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Safe Return

Das Jägerbataillon 25 (JgB25) beteiligte sich 2013 an der Gefechtsübung "COLIBRI XLVI" in Deutschland und an der Evakuierungsübung "Safe Return 13" in den Bundesländern Steiermark, Niederösterreich sowie Oberösterreich. Beide brachten einen großen Erfahrungsgewinn für die nationale sowie internationale Luftlandeausbildung.

Safe Return 13

"Safe Return 13" war eine weitere Übung der Übungsreihe "Safe Return", die es seit 2011 gibt. Dies war auch der Beginn der Entwicklung der österreichischen Airborne Community. Diese Community ist die Partnerschaft der Verbände Luftunterstützung, Jagdkommando und Jägerbataillon 25 zur Auftragserfüllung von hochspezialisierten Einsätzen. Dabei wurde der Fokus besonders auf das gegenseitige Vertrauen und das Teambuilding, die hohe Flexibilität, die Handlungssicherheit durch ständiges gemeinsames Training sowie die laufende Anpassung und auf die Weiterentwicklung von Verfahren gerichtet.

Vom 10. bis 20. September 2013 nahm das Jägerbataillon 25 an der Übung "Safe Return 13" teil. Wie bei der Übung "COLIBRI XLVI" war auch hier eines der Schwergewichte die Zusammenarbeit innerhalb der Airborne Community, um die Verfahren bei der Durchführung von Operationen in der dritten Dimension zu verbessern.

Ausgangslage

Wie für jede Übung ist auch hier eine fiktive Ausgangslage vorhanden, um ein möglichst realistisches Umfeld für die Übungsteilnehmer zu gestalten. Diese Lage ist frei erfunden, stellt aber ein mögliches Einsatzszenario dar.

In Wrapland herrschten bürgerkriegs- ähnliche Zustände, als die Demokratiebewegung "Freedom Strugglers" versuchte, das diktatorische System zu stürzen. Diese Bewegung hatte bereits eine Übergangsregierung ausgerufen. Ein geringer Teil der Wrapland Armed Forces hatte sich bereits den "Freedom Strugglers" angeschlossen. Die diktatorische Regierung hatte die Kontrolle über Gebiete von Wrapland verloren und befand sich im Abwehrkampf. Angehörige der Wrapland Armed Forces waren überdies mit großer Brutalität gegen zivile Personen vorgegangen. Die Vereinten Nationen hatten daher beschlossen, eine Mission zur Unterstützung der Demokratiebewegung und zur Wiederherstellung der staatlichen Ordnung durchzuführen. Vorgestaffelt zu dieser Mission erfolgte eine Evakuierungsoperation durch die Europäische Union (EU), um die verbliebenen EU-Bürger in der Krisenregion sicher in die Heimat zu verbringen (Operation "Safe Return").

Auftrag für das Jägerbataillon 25

Das Jägerbataillon 25 nimmt das Angriffsziel Gneixendorf, sichert den vorgeschobenen Versorgungspunkt der Fliegerkräfte, nimmt den Evakuierungssammelraum und verbringt Evakuierungswillige vom Sammelpunkt zum Evakuierungspunkt und in weiterer Folge in die vorgeschobene Einsatzbasis.

Phasen der Übung für das Jägerbataillon 25

Wie bei jeder militärischen Übung erfolgte auch hier eine Gliederung in verschiedene Übungsphasen. Dadurch werden das Führen der Truppen und die Koordinierung der einzelnen Truppenteile vereinfacht. Jede Übungsphase ist eine in sich abgeschlossene Handlung und baut auf die vorhergehenden Phasen auf.

Phase 1/I: Training, Verlegung und Errichtung der Forward Mounting Base (FMB)

In der Heimatkaserne fand ein gemeinsames Force Integration Training (FIT) statt. Das Schwergewicht lag in der Luftlandeausbildung. Auf dem Fliegerhost Linz-Hörsching wurde in der FMB die Task Force Echo (TF "E") zusammengeführt, um aus dieser Basis heraus die Evakuierungsoperation durchführen zu können.

Phase 1/II: Nehmen der FOB Tulln (LOXT)

Vorgestaffelt landete ein Jägerzug am Fliegerhorst, um die Sicherung der vorgeschobenen Basis von Kräften des Jagdkommandos zu übernehmen. Damit sollte die Voraussetzung für die Anlandung des nachfolgenden Bataillons geschaffen werden.

Der Rest des Bataillons verlegte mit einer C-130 "Herkules". Nach der Sicherung des Fliegerhorstes und dem Errichten der Gefechtsstände übte das Bataillon die geplante Einsatzführung für die bevorstehende Evakuierung vor.

Phase 1/III: Nehmen des Forward Arming and Refueling Point (FARP), Inbesitznahme des Evakuierungsgebietes

Ein verstärkter Jägerzug nahm nach dem Einsatz der vorgestaffelten Boden- und Luftaufklärung den FARP auf dem zivilen Flughafen Gneixendorf ein. Kräfte der Luftunterstützung stellten die Betriebsbereitschaft her, und ein Jägerzug des Jägerbataillons 25 übernahm die Sicherung. Damit waren die Voraussetzungen für die nachfolgende Evakuierung geschaffen. Nun galt es, das Evakuierungsgebiet im Raum Bahnhof Wurmbach (Truppenübungsplatz Allentsteig) in Besitz zu nehmen. Soldaten des Jagdkommandos klärten über Tage hindurch diesen Raum auf, um möglichst detaillierte Informationen über das vor Ort bestehende Szenario zu erhalten. Unter Luftaufklärung und Begleitschutz landete das Jägerbataillon 25 zur Inbesitznahme des Evakuierungsgebietes. Parallel dazu wurde in der FOB durch Teile des Bataillons eine Registrierungs- organisation für die zu evakuierenden Personen (EWPs) errichtet.

Phase 1/IV: Evakuierung

Das Jägerbataillon 25 sicherte den Raum der Evakuierung und begann mit dessen Organisation. Einige der zu Evakuierende waren besonders ängstlich, verletzt, krank, gehbehindert und teilweise sogar schwer traumatisiert. Diese mussten, nach einer ersten Sicherheitsüberprüfung sowohl einer ständigen ärztlichen als auch psychologischen Versorgung zugeführt werden.

Nach Abschluss der Identitätsfeststellung wurden diese im Lufttransport in die FOB verbracht. Dort bekamen sie nach der endgültigen Registrierung fortführende medizinische und psychologische Unterstützung.

Phase 1/V: Rückführung aus der Evakuierungszone

Nachdem sämtliche Personen per Lufttransport zurück in die vorgeschobene Basis verbracht worden waren und damit das Herausführen aus dem unmittelbaren Krisengebiet abgeschlossen war, zogen sich auch die militärischen Kräfte des Jägerbataillons 25 zurück.

Phase 1/VI: Reorganisation und Rückverlegung

Nach dem taktischen Übungsende und nach Abschluss der Rückorganisation in den Basen in Tulln und Langenlebarn sowie der eingesetzten Kräfte bzw. der Übungsleitung in Wr. Neustadt verlegte das gesamte Jägerbataillon 25 am 20. September 2013, diesmal mit Kraftfahrzeugen, in die Khevenhüller-Kaserne nach Klagenfurt zurück.

Zusammenfassung

Mit der durchgeführten Übung "Safe Return 13" war es das dritte Mal, dass das Bataillon an einer Übung mit dem Ausbildungszweck "Evakuierung von EU-Staatsbürgern und Schweizern" teilnehmen konnte. Insbesondere innerhalb dieses Übungsszenarios konnten die komplexen und fordernden Planungs- und Durchführungsabläufe durch die drei Übungsverbände Jagdkommando, Luftunterstützung und Jägerbataillon 25 bestmöglich geübt werden - ein weiterer Schritt in Richtung eines engen Zusammenwirkens der Airborne Community.

COLIBRI XLVI

Vom 24. Juni bis 05. Juli 2013 verlegten insgesamt 134 Soldaten nach Deutschland, um an der Gefechtsübung "COLIBRI XLVI" teilzunehmen. Die Soldaten sind Teil der österreichischen Airborne Community.

Die eigens für diese Gefechtsübung im Jägerbataillon 25 formierte fallschirmbewegliche Jägerkompanie stellte eine Premiere für den Verband dar. Diese Kompanie, bestehend aus fallschirmsprungtauglichen Kadersoldaten und Rekruten, konnte sich zur Erfüllung der Aufträge innerhalb eines multinationalen Fallschirmjägerbataillons in höchstem Maße bewähren.

Übungsphasen

Die Übung gliederte sich in drei unterschiedliche Übungsabschnitte:

Phase 1: Formierung und Ausbildung

Das Schwergewicht in dieser Phase war der Sprungdienst aus den Transportflugzeugen C-130 "Herkules" und C-160 "Transall", die mit einem Gefechtssprung (Ausrüstung und Gepäck von ca. 55 KIlogramm) abschloss. Danach erfolgte eine Gefechtsführung über 72 Stunden. Das Packen sowie das Absetzen von Türlasten (Lasten, die mittels eines Lastenfallschirmes aus den Seitentüren des Transportflugzeuges C-130 abgesetzt werden) standen danach auf dem Trainingsplan. Dieses Verfahren ermöglicht den Soldaten bei einem Fallschirmabsprung die Mitnahme von schweren Waffen und Ausrüstungsgegenständen. Die Ausbildung fand im Raum Saarbrücken-Saarlouis (Saarland) statt. Dadurch konnten die Teilnehmer die Abläufe und Verfahren im "Sprungdienst" aller an der Übung teilnehmenden Nationen kennenlernen.

Phase 2: Die Gefechtsübung

Der Übungsraum der Gefechtsübung war in dieser Phase der Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen. Nach einem etwa 800 Kilometer langen Luftmarsch wurde die Task Force 261 mittels Fallschirm abgesetzt. In den nächsten drei Tagen waren ohne Anlehnung an eine Infrastruktur verschiedene Aufträge zu erfüllen. Das Schwergewicht lag dabei im Angriff im bewaldeten sowie im urbanen Umfeld. Überdies führte die österreichische Jägerkompanie, inklusive einer Unterstützung durch deutsche Soldaten, eine Evakuierung durch. Dabei waren zivile Personen aus einer Ortschaft, die durch irreguläre Kräfte bedroht wurden, zu evakuieren.

Phase 3: Scharfschießen aller Teilnehmer

Den Abschluss der Ausbildung im Angriff sowie der Gefechtsübung "COLIBRI XLVI" bildete ein Gefechtsschießen im scharfen Schuss. Dazu wurden die beiden österreichischen fallschirmbeweglichen Jägerzüge für ein Zugsgefechtsschießen angefordert. Im Gegensatz zu den Benützungsordnungen der Truppenübungsplätze in Österreich musste auf der Schießbahn auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen keine Rücksicht auf den Baumbestand genommen werden. Dies hatte ein äußerst realistisches Scharfschießen im Wald zur Folge, wobei hier zusätzliche Erfahrungen hinsichtlich der Wirkung von Munition in einer bewaldeten Umgebung gewonnen werden konnten.

Einsatzunterstützung

Einen großen Erfahrungsgewinn konnte auch die Einsatzunterstützung erreichen. Die Herausforderungen lagen hier im Aufmarsch des Kontingentes über etwa 750 Kilometer in das Saarland, ebenso die Verlegung der Versorgungselemente sowie des gesamten Kontingentes über 800 Kilometer auf den Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen. Die Rückverlegung der übenden Truppe in ihre jeweiligen Heimatgarnisonen erfolgte über eine Wegstrecke von ungefähr 930 Kilometern.

Zusammenfassung

Es konnten wertvolle Erfahrungen im Einsatz einer Fallschirmsprungkompanie in einem multinationalen Fallschirmsprungbataillon gewonnen werden. Sprungeinsätze im Bataillonsrahmen mit den notwendigen Verfahren und den erforderlichen Abläufen sind in diesem Umfang innerhalb Europas nur auf multinationaler Basis möglich. Diese Zusammenarbeit in einem multinationalen Fallschirmsprungverband ist damit für alle mitwirkenden Soldaten der österreichischen Airborne Community ein ganz besonderer Erfahrungsgewinn, und vor allem eine unvergleichliche Art der Ausbildung!


Autor: Hauptmann Mag.(FH) Christoph Dohr. Ausgemustert 2007 als Infanterieoffizier, Jahrgang Fürst Esterházy. 2007 bis 2010 Zugskommandant und stellvertretender Kompaniekommandant im Jägerbataillon 25. Von 2010 bis August 2013 Lehroffizier Luftlandung/Lufttransport am Institut Jäger der Heerestruppenschule. Seit August 2013 Offizier für Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation im Kommando des Jägerbataillons 25. Von Jänner bis August 2011 Auslandseinsatz im Kosovo.

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