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Aus der Sicht eines Präsenzdieners (6)

Ein Srebrenica? Bitte nicht mit uns!

Mit Erschütterung habe ich seinerzeit die Berichte über das Massaker von Srebrenica verfolgt - und die Hilflosigkeit der dort eingesetzten niederländischen UN-Soldaten. Auch ich, als Präsenzdiener mit einer Freiwilligenmeldung zum Auslandseinsatz, könnte eines Tages mitverantwortlich für eine solche Tragödie sein. Vielleicht, weil kein Kommandant rechtzeitig den Mut aufbringt, auf Ausbildungsmängel und fehlende Ausrüstung für die Durchführung des Auftrages hinzuweisen. Weil es keiner wagt, den Politikern klar zu machen, dass man eben für ein bestimmtes UN- oder EU-Mandat bzw. für eine bestimmte andere Aufgabe noch nicht genügend gerüstet ist. Entweder aus Angst vor einer internationalen Blamage oder weil man ja im Heer einer Demokratie (Primat der Politik) allen Wünschen der Politiker zu gehorchen hat.

In Friedenszeiten zählt zu den Aufgaben unserer Kommandanten - egal ob und aus welcher Partei sie kommen und welchen "Posten" sie anstreben - konsequent und unermüdlich solche oft lebensgefährlichen Mängel offen aufzuzeigen und hartnäckig an deren Behebung zu arbeiten. Meiner Ansicht nach wäre das momentan sogar die Hauptaufgabe.

Wieso fahren z. B. Grenadiere und Jäger noch immer mit ungepanzerten Mannschaftstransportwagen herum? Sie hätten doch keine Chance bei gegnerischen Luftangriffen - egal von wem auch immer! Wo sind die Mannschaftstransportpanzer (z. B. "Pandur") in ausreichender Zahl? Sind wir Soldaten als Staatsbürger denn denen, die wir schützen sollen, so wenig wert?

Und selbst wenn die Staatsfinanzen der Quantität Grenzen setzen, muss die Qualität stimmen. Denn wir Präsenzdiener vertrauen unser Leben der Institution "Österreichisches Bundesheer" an und haben das Recht, die bestmögliche Ausbildung und Ausrüstung zur Auftragserfüllung - und zum Überleben - zu erhalten!

(Gregor Robl leistete 2000/01 seinen Präsenzdienst und ist derzeit Disponent in einer Großspedition)

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