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Internationalisierung der Offiziersausbildung

Der Fachhochschul-Bachelorstudiengang Militärische Führung an der Theresianischen Militärakademie ist die erste Stufe der akademischen Ausbildung österreichischer Offiziere. Der internationalen Zusammenarbeit kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu.

Mit der Gründung der Theresianischen Militärakademie (TherMilAk) im Jahr 1752 setzte Maria Theresia einen "Meilenstein" für eine damals zeitgemäße Offiziersgrundausbildung. Sie hatte erkannt, dass das ständige Fortschreiten der Kriegskunst eine Regelung des militärischen Bildungs- und Ausbildungswesens zwingend erforderlich machte, wobei die Betonung auf das Bildungswesen zu legen war. Der Grundauftrag "Mach er tüchtige Offiziere, und rechtschaffene Männer daraus" prägte über Generationen bis zum heutigen Tag die körperliche, geistige und standesbewusste Ausbildung von Offizieren. Der "tüchtige Offizier" sollte ein Truppenführer mit einer zeitgemäßen und fundierten Ausbildung sein.

Die Ausbildungssystematik der Offiziersgrundausbildung wurde seitdem immer wieder an die sich ergebenden "Chancen" und Notwendigkeiten angepasst.

Die Umstellung der Offiziersgrundausbildung auf Hochschulniveau setzte 1998 einen weiteren zeitgemäßen "Meilenstein". Seit dieser Etablierung der Offiziersgrundausbildung im tertiären Bildungsbereich waren immer wieder weitere zeitgemäße Adaptierungen des Studienprogrammes notwendig. 2008 erfolgte die Umstellung der hochschulischen Offiziersgrundausbildung auf das dreistufige Bologna-Modell (Bachelor - Master - Doktor/PhD).

Unter der Verantwortung des Institutes für Offiziersausbildung wird an der TherMilAk der FH-Bachelorstudiengang Militärische Führung (FH-BaStg MilFü) durchgeführt. Der Masterstudiengang Militärische Führung wird an der Landesverteidigungsakademie angeboten. In Kooperation mit der Universität Wien begann 2013 der 19. Generalstabslehrgang ein PhD-Programm.

Eine weitere zeitgemäße Adaptierung stellte die Internationalisierung der Offiziersgrundausbildung am FH-BaStg MilFü dar. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit diesen Internationalisierungsmaßnahmen.

Grundlagen für die Internationalisierung

Im März 2010 rief die Europäische Union während der Bologna-Konferenz in Budapest und Wien den Europäischen Hochschulraum ins Leben. Dem gingen zehn Jahre Bologna-Prozess voraus. Der Bologna-Prozess steht für die Maßnahmen, Instrumente und Bestrebungen zur Schaffung und Umsetzung eines gemeinsamen Europäischen Hochschulraumes. Es handelt sich dabei nicht bloß um eine bildungspolitische Reform, sondern um Bestrebungen im Sinne der Stärkung Europas als Hochschul- und Forschungsstandort, der zur Förderung der Internationalisierung und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit führt.

Das Bekenntnis zur Schaffung eines Europäischen Hochschulraumes trägt auch Österreich im Bologna-Prozess vollinhaltlich mit. Aus einigen Aussagen in zahlreichen Strategiepapieren lässt sich der Bedarf einer Internationalisierung ableiten.

Europäische Sicherheitsstrategie

Unsere nationale Sicherheit und unser Wohlstand hängen immer mehr von einem wirksamen und effektiven multilateralen System ab. "Kein Land ist in der Lage, die komplexen Probleme der heutigen Zeit im Alleingang zu lösen."

Österreichische Sicherheitsstrategie

Der Nationalrat genehmigte im Juli 2013 die neue österreichische Sicherheitsstrategie.5) Darin wird besonders die Teilnahme von Österreich an der gemeinsamen europäischen Sicherheitspolitik und an den internationalen Missionen der Vereinten Nationen unterstrichen.

Auszüge aus der Sicherheitsstrategie lassen auch für die Gestaltung von Bildungsmaßnahmen in der Offiziersgrundausbildung relevante Themen erkennen:

  • Moderne Sicherheitspolitik ist heute Querschnittthema, das in beinahe alle Lebens- und Politikbereiche miteinbezogen werden muss. Sie muss umfassend und integriert angelegt, aktiv gestaltet und solidarisch umgesetzt werden.
  • Die sicherheitspolitischen Entwicklungen in Europa sind in steigendem Maße vom Wirken internationaler Organisationen, insbesondere der EU, geprägt.
  • Die komplexen Probleme in Sicherheitsfragen können nur durch mehr internationale Kooperation gelöst werden.
  • Aufgrund weiter zunehmender politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Vernetzungen ist mit einer fortschreitenden Internationalisierung der Herausforderungen für die Sicherheit Österreichs zu rechnen.
  • Partnerschaftliche Beziehungen mit Ländern im sicherheitsrelevanten Umfeld der EU sollen gestärkt werden.
  • Alle wesentlichen Herausforderungen für die innere Sicherheit Österreichs haben internationale Dimensionen.
  • Bedarfsorientierte Zusammenarbeit soll nach Möglichkeit gemeinsam mit Partnern, vor allem mit Ländern in der östlichen, aber auch in der südlichen EU-Nachbarschaft, erfolgen.

Daraus ableitend ergibt sich, dass Internationalisierung, Zusammenarbeit, Vernetzung und proaktive Gestaltung von Kooperationsmaßnahmen auch für die Gestaltung von Bildungsmaßnahmen in der Offiziersgrundausbildung zu berücksichtigen sind.

Leitbild des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH)

Bei den Grundsätzen, Prinzipien und zentralen Werten für das Leitbild des ÖBH6) sind folgende Bereiche für das Thema "Internationalisierung" relevant:

  • Österreichische Identität in einem europäischen Bewusstsein (z. B.: ausgeprägtes Verständnis der europäischen Idee, …);
  • Multinationalität (z. B.: Interkulturelle Kompetenz,
  • Interoperabilität, Sprachfertigkeit, …);
  • Veränderungsbereitschaft.

Militärstrategisches Konzept

Das militärstrategische Konzept7) stellt die Grundlage für die zukünftige Entwicklung des ÖBH dar, und zwar für eine Armee, deren Bedeutung vorwiegend in der passiven Abhaltefähigkeit lag, zu Streitkräfte, die Teil eines multinationalen Ansatzes zur aktiven militärischen Konfliktprävention und zum Krisenmanagement im Sinne gesamteuropäischer und damit auch österreichischer Interessen sind.

Leitbild 2020 - TherMilAk

Auf die Thematik "Internationalisierung" treffen aus dem "Leitbild 2020 - TherMilAk" zwei der insgesamt sieben Leitsätze zu:

  • Wir suchen Vernetzungen und arbeiten mit nationalen und internationalen Partnern zusammen.
  • Wir identifizieren uns mit der Internationalisierung der Ausbildung und setzen Akzente im Bereich der angewandten Forschung und Entwicklung.

Akkreditierungsantrag

Der Akkreditierungsantrag8) ist die Grundlage für die Durchführung des Studienprogrammes am FH-BaStg MilFü. Dieser Akkreditierungsantrag schafft die Grundlagen, um das Thema "Internationalisierung" in der hochschulischen Ausbildung der österreichischen Offiziere am FH-BaStg MilFü umzusetzen. Einige Auszüge aus dem Akkreditierungsantrag sollen dies untermauern.

Auszug aus der Zielsetzung des Studienganges: Es werden jene Qualifikationen vermittelt, die gewährleisten, den Aufgabenvollzug auch unter Einsatzbedingungen im multinationalen Verbund ermöglichen zu können.

Berufliche Tätigkeitsfelder und Qualifikationsprofil: Der strukturellen Weiterentwicklung des ÖBH ist vor allem die Aufgabenerfüllung im Ausland zugrunde zu legen. Die neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen können nicht mehr von einzelnen Staaten bewältigt werden. Ein multinationales, präventives Wirksam-Werden in Krisenzonen beinhaltet wesentlich mehr Stabilisierungs- und Problemlösungspotenzial als ein rein reaktives Abwehrverhalten auf eigenem Territorium.

Zur Aufgabenerfüllung sind Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen erforderlich, die über das spezifisch Militärische hinausgehen. Die grundsätzlichen Anforderungen an die Personengruppe der Offiziere als exponierte Führungskräfte machen eine hochschulmäßige Ausbildung bereits in der Grundausbildung erforderlich. Dem Bildungsgedanken, im Sinne eines reflektierten Menschen- und Weltbildes, ist Rechnung zu tragen. Von den Absolventinnen und Absolventen wird erwartet, dass sie fortgeschrittene kognitive und praktische Fertigkeiten aufweisen, welche die Beherrschung des Faches sowie die Innovationsfähigkeit erkennen lassen, welche zur Lösung komplexer und nicht vorhersehbarer Probleme in einem spezialisierten Arbeits- oder Lernbereich nötig sind.

Offiziersgrundausbildung

Die positive Absolvierung des Einjährig Freiwilligen-Kurses Teil 1 (EF-Kurs 1) und des Vorbereitungssemesters (VbS) sind Voraussetzungen für die Zulassung zur Truppenoffiziersausbildung. Die Truppenoffiziersausbildung beginnt nach dem Auswahlverfahren und umfasst den FH-BaStg MilFü und den Truppenoffizierslehrgang. Der positive Abschluss dieser beiden Ausbildungsabschnitte ist die Voraussetzung für die Ausmusterung als Truppenoffizier.

Internationalisierung am FH-BaStg MilFü

Das vorrangige Ziel aller internationalen Offiziersausbildungsaktivitäten am FH-BaStg MilFü9) ist die Steigerung der Interoperabilität und der interkulturellen Kompetenz der Berufsoffiziersanwärterinnen und Berufsoffiziersanwärter. Dadurch sollen die angehenden Führungskräfte bestmöglich auf ihre zukünftigen Aufgaben im multinationalen Verbund vorbereitet werden. Zur Erfüllung der Zielsetzung wurden verschiedenste Programme ins Leben gerufen, die seit dem Jahr 2005 eine enorme Steigerung der Austauschaktivitäten mit ausländischen Institutionen, vor allem im europäischen und nordamerikanischen Raum, erfahren haben. Die Programme der Internationalisierung unterscheiden zwischen "Outgoing"- und "Incoming"-Aktivitäten.

EMILYO und ERASMUS

Im Rahmen der "European Initiative for the exchange of young officers inspired by ERASMUS", welche auch unter der Bezeichnung "EMILYO"10) (Exchange of MILitary Young Offi- cers) bekannt ist, wurden so genannte "Common Modules" entwickelt.

Damit ein Modul realisiert wird, müssen alle EU-Mitgliedstaaten zustimmen. Das Ziel dieser Entwicklung ist eine Harmonisierung der Offiziersgrundausbildung in den Ländern der Europäischen Union. Sofern EU-Länder diese Common Modules anbieten, wird im Einzelfall über eine Entsendung entschieden. Der Austausch ist in beide Richtungen möglich. Der FH-BaStg MilFü bietet im EMILYO-Programm im Vergleich mit anderen EU-Ländern die mit Abstand größte Anzahl an Common Modules an. Bis zu 20 ausländische Kadettinnen und Kadetten und bis zu vier ausländische Instruktoren können an jedem dieser Module teilnehmen.

Das Common Module "Crisis Management Operation (Peace Support Operations) wurde durch Offiziere vom Institut für Offiziersausbildung entwickelt. Dieses Modul besteht aus vier Sub-Modulen.

Der FH-BaStg MilFü integrierte als bisher einzige Offiziersausbildungsinstitution innerhalb der EU die Common Modules "Media Training", "Law of Armed Conflict", "Crisis Management Operations" und "Common Security and Defence Policy" vollständig in die Ausbildung. Durch diese Integration in die bestehende Ausbildung ist, hinsichtlich der Harmonisierung der Offiziersgrundausbildung, der FH-BaStg MilFü innerhalb der EU am weitesten fortgeschritten.

Die Module können entweder als Gesamtpaket oder bei Bedarf auch nur in Teilen absolviert werden.

Internationales Berufspraktikum

Fixer Bestandteil der Ausbildung am FH-BaStg MilFü ist ein sechswöchiges internationales Berufspraktikum (IBP) im Ausland. Durch die Integration der Praktikantinnen und Praktikanten in einem ausländischen Verband sollen vor allem deren militärisches Führungshandeln und die Persönlichkeits- entwicklung gefördert werden. Die Ziele des Praktikums sind:

  • Vergleich der eigenen Leistungen im internationalen Umfeld;
  • Weiterentwicklung der interkulturellen Kompetenz;
  • Förderung der Interoperabilität;
  • Vertiefung der Sprachkenntnisse;
  • gezielte Persönlichkeitsentwicklung und Stärkung des Selbstbewusstseins.

Das internationale Berufspraktikum stellt ein wesentliches Element der gegenwärtigen Offiziersgrundausbildung dar. Mittlerweile kann dieses Berufspraktikum in 16 - vor allem europäischen Ländern - absolviert werden.

Die durch die Praktikantinnen und Praktikanten im internationalen Berufspraktikum gewonnenen Erfahrungen können in den Bachelorarbeiten wissenschaftlich reflektiert werden.

Im FH-BaStg MilFü werden für ausgewählte Berufsoffiziersanwärterinnen und Berufsoffiziersanwärter internationale Semester11 an ausländischen Offiziersausbildungsinstitutionen angeboten.

Im fünften Semester des FH-BaStg MilFü besteht derzeit die Möglichkeit, ein internationales Auslandssemester an folgenden Offiziersausbildungsinstitutionen zu absolvieren: United States Military Academy (USMA) at West Point (USA), École De Coëtquidan (FRA) sowie an der Offiziersschule des Heeres in Dresden (DEU).

Im vierten Semester des FH-BaStg MilFü ist durch die Studierenden ein Vertiefungsgebiet aus den Bereichen Bildungswissenschaften, Politikwissenschaften, Betriebswirtschaftslehre oder Informatik zu wählen. Auf Basis von ERASMUS-Abkommen wird das Vertiefungsgebiet Betriebswirtschaftslehre gänzlich an der University of Defence Brno (CZE) durchgeführt. Das Vertiefungsgebiet Politikwissenschaft wird ebenfalls zur Gänze an der Military Academy of the Land Forces Wroclaw (POL) sowie an der Military Academy Lithuania/Vilnius(LTU) absolviert. In Zukunft ist dafür auch die École De Coëtquidan (FRA) vorgesehen.

Im Rahmen von Incoming-Aktivitäten besteht für ausländische Studierende die Möglichkeit, ein Semester oder einzelne Module am FH-BaStg MilFü in Österreich zu verbringen. Die Grundlage für diesen Austausch bilden wiederum ERASMUS-Abkommen oder bilaterale Abkommen mit dem FH-BaStg Militärische Führung.

Derzeit bestehen mit Offiziersausbildungsinstitutionen aus 11 Ländern ein ERASMUS-Abkommen, mit weiteren fünf Ländern besteht eine bilaterale Partnerschaft. (Anm.: Eine vollständige Liste der Partnerinstitutionen ist auf der Homepage des FH-BaStg MilFü ersichtlich:

www.miles.ac.at - Military Erasmus).

Bei der Vereinbarung der Kooperationsprogramme werden nach Möglichkeit die Ausbildungserfordernisse der ausländischen Offiziersausbildungsinstitutionen berücksichtigt. Ein Großteil dieser Studierenden schreibt während dieses Semesteraustausches eine Bachelorarbeit bzw. Masterarbeit. Die Betreuung zur Erstellung dieser wissenschaftlichen Arbeiten wird durch das Lehrpersonal des FH-BaStg MilFü wahrgenommen.

Sonstige internationale Aktivitäten

In den ERASMUS-Programmen finden zwischen den Offiziersausbildungsinstitutionen auch Dozenten-Austausche statt. Diese Möglichkeiten gilt es in Zukunft weiter auszubauen. Ausländische Offiziersgrundausbildungsinstitutionen bieten von Fall zu Fall die Teilnahme an "International Weeks" oder an internationalen Konferenzen an. Sofern ein Ausbildungseffekt gegeben ist, wird die Teilnahme an diesen Angeboten im Einzelfall entschieden. Die Teilnahme von Studierenden des FH-BaStg MilFü an ausländischen Veranstaltungen, welche nur aus Sightseeing-Aktivitäten bestehen, wird entschieden abgelehnt. Die Partnerinstitutionen des FH-BaStg MilFü ersuchen von Fall zu Fall um diverse Ausbildungen für ihre Studierenden. So wurde zum Beispiel den Kadettinnen und Kadetten aus der USMA at West Point (USA) neben dem Studium eine mehrwöchige Reitausbildung und das vertiefende Erlernen der deutschen Sprache ermöglicht. Sofern den Wünschen entsprochen werden kann, wird dies am FH-BaStg MilFü in Kooperation mit anderen Organisationselementen durchgeführt. Im Gegenzug wird in der Regel den österreichischen Interessen bei den Austauschprogrammen entsprochen.

International Military Academic Forum - iMAF 2013

"Coming together is a beginning. Keeping together is progress. Working together is success" (Henry Ford).

Das fünftägige internationale Militärakademische Forum (iMAF)12) wird jährlich durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom FH-BaStg MilFü organisiert. Im Sinne einer gelebten Common Security Defence Policy (CSDP) werden aktuelle militärische Themen und zukünftige militärische Herausforderungen gemeinsam mit internationalen Partnern diskutiert.

Das Lehrpersonal und die Studierenden des FH-BaStg MilFü lösen gemeinsam mit den internationalen Partnern die gestellten Aufgaben. Nach erfolgter Präsentation werden die gewonnenen Erkenntnisse zum Diskurs gestellt.

Das Thema beim iMAF 2013 lautete: "Five years of the European initiative for the exchange of young officers inspired by ERASMUS. Challenges - experiences - way ahead". Dieser Einladung sind Abordnungen aus 17 Mitgliedsländern der Europäischen Union, der Türkei und dem European Security and Defence College gefolgt.

Internationale Aktivitäten in der Freizeit

Das große Interesse an internationalen Aktivitäten seitens der Studierenden am FH-BaStg MilFü zeigen die Bestrebungen, in der Freizeit und auf eigene Kosten, zu anderen Offiziers- ausbildungsinstitutionen zu fahren. In der Regel werden dabei Veranstaltungen besucht, die nicht Teil von internationalen Kooperationsprogrammen sind. Diese Bestrebungen werden von den Verantwortlichen des FH-BaStg MilFü nach Möglichkeit unterstützt.

Umgekehrt erfolgen ebenfalls Besuche von Studierenden ausländischer Offiziersausbildungsinstitutionen in Österreich. Die Freizeitgestaltung wird durch die Studierenden des FH-BaStg MilFü sichergestellt (z. B.: Wien-Besuch am Wochenende, Einweisung in die österreichische Offiziersgrundausbildung etc.).

Statistiken

Die nebenstehenden Statistiken13) sollen stellvertretend für alle Entwicklungen in Bezug auf die Internationalisierung am FH-BaStg MilFü stehen. Sie zeigen die Steigerung aller Aktivitäten, gemessen in Arbeitstagen und dargestellt nach Länderkooperationen, seit dem Jahr 2005.

Way ahead

Mit der Etablierung dieser internationalen Austauschprogramme in der Offiziersgrundausbildung am FH-BaStg MilFü übernimmt die TherMilAk im europäischen Vergleich eine "Lead-Funktion".

Um sich als international anerkannte Offiziersausbildungsinstitution des tertiären Bildungssektors auch weiterhin behaupten zu können, bedarf es jedoch noch weiterer Anstrengungen. Der nächste "Meilenstein" ist die Sicherstellung eines durchgängigen englischsprachigen Studienprogrammes am FH-BaStg MilFü, woran sowohl österreichische als auch internationale Studierende teilnehmen können.

All diese Internationalisierungsmaßnahmen sind vorrangig dafür gestaltet, um die bestmögliche Ausbildung und Personalentwicklung der Berufsoffiziersanwärterinnen und der Berufsoffiziersanwärter am Institut für Offiziersausbildung an der TherMilAk sicherzustellen.

Neben der Ausbildungskomponente werden durch diese Internationalisierungsmaßnahmen wesentliche Beiträge zur Erfüllung der Vision einer gemeinsam gestalteten europäischen Offiziersgrundausbildung, in einem Verbund aus europäischen Sicherheits- und Verteidigungsakademien geliefert. Das Offiziersgrundausbildungsprogramm im Institut für Offiziersausbildung an der TherMilAk sollte auf Basis der bisherigen und zukünftigen Maßnahmen einen wesentlichen Teil davon darstellen.

Der Forderung von Maria Theresia würde dadurch zeitgemäß entsprochen werden:

Der "tüchtige Offizier" muß ein Truppenführer mit einer zeitgemäßen und fundierten internationalen Ausbildung sein!


Autor: Major Mag.(FH) Josef Greiner. Leiter des Referates für Studienangelegenheiten im Institut für Offiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie. Seit 2012 berufsbegleitendes Masterstudium "Hochschul- und Wissenschaftsmanagement" und Ausbildung zum akademischen Experten im Fachhochschulrecht an der Donau-Universität in Krems.

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