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Ausbildungskooperation im Stabsdienst für Unteroffiziere

Seit dem Jahre 2007 gibt es eine enge Kooperation zwischen der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr in Hannover und der Heeresunteroffiziersakademie des Bundesheeres in Enns mit dem Schwerpunkt Stabsdienstausbildung.

Im Jahre 2007 nahmen zwei Lehroffiziere der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr, damals noch mit Sitz in Sonthofen, Bayern, als Beobachter an der PSO-Abschlussübung (Peace Support Operation - Friedensunterstützender Einsatz) des Stabsunteroffizierslehrganges auf dem Truppenübungsplatz Seetaler Alpe in Österreich teil. Das besondere an diesem Training war die Verknüpfung einer Stabsrahmenübung mit der Übung einer Volltruppe in Kompaniestärke. Die Lehrgangsteilnehmer rotierten durch alle Funktionen: vom Schützen, Gruppen- und Zugskommandanten, Unteroffizier am Kompanie- und Bataillonsgefechtsstand bis hin als Teil der Übungsleitung am "Brigadegefechtsstand" bzw. als Role-player. So konnten sie die Auswirkungen, aber auch Unterlassungen von Handlungen auf den unterschiedlichsten Führungsebenen direkt erfahren und mitgestalten. Dieser methodische Ansatz wird nach wie vor bei den Übungsanlagen des Lehrganges "Militärische Führung 3" (MilFü3) an der Heeresunteroffiziersakademie angewendet.

Die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr bildet unter anderem (einsatz-)erfahrene Unteroffiziere zu "Stabsmanagern" aus. Dies sind Fachoffiziere der verschiedenen Führungsgrundgebiete bei Stäben aller Führungsebenen, quer durch alle Teilstreitkräfte. So lag es nahe, die Möglichkeit zu schaffen, angehende Stabsoffiziere der Bundeswehr gemeinsam mit Stabsunteroffizieren des Bundesheeres zu den Themen Stabsdienst und Stabsarbeit in einem multinationalen Umfeld (PSO-Rahmenlage) üben zu lassen. Teilaspekte der anfallenden Aufgaben und Aufträge erfolgten in der Arbeitssprache Englisch (z. B. Meldungen an das vorgesetzte multinationale Kommando).

Ein wöchentlicher Austausch von Lehrgangsteilnehmern erfolgt seit dem Jahr 2008, wobei ein Klassenäquivalent (25 bis 30 Teilnehmer) nach Deutschland entsendet wird und im Gegenzug zehn bis zwölf angehende "Stabsmanager" an der HUAk Dienst versehen.

Dieser Austausch von Lehrgangsteilnehmern ist der Kern der Kooperation und ermöglicht im Lernumfeld den Blick über den nationalen Tellerrand hinaus.

Die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr (SFJg/StDstBw)

Der Standort der Schule war lange in Sonthofen in Bayern und ist seit August 2009 in der Emmich-Cambrai-Kaserne in Hannover.

Die Aufgaben der Schule

Insgesamt werden 75 unterschiedliche Lehrgänge angeboten, die von wenigen Tagen bis zu einem Jahr dauern. 2008 durchliefen 7 757 Teilnehmer die Schule.

Die Lehrgruppe A, mit der eine enge Kooperation mit dem Militärstreifen- und Militärpolizei-Bataillon des Bundesheeres besteht, nimmt dabei die Durchführung der lehrgangsgebundenen Ausbildung, und zwar für

  • alle Feldjäger der Bundeswehr im Inlands- und Auslandseinsatz,
  • den Einsatz bei unfriedlichen Demonstrationen im Auslandseinsatz (CRC),
  • Spitzensportler der Bundeswehr (allgemeinmilitärische Ausbildung) und
  • Reserveoffiziersanwärter nach dem Regionalprinzip wahr.

Personalstand und Infrastruktur ermöglichen dabei die Ausbildung von bis zu 800 Teilnehmern pro Tag.

Lehrgruppe A Die Lehrgruppe A ist in sechs Inspektionen (Fachbereiche; I. - VI. Inspektion) untergliedert, die jeweils spezialisiert sind für die Ausbildung

  • im Militärischen Ordnungsdienst zur Aufrechterhaltung der militärischen Ordnung und Disziplin,
  • bei der Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben, wie dem Personenschutz für VIPs oder der Absicherung von Veranstaltungen, in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Polizeibehörden,
  • für den Militärischen Verkehrsdienst, wie Verkehrskontrollen bei und Verkehrsregelung für militärische Fahrzeuge und die Begleitung von Konvois in den Auslandseinsätzen,
  • bei Erhebungen und Ermittlungen, vor allem für die Mitwirkung bei der Aufklärung von Straftaten gegen deutsche Streitkräfte im Auslandseinsatz oder bei folgenschweren Unfällen,
  • im Raum- und Objektschutz, beim Schutz von Einrichtungen der Streitkräfte im In- und Ausland, beim Zugriff auf Straftäter im Auslandseinsatz zusammen mit anderen spezialisierten Kräften der Bundeswehr oder für die Wahrnehmung von Spezialistenaufgaben bei der Bekämpfung von Unruhen und unfriedlichen Demonstrationen im Auslandseinsatz,
  • im aufgabenübergreifenden Feldjägerdienst, wie bei der Kontrolle von Gefahrguttransporten der Bundeswehr oder beim Überwachen von Umweltschutzauflagen der Streitkräfte.

Lehrgruppe B Die Lehrgruppe B ist in vier Inspektionen (Fachbereiche; VII. - X. Inspektion) gegliedert und hat folgende Kernaufgaben:

  • Durchführung der lehrgangsgebundenen Ausbildung für das im Stabsdienst eingesetzte Personal der Bundeswehr (Schwerpunkt Personalmanagement);
  • Pilotfunktion für die Einführung des Fernlernens in der Bundeswehr.

Die Ausbildungskapazität beträgt dabei 575 Lehrgangsteilnehmer pro Tag.

Wesentliche Lehrgänge der Lehrgruppe B:

  • die Ausbildung aller Kompaniefeldwebel der Streitkräfte (entspricht den Dienstführenden Unteroffizieren des ÖBH);
  • die Ausbildung der Stabsdienstfeldwebel und Stabsdienstbearbeiter, die in Ämtern, Stäben sowie Verbänden und Einheiten die Führung der Truppe unterstützen;
  • die einjährige Ausbildung von erfahrenen Unteroffizieren als Offizier (Dienstgrad: Oberfähnrich) zu Stabsmanagern (Offizier des militärfachlichen Dienstes);
  • die Ausbildung von militärischen Rechnungsführern, die als Bindeglied zur zivilen Verwaltung die Abrechnung soldatischer Verwaltungsangelegenheiten unterstützen;
  • die Ausbildung von Einsatztagebuchführern (entspricht den Kommandotagebuchführern des ÖBH), die im Auslandseinsatz die von der Führung vor Ort gefällten Entscheidungen dokumentieren;
  • die Ausbildung der "Beauftragten der Bundeswehr für die Zivil-militärische Zusammenarbeit" in den Kreisen und Bezirken.

Die eigentliche Kooperation der HUAk beschränkt sich hierbei auf die VII. Inspektion, die sich bei insgesamt 15 Kaderpersonen mit ihren elf Hörsälen (Hörsaalleiter ist ein Offizier vom Dienstgrad Hauptmann bis Oberstleutnant) im Wesentlichen auf drei Schwerpunkte konzentriert:

  • Die einjährige Ausbildung der Stabsmanager (Kapazität bis zu drei Hörsäle mit je 18 Lehrgangsteilnehmern), mit ca. 3 000 Anwärtern pro Jahr!
  • Die Ausbildung von Fachpersonal in den Bereichen Personal- und Materialwirtschaft.
  • Die Teletutorenausbildung in der Fernlehre für die Bundeswehr.

Die geplante Implementierung der Fernlehre in der Bundeswehr verfolgt den Zweck, die herkömmliche Präsenz- ausbildung zu verkürzen bzw. zu ersetzen, um damit die Verfügbarkeit des Soldaten am Arbeitsplatz zu erhöhen und Ausbildungsressourcen effizienter zu nutzen. Es werden hierfür bis zu 46 Teletutoren, für vier Hörsäle bei der VII. Inspektion mit einer Lehrgangsdauer von drei Monaten herangebildet. Auch einige Kaderangehörige der HUAk haben bereits diesen Lehrgang absolviert. Hier ergeben sich Anknüpfungspunkte und Möglichkeiten für eine Nutzung im ÖBH.

Die Aufgaben der "Gruppe der Truppenfachlehrer", der "Ausbildungszielsetzung und -kontrolle" sowie der "Modernen Ausbildungstechnologie" werden nachfolgend dargestellt.

Aufgaben der Gruppe der Truppenfachlehrer

Die Gruppe Fachlehrer unterstützt die Ausbildung in den Lehrgruppen durch Abstellung von Spezialisten aus allen Bereichen der Bundeswehr (Heer, Marine, Luftwaffe, Streitkräftebasis und Bundeswehrverwaltung), von besonders qualifizierten Soldaten in den verschiedenen Fachgebieten über den zivilen Verwaltungsfachmann bis hin zum zivilen Rechts- und Sprachlehrer, und decken insbesondere folgende Fachgebiete ab:

  • Militärpolizeiliche Einsatzplanungen und -verfahren;
  • Führungsverfahren (auch computergestützt);
  • Psychologie/Methodik;
  • Gefahrgut- und Umweltschutzkontrollen;
  • Militärpolizeitechniken (Schießen, Selbstverteidigung, Fahren);
  • Personalmanagement;
  • Verwaltungswesen;
  • Sprachausbildung;
  • Rechtsausbildung.

Aufgaben der Ausbildungszielsetzung und -kontrolle:

  • Planung und Steuerung der Ausbildung;
  • Auswertung und Umsetzung konzeptioneller Vorgaben;
  • Evaluation und Qualitätssicherung der Ausbildung;
  • Prüfung und Bewertung von Verbesserungsvorschlägen;
  • Lehrgangsplanung und -steuerung.

Aufgaben der Modernen Ausbildungstechnologien:

  • Erarbeiten der notwendigen Ausbildungsunterlagen und Unterrichtsbehelfe in enger Zusammenarbeit mit den Lehrgruppen.

Der HUAk-Lehrgang "Militärische Führung 3" (MilFü3), Modul Stabsdienst

"Der Stabsunteroffizier kann standardisierte stabsdienstliche Abläufe der Ebene kleiner Verband beschreiben und im Rahmen von nationalen und multinationalen Einsätzen den Gefechtsstandbetrieb eines kleinen Verbandes qualifiziert unterstützen." Soweit die Anforderungen gemäß dem Curriculum (79 Unterrichtseinheiten [UE], ab Jänner 2013 beim neuen Lehrgang MilFü3 60 UE; näheres dazu im TD-Heft 1/2013). Das Schwergewicht liegt neben der Vermittlung von Grundlagen des praktischen Arbeitens als Gefechtsschreibunteroffizier bei einer Meldesammelstelle (die Hauptkanzlei im Einsatz) sowie der Tätigkeiten beim Führungsgrundgebiet 2 und 3, wie Führen von Lagekarten und die sonstige Dokumentation des Einsatzes. So werden Stabsoffiziere für ihre eigentliche Aufgabe von den Routinetätigkeiten frei gespielt. Ziel ist es dabei nicht, fertige Gefechtsschreibunteroffiziere auszubilden - das ist in der verfügbaren Zeit und der Individualität der verschiedenen Truppenkörper und Waffengattungen gar nicht möglich -, sondern einen Einblick in die Führungstätigkeit höherer Führungsebenen zu geben. Nachweislich sind somit die Vorgänge und Notwendigkeiten auf der eigenen Führungsebene (in der Regel Teileinheit) besser verständlich und ein Handeln im Sinne der Sache und des (vorgesetzten) Kommandanten erst möglich. Getreu dem Grundsatz: "Zwei Führungsebenen darüber verstehen, zwei Führungsebenen darunter beurteilen, aber nur eine Führungsebene darunter befehlen." Für den zukünftigen Zugskommandanten oder Unteroffiziere in gleichwertigen Funktionen (Regelfall für den Absolventen des Lehrganges MilFü3) ist das Verständnis für die Führungsabläufe auf Ebene kleiner Verband unumgänglich.

Kooperationsprogramm 2012

Ziel der Kooperation mit der Bundeswehr ist der gegenseitige Austausch relevanter Informationen in den Bereichen Heereskunde, Erfahrungswerte diverser Einsätze und Stabsdienst.

Die Schule setzt hierzu die Stabsmanager in Projektgruppen ein. So fand im Februar mit dem Schlüsselpersonal (Hörsaalleiter, Projektoffiziere) ein Koordinierungstreffen an der Heeresunteroffiziersakademie in Enns statt, wo die genauen Inhalte und Ausbildungsvorhaben mit den Projektverantwortlichen für das Jahr 2012 festgelegt wurden. Die Berücksichtigung individueller Wünsche sowie die Teilnehmerorientierung standen hierbei im Vordergrund.

Die Programmpunkte sahen wie folgt aus:

1. Woche (16. bis 20.04.): Delegation mit 29 Lehrgangsteilnehmern des MilFü3 an der Schule in Hannover
Dieser Ausbildungsabschnitt war wie jedes Jahr ein Höhepunkt am MilFü3 für jene Auserwählten, die die Möglichkeit hatte mitzufahren. Gut gelungen waren der methodische Aufbau und die abgestimmten, vernetzten Inhalte. Eingebettet zwischen "Icebreaker" und Abschlussabend, war die Woche bestückt mit Vorträgen und Informationen
  • zu den Aufgaben der Schule mit Rundgang,
  • zum Stabsdienst der Bundeswehr national und multinational (NATO), inklusive Gefechtsstandordnung/ -systeme und einer Einweisung in das Führungsinformationssystem des Heeres,
  • zu Artilleriesystemen der Bundeswehr und der Anforderung von Feuerunterstützung und
  • zu JFS (Joint Fire Support) und FAC (Forward Air Controller), inklusive praktischer Beispiele der Feuerunterstützung aus dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr.

Emotionale Eindrücke, persönliche Erlebnisse und Erfahrungen im aktuellen Afghanistan-Einsatz schlossen die Vortragsreihe ab. Beachtenswert war die Einsatzbereitschaft der Soldaten für diesen (verpflichtenden!) Einsatz, trotz ständiger Gefahr selbst verwundet oder getötet zu werden, ungeachtet des tragischen Verlustes von Kameraden, und mit schwindendem Rückhalt nicht nur in der Bevölkerung. Praktische Lehrvorführungen und Einweisungen in die "Handlungstrainer" rundeten das Bild ab, wie über die

  • Raumschießanlage,
  • Erhebung/Ermittlung,
  • Feldjägereinsatztechniken (anhand einer umgebauten Heizungsanlage - als Hotel, Einfamilienhaus, Werkhalle nutzbar - u. a. Videoaufzeichnung in jedem Raum!),
  • Kraftfahrausbildungsfläche (Fahrsicherheitstraining für Feldjäger - Mitfahrmöglichkeit bei zwei Fahrzeugen beim simulierten Absetzen einer VIP-Bedeckung mittels 180-Grad-Wendung aus der Bewegung!).

Ein geführter Stadtrundgang durch Hannover gehörte ebenfalls zum Programm. Ein Höhepunkt der Reise war jedoch der Militärwettkampf Österreich-Deutschland mit

  • Geländehindernisbahn,
  • Verwundetentransport,
  • "Spinnennetz",
  • Fahrzeugziehen,
  • Zwirn einfädeln (nach der körperlichen Belastung besonders anspruchsvoll!),
  • Reifenparcours,
  • Orientierungslauf und
  • Paletten-Lauf.

Es traten jeweils drei Teams mit je acht Teilnehmern an. Immerhin stellte Österreich (mit Unterstützung eines Schweizer Gasthörers) zwei Siegermannschaften (2. und 3. Platz).

2. Woche (23. bis 27.04.): Delegation von zehn Stabsmanagern an der HUAk
Ziel dieser Woche war es, den Gästen der Bundeswehr einen Einblick in die Stabsdienstausbildung beim Lehrgang MilFü3 zu geben und die Voraussetzungen für die gemeinsame Stabsdienstübung zu schaffen. Mit Engagement entstand aus Fragmenten früherer Übungen eine Stabsrahmenübung mit rotem Faden und Drehbuch sowie Erweiterungsmöglichkeiten. Natürlich gehörte auch hier ein Icebreaker und ein Stadtrundgang Linz zum Rahmenprogramm.

3. Woche (21. bis 25.05.): Delegation mit zwölf Stabsmanagern bei der Abschlussübung des MilFü3 am TÜPL Seetaler Alpe
Die in der zweiten Woche von den Stabsmanagern vervollständigte Stabsrahmenübung wurde nun belebt. Die Oberfähnriche der Bundeswehr stellten einerseits die Stabsoffiziere bei zwei Bataillonsstäben inkl. den Leiter Stabsarbeit (geführt von je einem Lehroffizier & Stabsdiensttrainer der HUAk) sowie die Teile der Übungsleitung. Die Lehrgangsteilnehmer des MilFü3 waren als Gefechtsschreibunteroffiziere tätig. Dazwischen nahmen die deutschen Soldaten an den Schießvorhaben sowie an der Hubschrauberausbildung teil bzw. blickten in die Aufgaben der Kompanie. Das vernetzte Denken und Üben sowie der gegenseitige Informationsaustausch wurde von allen Teilnehmern positiv gesehen.

4. Woche (12. bis 16.11.): Delegation mit zehn Stabsmanagern an der HUAk
Da der Stabsmanagerlehrgang an der Schule in Hannover jeweils mit dem Sommer endet und der nächste Lehrgang erst im Herbst beginnt, kommen die neuen Aspiranten der Projektgruppe "Stabsdienst" nach Enns. Jene Teilnehmer, die im kommenden Frühjahr aktiv in die Übungsvorbereitung und -durchführung mit dem 9. MilFü3 einsteigen, haben in dieser Woche die Chance, die Stabsdienstausbildung beim 8. MilFü3 kennenzulernen und in der Funktion eines Fachoffiziers im Stabsdienst zu üben.

Andere Lehrgänge und Seminare

Neben den oben angeführten Kooperationen wird die Möglichkeit für die Teilnahme v. a. an persönlichkeitsbildenden Seminaren an der HUAk von der Bundeswehr intensiv genützt: Rhetorik & Argumentationstraining, Zeitmanagement, Moderations- und Präsentationstechnik, Ethik-Seminare und -veranstaltungen/Symposien.

Ausblick

Trotz Sparmaßnahmen in allen Streitkräften ist eines klar: Angehende Führungskräfte, egal welcher Führungsebene, müssen im übergeordneten Kontext Denken und Handeln können. Hierzu gehören auch das Verständnis und die Fähigkeit zur multinationalen Zusammenarbeit. Dies ist aber nur durch das praktische Arbeiten eben dieser Personen in diesem Umfeld zu erreichen. Ein möglicher Schritt zur Intensivierung ist hierbei der Austausch von Lehrpersonal der betroffenen Bildungseinrichtungen, aber auch die gegenseitige Anerkennung bzw. Anrechnung von Ausbildungsinhalten. Erwähnenswert ist hier die Zusammenarbeit mit dem Fachmedienzentrum der Schule (vergleichbar mit der Heeresbild- und Filmstelle des Bundesheeres), das nicht nur die wesentlichen Ausbildungsgänge und -vorhaben inklusive Übungen festgehalten und nachbearbeitet hat, sondern auch Filmsequenzen als Basis für Unterrichte zur Verfügung stellte. Diese Sequenzen werden durchaus für die Aufbereitung im Bereich der Fernlehre ihre Verwendung finden.

Die Fernlehre, mit ihren Möglichkeiten des virtuellen Klassenzimmers, Ermöglichung individueller Lernschritte, Lernprogramme, Unterrichte, Informationsaustausch über Plattformen und Foren, Bereitstellen von Grundlagen und aktuellen Informationen zum Nachschlagen usw., scheint Tür und Tor in eine neue, zusätzliche Dimension in der militärischen Ausbildung zu öffnen.

Verschiedene Ausbildungsinhalte, wie das Einarbeiten in eine Rahmenlage, Vorbereitung und Durchführung von Lagevorträgen, Ausarbeiten von Teilbeiträgen in Arbeitsgruppen an unterschiedlichen nationalen sowie grenzüberschreitenden Standorten, sind nur eine kleine Auswahl der Möglichkeiten zur Nutzung dieses Ausbildungssystems.

Unbeschadet dessen ist hinkünftig der Austausch von Lehrgangsteilnehmern und Lehrpersonal zur Vertiefung und Horizonterweiterung grenzüberschreitend fortzusetzen. Diese Erfahrungen sind wertvoll und bilden die Grundlage für die Zusammenarbeit in einem multinationalen Umfeld.


Autor: Oberstleutnant Bernhard Schulyok, Jahrgang 1967. 1992 Ausmusterung an der Theresianischen Militärakademie "Jahrgang Novara". Verwendungen als Zugskommandant und Ausbildungsoffizier beim Landwehrstammregiment 21 in Wien. 1993 bis 1994 Lehrgruppenoffizier an der Militärakademie; 1995 bis Ende 1999 Kommandant der 1. Jägerkompanie des Jägerregimentes Wien. Seit Jänner 2000 an der Heeresunteroffiziersakademie, Kommandant Lehrstab & Hauptlehroffizier, derzeit in Vertretung Leiter Institut 2 (verantwortlich für die Durchführung des "Lehrganges Militärische Führung 3", vormals "Stabsunteroffizierslehrgang"), Auslandsverwendung als S2 bei KFOR11; Milizfunktion als stellvertretender Kommandant des Jägerbataillons Wien 2.

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