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Jägerbataillon 26 (Hochgebirge)

Das gebirgsbewegliche Jägerbataillon 26 (HGeb) ist eines der drei Hochgebirgsjägerbataillone der 6. Jägerbrigade (HGeb) im Österreichischen Bundesheer und ist auf den Einsatz im Hochgebirge spezialisiert. Körperliche Leistungsfähigkeit und alpines Können zeichnen diesen Verband aus.

Das Jägerbataillon 26 (HGeb) ist in Spittal an der Drau beheimatet und auf zwei Garnisonen aufgeteilt. Die Masse des Bataillons ist in der Garnison Spittal in der Türk-Kaserne mit Bataillonskommando (BKdo), der Stabskompanie (StbKp), der 1. und 2. Jägerkompanie (JgKp) sowie der Kampfunterstützungskompanie (KUKp) stationiert. Die 3. Jägerkompanie befindet sich als abgetrennte Einheit in der Garnison Tamsweg in der Strucker-Kaserne. Da die 6. Jägerbrigade über kein eigenes Aufklärungs- und Artilleriebataillon verfügt, ist wie bei den anderen Hochgebirgs-Jägerbataillonen eine eigene Kampfunterstützungskompanie im Organisationsplan abgebildet.

Die 2. Jägerkompanie bildet gemeinsam mit einem Jägerzug vom Jägerbataillon 18 aus St. Michael in der Obersteiermark seit 2011 die Kaderpräsenzeinheit (KPE-Kompanie).

Die Kernkompetenzen des Bataillons liegen in

  • der Hochgebirgsbeweglichkeit,
  • der jahrzehntelangen Erfahrung im Gebirgskampf,
  • der Erprobung und Entwicklung von Gebirgsgerät,
  • der hohen Auslandserfahrung des Kaderpersonals sowie
  • der körperlichen Leistungsfähigkeit und sportlichen Erfolgen.

Das Jägerbataillon 26 verfügt über einen hohen personellen Besetzungsgrad und ist einer der kaderstärksten Kampfverbände des Österreichischen Bundesheeres. Die Gebirgskampfkompetenz unterstreichen 14 Heeresbergführer, davon drei Offiziere, 22 Heeresbergführergehilfen, 77 Heereshochalpinisten, elf Heeresschilehrer und 25 Heeresflugretter. Etliche dieser alpinqualifizierten Offiziere und Unteroffiziere gehören dem Gebirgsausbildungskader des Österreichischen Bundesheeres an und werden in der qualifizierten Gebirgsausbildung als Ausbildungspersonal eingesetzt. Darüber hinaus führt das Jägerbataillon 26 selbst mit diesem Personal ständig Heereshochalpinistenkurse für die Truppe sowohl im Sommer als auch im Winter im Bereich der Hohen Tauern durch. Über die Wintermonate wird in beiden Garnisonen je ein Lawineneinsatzzug für den Bereich Kärnten und Salzburg gestellt.

Eine der Kernkompetenzen ist die hohe körperliche Leistungs­fä­­h­ig­keit der Kadersoldate. Seit vie­len Jahren steht das Jäger- bataillon 26 im Bereich Truppenkörperwertung als einer der sportlichster Verbände des Bundesheeres ganz oben. Darüber hinaus konnten alle bisher stattgefundenen "Edelweiß-Raids" - ein Leistungsbewerb für Gebirgssoldaten im Winter im Hochgebirge mit internationaler Beteiligung - gewonnen werden.

Die körperliche Leistungsfähigkeit ist letztendlich der Grundstein für die hohe Gebirgsbeweglichkeit und Gebirgskampffähigkeit. Zähigkeit, Ausdauer, bewusste Inkaufnahme von Härten, aber durchaus auch Stolz zeichnen die Spittaler Gebirgsjäger aus.

Zugehörigkeitsabzeichen

Als unverwechselbares Kennzeichen der Gebirgstruppen dient seit jeher das Edelweiß, das auch die 26er mit Stolz auf ihren Kappen tragen. Darüber hinaus wird das Bataillonswappen am rechten Ärmel der Uniform getragen.

Das Jägergrün bildet die Grundfarbe des gotischen Schildes, der in Goldgelb eingefasst ist. Die Schier gekreuzt mit dem Scharfschützengewehr symbolisieren den Gebirgscharakter, die Zahl "26" steht für die Bataillonsbezeichnung. Die weiß-roten Adlerschwingen und der goldgelbe Stern entstammen dem Stadtwappen von Spittal an der Drau und sind Ausdruck der Verbundenheit mit der Stadt und zur Bevölkerung.

Tradition

Die Tradition der Soldaten des Kärntner Gebirgsschützenregimentes Nr. 1 aus dem Ersten Weltkrieg, genannt "die Bluamenhund mit der Schneid auf ihrer Mütz", welche das Alpenjägerbataillon Nr. 1 in der Zwischenkriegszeit übernahm, wird heute durch das Jägerbataillon 26 fortgesetzt. Bewusst versucht man heute noch, die Tugenden der ehemaligen Kärntner Gebirgssoldaten zu leben, in die heutige Zeit zu transferieren sowie deren Geist gemäß ihrem Leitspruch fortzuführen. Der Leitspruch sowie das Abzeichen des Gebirgsschützenregimentes Nr. 1 sind wesentliche Bestandteile der Bataillonsfahne. Ein museal eingerichteter Traditionsraum ist das Herzstück und Sinnbild der gelebten Tradition. Die ausgestellten Exponate wurden von den ehemaligen Gebirgsschützen und Alpenjägern, die beinahe alle zu Lebzeiten Mitglieder der Kameradschaft des Jägerbataillons 26 waren, gestiftet.

Zwischen dem Gebirgsjägerbataillon 232 aus Bischofswiesen, gelegen in der Region Berchtesgaden, und dem Jägerbataillon 26 gibt es seit dem Jahre 2006 eine Partnerschaft.

Partnerschaft

Begründet wurde die Partnerschaft im gemeinsamen Kosovo-Einsatz 2005. Der vom Jägerbataillon 26 geführten Task Force "Dulje" war eine deutsche Infanteriekompanie des Gebirgsjägerbataillons 232 unterstellt. Das Gebirgsjägerbataillon 232 selbst stellte zum selben Zeitpunkt die Task Force "Prizren". Die Ähnlichkeiten der beiden Bataillone - Ausbildung, Mentalität, Einsatzwillen, körperliche Leistungsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Führungsstil und Kameradschaft unter den Gebirgsjägern - sowie gemeinsame Einsatzaufträge und Übungen führten letztendlich zu dieser Partnerschaft.

Nach anfänglich gegenseitigen Besuchen von Öffentlichkeitsveranstaltungen befüllte Oberstleutnant Rudolf Kury - damals mit der Führung des Jägerbataillons 26 betraut - gemeinsam mit dem Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232 - Oberstleutnant im Generalstab Nikolaus Carstens - die Kameradschaft mit mehr Leben.

So gab es gegenseitige Informationsveranstaltungen über die beiden Bataillone (Afghanistan-Einatz, Übungen, Gefechtstechniken, Gebirgsausbildung), gemeinsame Sportwettkämpfe, Schiausbildung sowie Bergfahrten der deutschen und österreichischen Gebirgsjäger. Durch diese Veranstaltungen festigte sich die Partnerschaft, und es entstanden viele Freundschaften unter den Kadersoldaten der beiden Bataillone. Bei der Planungsarbeit für die Gefechtsübung "Capricorn 2012" wurde die Idee der Einbindung einer deutschen Gebirgsjägerkompanie in diese Übung geboren und auch diese verwirklicht.

So nahm das Gebirgsjägerbataillon 232 mit der 4. Gebirgsjägerkompanie, einer Tragtierstaffel sowie einem Verbindungselement, geführt vom stellvertretenden deutschen Bataillonskommandeur, Major Mahn, an dieser Übung teil.

Die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232, genannt die "Struber Jaga", sind in Bischofswiesen in der JägerKaserne stationiert. Gegliedert ist das Bataillon in die 1. Kompanie (Stabs- und Versorgungskompanie), 2. bis 4. Gebirgsjägerkompanie, 5. Jägerkompanie (schwere Kompanie) sowie die 6. Jägerkompanie (Ausbildungskompanie). Fahrzeugmäßig sind sie mit schwedischen Überschneefahrzeugen "Hägglunds", ein Raupenfahrzeug, ausgerüstet.

Geführt wird das Bataillon derzeit von Oberstleutnant im Generalstab Peter Küpper, der selbst Heeresbergführer ist.

Oberstleutnant Rudolf Kury, MSD

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