischen Bereich.

Die Info-Tätigkeit erfolgt zusätzlich zur jeweiligen Hauptaufgabe/Orgplanfunktion. In Österreich stehen derzeit etwa 350 InfoO aktiv im Einsatz. Um den wachsenden Informationsbedarf der Bevölkerung zu decken, wird ihre Anzahl derzeit erhöht.

(Genauere Information bzw. Bewerbungs- und Anforderungsmöglichkeit: über die S 5 der Militärkommanden.)

Worüber kann der InfoO informieren?

- Grundwerte (Wertbild) sowie ihre Erhaltung und Verteidigung als Ziel der österreichischen Sicherheitspolitik; - Grundlagen der militärischen Landesverteidigung im Rahmen der Umfassenden Landesverteidigung und der österreichischen Sicherheitspolitik; - Sicherheitspolitische Lage Österreichs im Zusammenhang mit den Machtverhältnissen und Interessenslagen in Europa und der Welt; - militärische Reaktionsmöglichkeiten auf Bedrohungen unter Berücksichtigung des Einsatzkonzeptes (einschließlich Katastrophenhilfe, Assistenz- und Auslandseinsätze); - Aufgaben des Österreichischen Bundesheeres aufgrund der internationalen Verpflichtungen als UN-, EU-, und OSZE-Mitglied sowie aufgrund der Teilnahme an der erweiterten Partnerschaft für den Frieden (PfF); Bedeutung der allgemeinen Wehrpflicht und des milizartigen Charakters des Heeres (Vor- und Nachteile, sowie Konsequenzen bei Wegfall) innerhalb der demokratischen Ordnung Österreichs; - Stellung, Einberufung, Ausbildung und Dienst im Bundesheer; - mögliche Funktionen während des Grundwehrdienstes (sowie die Möglichkeit des Zivildienstes), als Milizsoldat oder für Frauen und Männer im Berufskader, Anforderungen an die Funktionsträger sowie deren Ausbildung; - Waffengattungen sowie die Bewaffnung und Ausrüstung der Soldaten zur Erfüllung ihres Auftrages; - Beschaffungs- und Rüstungsthemen (z. B. Abfangjäger); - Aktuelle Angelegenheiten (z. B. Einsätze, Reformen, Veranstaltungen).

Mögliche Probleme:

Unklarheit über den Status des InfoO-Wesens. Dessen primärer Auftrag ist nicht die Geistige Landesverteidigung (die ist/wäre z. B. Aufgabe der Schule), sondern die Information über die Militärische Landesverteidigung im Rahmen der Umfassenden Landesverteidigung. Die Geistige Landesverteidigung als Basis sollte vorhanden sein, fehlt aber oft. Auch kann ein Info-Vortrag jahrelange (Negativ-)Beeinflussung oder jahrelanges Totschweigen nicht wettmachen.

Erstrebenswert wäre daher eine Arbeitsteilung (z. B. Lehrkörper/GLV-Referent/Informationsoffizier), aber gemeinsame Arbeit für ein gemeinsames Ziel.

___________________________________ ___________________________________ Autor: Offizierstellvertreter Herbert Kröll, Jahrgang 1963. Absolvierung der Fachschule für Elektrotechnik 1981; nach dem Grundwehrdienst Unteroffizierslaufbahn in einem Landwehrstammregiment; ab 1984 Lehrunteroffizier für drahtgebundene Fernmeldemittel an der Fernmeldetruppenschule, danach Lehrunteroffizier für digitale Vermittlungs- und Übungssysteme; Auslandsverwendung als stellvertretender Kommandant einer Knotenvermittlung bei KFOR in Suva Reka; Informationsoffizier (1988 "Informationsoffizier des Jahres") und Kommunikationstrainer; seit 2003 Hauptlehrunteroffizier für Informations- und Kommunikationstechnologie und das Simulationssystem KESS (Kommunikations-, Erfassungs- und Störsimulation).

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