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Fokus: "Schutz in drei Dimensionen"

Das Österreichische Bundesheer ist primär für die militärische Landesverteidigung zuständig. Obwohl militärische Konflikte in Europa derzeit nicht erwartet werden, wäre der einseitige Verzicht des bündnisfreien Österreich auf Kampftruppen mit schweren Waffen ein fataler Fehler. Die Welt ist nicht wirklich sicherer oder berechenbarer geworden. Besonders Finanzkrisen und Ressourcenknappheit, aber auch ethnische und religiöse Auseinandersetzungen werden das Konfliktpotenzial weltweit wieder erhöhen.

Der Schutz der Souveränität Österreichs in der dritten Dimension wird durch den Verband Luftraumüberwachung wahrgenommen. Ein wesentlicher Beitrag kommt dabei von den Fliegerabwehrbataillonen des Bundesheeres. Die Fliegerabwehrtruppe schützt als "Ultima Ratio" vor Angriffen aus der Luft, ist aber durch die terrestrische Aufstellung um die Schutzobjekte in der Lage, diese ebenfalls bis zu einem gewissen Maß infanteristisch zu schützen. Bedrohungen aus der Luft können vielfältig sein und überraschend wirksam werden. Das Spektrum reicht von sprengstoffbeladenen, ferngesteuerten Kleinstflugkörpern (Drohnen) bis zu Interkontinentalraketen. Die Möglichkeit, letztere einzusetzen aber auch abzuwehren, besitzen nur wenige Großmächte. Die österreichische Fliegerabwehr muss sich mit den vorhandenen Mitteln auf die Abwehr von Bedrohungen im unteren Spektrum beschränken, deren Eintrittswahrscheinlichkeit aber wesentlich höher ist. Mit der Auflösung des Kommandos Luftstreitkräfte im Jahr 2006 wurde die Fliegerabwehr wesentlich verringert und dem Kommando Luftraumüberwachung direkt unterstellt. Die Landstreitkräfte haben ihre Fliegerabwehr zur Gänze eingebüßt. Diese direkte Unterstellung der Fliegerabwehrverbände hat jedoch die Weiterentwicklung des Austrian Integrated Air Defence Systems (AIADS) beschleunigt. Die Bemühungen, den Datenverbund auch der Fliegerabwehr im Luftraumüberwachungssystem "Goldhaube" zu realisieren, haben bereits bei den Großübungen "EURAD 10" und "AMADEUS 11" zu motivierenden Zwischenerfolgen geführt. Die Einbindung des Fliegerabwehrbataillons 3 mit allen eingesetzten Aufklärungs- und Zielzuweisungsradargeräten (AZR) und Feuereinheiten (35-mm-Fliegerabwehrzüge "Skyguard" und "Mistral" Fliegerabwehrlenkwaffentrupps) und die zentrale Feuerleitung durch das Air Operation Center (AOC) über eine provisorische Taktische Einsatzzentrale (TEZ) haben bereits am zweiten Übungstag gut funktioniert. Damit ist das AOC in der Lage, die Luftlagedaten der eingesetzten Fliegerabwehrkräfte einzubinden und im entscheidenden Raum um das Schutzobjekt zu verdichten. Besonders wichtig ist dieser Datenverbund zur Umsetzung eines effektiven Air Space Managements, also zur Steuerung aller in der dritten Dimension eingesetzten Wirkmittel, vom Eurofighter bis zur Fliegerabwehrkanone. Die Einbindung hört aber nicht bei den elektronischen Sensoren, sprich den Radargeräten der Fliegerabwehr, auf. Es werden auch so genannte Flugmelder verwendet, die mit ihrem Sensor "Auge" besonders im schwierigen Gelände zur Verdichtung des Luftlagebildes beitragen. Aufgrund der österreichischen Topografie stoßen elektronische Sensoren vielerorts an ihre Grenzen. Um eine unbemerkte Annäherung in radarsichttoten Räumen zu verhindern ist der Einsatz von Flugmeldern nach wie vor unverzichtbar. Fliegeralarm, Flugansagen aber auch Alarmmeldungen über Feindaktivitäten am Boden, können von allen im Raum eingesetzten Kräften über die festgelegte Flugmeldefrequenz empfangen werden. Dies gilt genauso für die im Einsatzraum befindlichen Landstreitkräfte. Über die TEZ gelangen diese Flugmeldungen auch in das AOC. Die Entwicklung der TEZ, die demnächst als Prototyp den nächsten Meilenstein erreicht, ist ein wesentlicher Faktor zur Führung und Einbindung von Fliegerabwehrkräften - nicht nur in den nationalen, sondern auch in einen internationalen Datenverbund. Dies könnte in zukünftigen Szenarien, gemäß dem ernsthaften Bestreben unserer Politik nach internationaler Solidarität und Zusammenarbeit, eine gefragte Fähigkeit sein.

Das Fliegerabwehrbataillon 3 ist ein hochtechnisierter, moderner Kampfverband, der trotz des größer werdenden Sparzwanges bestrebt ist, den Schutz in allen drei Dimensionen, professionell und mit hoher Leistungsbereitschaft sicherzustellen.

Oberst Gerhard Hausmann, MSD

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