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Aus der Sicht eines Präsenzdieners

Reicht unsere Vorbereitung für den Grenzeinsatz?

Als Präsenzdiener hat mich mein Grenzeinsatz gefordert. Kaum geholfen haben mir dabei Sprüche wie: "Mein Gott, was macht ihr erst in einem Krieg!", "Was haben die Soldaten im Zweiten Weltkrieg alles durchgemacht!" oder "Was halten die Israelis usw. nicht alles aus! Und da jammert ihr verweichlichten Studenten und Wohlstandskinder schon jetzt!" Das Nicht-Ernstnehmen von Problemen von Rekruten im Grenzeinsatz könnte in Extremfällen sogar zu Selbstmorden und ungewollten Todesfällen führen! In zahlreichen Gesprächen mit meinen "Leidensgenossen" an der Grenze kamen wir immer wieder auf einige Grundsatzprobleme: Es geht in diesem Assistenzeinsatz nicht nur um die Fachausbildung im Sicherungsdienst oder im Waffen- und Schießdienst. Es geht u. a. auch um - Bewusstseinsbildung, - Alleinverantwortung, - stundenlanges Schweigen in der Dunkelheit, - Gefahren der Langeweile, - Trennung von bzw. Kontaktabbruch zur Familie und zu Freunden für einen bestimmten Zeitraum, - das plötzliche Konfrontiert-Sein mit Hilflosigkeit, Lebensangst, Panik oder dem Bitten und Betteln der Flüchtlinge, - das Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen, Sitten und Gebräuche, - Verständigungsschwierigkeiten in Paniksituationen, - Gefahren der Machtgefühle durch die eigene Waffe, - eine "primitivere" Lebensart für einige Wochen, - die Nutzung aller Fremdsprachen-Ressourcen bei Fachschülern, Maturanten (nicht alle können nur Englisch!), Studenten, eingebürgerten Präsenzdienstleistenden mit anderer Muttersprache als Deutsch - einschließlich der nutzbringenden Diensteinteilung und Aufteilung dieses "Dolmetscher-Fachpersonals" auf die Züge und Gruppen, - die Regelung und Finanzierung von "Heimschläfertransporten" bei zumutbaren Distanzen zur Heimatgarnison (zur besseren Erholung im Turnus) und - eine genauere psychologische Voruntersuchung zur Früherkennung von "Psychopathen", Überängstlichen, "Hektikern", "Aggressiven" und "Extremisten" - haben doch all diese in einem Grenzeinsatz nichts verloren!

Die Vorbereitung von uns Präsenzdienern auf den Grenzeinsatz sollte - im Sinne der Sache - ernsthaft und seriös erfolgen. Am besten durch Fachleute und in Kleingruppen. Markige Sprüche - egal von wem - sind dafür mit Sicherheit zu wenig.

___________________________________ ___________________________________ Gregor Robl leistete 2000/01 seinen Präsenzdienst und ist derzeit Disponent in einer Großspedition.

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