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Das österreichische Militär-Verdienstzeichen

Wer die höchste militärische Auszeichnung der Republik Österreich auf den Uniformen der Angehörigen des Bundesheeres sucht, sucht vergebens. Denn das 1989 eingeführte Militär-Ver­dienstzeichen (MVZ) erhielten bisher, neben den noch lebenden Kärntner Abwehrkämpfern, bis­lang fast ausschließlich Politiker.

Das österreichische Bundesgesetz über militärische Auszeichnungen (MAG) wurde mit dem 28. Juni 1989 erst relativ spät beschlossen. Darin sind u. a. die gesetzlichen Bestimmungen über die militärischen Auszeichnungen Österreichs zusammengefasst; im Abschnitt II wurde die Schaffung des Militär-Verdienstzeichens für hervorragende Leistungen auf militärischem oder zivilem Gebiet für die militärische Landesverteidigung verlautbart.

Das österreichische Militär-Ver­dienst­zeichen besteht aus einem goldenen, gewölbten, weiß emaillierten und mit einem roten Band versehenen Tatzenkreuz. Zwischen den Kreuzarmen sind zwei gekreuzte goldene Schwerter angebracht. Das weiße Mittelschild trägt den Adler der Republik Österreich. Die Rückseite trägt ein weißes Mittelschild mit der goldenen Aufschrift "VERDIENST" und die Anstecknadel.

Die Auszeichnung hat einen Durchmesser von 60 mm und wird an der linken Brustseite angesteckt. Sie ähnelt stark dem k. u. k. Militärverdienstkreuz 1. Klasse aus dem Jahre 1914, welches im Verlauf des Ersten Weltkrieges an nur 77 Offiziere der höchsten Dienstgrade verliehen wurde.

In der Ersten Republik trugen eine vergleichbare Auszeichnung nur Bundespräsident Miklas als Oberbefehlshaber des Bun­desheeres sowie General der Infanterie Zehner, der Staatssekretär für Landesverteidigung.

Militär-Verdienstzeichen werden auf Antrag des Bundesministers für Lan­desverteidigung und nach Minis­ter­ratsbeschluss vom Bundespräsidenten verliehen. Im Juni 1990 erhielten es anlässlich des 70. Jubiläums des Kärntner Abwehrkampfes1) bzw. der Kärntner Volksabstimmung die noch lebenden Kärntner Abwehrkämpfer aus der Hand des damaligen Bundesministers für Landesverteidigung, Dr. Robert Lichal. Außer den 1990 noch lebenden Kärntner Abwehrkämpfern erhielten die Auszeichnung bislang folgende Personen:

  • ein in den USA lebender ehemaliger Angehöriger der k. u. k. Armee;
  • der Zweite Präsident des Nationalrates a. D. und Bundesminister a. D., Dr. Heinrich Neisser;
  • der ehemalige Zweite Präsident des Nationalrates a. D. und Bundesminister für Landesver­tei­di­gung a. D., Dr. Robert Lichal;
  • der Salzburger Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer;
  • der Präsident des Steiermärkischen Landtages a. D. und Erster Landeshauptmannstellvertreter a. D., Franz Wegart;
  • der ehemalige Wehrsprecher der SPÖ Alois Roppert;
  • der Abteilungsleiter der Salzburger Aktiengesellschaft für Energiewirtschaft (SAFE) und Präsident der Bundesvereinigung der Öster­reichischen Milizverbände ObstdIntD des Milizstandes, Dr. Michael Schaffer;
  • der ehemalige Dritte Nationalratspräsident und Bundesminister für Landesverteidigung a. D., Dr. Werner Fasslabend;
  • der Justizminister a. D. Abgeordnete zum Nationalrat a. D. und Vorsitzende der Bundesheer-Be­schwerdekommission a. D., Dr. Harald Ofner;
  • das ehemalige Mitglied der Bun­desheer-Beschwerdekommission, Ing. Gerald Tychtl.

Wie die bisherige Verleihungspraxis zeigt, war diese höchste militärische Auszeichnung der Zweiten Republik bislang Zivilpersonen vorbehalten, denn kein einziger Berufssoldat hat sie seit ihrer Stiftung im Jahre 1989 erhalten.

Dass das Militär-Verdienstzeichen ursprünglich auch bzw. vorrangig für Militärpersonen gedacht war, zeigt dessen Ausstattung mit den zwei gekreuzten Schwertern. Diese sollen an militärische Einsätze bzw. an militärische Leistungen erinnern.

Eine Verleihung einer Auszeichnung "mit Schwer­tern" vorwiegend an Zivilpersonen ist jedenfalls militärhis­to­risch, aber auch or­dens­kundlich unüblich und kaum nachvollziehbar.

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