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Der Kommandounteroffizier: Der Korpsgeist der Unteroffiziere

Eine Studie der HUAk

Der Begriff Korpsgeist leitet sich aus dem französischen "esprit de corps" ab und bezeichnet den besonderen Zusammenhalt innerhalb einer Gemeinschaft von Personen des gleichen Standes. Historisch betrachtet sagt der Brockhaus von 1911, der Korpsgeist sei "die tätigste Teilnahme jedes einzelnen an dem gemeinschaftlichen Wohl aller, unter Beiseitesetzung aller egoistisch-persönlichen Rücksichten".

Den Begriff Korpsgeist finden wir überwiegend in den so genannten Einsatzorganisationen wie z. B. Militär, Polizei, Feuerwehr und anderen Rettungsorganisationen. Aber wie ist es um den Korpsgeist im Österreichischen Bundesheer und hier speziell bei den Unteroffizieren bestellt? Mit dieser Frage setzte sich die Heeresunteroffiziersakademie (HUAk) im Rahmen eines offiziellen Forschungsprojektes auseinander.

Neben der Aus- Fort- und Weiterbildung ist es eine wesentliche Zielsetzung der Heeresunteroffiziersakademie (HUAk), Unteroffiziere zu "formen" und das Unteroffizierskorps in Österreich weiterzuentwickeln. Aus diesem Grund und aufbauend auf Erkenntnissen einer vorangegangenen Studie aus dem Jahr 2009 zum Thema "Streitkräfteentwicklung - neue Anforderungen an den Unteroffizier" hat die Projektleitung der HUAk in Kooperation mit den Kommandounteroffizieren des Bundesheeres den Status quo und die Entwicklungsmöglichkeiten des Korpsgeistes der Unteroffiziere des Österreichischen Bundesheeres näher untersucht.

In fünf großen Verbänden inklusive der HUAk selbst wurden durch die Kommandounteroffiziere anhand eines von der Projektleitung vorgegebenen Leitfadens Workshops in ihren eigenen Verbänden und Dienststellen abgehalten. Es ging nicht nur darum den Status quo zum Korpsgeist der Unteroffiziere zu erforschen, sondern auch genau mit dieser Personengruppe konkrete Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.

Eine detaillierte Beschreibung der Antworten jeder einzelnen Forschungsfrage wäre zu umfangreich und würde den "Gusto" auf das Lesen der Studie "Der Korpsgeist der Unteroffiziere: Bedeutung, Analyse und Möglichkeiten der Verbesserung", Andreas Kastberger, HUAk, Referat Pädagogik, Abschlussbericht FTF4-Projekt 239, vorzeitig stillen.

Es sei aber so viel verraten, als die Frage nach der Existenz eines Korpsgeistes der Unteroffiziere in Österreich grundsätzlich bejaht werden kann, auch wenn dieser durch verschiedene Faktoren wie der Führungsebene oder des zu bewältigenden Auftrages der jeweiligen Truppe im Frieden und Einsatz beeinflusst wird. Es kann jedoch nicht generell von einem gemeinsamen Grundverständnis aller Unteroffiziere hinsichtlich des Begriffes Korpsgeist ausgegangen werden. Teilweise gibt es auch Störfaktoren mit teils massiven Auswirkungen bis hin zum empfundenen Verlust der militärischen Heimat und die mögliche Konsequenz für die Identität des einzelnen Unteroffiziers. Gerade der Korpsgeist in der Form des "Wir-Gefühls" hat einen hohen Stellenwert für die Berufszufriedenheit und Motivation der Unteroffiziere.

Daher liegt es auch auf der Hand, dass einige der in den Workshops erarbeiteten und nachstehend angeführten Verbesserungsvorschläge von den Unteroffizieren mitgetragen und von ihnen selbst umgesetzt werden müssen.

Das im September 2006 offiziell verliehene Leitbild der Unteroffiziere ist durch die Österreichische Unteroffiziersgesellschaft in Anlehnung an den erfolgreichen CI-Prozess der Streitkräfte zeitgemäß zu modernisieren und in Zusammenarbeit mit der HUAk mit Leben zu befüllen.

Die Dienstführenden Unteroffiziere, die Kommandanten der Kommandogruppe, aber auch die erfahrenen Zugskommandanten sind die Mentoren und die Orientierungspunkte für die jungen Unteroffiziere der Einheit. Die Kommandounteroffiziere müssen genau mit diesen Führungspersönlichkeiten ein Mentoringsystem aufbauen, um den jungen Kadersoldaten nicht nur auf seinem Weg zum Unteroffizier zu begleiten, sondern auch danach auf ihn unterstützend einzuwirken.

Die Aufnahme von jungen, aber auch von neuen Unteroffizieren in der Einheit sowie deren persönliche Vorstellung im Unteroffizierskorps - z. B. durch die Mentoren - bilden die Basis für den Korpsgeist. Die verstärkte Anwesenheit der Angehörigen der Einheit bei der Ausmusterung und/oder am "Tag der Unteroffiziere" drückt von Beginn an eine Verbundenheit aus.

Nicht zuletzt hat das Erscheinungsbild der Unteroffiziere einen großen Einfluss auf die bessere Außenwirksamkeit. Veranstaltungen für Unteroffiziere sind verstärkt in der Öffentlichkeit abzuhalten, und Unteroffiziere müssen vermehrt an Militärischen Festakten und Feiern in Uniform teilnehmen.

Diese Studie soll ein Anstoß für erste Umsetzungsmaßnahmen sein. Die Bearbeitung weiterer Themen soll durch verantwortliche Gremien oder auch durch die Unteroffiziersgesellschaften und die Kommandounteroffiziere vorangetrieben werden.

Wir Unteroffiziere haben die Möglichkeit auf unsere Zufriedenheit und Motivation selbst Einfluss zu nehmen!


Vizeleutnant O. Wohlkönig, Kommandounteroffizier SKFüKdo

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