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Editorial

Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst - in diesem Sinn begegnet eine breite Öffentlichkeit der prekären Situation der strategischen Reserve dieses Landes mit Desinteresse. Dabei stimmten noch vor einem Jahr rund 60 Prozent der Teilnehmer an der Volksbefragung für die Beibehaltung eines Wehrsystems, von dem sie sich ausreichend Schutz und Hilfe in Krisen und Katastrophenfällen erwarten. Wie kommt es dann, dass kein Aufschrei durch die Bevölkerung geht, wenn der Bundesminister für Landesverteidigung erklären muss, dass mit den bereitstehenden Budgetmitteln das Österreichische Bundesheer nicht mehr finanzierbar ist? Jahrzehntelange Versäumnisse in der Bildungspolitik und der Geistigen Landesverteidigung zeigen eben Wirkung. Eine Erziehung zu Solidarität und Verantwortung gegenüber dem Gemeinwesen im nationalen wie europäischen Rahmen findet nur unzureichend statt. Die egozentrische Selbstzufriedenheit der europäischen Überflussgesellschaft hat ein Ausmaß erreicht, das an das "fin de siécle" erinnert. Damals schien die Grundversorgung selbstverständlich - für die Oberschicht inklusive aller Annehmlichkeiten - gesichert, die Krisenherde schienen weit weg und gegebenenfalls ohne viel Aufwand beherrschbar. Wie uns die Geschichte lehrt, kam es anders. Die heutige geostrategische Lage gebietet es, möglichst rasch aus der Lethargie zu erwachen und über den nationalen sicherheitspolitischen Tellerrand hinaus zu schauen. Die Sicherung globaler Seehandelswege und der Energieversorgung, die Entwaffnung diktatorischer Regime, die Eindämmung bewaffneter Konflikte u. a. m. bedürfen entsprechend ausgerüsteter und ausgebildeter Streitkräfte, zu denen auch Österreich einen solidarischen und signifikanten Beitrag zu leisten hat. Es wäre Aufgabe der Bürger, dies einzufordern, damit die Lage am Ende nicht doch noch ernst wird.

Oberst Dr. Jörg Aschenbrenner, Chefredakteur

Eigentümer und Herausgeber: Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport | Roßauer Lände 1, 1090 Wien
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