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Die Streitkräfte der Republik Kroatien

Kroatien, das am 1. Juli 2013 der Europäischen Union beigetreten ist, entwickelte sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten von einem Gastgeberland für Friedenskräfte zu einem Land, das nun selbst große Anstrengungen für den Frieden unternimmt.

Die Streitkräfte der Republik Kroatien wuchsen in überraschend kurzer Zeit zu einem modernen Heer mit professionellen Kräften auf. Sie verfügen heute über Kapazitäten für den Einsatz in gemeinsamen internationalen Operationen in der NATO, der UNO und der EU und wirken weltweit in zahlreichen friedensunterstützenden Operationen mit.

Die jüngste kroatische Geschichte reicht etwas mehr als zwanzig Jahre zurück. Der Krieg zu Beginn der 1990er Jahre, der mit dem Zerfall Jugoslawiens einherging, zwang unter äußerst schwierigen Umständen zur Aufstellung eigener militärischer Kräfte. Diese haben die möglicher­weise größte Herausforderung in der mehrere Jahrhunderte langen militärischen Tradition Kroatiens bewältigt und 1995 den Krieg auf kroatischem Boden beendet. Damit wurde der Weg in Richtung eines unabhängigen, demokratischen Staa­tes geebnet.

Seit 2009 trägt Kroatien als 27. Mit­glied der NATO zur globalen Sicher­heit bei. Am 1. Juli 2013 nahm die Europäische Union Kroatien als 28. Mitgliedstaat auf.

Auftrag und Gliederung

Es war von Anfang an das Ziel Kroatiens, kleine, moderne und leicht bewegliche Streitkräfte zu formieren und militärische Fähigkeiten zu entwickeln, die sich mit jenen der NATO- Staaten messen können. Im Zuge eines Transformationsprozesses wurde die Personalstärke verringert und die Ausrüstung sowie die Bewaffnung modernisiert. Ein Freiwilligensystem ersetzt nun die Wehrpflicht.

Obwohl die Streitkräfte der Republik Kroatien primär für den Schutz der Souveränität und für die Verteidigung der Landesgrenzen sowie der Luft- und Seehoheit gegliedert sind, umfassen ihre heutigen Aufgaben ein viel breiter­es Spek­trum. Neben dem Genannten gilt es, zur kollektiven Verteidigung der Bündnis­partner beizutragen und in Operationen zur Krisenbewältigung im Ausland mitzuwirken. Darüber hinaus leisten die Streit­kräfte den zivilen Institutionen im In- und Ausland bei Katastrophenfällen Hilfe.

Aus den Anforderungen, die sich aus der Landesverteidigung sowie den Verpflichtungen aus der Mitgliedschaft in der NATO ergeben, wurden die Aufträge an die Streitkräfte der Republik Kroatien defi-niert. Daraus leiten sich die erfor-derlichen mili­tärischen Kapazitäten und Kräfte ab. Die Kernfähigkeiten der Armee sind auf die Planungs- und Durchführungsfähigkeit gemeinsa-mer internationaler Operationen ausgerichtet. Außerhalb des nationalen Territoriums werden die kroatischen Streitkräfte im Rahmen der Bündnis­partner (NATO, Vereinte Nationen, Europäische Union oder andere Koalitionskräfte) eingesetzt.

Die derzeitige Gliederung ist seit 2006 in Kraft und besteht aus dem Generalstab mit den Kommandotruppen und der Militärakademie "Petar Zrinski" sowie den drei Teilstreitkräften Landstreitkräfte (Heer), Luftstreitkräfte und Seestreitkräfte (Marine, einschließlich der Küstenwache) und dem Kommando Einsatz-unterstützung.

Am 1. Jänner 2013 betrug die Gesamtstärke der Streitkräfte der Republik Kroatien 17 650 Personen, davon sind 15 410 Soldaten sowie 2 240 Zivilbedienstete und Angestellte. 15 Generäle und Admiräle befinden sich derzeit im Dienst. Der Generalstab ist in das Verteidigungsministerium integriert und vorrangig für die Führung, die Ausbildung und den Einsatz der Streitkräfte zuständig.

Die Einsätze der Streitkräfte werden durch die operativ einsetzbaren Verbände geführt, die in den Teilstreitkräften ausgebildet werden. Der teilstreitkräfteübergreifende Einsatz wird durch das einheitliche Befehlsgebungssystem sowie durch gemeinsame logistische, nachrichtendienstliche und sonstige Unterstützung im In- und Ausland sichergestellt.

Die operative Überwachung der eingesetzten Kräfte, die nicht der Befehlsgewalt der UNO-, NATO- oder EU-Kommandanten unterliegen, liegt in der Zuständigkeit des operativen Führungszentrums des Generalstabes.

Die Teilstreitkräfte

Heer

Das Heer ist die stärkste Teilstreitkraft und bildet das Rückgrat für die gemeinsamen Operationen der Streitkräfte der Republik Kroatien. Es entwickelt alle Fähigkeiten, die notwendig sind, um die modernen Sicherheitsher-ausforderungen zu bewältigen. Acht Prozent des Aktivstandes halten sich für internationale Einsätze bereit oder befinden sich bereits im Einsatz. Insgesamt besitzen 40 Prozent der Soldaten die Fähigkeit, in Operationen außerhalb des kroatischen Staatsgebietes mitzuwirken.

Die Berufstruppe des Heeres setzt sich zusammen aus

  • einer mechanisierten Gardebrigade (Vinkovci),
  • einer motorisierten Gardebrigade (Knin),
  • einem Militärstreifenregiment (Ogulin, Karlovac),
  • einem Fernmelderegiment (Karlovac),
  • einem ISTAR-Bataillon (Zagreb) und
  • einem ABC-Abwehr-Bataillon (Dugo Selo).

Die mobilen Bataillone der beiden Brigaden sind die Grundmodule für die zweckgebundene Kräftegruppierung. Der Rest der Heerestruppen dient dem Kommando für Ausbildung und Doktrin "Fran Krsto Frankopan" (Zagreb), dessen Auftrag die Ausbildung des Aktivkaders, die Aufstellung und Ausbildung des Milizheeres, die Entwicklung von richtungsweisenden Publikationen sowie die Entwicklung und Leitung der Ausbildung ist.

Das Heer unterstützt die zivilen Institutionen des Landes bei der Brandbekämpfung sowie in der Hochwasserbekämpfung mit Pionieren und Logistik. Zur Assistenzleistung für die zivilen Institutionen werden keine eigenen Kräfte aufgestellt, sondern bestehende Truppen maßgeschneidert zusammengestellt, ergänzend ausgebildet sowie ausgerüstet und von einem für diesen Zweck gebildeten Kommando geführt.

Das Heer verfügt derzeit über 222 gepanzerte Fahrzeuge, davon 75 Kampfpanzer.

Luftstreitkräfte

Die Luftstreitkräfte schützen von zwei Luftwaffenbasen aus (Zagreb, Zadar) mit der Kampffliegerstaffel mit Unterstützung des Flugmeldebataillons den Luftraum Kroatiens. Zwei Hubschrauberstaffeln und eine Transportfliegerstaffel unterstützen die Streitkräfte beim taktischen Transport und bei Küstenwachaufgaben. Die restlichen Fliegertruppen sind Unterstützungsteile für die oben angeführten Kräfte. Die Luftstreitkräfte sind Träger und Organisator des integrierten Brandbekämpfungssystems von Kroatien. Zusätzlich zur Brandbekämpfung wirken die Luftstreitkräfte auch bei Berge- und Rettungsaufträgen sowie bei medizinischen Erste-Hilfe-Transporten mit. Von allen Flügen entfielen in den vergangenen fünf Jahren 23 Prozent auf die Assistenzleistung für zivile Institutionen. Die Luftstreitkräfte verfügen derzeit unter anderem über zehn Kampfflugzeuge MiG-21, 20 Schulungsflugzeuge PC-9M und fünf Zlín Z-242L, zwei Canadair CL-415 und fünf Airtractor AT-802.

Die Ausbildung der Luftstreitkräfte erfolgt im Ausbildungszentrum "Rudolf Peresin" in Zadar.

Marine

Die Marine schützt die Souveränität der Republik Kroatien auf dem Meer. Dazu verfügt sie über
  • die Seeflottille (Split),
  • die Küstenwache (Split),
  • ein Marineinfanteriebataillon (Ploce),
  • ein Küstenüberwachungsbataillon (Split),
  • das Ausbildungszentrum "Petar Kresimir IV" (Split) sowie
  • Versorgungseinrichtungen und Stützpunkte (Split, Pula, Ploce).

Die Seeflottille ist zur Seekriegsführung geeignet und weist zudem die Fähigkeit auf, in internationalen Seeoperationen mitzuwirken. Die Küstenwache schützt die Rechte und Interessen Kroatiens in den Hoheitsgewässern. Die restlichen Marine­kräfte stellen die Einsatzunterstützung der Seeflottille und der Küstenwache sicher.

Die Marine wirkt zusätzlich zur Durchführung der traditionellen Seeaufgaben bei internationalen Übungen und Operationen mit und unterstützt zivile Institutionen bei der Brandbekämpfung, bei der Suche und Bergung von Vermissten auf See und beim Transport der Inselbevölkerung.

Die kroatische Marine ist mit fünf Raketenkanonenschiffen, Landungsschiffen, Sturmbooten, einem Minenräumer, Patrouillen- und Rettungsschiffen und kleineren Seefahrzeugen ausgerüstet.

Einsatzunterstützung

Das Kommando Einsatzunterstützung ist der wichtigste Teil des Logistiksystems der Streitkräfte. Es dient der Durchführung der materiellen, sanitätsdienstlichen und zum Teil auch der personellen Versorgung. Das Versorgungssystem der Streitkräfte bilden neben dem Kommando Einsatzunterstützung die Versorgungselemente der Teilstreitkräfte, Kommanden, Truppen und Anstalten. Die Versorgungskräfte dienen sowohl der Versorgung der Truppen im Inland als auch im Auslandseinsatz in Form eines nationalen Versorgungselementes (National Support Element - NSE) in einem Operationsraum.

Ausbildung

Zusätzlich zum Zusammenwirken der einzelnen Teilstreitkräfte ist eine professionelle Ausbildung aller Soldaten die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Kooperation in den Einsätzen und bei anderen internationalen Aktivitäten sowie für die Tätigkeit in den NATO-Kommanden. Daher werden die Ausbildungskriterien in den Streitkräften im Einklang mit dem Standard moderner Heere weiter angehoben.

Die Ausbildungsrolle wurde der Militärakademie "Petar Zrinski" in Zagreb übertragen, die als universitäre und wissenschaftlich forschende Anstalt die militärische Ausbildung organisiert und durchführt. Sie ist maßgebend für die interdisziplinäre Schulung und Ausbildung der Offiziere und Unteroffiziere verantwortlich und führt das Kadettenbataillon.

Die militärische Ausbildung erfolgt im militärischen Bildungssystem in Zusammenarbeit mit zivilen Bildungsinstitutionen. An der Militärakademie werden mehrere Ebenen der militärischen Ausbildung angeboten wie: Generalstabskurse, Führungslehrgänge, Offiziersgrundausbildung, Unteroffiziersgrundausbildung, Unteroffiziersfachausbildung und die Fremdsprachenausbildung.

Modernisierung und Ausrüstung

Die Veränderungen im strategischen Umfeld und die neuen Aufträge der Streitkräfte der Republik Kroatien werden von der Modernisierung der Ausrüstung und Bewaffnung in allen drei Teilstreitkräften begleitet. Der NATO-Beitritt beschleunigte diesen Prozess zusätzlich.

Der längerfristige Entwicklungsplan der Streitkräfte der Republik Kroatien brachte eine Zustandsübersicht, beschäftigt sich mit der Modernisierung und beinhaltet die Aktivitäten bis 2015. Bei der Ausarbeitung der Pläne und der strategischen Dokumente, mit denen die Kernprojekte definiert wurden, war man besonders darauf bedacht, die Streitkräfte über den Bereich der Landesverteidigung hinaus zur Auftragserfüllung in der NATO zu befähigen.

Im Rüstungsbereich stützt sich Kroatien weitgehend auf die heimischen Entwicklungs- und Produktionspotenziale ab. Bei der Importbeschaffung wird der Zusammenarbeit mit ausländischen Betrieben in gemeinsamen Entwicklungs- und Offsetprogrammen besondere Beachtung geschenkt. Auf die Kernprojekte der Rüstungsmodernisierung entfallen 70 Prozent der finanziellen Mittel, während für die Randprojekte nur 30 Prozent vorgesehen sind. Diesen wird in der weiteren Entwicklung mehr Beachtung geschenkt werden.

Derzeit ist eine neue Kampfuniform in zwei Varianten ("kontinentale Uniform" und "Wüstenuniform") in Beschaffung, die vom kroatischen Betrieb "Kroko International" hergestellt wird. Die Uniformen richten sich nach den Erfordernissen des modernen Soldaten mit einem neuen digitalen Tarnmuster in einem Schnitt, der dem Soldaten eine ungehinderte Bewegung bei der Auftragserfüllung unter verschiedenen Gelände- und Klimabedingungen ermöglicht. Ergänzt wird die Uniform durch zusätzliche Ausrüstungsgegenstände wie Helm, Schuhwerk, Rückengepäck, Kampfweste, wasserdichte Winterjacke etc. An Handfeuerwaffen sind die Pistole "Hrvatski Samokres" (HS 2000) und das Sturmgewehr VHS (Visenamjenska Hrvatska Strojnica) der Firma HS aus Ozalj bei Karlovac im Einsatz.

Das Heer ist mit den leichten gepanzerten Fahrzeugen IVECO LMV und High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle (HMMWV) ausgestattet. Das größte Beschaffungsprojekt ist derzeit der Ankauf von 126 Mannschaftstransportpanzern der finnischen Firma Patria, die von der Firma Ðuro Ðakovic in Slavonski Brod zusammengebaut werden.

Für die Erfordernisse der Pilotenausbildung bekamen die kroatischen Luftstreitkräfte zusätzlich zu den bestehenden Schulungsflugzeugen des Typs Pilatus PC-9M fünf kolbenbetriebene Flugzeuge des Typs Zlín Z-242L für die Auswahl, Grundausbildung und Weiterbildung der Militärpiloten. Für die Ausbildung der Kampfpiloten wurde von der kroatischen Firma Soko Z. I. ein MiG-21-Flugsimulator angeschafft.

Die Hubschrauberkräfte wurden durch die Beschaffung von zehn weiteren Hubschraubern des Typs Mi-171Sh aufgestockt. Diese sind weitgehend gegen die Wirkung von Infanteriewaffen gepanzert. Im Vergleich zum "klassischen" Fluggerät, das eine Heckluke hat, verfügen die modernen russischen Hubschrauber über eine hydraulische Rampe. Diese erleichtert das rasche Absetzen von Soldaten sowie das Verladen von Versorgungsgütern.

Die Marine wurde im Jahr 2009 durch zwei Lenkwaffenschnellboote der HELSINKI-Klasse (ex-FIN; in Kroatien: VUKOVAR-Klasse) verstärkt. Die gesamte Schiffsausrüstung ist NATO-kompatibel. Es handelt sich um Mehrzweckschiffe, die traditionelle Aufträge ebenso erfüllen können wie die Erfordernisse der Küstenwache. Im Bestand der kroatischen Marine befindet sich auch das Minenräumschiff LM-51 "Korcula", hergestellt von heimischen Erzeugern. Dieses Schiff kann sowohl für militärische als auch für zivile Zwecke eingesetzt werden. Hauptsächlich wird es jedoch für das Auffinden, Identifizieren, Markieren und Vernichten von Seeminen verwendet.

Internationale Einsätze

Das internationale Engagement der Streitkräfte der Republik Kroatien begann in der UNO, gefolgt von der NATO und der Teilnahme an EU-geführten Missionen. Die ersten Militärbeobachter wurden 1999 nach Sierra Leone zu UNAMSIL entsandt. Seit damals beteiligte sich Kroatien an mehr als 20 internationalen Operationen unter der Schirmherrschaft der UNO, der NATO und der EU.

Heute, 14 Jahre später, wirken rund 350 Angehörige der Streitkräfte der Republik Kroatien in acht internationalen Operationen, davon etwa 25 in den UN-Missionen, mit. Das bislang stärkste kroatische Kontingent befand sich als Teil des österreichischen Bataillons bis März 2013 in der zehnten Rotation bei UNDOF auf den Golan-Höhen (93 Soldaten). Derzeit dienen in fünf UN-Friedensmissionen Beobachter und Offiziere in Stabsfunktionen (MINURSO/West-Sahara, UNMOGIP/Indien und Pakistan, UNFICYP/Zypern, UNMIL/Liberia, UNIFIL/Libanon).

Das erste kroatische NATO-Kontingent wurde 2009 in den Kosovo entsandt. Zurzeit ist im Kosovo das 12. Kontingent mit 20 Mann und zwei Hubschraubern Mi-171Sh eingesetzt. Auftrag ist bis dato der Transport des KFOR-Kontingentes.

Die Operation ISAF ist die stärkste und anspruchsvollste friedensunterstützende Mission, an der sich die Streitkräfte beteiligen. Die erste Entsendung eines Militärstreifenzuges von 50 Mann erfolgte im Februar 2003. Im März 2013 endete der Dienst des 20. kroatischen Kontingentes, das etwa 300 Soldaten umfasste. Sie waren auf zwei Regionalkommanden in Kabul und Mazar-e Sharif aufgeteilt, zusammen mit rund zehn Mann der Bündnisländer und Partner. Im Laufe des Jahres 2013 soll das Kontingent in der Operation ISAF um rund 100 Mann verringert werden.

Der zahlenmäßig stärkste Anteil des kroatischen Kontingentes (HRVCON) bei ISAF ist die Jägerkompanie, die das Camp "Marmal" (Kommando Nord) bewacht, während der anspruchsvollste Anteil auf die operativen Beraterteams und Verbindungsteams, die Beraterteams für die Ausbildung der afghanischen Militärpolizei sowie die Ausbilderteams für die Ausbildung der afghanischen Hubschrauberpiloten, die Versorgungsschule und die Militärpolizeischule entfällt.

Sowohl die Angehörigen der Streitkräfte als auch das Stabspersonal wirken in der Kommandoarbeit aller Operationsebenen mit. Ab Mai 2011 wurde Kroatien das Projekt zur Führung der Militärpolizeischule als führende Nation (Lead Nation) anvertraut. Dabei werden rund zehn spezielle und teilstreitkräfteübergreifende Ausbildungsinstitutionen der afghanischen Sicherheitskräfte unterstützt.

Mehr als 25 Prozent des kroatischen ISAF-Kontingentes sind derzeit mit Beratungsaufträgen gebunden, einer der meist geschätzten Tätigkeiten in der Operation ISAF. Der Beratungsanteil nimmt ständig zu. Im April 2013 beging Kroatien den zehnten Jahrestag einer erfolgreichen Zusammenarbeit in dieser NATO-Mission.

Seit 2009 beteiligt sich Kroatien an der EU-Operation "Atalanta". Derzeit befinden sich drei Stabsoffiziere im operativen Kommando in Northwood in Großbritannien. Gemeinsam mit Deutschland, Österreich, Tschechien und Mazedonien beteiligte sich Kroatien mit 20 Hubschraubern an der EU-Battle Group 2012-2. Das war das zweite Mal, dass sich Kroatien, als künftiger EU-Mitgliedstaat an einer EU-Kampfgruppe beteiligte, um einen Beitrag zur Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU zu leisten.

Kräfte, die sich für die Mitwirkung in internationalen militärischen Operationen vorbereiten, werden einem umfangreichen Ausbildungsprozess für die Entsendung unterzogen, der mit der Zertifizierung jedes einzelnen Teilbereiches abschließt. Die Bewertung wird von Offizieren durchgeführt, die für die NATO CREVAL (Combat Readyness Evaluation) zertifiziert sind.

Der Ausbildungsstandard wird durch das Einarbeiten von "Lessons Learned" aus den Missionen ständig verbessert. Seit einigen Jahren wird eine zusammengefasste Ausbildung aller Elemente des HRVCON, die entsandt werden, mit dem Ziel einer möglichst realistischen Vorbereitung durchgeführt und der Ausbildungsstand in der Übung "Hrvatski ponos" ("Kroatischer Stolz") überprüft.

Vollständige Integration in die NATO

Im Oktober 2012 wurde die Deklaration über die Beendigung des Integrationsprozesses unterfertigt. Damit wird bestätigt, dass die Streitkräfte der Republik Kroatien im NATO-Bündnis vollständig integriert und befähigt sind, mit anderen Bündniskräften in internationalen Operationen zusammenzuwirken.

Derzeit sind neue strategische Dokumente in Ausarbeitung, die die weitere Entwicklung der Streitkräfte der Republik Kroatien vorgeben werden. Die weitere Reform des Wehrsystems wird sich auf den Ausbau moderner, wirkungsvoller und professioneller Streitkräfte mit einem qualifizierten, geschützten, integrierten, mobilen, flexiblen und finanziell leistbaren Kaderpersonal ausrichten.


Autorin: Vesna Pintaric, stellvertretende Chefredakteurin Hrvatski Vojnik.

Kasten 1

Operation "Maslenica"

In den frühen Morgenstunden des 22. Jänner 1993 begann eine der erfolgreichsten Militäroperationen der kroatischen Streitkräfte. Die Operation war unter dem Codenamen "Pirat" geplant und unter absoluter Geheimhaltung durchgeführt worden. In nur 72 Stunden befreite die kroatische Armee unter Beteiligung aller drei Teilstreitkräfte 92 Quadratkilometer des bis zu diesem Zeitpunkt besetzten kroatischen Gebietes.

Die kroatische Armee und die Polizei rückten aus mehreren Richtungen in Angriffsformationen vor und konnten schon am ersten Tag die Meerenge von Novsko Zdrilo sowie die Orte Rovanjska, Maslenica, Podgradina, Islam Latinski, Islam Grcki und Kasic befreien. Am darauf folgenden Tag wurden der Flughafen Zemunik und eine große Anzahl von Orten im Hinterland von Zadar zurückerobert. Strategisch wichtig war die Überwachung eines weiträumigen Gebietes um die Gebirgsregionen Velika und Mala Bobija, Tulove grede und die Passhöhe von Mali Alan, in denen Schlüsselpositionen im Velebit-Gebirge ausgebaut wurden, von denen aus die kroatischen Streitkräfte die Orte Obrovac, Gracac und Benkovac kontrollieren konnten.

Wiewohl die Hauptziele der Operation in kurzer Zeit erreicht wurden, erzwangen die Vereinten Nationen am 25. Jänner 1993 einen Abbruch der erfolgreichen Vorstöße bei den Ortschaften Obrovac und Benkovac. Dies nützten die feindlichen Kräfte zur Stärkung ihrer Einheiten und zur Vorbereitung neuerlicher Angriffe. Deshalb dauerten die Kämpfe noch einige Tage an. Die kroatischen Streitkräfte konnten die erreichten Positionen halten und wurden von Truppen unterstützt, die aus Slawonien mit Hubschraubern eingeflogen wurden. Es war dies die erste Luftlandeaktion der jungen kroatischen Armee.

Am 27. Jänner 1993 sollte der Staudamm von Peruca (an der Cetina) durch feindliche Truppen zerstört werden. Durch die im Vorfeld gezündeten 30 Tonnen Sprengstoff wurde er zwar schwer beschädigt, stürzte aber nicht ein. Eine Katastrophe, die eine Flutwelle ausgelöst hätte, konnte durch Einheiten der kroatischen Armee verhindert werden.

In der Operation "Maslenica" erlitt der Feind die erste große Niederlage. Der Norden und der Süden Kroatiens waren damit wieder verbunden. Die Pontonbrücke, die unweit des zerstörten Straßenüberganges errichtet wurde, ermöglichte erneut die Verkehrsverbindung über die Meerenge Novsko Zdrilo bis zur Errichtung der neuen Brücke von Maslenica.

Aus: Hrvatski Vojnik, Nr. 413, 18. Jänner 2013, übersetzt von Michael Ellenbogen.

Kasten 2

Die Trinkwasserversorgung der Adria-Inseln im Hochsommer Eine wichtige Aufgabe der kroatischen Marine

Die Inseln entlang der kroatischen Küste und insbesondere jene des Archipels vor der Hafenstadt Zadar verfügen zwar über eine eigene Wasserversorgung, sie wird jedoch ausschließlich über Wasserauffangbecken, so genannte "Zisternen", gewährleistet. In den meist niederschlagsfreien Sommermonaten, in denen ein höherer Süßwasserverbrauch durch die Feriengäste oft zu einer Knappheit und damit vielerorts zu einer Krisensituation führt, versorgt seit Jahren die kroatische Marine die Inseln mit einem eigenen Wassertransportschiff, der PT-71. Die PT-71 ist ein Marinefrachter der ehemaligen jugoslawischen Kriegsmarine, der vor einigen Jahren umgebaut und mit großen Tanks ausgerüstet wurde.

Sie gehört zur Küstenpatrouille der HRM (Hrvatska ratna mornarica - Kroatische Marine) und wird aufgrund von Anforderungsansuchen der Gespanschaften (Zupanije - Verwaltungsgebiete) jedes Jahr oft schon ab Anfang Juni, entsprechend der Wetterlage, für regelmäßige Trinkwassertransporte zu den Inseln, wie Veli und Mali Iz, Molat, Ist oder Silba eingesetzt. Im Sommer 2012 wurde z. B. Veli Iz an einem einzigen Tag mit 320 Tonnen Frischwasser versorgt. Das relativ kleine, im Jahr 1956 gebaute Schiff verfügt über begrenzte Kapazitäten. In regenarmen Sommern ist die PT-71 jeden Tag mit vollen Tanks zu den jeweiligen Inseln unterwegs. Neben dem Wasserschiff der kroatischen Marine ist zur selben Zeit auch ein ziviles Schiff, die "Zrmanja", im Dauereinsatz, ein ehemals deutsches Schiff, das früher den Namen "Wespe" trug. Doch die Vielzahl der Inseln entlang der kroatischen Küste würde eine Flotte von mindestens zehn modernen Wassertankschiffen mit einer Nutzlast von mindestens 1 000 Tonnen pro Schiff erfordern. Es bestehen Absichtserklärungen und Pläne von den einzelnen Gespanschaften, zu deren Verwaltungsbereich die Inseln gehören, ebenso wie von der Marine, neuwertige Wassertankschiffe zu beschaffen oder auf kroatischen Werften bauen zu lassen.

Ein anderes Vorhaben, das in den kommenden Jahrzehnten mit finanzieller Hilfe der Europäischen Union realisiert werden soll, ist die Verlegung von unterseeischen Wasserleitungen, mit denen zunächst die größeren Inseln verbunden werden sollen. Pumpstationen würden dann die Haushalte auf den Inseln mit Wasser versorgen. Im Zuge dessen könnte dann auch die Abwasserentsorgung mittels großer Senkgruben sichergestellt werden, die regelmäßig ausgepumpt werden und deren Inhalt mit Spezialschiffen abtransportiert wird. Die Realisierung dieses Großprojektes wird noch einige Zeit auf sich warten lassen. Bis dahin werden sowohl die PT-71 der kroatischen Marine als auch das zivile Schiff "Zrmanja" noch tausende Hektoliter des erfrischenden "blauen Goldes" zu den Inseln transportieren. Beide Schiffe werden während des Winters gewartet und gereinigt, um in den Sommermonaten die Wasserversorgung entlang der kroatischen Küste und insbesondere in der Region um die Stadt Zadar sicherzustellen. Frühmorgens verlassen beide Schiffe in langsamer Fahrt und mit tiefer Wasserlinie die Pumpstation in der Nähe von Zadar. Mit sechs bis neun Knoten Fahrt erreichen sie nach einigen Stunden die Insel Silba. Junge Gemeindebedienstete verbinden mit oft schon porösen Kunststoffschläuchen die Pumpaggregate des Schiffes mit jenen des Wasserreservoirs in der Nähe des Hafens. Die Entladung von bis zu 340 Tonnen Wasser benötigt bis zu zehn Stunden, da die bereits betagten Pumpenmotoren keine höhere Leistung erbringen.

Michael Ellenbogen.

Kasten 3

Präsenz und Verantwortung sind die Merkmale der Angehörigen des kroatischen Kontingentes in Afghanistan

Der Kommandant des 19. kroatischen Kontingentes HRVCON, Brigadier Tomislav Galic, ist ein Offizier mit einer eindrucksvollen Karriere. 1998 bis 2000 absolvierte er in Deutschland den Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr. Hervorzuheben ist seine Tätigkeit als kroatischer Militärattaché in Österreich, der Slowakei und der Schweiz. Das Kommando über das 19. kroatische Kontingent bei ISAF in Afghanistan war seine bislang wichtigste Aufgabe. Im Interview mit der kroatischen Militärzeitschrift "Hrvatski Vojnik" schildert er seine Eindrücke aus dem Einsatz in der ISAF.

Hrvatski Vojnik (HV): Es nähert sich das Ende ihrer Mission beim 19. kroatischen ISAF-Kontingent, das Sie befehligen. Wie haben Sie die vergangenen Monate erlebt? Gab es Ereignisse, welche die Tätigkeit des 19. kroatischen Kontingentes HRVCON besonders gekennzeichnet haben?

Brigadier Tomislav Galic (TG): Als ich im Oktober 2011 zur Teilnahme an den Vorbereitungen in das operative Befehlszentrum des Generalstabes der kroatischen Armee einberufen wurde, schien mir der September 2012 noch weit entfernt. In einem ausgezeichneten und dynamischen Programm für die Einsatzvorbereitung wurden mir bis März des vergangenen Jahres viele neue und interessante Informationen sowie eine Einführung in das Einsatzgebiet der ISAF vermittelt.

Die Einbindung in die Ereignisse am Dienstort ließ die Zeit bis zum Ende meines Mandates als Kommandant des kroatischen Kontingentes in Afghanistan rasch vergehen. Als wir wussten, dass unsere Nachfolger in ein paar Wochen kommen würden und wir in weniger als einem Monat wieder in der Heimat sein würden, fiel es uns leicht, den Dienstantritt des 20. kroatischen Kontingentes HRVCON vorzubereiten.

Im Laufe des Einsatzes des 19. kroatischen Kontingentes HRVCON wurde in Chicago der NATO-Gipfel abgehalten, wo Entscheidungen getroffen wurden, die für die Zukunft Afghanistans wichtig sind. Der Beschluss, auf den sich die meisten Mitgliedstaaten der NATO im Hinblick auf den Abzug von Teilen ihrer Streitkräfte aus Afghanistan in diesem Jahr verständigt haben, setzt voraus, dass die Angehörigen der afghanischen Armee und Polizei bis Ende 2014 befähigt sind, Vorsorgemaßnahmen für die Stabilität und Sicherheit des eigenen Landes zu übernehmen.

Diese Entwicklung bedingte auch eine Veränderung der Organisation sowohl bei den afghanischen Sicherheitskräften als auch bei den NATO-Kommanden auf allen Ebenen. Diese Maßnahmen und die alltäglichen Änderungen im Land wurden analysiert, da sie einen direkten Einfluss auf die Zusammensetzung des 19. kroatischen Kontingentes HRVCON hatten.

HV: Es erfolgte bereits der 19. Wechsel eines kroatischen Kontingentes bei der ISAF. Im Laufe der Jahre hat sich die Zahl der Angehörigen des Kontingentes erhöht. Wie würden Sie die Aufgaben beschreiben, welche die Soldatinnen und Soldaten der kroatischen Armee bei der ISAF zu bewältigen haben?

TG: Soweit mir bekannt ist, ist das 19. kroatische Kontingent HRVCON die größte Einheit, die im Juni und Juli 2012 die maximale Anzahl von 347 Angehörigen des kroatischen Verteidigungs- und Innenministeriums erreicht hat. Es stimmt, dass sich die Anzahl der Angehörigen im quantitativen Sinn ebenso wie im Hinblick auf die Qualität erhöht hat. Dabei richtete sich der Fokus auf die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte in zahlreichen Waffengattungen und den dazugehörenden Strukturen. An dieser Stelle möchte ich die Ausbilder des Infanteriebataillons, des Bataillons für die Artillerieunterstützung, die Ausbilder der Pioniertruppenschule sowie die Lehrenden auf Korps- und Brigadeebene und das Schulungspersonal für die logistischen Bereiche, aber auch die Mentoren für die Artillerieausbildung im Rahmen des militärischen Schulungszentrums erwähnen.

Hinzu kommen noch operative Ausbildungsteams der Polizei mit der Aufgabe, die zivilen afghanischen Sicherheitskräfte auf Provinzebene und in ihren regionalen Bereichen mit Unterstützung von Mitarbeitern des kroatischen Innenministeriums zu schulen. Beraterteams der kroatischen Armee, insbesondere aus der Logistikschule, sowie eine Gruppe von Lehrenden der kroatischen Luftstreitkräfte zur Ausbildung afghanischer Piloten am Helikopter Mi-17 sind in die Aktivitäten des Kontingentes eingebunden. Kroatische Techniker bilden das Bodenpersonal für die Wartungsarbeiten an den Fluggeräten aus.

Auf jeden Fall möchte ich das Projekt einer Schule für den Aufbau und die Ausbildung der Militärpolizei hervorheben, das ehemals von Brigadier Olujic betreut worden ist und jetzt von Brigadier Akrapo geführt wird. Dieses Projekt wurde wegen der Professionalität und Qualität bei der Realisierung der Ausbildungsziele im Bereich der Militärpolizei innerhalb der ISAF im Mai 2011 Kroatien überantwortet. Innerhalb der NATO hatte man diese positive Entwicklung erkannt und als erfolgreichste Kooperation innerhalb des Verteidigungsbündnisses dargestellt.

Natürlich wäre es nicht korrekt, die anderen Angehörigen des Kontingentes zu übergehen, die fleißig und sachkundig ihre Verpflichtungen im ISAF-Headquarters, im ISAF Joint Command, im Regional Command North and Capital, im Military Training Center Kabul (KMTC) mit der Officers Training Brigade (OTB) oder auch im nationalen Befehls- und Führungssystem wahrnehmen.

HV: Wie würden Sie die Rolle des Kommandanten des Kontingentes und seiner Truppe beschreiben?

TG: Der Kontingentskommandant ist für die Abstimmung aller Aktivitäten der Einheit zur Erfüllung der gestellten Aufgaben verantwortlich. Er vertritt seine Einheit vor internationalen und anderen Gremien. Außerdem hat der Kommandant die Aufsicht über alle Angehörigen des Kontingentes. Aber dem höchsten Repräsentanten der Einheit obliegt auch eine andere Pflicht: Die Obsorge für jeden einzelnen Angehörigen des Kontingentes zu jeder Zeit. Dies betrifft sowohl die Dienst- als auch die Freizeit. Diesbezüglich stehen dem Kommandanten seine Führungsoffiziere zur Seite. Dazu gehört der Offizier, der mit der Durchführung der operativen Aufgaben betraut ist, ebenso wie der Erste Unteroffizier des kroatischen Kontingentes. Dazu kommt ein Informationsoffizier, der erstmals in die Tätigkeiten eines kroatischen Kontingentes eingebunden ist. Dem Führungsstab gehören ebenfalls ein weiblicher Offizier und Unteroffizier an. Beide übernehmen die Verantwortung für das Funktionieren des Kommunikations- und Informationssystems des Kontingentes. Dem Kommando ist auch ein Militärkaplan zugeteilt. Abgesehen von den Fähigkeiten eines Kommandanten, hängen sein Erfolg sowie die erfolgreiche Lösung der Aufgaben durch das Kontingent von seinem persönlichen Stab ab. Mein Stab war definitiv von Hingabe und Begeisterung bei der Erfüllung seiner Aufgaben geprägt. Dieses positive Arbeitsklima war beseelt vom unerschöpflichen Wunsch, ja von der Sorge um das Wohlergehen aller Angehörigen des 19. kroatischen Kontingentes. Die Angehörigen des 19. kroatischen Kontingentes sind dafür unendlich dankbar.

HV: Wir haben uns davon überzeugt, dass afghanische Soldaten und Polizisten gerne mit ihren kroatischen Kollegen kooperierten. Das haben ihnen auch die afghanischen Offiziere bestätigt, die Sie getroffen haben. Was ist nun das Geheimnis jenes Phänomens, das von den meisten als "kroatische Herangehensweise" bezeichnet wird?

TG: Ja, das ist wirklich so. Manche würden sagen, dies wäre nur eine Floskel, und dass wir uns überschätzen würden. Ich habe anfangs auch nicht in dem Sinne nachgedacht, wie ich heute das vielschichtige Aufgabengebiet bewerte. Eines Besseren belehrt haben mich diesbezüglich viele positive Beispiele, die mich persönlich überzeugt haben sowie die Erzählungen von Angehörigen des Kontingentes, die tagtäglich mit den afghanischen Soldaten im Gelände, auf den Übungsplätzen oder in den Diensträumen zusammengearbeitet haben. Außer einer guten Vorbereitung, welche die Angehörigen des kroatischen Kontingentes in ihrer Ausbildung durchlaufen, verfügen diese über ein ausgeprägtes Gefühl, Menschen in Bedrängnis zu helfen. Dabei berücksichtigen sie die Verschiedenheit der Kulturen, der Religionen und Lebensweisen. Ihre Wohltätigkeit stellen sie damit unter Beweis, indem sie Kinder in Dörfern beschenken, die sie gemeinsam mit afghanischen Einheiten, die von kroatischen Unteroffizieren und Offizieren ausgebildet werden, besuchen. Der Eindruck aufrechter Unterstützung trägt mit einem ehrlichen Zugang und gelebter Hochachtung zur Entwicklung freundschaftlicher Verhältnisse bei. Das empfinden die Afghanen sehr deutlich. Diese Entwicklung wirbt auch für die Tätigkeit der ISAF im Sinne von "Shona ba shona" ("Schulter an Schulter").

HV: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit in den internationalen Streitkräften?

TG: Was mich fasziniert, ist der Umstand, dass 4 500 Kilometer von der Heimat entfernt eine große Solidarität zwischen den Soldaten aus den verschiedenen Nationen vorherrscht, ebenso wie die Flexibilität der Angehörigen des kroatischen Kontingentes. Sie haben bereits über die ausgezeichnete Kooperation US-amerikanischer und kroatischer Armeeangehöriger bei der gemeinsamen Instandhaltung von Kampffahrzeugen und Kommunikationsanlagen in den Camps "Marmal" und Mazar-e Sharif berichtet. Das möchte ich besonders betonen.

Aus: Hrvatski Vojnik, Nr. 403, 31. August 2012, übersetzt von Michael Ellenbogen.

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