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Fokus: Voran unterm Edelweiß!

Das hochgebirgsbewegliche Jäger­bataillon 24, JgB24(HGeb), ist ein Verband der 6. Jägerbrigade. Es ist in der Lage, Aufträge auch unter schwierigen Verhältnissen im Gebirge und gebirgsähnlichen Gelände auszuführen. Diese Hochgebirgssoldaten zählen, wie die Fallschirmjäger oder Marineinfanteristen, zur Spezialinfanterie. Um speziell Aufträge im Hochgebirge zu erledigen, besitzen im JgB24(HGeb) mehr als 100 Kadersoldaten eine alpine Qualifikation! Neben einer Stabs- und drei Jägerkompanien haben die drei Hochgebirgsbataillone jeweils eine Kampfunterstützungskompanie. Gerade beim Einsatz im Hochgebirge ist es unumgänglich, dass die eigene Kampfunterstützung den Hochgebirgskompanien im schwierigen Gelände folgen kann. Und der Übungsplatz der Gebirgssoldaten ist das Hochgebirge.

Eine Besonderheit des Bataillons ist die Dislozierung des Bataillons auf zwei Garnisonsorte, Lienz und St. Johann in Tirol. Dies hat wesentliche Vorteile: Die Einbindung des Bataillons ins zivile Umfeld findet in den Bezirken Lienz und Kitzbühel statt, womit auch die Akzeptanz des Bundesheeres bei der Bevölkerung steigt. Die Führung des Bataillons und die Dienstaufsicht funktionieren problemlos. Für jeden Garnisonsbezirk stellt das JgB24(HGeb) ebenfalls einen Lawineneinsatzzug, um im Anlassfall rasch helfen zu können. Weitere Vorteile von zwei Garnisonsorten sind das größere Einzugsgebiet für die Rekrutierung und die kürzeren Fahrzeiten zum Dienstort, besonders für Grundwehrdiener. Dass kleinere Kasernen bei Katastrophen geeignete Stützpunkte für Einsatzkräfte sind, zeigte der Einsatz in Galtür 1999.

Der Dienst in einem Hochgebirgsbataillon ist interessant, und die Gebirgsausbildung ist für alle Soldaten eine besondere Herausforderung. Eine gute körperliche Verfassung wird von jedem gefordert. Mit viel Sport vom ersten Tag an und einer dreiwöchigen spezialisierten Gebirgsausbildung gibt man den Soldaten das Rüstzeug mit, das sie für die weitere Ausbildung benötigen. Ein fester Wille und körperliche Leistungsfähigkeit sind die Basis der Ausbildungsarbeit, die Beherrschung notwendiger militärischer Fertigkeiten baut darauf auf. Ein Ziel dabei ist, die Soldaten für robustere Einsätze auszubilden. Dabei wird immer die Zusammenarbeit mit anderen Waffengattungen, etwa mit der mechanisierten Truppe oder mit Fliegern, gerade auch im schwierigen Gelände geübt. Höhepunkt der Ausbildung ist die jährliche Durchführung eines integrierten Scharfschießens im Verbund mit einer Kampfgruppe.

Die aktuellen Auslandseinsätze­ sind ein fixer Bestandteil des Soldatenberufes. Daher werden die Soldaten für diese Einsätze geworben und verantwortungsvoll darauf vorbereitet. Soldaten des Verbandes waren schon in Afghanistan, im Kosovo und in Bosnien und Herzegowina eingesetzt und sind beinahe ständig auf den Golanhöhen im Einsatz.

Reformen, Umstrukturierungen und knappe Budgetmittel sind seit Jahren nicht nur Wegbegleiter des Österreichischen Bundesheeres, sondern wirken sich auch auf das Bataillon aus. Trotzdem ist die Ausrüstung gut, in Teilbereichen sogar ausgezeichnet. Forderungen hätte das JgB24(HGeb) natürlich schon: Im Gebirge und speziell im Winter sind Sondertransportfahrzeuge wie der "Bandvagn" von Hågglunds oder Quads für gebirgiges Gelände heutzutage die Norm. Ein Minimum für eine eigene Pionierunterstützung ist ebenfalls gefordert, um den hochgelegenen Einsatzort überhaupt erst erreichen zu können. Dazu zählen die Möglichkeit der Schneeräumung, Minenräumung oder Wegeverstärkung. Moderne Kampfverbände müssen zur Durchsetzungsfähigkeit eine dementsprechende Feuerkraft besitzen. Daher benötigen die Soldaten gerade im Hochgebirge Waffen mit größerer Reichweite und Wirkung, wie schwere Scharfschützengewehre (12,7 mm), automatische Granatwaffen, Maschinenkanonen und leichte Multifunktionsgeschütze. Trotz der Budgetknappheit muss unverändert viel in Aus- und Fortbildung für die Soldaten des Bataillons investiert werden, denn das Üben im Hochgebirge ist Einsatz und verzeiht keine Fehler! Aus diesem Grund steht gerade bei der Gebirgstruppe der Mensch im Mittelpunkt. Für uns 24er ist es daher wesentlich, unabhängig von zukünftigen Entwicklungen und innerhalb der 6. Jägerbrigade, das Profil der Gebirgstruppe weiter zu schärfen.

Fest steht, dass gerade diese spezialisierte Infanterie auch in Zukunft gebraucht wird, vielleicht sogar noch mehr als jetzt. Und dafür deckt das JgB24(HGeb) mit den beiden anderen hochgebirgsbeweglichen Bataillonen der Brigade den Bedarf ab. Gleichzeitig ist un­sere Spezialisierung zur Auftragserfüllung im Inland bestens geei­­gnet. Das JgB24(HGeb) ist "der Verband" für Einsätze im gebirgigen Westösterreich!

Ein Verband - mehrere Einsatz­mög­lichkeiten und dies zu einem für Österreich leistbaren Preis! Daher bin ich überzeugt, dass wir für die Zukunft bereits gut aufgestellt sind. Berg Heil!

Oberstleutnant Gerhard Pfeifer, MSD

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