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Zwei Blickwinkel

Anhand der Jahresausbildungsplanung 2011 vom Jägerbataillon 24 (Hochgebirge, HGeb) wird der Planungsprozess und die Durchführung der Jahresausbildung aus Sicht der Planer und aus dem Blickwinkel eines wehrpflichtigen Rekruten des Vollkontingentes Juli 2011 dargestellt. Dabei wurde von Seiten des Planers ausschließlich der Aspekt des "Soldaten im Grundwehrdienst" beleuchtet. Besonderes Augenmerk wurde darauf gerichtet, einen betroffenen Grundwehrdiener seine Eindrücke äußern zu lassen, um einen Vergleich mit den "Parallelwelten" anstellen zu können.

Vorbereitung

JgB24(HGeb)

Mit dem Befehl "Wehrpflichtigenkontingentierung des Jahres 2011" vom 25. Jänner 2010 ergingen die ers­ten Richtlinien für die Jahresplanung 2011. Vorgabe war die Ausbildung eines verminderten Vollkontingentes ab Juli 2011 und eines verminderten Vollkontingentes ab Oktober 2011 (zur Bedeckung der Olympischen Jugendspiele - Youth Olympic Games 2012). Mit dem Vorbefehl "Jahresausbildungsplanung 2011/2012" vom März 2010 wurde die Vorgabe insofern abgeändert, als das Jägerbataillon 24 das gesamte Vollkontingent im Juli 2011 auszubilden hatte. Ein weiterer Faktor war die neue Systematik der Haupteinrückungstermine (Jänner/Mai/September), die erstmals die Planung für 2011 beeinflusste. Mit der Planungsbesprechung im Kommando der 6. Jägerbrigade (Kdo 6.JgBrig) am 6. Mai 2010 wurden weitere Vorhaben präzisiert. Der Auftrag für das JgB24(HGeb) war die Abdeckung des 30. Turnusses für den Assistenzeinsatz/Schengen-Erweiterung (AssE/SchE) mit einem Kompaniekommando und drei Assistenzzügen. Basierend auf diesen Vorgaben, wurde von Seiten des Bataillons gemäß den Durchführungsbestimmungen für die Basisausbildung (DBBA) zusätzlich in der 36. Kalenderwoche (KW) 2011 die Überschreitung der Kreuzeckgruppe (Spittal nach Lienz) als Eigenvorhaben aufgenommen.

Alexander Geets

Zu dieser Zeit besuchte ich die zweite Klasse der Handelsschule. Meine Gedanken der beruflichen Orientierung waren noch sehr unklar und somit auch mein persönlicher Bezug zum "Soldatenberuf". Erst Mitte April 2010, als der Befehl zur Stellung per Post kam, fing ich an, mir Gedanken über das Bundesheer zu machen. Informationen besorgte ich mir von Verwandten und Freunden, da einige schon den Grundwehrdienst (GWD) abgeleistet hatten und außerdem meine Schwester beim Österreichischen Bundesheer (ÖBH) arbeitet.

Folgeplanungen

JgB24(HGeb)

Weitere Planungsbesprechungen beim Kdo 6.JgBrig konkretisierten die Vorgaben und das JgB24(HGeb) erstellte das Konzept für den Jahresausbildungsplanungsbefehl 2011. Mitte November 2010 erhielt das Bataillon den Befehl, nicht den 30. Tur­nus AssE/SchE, sondern den 31. Turnus und somit die letzte Rotation im Grenzeinsatz abzudecken.

Durch die Verschiebung des Assis­tenzeinsatzes ergab sich die Mög­­lichkeit, ein weiteres Eigenvorhaben einzuplanen. Um den Vorgaben (Die Verteidigung und das Abbrechen des Gefechtes, das Scharfschießen mit schweren Waffen, Beüben der Kompanie- und Zugsebene etc.) des Kommandanten der 6. Jägerbrigade zu entsprechen, fiel die Entscheidung, ein Kompaniegefechtsschießen (KGS) in der 41. KW auf dem Truppenübungsplatz Hochfilzen (TÜPLH) durchzuführen.

Alexander Geets

Im November 2010 war es schließlich soweit, und ich musste mich bei der Stellungskommission zur Musterung melden. Schon vor der Musterung zog ich eine Karriere beim Bundesheer in Betracht, wollte aber meine endgültige Entscheidung noch nicht fällen, sondern erst das Ergebnis der Stellung abwarten. Ich hatte auch noch ein Gespräch mit einem Mitarbeiter des Heerespersonalamtes (HPA), der mir einen Termin für die PiAD-(Person im Ausbildungsdienst-)Prüfung gab. Weiters wollte er von mir wissen, wo ich am liebsten einrücken möchte. Da ich mich für die Waffengattung Jäger interessierte und wusste, dass die körperliche Ausbildung bei den Hochgebirgsjägern noch intensiver sein würde als bei anderen Truppenkörpern, stand für mich fest, dass ich zum JgB24 gehen wollte.

Schwergewichtsbildung

JgB24(HGeb)

Basierend auf den DBBA, der Durchführungsbestimmung für die Gebirgsausbildung (DBGebAusb) sowie den Vorgaben des Kdt 6.JgBrig setzte das Bataillon im April und Mai 2011 die vorhandenen Grundlagen in einen Befehl für das Vollkontingent Juli 2011 um. Während dieses Planungsprozesses kristallisierte sich die Problematik des Faktors "Zeit" eindeutig heraus. Die Herausforderung bestand darin, in der zur Verfügung stehenden Ausbildungszeit alle Planungen auch unterzubringen:
  • 8 Ausbildungswochen bis zur Durchschreitung der Kreuzeckgruppe;
  • 4 Ausbildungswochen bis zum Kompaniegefechtsschießen;
  • 2 Ausbildungswochen bis zum AssE/SchE.

Bis zur achten Ausbildungswoche lag der Fokus auf der Durchführung aller BA1-Ziele, wobei Themen wie Leben im Felde, militärischer Dienstbetrieb sowie Selbstverteidigung zugunsten der vorgezogenen Gebirgsausbildung (BA3-08) gekürzt wurden. Eine klare Vorgabe war deshalb erforderlich, da die DBBA (45 Tagstunden und 10 Nachtstunden) und DBGebAusb (74 Tag­stunden und 20 Nachtstunden) in den Vorgaben der Soll-Stunden unterschiedlich sind. Somit erhielt jede Kompanie in der BA1 den Auftrag, vorgezogen sechs Tage Gebirgsausbildung durchzuführen, um die körperlichen und ausbildungsmäßigen Voraussetzungen für die geplante Durchschreitung der Kreuzeckgruppe zu schaffen.

Alexander Geets

Die letzten beiden Monate vor meinem Einrückungstermin dachte ich oft an das Militär. Ich war sehr gespannt, was da eigentlich auf mich zukommen wird. Ich machte sogar einige "Extrasporteinheiten", um fit in den Grundwehrdienst starten zu können. Gleichzeitig schloss ich meine Ausbildung in der Handelsschule ab und fuhr noch einmal vier Tage in den Urlaub nach Italien.

Über meinen künftigen Verband informierte ich mich ausführlich im Internet. Dort fand ich einige Reportagen und Berichte, in denen ich mir einen ersten Eindruck verschaffen konnte. Ich schaute mir die Beiträge immer wieder an, denn was ich dort sah (Gebirgskampf, Bergtouren, Abseilen), war genau das, was ich machen wollte. Von meinem neuen Job erhoffte ich mir, dass er vor allem abwechslungsreich ist und mich an meine körperlichen Grenzen heranführen wird.

Detailplanung und Synchronisation

JgB24(HGeb)

Die Herausforderung im Monat August 2011 war die Parallelplanung der beiden Großvorhaben. Einerseits wurden für die Durchschreitung der Kreuzeckgruppe - definiert als Abschluss der spezialisierten Truppengebirgsausbildung (spezTrpGebAusb) - Detailplanungen und Detailerkundungen durchgeführt. Andererseits waren für das Kompaniegefechtsschießen die Festlegung des geplanten Ablaufes sowie die Akkordierung der sicherheitsrelevanten Bestimmungen mit dem Truppenübungsplatz Hochfilzen erforderlich. Durch den gültigen Organisationsplan verfügt das Führungsgrundgebiet 3 (FGG3) des Bataillons nicht über die personellen Planungsressourcen (z. B. Gebirgszelle), die im "Operativen Fachkonzept - Einsatz im Gebirge" vorgesehen wären. Deshalb wurde für diesen Planungsabschnitt das FGG3 mit zwei Heeresbergführern verstärkt. Das Schwergewicht der zu erfüllenden Aufträge - mit Bezug spezTrpGebAusb - lag ab diesem Zeitpunkt beim Führungsgrundgebiet 4 (FGG4), im Speziellen bei der Planung der Versorgungsachsen und der tatsächlichen Bereitstellung der geforderten Sachgüterklassen, das Schwergewicht für die Planung des KGS beim FGG3.

Rekrut Alexander Geets

Am 11. Juli war es schließlich so weit - ich trat meinen Dienst bei meinem neuen Arbeitgeber an. Um 1000 Uhr kam ich in die Kaserne, und es ging kurz darauf voll los: zuerst Zimmer beziehen, danach die komplette Ausrüstung ausfassen. Nach dem Mittagessen stand bereits Exerzieren auf dem Dienstplan. Dann noch einige "Lehrsaalpartien", und um 2200 Uhr war Zapfenstreich! Für mich war es ein ereignisreicher erster Tag.

Der Dienst im Bundesheer stellte sich als nicht so einfach dar, wie zuerst von mir angenommen. Der tägliche Laufausflug, der Exerzierdienst, der Waffen- und Schießdienst sowie der Gefechtsdienst waren alles neue Aufgaben, die von mir einiges an Motivation und Fitness abverlangten. Das führte dazu, dass die Eingewöhnungsphase etwas länger dauerte als von mir ge­plant. Meine Erwartungen an das ÖBH haben sich daher mehr als erfüllt. Von Anfang an hatten wir Rekruten immer zwei große Ziele im Blickwinkel. Das Erste war die Durchschreitung der Kreuzeckgruppe von Lienz bis Spittal. Auf dieses Ereignis bereiteten wir uns mit unzähligen Bergmärschen vor, die allesamt ein Erlebnis waren. Mindestens einmal pro Woche war es der Auftrag, einen Gipfel im Kaisergebirge zu erreichen. Das zweite große Ziel war das Kompaniegefechtsschießen in Hochfilzen. Durch lehrreiche Gefechtsdienste mit den Themen Verteidigung, Kampf aus der Bewegung, Beziehen eines Verfügungsraumes, und einer umfangreichen Schießausbildung, die alle Schießübungen und einige Einzel- und Truppgefechtsübungen beinhaltete, wurden wir bestens darauf vorbereitet.

Durchschreitung der Kreuzeckgruppe

JgB24(HGeb)

Vom 5. bis 9. September 2011 erfolgte ein Höhepunkt der Rekrutenausbildung mit der Durchschreitung der Kreuzeckgruppe. Nach dem Motto "Gebirgsdienst ist Einsatz" begann am 5. September die Vorbereitung für die Durchschreitung (45 Kilometer und 4 500 Höhenmeter). Abgestimmt auf die erfolgte Planung, stellte sich die Führungsstruktur wie folgt dar:

  • Ein Lagerraum in der Haspinger-Kaserne (HAS) Lienz;
  • Zwei Marschblöcke;
  • Eine Stabskompanie, verstärkt mit zwei Versorgungsgruppen;
  • Ein Seilbahnzug (PiB2);
  • Ein Tragtierzug (StbB6);
  • Ein Versorgungselement (Kfz-Pool und zwei Quads) mit vier Transport­hubschraubern ("Black Hawk" und AB.212), einem Verbindungs- und einem Notarzthubschrauber ("Alouette" III).

Aufgrund des Platzmangels bei den Biwakplätzen gingen die Marschgruppen gegengleich. Durch die Stärke von rund 100 Soldaten pro Marschgruppe war die Infrastruktur bei den angeführten Schutzhütten nicht ausreichend und musste durch zusätzliche Toilettenanlagen/Waschmöglichkeiten etc. ergänzt werden. Die Zuführung von Versorgungsgütern erfolgte täglich aus der HAS mit unterschiedlichen Transportmitteln (Hubschraubern, Seilbahn, Tragtiere, Quads etc.). Heereskraftfahrzeuge belieferten zuvor definierte Umschlagplätze mit Material. Von diesen Umschlagplätzen ausgehend, wurden die Hugo-Gerbers-Hütte mit den Tragtieren und die Feldner-Hütte durch eine eigens errichtete Materialseilbahn beliefert. Mit vier Relais konnte die Funkverbindung mit den eigenen Funkgeräten sichergestellt werden. Pro Marschgruppe gewährleistete ein gebirgsquali­fizierter Sanitätsunteroffizier mit Rettungssanitäterausbildung die Sanitätsversorgung. Zusätzlich gab es einen Notarzt, der im Bedarfsfall gemeinsam mit einem Flugretter luftbeweglich zu jedem beliebigen Ort kommen konnte.

Zu den bereits erwähnten Herausforderungen mussten einige Stellen der Marschstrecke durch Seilgeländer und Sicherungspunktanlagen gesichert werden. Es galt, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und die Grundwehrdiener des Einrückungstermins Juli 2011 unfallfrei im Hochgebirge von Spittal nach Lienz zu bringen.

Die im Vorfeld absolvierte Ausbildung im Gebirgsdienst mit den Rekruten hat sich auf jeden Fall bezahlt gemacht, denn es gab keinen einzigen Ausfall bei den Marschblöcken. Abgeschlossen wurde dieser Ausbildungsabschnitt mit einer Gipfelmesse am Ederplan und dem Durchmarsch der "Gebirgsjäger" durch die Innenstadt von Lienz.

Rekrut Alexander Geets

Was wir Rekruten damals alle bemerkten und positiv wahrnahmen, war die Größe dieser Übung. Vom "Black Hawk" bis zum "Haflinger"-Pferd war alles da, um uns auf dem Weg von Spittal nach Lienz zu unterstützen. Von der Anstrengung waren die 45 Kilometer Marsch und 4 500 Höhenmeter wohl das Heftigste, das ich bis dahin erlebt hatte. Das war es aber allemal wert! Am letzen Abend der Marschstrecke hatten wir noch einen Kameradschaftsabend auf der Anna-Schutzhütte. Am Tag darauf stand noch ein Highlight bevor. Denn wir, das ganze Bataillon, marschierten von der Franz-Josef-Kaserne durch die Lienzer Innenstadt bis zur Haspinger-Kaserne, natürlich mit dem Marschgesang "Heraus ihr Bergkameraden". Die Leute klatschten uns zu, so dass ich eine richtige Gänsehaut bekam.

Kompaniegefechtsschießen

JgB24(HGeb)

Aufbauend auf die Schießausbildung in der BA1, wurden ab der 9. Ausbildungswoche (36. KW) bis zum Kampfgruppenschießen in der 41. KW die Ziele der Basisausbildung 2 und 3 integriert ausgebildet. So wurde z. B. beim Beziehen eines Verfügungsraumes Marsch, Sicherung und Feuerkampf kombiniert ausgebildet. Vorgabe in der Ausbildung der Gefechtstechnik war die Einsatzart "Verteidigung" und die besondere Gefechtsordnung "Abbrechen des Gefechtes". Dabei war das Ziel, mit allen Soldaten zumindest das Gruppengefechtsschießen (GGS) abzuschließen. Für die schweren Waffen (schwerer Granatwerfer, Panzerabwehrlenk­waffe 2000, Panzerabwehrrohr 66/79 etc.) wurden die Vorgaben separat (gemäß den gültigen Vorschriften) angeordnet, um die Voraussetzungen (alle Schulschießübungen, Einzelgefechtsschießen, Truppgefechtsschießen und Gruppengefechtsschießen abgeschlossen) für die Teilnahme an einem Zugsgefechtsschießen (ZGS) zu schaffen. Nach der Verlegung mit dem gesamten Bataillon auf den TÜPL Hochfilzen am 10. Oktober 2011 und der Aufnahme von unterstellten Teilen, wie einem Panzergrenadierzug, einem Waffenmeister, Sicherheitspersonal etc., wurden am 11. Oktober zwei ZGS (Schüttachalm und Astenalm) als Vorbereitung auf das Kompaniegefechtsschiessen durchgeführt. Als Ausgangslage für das KGS am 13. Oktober 2011 diente die Lage "Highland". Die Ausgangssituation für das JgB24(HGeb) war ident mit dem Endpunkt der Bewegung der letzten Führungssimulatorausbildung "Operation Stronghold" in Absam. Der Auftrag an das Bataillon war: "JgB24(HGeb) hält sich als Reserve im Verfügungsraum Hochfilzen für einen Gegenangriff zur Wiederherstellung des Vorderen Randes der Verteidigung oder für das Beziehen von Riegelstellungen bereit und verhindert die Inbesitznahme der Enklave." Nach Erkennen eines Flankenangriffs in Bataillonsstärke durch feindliche Kräfte über Lofer-Weissbach-Römersattel durch die Brigadeaufklärung, erging der Auftrag, eine Kompanie in der Riegelstellung Schüttach/Asten einzusetzen. Daher erhielt die 2.JgKp/JgB24(HGeb) folgenden Auftrag: "Kompanie bezieht Riegelstellung Schüttach/Asten, führt alle Elemente (OH-58/PzGrenHZg/PALGrp) im Raum und verhindert ein Durchstoßen von Feindkräften in den Raum Waldlager". Durch das Zusammenwirken von bereits eingesetzten Aufklärungskräften, Steilfeuer, Panzerabwehrelementen und einer Rotte OH-58 "Kiowa" für Close Combat Attack (CCA) konnte der Gefechtsvorposten, gestellt durch einen Halbzug Panzergrenadiere des Panzergrenadierbataillons 35, im Raum Römersattel aufgenommen werden. Nach einem weiteren Feuerüberfall durch vier verschiedene Waffensys­teme im Raum Astenalm konnte das angreifende gegnerische Bataillon soweit zum Stehen gebracht werden, dass für die 2. Jägerkompanie/JgB24(HGeb) die Zeit für das Gewinnen (Erreichen eines Geländepunktes mit oder ohne Kampf) der Riegelstellung Schüttach/Asten geschaffen wurde. Beim Auftreffen der 2. Staffel des gegnerischen Bataillons auf die Riegelstellung, schaffte der Gegner einen Einbruch im Raum Römersattel. Dieser konnte durch einen straff geführten Gegenstoß bereinigt werden, abgestützt auf eine Sicherungspunktanlage und Laufseile, um im unwegsamen Gelände ein Abstürzen zu verhindern. Somit war der Angriff der gegnerischen Kräfte in den Raum Hochfilzen erfolgreich abgewehrt worden.

Nur durch die Unterstützung des Truppenübungsplatzes Hochfilzen, des Instituts Jäger der Heerestruppenschule, des Panzergrenadierbataillons 35, von Teilen der 6. Jägerbrigade, des Gebirgskampfzentrums in Saalfelden und des Luftunterstützungsgeschwaders war dieses Schießen möglich. Das Ziel - in konventionellen Einsatzarten -, den Kampf der verbundenen Waffen zu üben, konnte somit im Scharfen Schuss mit dem Einrückungstermin Juni 2011 verwirklicht werden.

Rekrut Alexander Geets

Die Schießausbildung wurde von Anfang an intensiv betrieben - jeder war voll konzentriert; immer mit dem Ziel des Kompaniegefechtsschießens vor Augen. Bei den ersten Schieß­übungen war mein Puls noch hoch, und das Adrenalin raste durch meinen Körper. Aber nach den ersten zwei bis drei Schießtagen wurde ich immer ruhiger und besser beim Schießen. Nach den Schulschießübungen absolvierten wir noch einige Trupp- und Gruppengefechtsschießübungen. Beim Kompaniegefechtsschießen selbst hatten wir dann den Auftrag, den Verfügungsraum "Waldlager" zu sichern, bis die eigene Aufklärung feindliche Kräfte im Raum Schüttach erkannte. Dann bezogen wir dort unsere Alarmstellungen und verteidigten das Gebiet. Schützenpanzer waren ebenfalls an der Übung beteiligt. Das Beeindruckende an dieser Übung war die große Zahl der teilnehmenden Soldaten und des verwendeten Gerätes sowie die Geländeausmaße. Drei Tage Vollgas geben für unsere besondere Übung!

Lessons identified/Lessons learned (LI/LL)

JgB24(HGeb)

Bataillonsvorhaben in dieser Größenordnung sind Voraussetzungen dafür, Erfahrungswerte für Einsätze zu sammeln. Mit diesen zwei Projekten konnten einerseits Ableitungen für die logistische Konzeption bei Einsätzen im Hochgebirge getroffen werden. Dieses Konzept wird momentan beim Kommando der 6. Jägerbrigade ausgearbeitet, um Planungsgrößen und Planungsrichtlinien für Einsätze im Gebirge zu erhalten. Andererseits wurde uns vor Augen geführt, wie hoch bei einem Kompaniegefechtsschießen der Detaillierungsgrad der Feuerkoordinierung angesetzt sein muss, um "friendly fire" zu vermeiden. Durch die konsequente Einhaltung des eingeschlagenen LI/LL-Prozesses kann mittel- und langfristig eine Verbesserung vor allem auf der gefechtstechnischen Ebene erzielt werden. Voraussetzung dafür ist das Durchführen von "Übungen mit Volltruppe".

Rekrut Alexander Geets

Diese beiden Vorhaben und die Vorbereitungen darauf haben mich persönlich schon verändert. Besonders die Durchschreitung der Kreuzeckgruppe und die umfangreiche Gebirgsausbildung haben mich körperlich ein großes Stück weitergebracht. Auch mein Durchhaltevermögen ist dabei gewachsen. Bevor ich zum ÖBH eingerückt bin, habe ich nur zweimal pro Woche Sport betrieben. Seit ich diese zwei Übungen durchgezogen habe, gibt es kaum mehr Tage, an denen ich auf der faulen Haut liege. Diese beiden Vorhaben haben mir den Mund richtig wässrig auf weitere Herausforderungen beim ÖBH gemacht.


Autoren: Major Thomas Lanzer, Jahrgang 1974; 2001 ausgemustert als Infanterieoffizier, Verwendung als Kommandant Jägerzug in Tamsweg, dann stellvertretender Kommandant und Kommandant Kampfunterstützungskompanie/Jägerbataillon 24; 2006 Auslandseinsatz bei UNDOF; seit 2007 Verwendungen als S2&stvS3 und S3, Teilnahme an verschiedenen internationalen Übungen.

Korporal Alexander Geets, Jahrgang 1992; eingerückt beim Vollkontingent im Juli 2011 beim Jägerbataillon 24. Basisausbildung 1 und 2 bis November 2011, danach Basisausbildung 3 (statt Assistenzeinsatz) und Kursvorbereitung für Chargen- und Unteroffiziersausbildung; Kurse: Militärische Führung 1 und Vorbereitungslehrgang.

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