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Jägerbataillon Oberösterreich - "Schutz kritischer Infrastruktur"

Das Bundesheer und seine Aufgaben sind vielschichtig wie seine Struktur. Eine Milizübung, wie die des Jägerbataillons Oberösterreich im April 2015, gibt nicht nur Gelegenheit zu einer Beurteilung der Leis­tungsfähigkeit des konkreten kleinen Verbandes, sondern auch zu einer Betrachtung der Miliz im Wandel der "Strukturanpassung des Österreichischen Bundesheeres 2018".

Mit der Wehrdienstverkürzung vor einigen Jahren haben sich die Umfeldbedingungen für die Miliz grundlegend verändert. Dies wirkte sich zunächst sowohl in der Rekrutierung als auch in der Ausbildung der Milizsoldaten aus. Neben der Verkürzung des Wehrdienstes machte sich die eingeschränkte Übungstätigkeit bei den Rekrutierungszahlen und bei der Motivation der Milizsoldaten negativ bemerkbar. Nun befindet sich das Milizsystem einmal mehr in einer Phase des Wandels. Mit der Strukturanpassung 2018 soll wieder ein Weg hin zu einer Stärkung der Miliz beschritten werden. Die Miliz geht diesen Weg mit, stellt jedoch klar, dass sie nicht den Rekonstruktionskern des Bundesheeres, sondern die Umsetzung der verfassungsmäßigen Bestimmung zur Ausgestaltung der militärischen Landesverteidigung darstellt.

Vieles wird grundlegend neu: Die Mobilmachungsverantwortung wechselt von den Militärkommanden hinsichtlich Ausbildung und Ausrüstung zu den kleinen Verbänden und somit zu den Brigaden. Zusätzliche Milizkompanien werden aufgestellt. Die Ausrüstung soll modernisiert werden und der Auftrag der Miliz soll sich in Zukunft mit Schwergewicht auf den Schutz kritischer Infrastruktur konzentrieren. Dieser neuen Ausrichtung der Miliz wurde bei der Planung und Durchführung der diesjährigen Übung des Jägerbataillons Oberösterreich (JgB­OÖ) bereits Rechnung getragen. Das JgBOÖ (2006 aufgestellt) hatte in der Vergangenheit schon des Öfteren die Gelegenheit, sein Können bei Übungen und bei Einsätzen unter Beweis zu stellen. Im Sommer 2013 war das Bataillon, das eigentlich zu diesem Zeitpunkt zum Übungszweck zusammengezogen wurde, in einem Assistenzeinsatz zur Beseitigung der schweren Hochwasserschäden in Oberösterreich eingesetzt. So konnte gemeinsam mit anderen Einsatzorganisationen und freiwilligen Helfern schnell und zuverlässig Hilfe geleistet werden. Das JgBOÖ war der erste Milizverband der Zweiten Republik, der geschlossen im Einsatz gestanden ist. Für diese Leistung bekamen die Soldaten die Einsatzmedaille des Österreichischen Bundesheeres verliehen.

Wie für alle militärischen Einsatzkräfte ist es auch für die Soldaten der Miliz notwendig, ihre Fertigkeiten regelmäßig zu trainieren und weiter auszubauen. Die angestrebten Ausbildungsvorhaben erfordern dabei von den Soldaten ein hohes Maß an Freiwilligkeit. Die Aus- und Weiterbildung erfolgt unter anderem in enger Zusammenarbeit mit dem Panzergrenadierbataillon 13 (PzB13) in Ried im Innkreis, dem Partnerverband des Bataillons. Durch diese Partnerschaft haben die Soldaten des JgBOÖ die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten bei Übungen der 4. Panzergrenadierbrigade unter Beweis zu stellen.

Übungsanlass und Teilnehmer

Das JgBOÖ musste im Jahr 2013 die internationale Übung "EURAD 13" bereits kurz nach Beginn wieder abbrechen. Grund war die Abberufung zum bereits erwähnten Katastrophenhilfseinsatz zur Beseitigung der Hochwasserschäden in Oberösterreich. Die Aufgabe, die sich das Bataillonskommando deshalb für 2015 stellte, war es, eine Übung auszurichten, die den Einsatz zum Schutz kritischer Infrastruktur zum Inhalt haben sollte, um Übungsinhalte der "EURAD 13" nachzuholen und die Soldaten des Bataillons mit dem Thema Schutz zu konfrontieren. Der finanzielle Rahmen hatte sich an der aktuell vorherrschenden Situation zu orientieren, und die Übung sollte weitgehend ohne Einbezug fremder Truppenteile im Bataillonsrahmen durchgeführt werden. So war die EF-Kompanie (Einjährig-Freiwilligen-Kompanie; Anm.) aus der Garnison Freistadt die einzige bataillonsfremde Einheit, die in der Übung des Milizbataillons involviert war.

Das JgBOÖ selbst formierte zum Übungszweck drei gleichwertige Jägerkompanien. Die Stabskompanie wurde bis auf den Aufklärungszug, der in weiterer Folge der Feinddarstellung diente, aufgeteilt. Somit hatte das Bataillon, exklusive der Kameraden aus Freistadt, eine Stärke von rund 400 Milizsoldaten. Durch die Vermischung der EF-Soldaten aus Freistadt mit Milizsoldaten des Bataillons konnten Synergien im Bereich der Ausbildung genutzt werden, die für beide Seiten einen nachhaltigen Mehrwert darstellten: Einerseits waren die eingesetzten Milizkommandanten dank der Befüllung durch die EF-Soldaten in der Lage, ihre Kompanien, Züge und Gruppen in voller Sollstärke taktisch führen zu können und den jungen Kameraden ein professionelles Vorbild abzugeben. Andererseits konnten die EF-Soldaten erstmals "das große Ganze" am Beispiel einer vollwertigen Verbandsübung abseits ihrer angestammten Ausbildungskompanie erleben, wobei sie in einer realistischen Lage ihre bisher erlernten Fähigkeiten erproben und unter Beweis stellen konnten.

Übungsannahme

Das JgBOÖ war gemäß den Vorgaben des Militärkommandos Oberösterreich (MilKdoOÖ) in einer Schutzoperation im Rahmen der militärischen Landesverteidigung (gem. § 2 Abs. 1 lit. a des Wehrgesetzes 2001) eingesetzt.

Eingebettet in einer Bedrohung für die gesamte Wasserversorgung der Stadt Linz wurde dem JgBOÖ ein fiktives Pumpwerk als Schutzobjekt auf dem Garnisonsübungsplatz Treffling bei Linz zugeteilt. Das Bataillon rechnete im eigenen Verantwortungsbereich mit Feindgruppierungen in Trupp- bis maximal Zugstärke. Diese Kräfte waren laut Übungsannahme dazu in der Lage, mögliche Schutzobjekte auszuspähen, um im schlimmsten Fall Anschläge auf eben diese zu verüben. Auch Tötungsanschläge gegen Entscheidungsträger waren dabei nicht auszuschließen.

Übungsablauf

Für den Stab des JgBOÖ war es wichtig, trotz des Übungscharakters ein realistisches Bild wiederzugeben. So floss das Bataillon entsprechend der Bedrohungslage in den Verantwortungsraum ein, indem nach vorheriger Kommandantenaufklärung der Verantwortungsraum/Einsatzraum durch Vorauselemente gewonnen wurde, bevor die Kompanien aus dem Verfügungsraum/Mob-Sammelort Kaserne Hörsching heraus in den Verantwortungsraum nachgeführt wurden. Nachdem die Kompanien fiktiv von der Exekutive in ihre Bereiche innerhalb des Schutzobjektes eingewiesen wurden, übernahm das Bataillon die Verantwortung im zugewiesenen Schutzbereich. Die Milizsoldaten nahmen Verstärkungen in der Gebäudestruktur vor, soweit dies einer Jägereinheit ohne Pionierunterstützung im Rahmen des Pionierdienstes aller Truppen möglich ist. Das Schutzobjekt wurde außen mit Sandsäcken verstärkt und innen gestützt, um Bombendetonationen in unmittelbarer Nähe besser standhalten zu können. Zusätzlich wurden um das Schutzobjekt Sandsackstellungen und Zwei-Mann-Kampfdeckungen errichtet, das umliegende Gelände mittels Leuchtknallkörper 75 und Stachelband-Rollen verstärkt, Straßen mit alt bewährten Panzerigeln und Fass­tonnen gesperrt. Das Sperrmaterial sowie die Sandsäcke wurden durch das Militärkommando Oberösterreich bereitgestellt. All diese Tätigkeiten führten die Soldaten der Kompanien unter Eigensicherung im Angelände des Sicherungsobjektes durch. Unmittelbar danach wurde die Gefechtsbereitschaft nach dem Vorüben der geplanten Einsatzführung hergestellt.

Die Kernphase der Übung war geprägt durch die Anwendung verschiedener Gefechtstechniken, um den Schutz des Pumpwerkes lückenlos sicherzustellen. Von Aufklärungstätigkeiten im Angelände, über den Schutz von Räumen und einem eigentlichen Objektschutz wurde den Soldaten vieles abverlangt. Der Bataillonskommandant entschloss sich zu einer beweglichen Einsatzführung. Dazu wurde der Einsatzraum mit einem dichten Netz an stehenden Spähtrupps, Verbindungsspähtrupps, Vorpostengruppen und temporären Checkpoints überzogen, die Nachtsichtferngläser und -brillen, Leuchtknallkörper und Schepperbüchsen zur aktiven bzw. passiven Erkennung der Feindannäherung einsetzten. Dem Übungsfeind wurde so die Aufklärung der eigenen Einsatzführung erheblich erschwert, er lief Gefahr selbst überrascht zu werden, was seine Einsatzführung erheblich behinderte. Die eingesetzte Truppe versuchte, eine feindliche Annäherung schon Kilometer vor dem Schutzobjekt frühzeitig zu erkennen, um sich selbst vor Überraschungen zu schützen. Auch offensive Maßnahmen wie zugstarke Gegenstöße im Infanteriegelände und in die Ortskampfanlage um das Schutzobjekt konnten im Übungsszenario durchgeführt werden. Dies alles sowohl bei Tag als auch bei Nacht.

Der als Feinddarsteller eingesetzte Aufklärungszug zwang die Soldaten 24 Stunden durchgehend zu Aktionen. Zunächst fühlten die gegnerischen Kräfte mit truppstarker Aufklärung vor, wobei es bereits während des Vorübens der eigenen geplanten Einsatzführung zu ersten Feindberührungen kam! In der Folge versuchte der Gegner durch Aufklärung mit Kampfauftrag (bis Gruppenstärke) Schwachstellen auszuloten und die eingesetzte Truppe "anzutesten". Um seine eigene zahlenmäßige Unterlegenheit auszugleichen, versuchte dieser durch unzählige Störaktionen und Scheinangriffe das JgBOÖ zu überraschen, zu täuschen und zu ermüden. Beispielsweise wurden weitab vom Schutzobjekt innerhalb einer Stunde mehrere Explosionen (durch Knallkörper) in der Nähe einer Vorpostengruppe ausgelöst, um den wiederholten Einsatz der eigenen Reserve zu provozieren. Für die Kompaniekommandanten war es eine Herausforderung, mit kühlem Kopf über ihre Reservekräfte zu verfügen, um diese schlussendlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort kampfkräftig zum Einsatz bringen zu können.

In einer solchen Lage kann der Übungsgegner durchaus als Feind "im klassischen Sinne" bezeichnet werden, weil nicht nur die Zerstörung des Schutzobjektes sein Ziel ist, sondern konsequenterweise auch die Bekämpfung jener Soldaten, die ihn an dieser Zielerreichung zu hindern suchen. So kam es zu zahlreichen versuchten Tötungsattentaten auf Führungspersonal und simplen Hinterhalten gegen Verbindungsspähtrupps. Auch blieben klassische Überfälle auf Alarmposten inklusive dem Erbeuten von schweren Waffen nicht unversucht. Schlussendlich griff der Feind mittels zugstarken Angriffes aus der Bewegung im Morgengrauen das Schutzobjekt an, um es zu nehmen und zu zerstören - ohne Erfolg.

Neben dem eigentlichen Schutzobjekt stellten auch die Soldaten des JgBOÖ selbst ein lohnendes Ziel für den Gegner dar! Daher erfordert die Einsatzart Schutz umfassendes Wissen und militärische Fähigkeiten über alle Einsatzarten auf allen Befehls­ebenen des Bataillons, um sich vor Ort richtig verhalten zu können. So mussten die eingesetzten Soldaten neben Wachaufgaben am Schutzobjekt auch aus vorbereiteten Stellungen, Wechsel- und Ergänzungsstellungen verteidigen, Vorposten- und Aufklärungsaufträge durchführen und sich für Gegenstöße, Beziehen von Riegeln und für Gegenangriffe aus der Bewegung bereithalten. Der zugewiesene Schutzbereich war durchgehend als feindgefährdet zu beurteilen, und dementsprechend hatten sich die Kräfte zu verhalten. Ohne die genannten Fähigkeiten wäre das Jägerbataillon nicht in der Lage gewesen, den Schutzauftrag zu erfüllen.

Die eigene Übungserfahrung zeigt: Schutz ist mehr als (nur) Bewachung im Sinne der Kasernentor-Wache ("Hannibal ante portas"). Schutz ist auch nicht mit "starrer" Raumverteidigung, "Centurion"-Bunkern und Landwehrstammregimentern zu verwechseln. Um als Jägerbataillon einen Schutzauftrag erfüllen zu können, müssen alle Soldaten im Verband lückenlos die Gefechtstechniken und Einsatzarten beherrschen - insbesondere Angriff, Verteidigung und Verzögerung. Es darf nie vergessen werden, dass jedes Szenario (wie gesehen und geübt) jederzeit eskalieren kann. Dann ist ein reines "Wach/Sicherungsbataillon" völlig fehl am Platz. Es sei der Verweis auf eine Vielzahl von irakischen Armee-Einheiten erlaubt, die sich über fast ein Jahrzehnt (entspricht derzeit fünf Übungen eines Milizbataillons) nur die Fertigkeiten für das Betreiben von Checkpoints angeeignet hatten und sich plötzlich einem wilden Angriff von IS-Einheiten ausgesetzt fanden: "The Iraqi military (…) has become a ‚checkpoint army‘, a force that is adept at checking identification but not at taking the fight to its enemy." (New York Times, 22. Juni 2014). Was im Frieden nicht geübt wird, wird im Einsatz nicht funktionieren!

Scharfschießen

Von den insgesamt drei aufgestellten Kompanien waren jeweils zwei durchgehend im taktischen Einsatz am Schutzobjekt. Einem Rotationsverfahren folgend, befand sich die dritte Kompanie auf dem Schießplatz Ramsau, um ein umfangreiches Schießprogramm bis zur Gruppen­ebene zu absolvieren. Geschossen wurde mit allen Waffensystemen, die ein Milizbataillon zur Verfügung hat. Neben dem StG77, der P80, dem MG74, dem SSG69, dem üsMG und dem PAR66/79 stand zusätzlich das Schießen mit dem mittleren Granatwerfer (mGrW) auf dem Ablaufplan. Auch hier stellte das JgBOÖ den Anspruch, die Fähigkeiten sowohl am Tag als auch in der Nacht zu überprüfen.

Überprüfung und Einweisungen

Neben Überprüfenden des Streitkräfteführungskommandos überzeugte sich unter anderem der stellvertretende Chef des Generalstabes, Generalleutnant Bernhard Bair, und der Milizbeauftragte des Bundesheeres, Brigadier Erwin Hameseder, vor Ort von der Leistungsbereitschaft des JgBOÖ. Der rege Austausch über die Ansichten und Vorstellungen der Miliz für ihre Zukunft wurde von den betroffenen Milizsoldaten des JgBOÖ als große Wertschätzung empfunden. Brigadier Robert Prader vom Streitkräfteführungskommando regte durch seine Überprüfung zu intensiven Diskussionen über das Szenario selbst an. Die Vielschichtigkeit des Bedrohungsbildes im Schutz als auch die mögliche Vermischung aller Konfliktparteien stellen große Herausforderungen für die Truppe dar. Zusätzlich ist die Bewältigung der enormen Personalintensität ein entscheidender Faktor bei der erfolgreichen Auftragserfüllung in einem modernen Einsatzszenario wie dem Schutz kritischer Infrastruktur.

Interessanter Nebenaspekt der Übung war das überdurchschnittliche Medieninteresse. Eine umfassende lokale und überregionale Berichterstattung über den Übungsinhalt, sowie den Übungsverlauf begleiteten das Bataillon. Das ist durchaus ein Zeichen für die nach wie vor aufrechte Funktion der Umfassenden Landesverteidigung und des vorhandenen Interesses der österreichischen Bevölkerung an ihrem Bundesheer. Auch eine internationale Delegation aus der Tschechischen Republik wurde vom Kommandanten des JgBOÖ begrüßt.

Fazit

Die Übung des JgBOÖ hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es gerade für das Militär ist, sich mit modernen und wahrscheinlichen Einsatzszenarien zu beschäftigen. Nur wer sich regelmäßig mit neuen Bedrohungen auseinandersetzt und Herausforderungen annimmt, kann im Ernstfall bestehen. Dies gilt gleichermaßen für den Berufssoldaten wie für den Milizsoldaten.

Die Schutzübung des JgBOÖ hat den Verband auf allen Ebenen gefordert. Sowohl die stabsdienstlichen Planungsaufgaben sowie die tatsächliche Durchführung der befohlenen Maßnahmen durch die Kompanien verlangten neben viel Einsatz ein großes Repertoire an Fähigkeiten und Kompetenzen aus allen Einsatzarten. Dieses Know-how ist im JgBOÖ vorhanden, muss jedoch geübt und weiterentwickelt werden.

Besonders wichtig ist eine beständige Personalzusammensetzung vom Bataillonsstab bis zur Jägergruppe. Einerseits, um bereits eingespielte Stäbe und Teams nicht zu trennen, und andererseits weil gemeinsam Erlebtes verbindet und gegenseitiges Vertrauen schafft. Dieses Vertrauen benötigt man zwingend, um gemeinsame Extremsituationen erfolgreich meistern zu können. Auch eine verstärkte Einbindung von Präsenzdienern zu Milizbataillonen während der Übungen erscheint sinnvoll. Die erlebte Kameradschaft in der Miliztruppe, das erlebte Mitwirken des Präsenzdieners im (Übungs-)Einsatz im Milizbataillon kann viele Rekruten­ von der Sinnhaftigkeit einer Milizfunktion überzeugen und daher verstärkt zur Freiwilligenmeldung für die Miliz führen.

Das JgBOÖ möchte seine Fähigkeiten auf allen, einem Jägerbataillon zur Verfügung stehenden Waffensystemen erhalten. Dies gilt insbesondere für seine schweren Waffen wie dem schweren Granatwerfer (sGrW), das üsMG und die Panzerabwehr(lenk)waffen. Das JgBOÖ ist aufgrund des neuen "verstärkt regionalen Bezuges" kein "Wach/Sicherungsbataillon" geworden, sondern versteht sich selbst weiterhin als Kampftruppe.

Kommentar des Kommandanten JgBOÖ

Als Kommandant des Jägerbataillons Oberösterreich blicke ich auf eine erfolgreiche Übung zurück und auf viel Anerkennung, die die Soldaten des Verbandes und ich von verschiedenen Seiten und Überprüfenden während bzw. auch nach der Übung bekommen haben.

Es erfüllt mich mit Stolz, Kommandant eines Milizbataillons zu sein, das bereits in der Vergangenheit mehrfach bewiesen hat, dass die Miliz Wort hält und zur Stelle ist, wenn sie gebraucht wird. Es erfüllt mich mit Freude zu sehen, dass die Miliz motiviert und leistungsbereit ihren Auftrag erfüllen kann, aber auch, dass die Akzeptanz und die damit einhergehenden Synergien mit dem Berufskader deutlich gestiegen sind.

Was wir in der letzten Übung jedenfalls deutlich gesehen haben, ist eine weitere Erhöhung von Schlagkraft und Professionalität durch die Verschränkung mit "Mob-Scheinbesitzern" aus dem Berufskader an entscheidenden Positionen des Verbandes. Es ist für den Dienst im Bataillon unabdingbar, ein guter Soldat zu sein und sich zu seinem Bataillon und seinem Auftrag zu bekennen. Die Kameradschaft zwischen Miliz und Berufsheer wird wesentlich sein bei der Neuausrichtung des Bundesheeres zu mehr Anerkennung in der Gesellschaft, zu mehr Selbstbewusstsein aller österreichischen Soldaten, aber auch für eine echte physische Stärkung des Bundesheeres durch Waffen, Gerät und Personal. Mein Ziel ist es mit dem Jägerbataillon Oberösterreich regional zu handeln und vor allem in Oberösterreich zu schützen und zu helfen, aber stets global zu denken und die Notwendigkeit eines leistungsfähigen Bundesheeres im europäischen Kontext überall dort zu kommunizieren, wo ich als Führungskraft im zivilen Leben Gelegenheit dazu habe.

Dennoch besteht ständiger Diskussions- und Abstimmungsbedarf. Die Miliz ist kein Ersatzheer bzw. kein Lückenfüller. Die Milizjägerbataillone sind Partner der präsenten Kräfte, die es gut auszubilden, gut auszurüsten, die es aber auch entsprechend zu entlohnen gilt. Die Aufrechterhaltung der Autarkie und des vorhandenen Know-hows der selbstständig strukturierten Miliz sowohl hinsichtlich Bewaffnung, Einsatzunterstützung und Führungsunterstützung ist dabei eine Voraussetzung.

Im JgBOÖ gibt es viele Soldaten, die im Zivilberuf Führungsfunktionen ausüben und dabei die universell gültigen Grundsätze militärischen Denkens und Handelns mit Erfolg anwenden. Dieser offensichtliche, gemeinsame und gegenseitige Nutzen sowohl für Wirtschaft und Gesellschaft als auch für das Militär muss Antrieb sein, um dem Bundesheer zu geben, was es verdient hat: Mittel, Stärke und Selbstbewusstsein.

Oberstleutnant Claus Helmhart


Autor: Oberleutnant Christoph Pöchinger, Jahrgang 1974, 1994 eingerückt zur 1. Kompanie des Landwehrstammregimentes 41 in Steyr, im Anschluss Zeitsoldat, Oktober 1994 EF-Kurs in Hörsching und an der Jägerschule Saalfelden, in weiterer Folge Verwendung als Kommandant Zugtrupp und Jägerzug im Jägerbataillon 16 und Kommandant Jägerzug im JgBOÖ, seit 2014 Offizier für Öffentlichkeitsarbeit im JgBOÖ.

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