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Museum der Geschichte und der Seefahrt Istriens

Eines der mächtigsten Bauwerke von Pula ist eine Festungsanlage, die ab 1631 im Auftrag der Venezianer errichtet wurde. In dieser Bastion ist heute das Museum der Geschichte und Seefahrt Istriens untergebracht, dessen Fundus einige Kostbarkeiten aus der Ära Österreich-Ungarns enthält.

Das Museum, in dem regelmäßig Ausstellungen zu historischen Schwerpunktthemen stattfinden, wurde 1955 gegründet und nannte sich ab 1962 "Museum der Volksrevolution Istriens". Die Wahl des Namens stand damals in engem Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Etablierung des Vielvölkerstaates Jugoslawien. Erst 1990 erhielt die Institution ihre gegenwärtige Bezeichnung: "Museum der Geschichte und Seefahrt Istriens". Ab diesem Zeitpunkt erweiterte die Einrichtung ihre Sammlungen ständig und konzentrierte ihre Tätigkeit auf die Bearbeitung aller historischen Entwicklungsphasen Istriens. In den vergangenen beiden Jahrzehnten standen die Ära Österreich-Ungarns sowie die Präsentation anlassbezogener Ausstellungen im Vordergrund. Die Rolle der Hafenstadt Pula (auch Pola genannt; Anm.) als k.u.k. Kriegshafen sowie die damit verbundene soziale, ökonomische und kulturelle Infrastruktur nimmt dabei eine signifikante Position ein.

Der Besucher wird ebenso mit urgeschichtlichen Relikten der Halbinsel konfrontiert wie mit dem Beginn der Zivilisationsentwicklung bis hin zur Phase der römischen Hochkultur, die gerade in diesem Gebiet eine Vielzahl an Symbolen ihres Reichtums hinterließ. Auch die Entwicklung der Region im Mittelalter und der Neuzeit sowie die Seefahrt im Laufe der Jahrhunderte gehören zu den Fachbereichen des Museums. Auf dem Gebiet der Forschung gibt es eine Kooperation mit gleichwertigen Institutionen in Kroatien ebenso wie im benachbarten Ausland.

Exponate

Gegenwärtig stehen über 80 000 Exponate aus allen historischen Perioden der Halbinsel, die in 17 spezifischen Sammlungen zusammengefasst sind, im Eigentum der öffentlichen Einrichtung.

"Die wichtigste historische Phase der letzten zwei Jahrhunderte, in der die gesamte Region und speziell Pula an strategischer ebenso wie ökonomischer Bedeutung gewann, war jene, als das Gebiet bis 1918 Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie war," analysiert der Historiker und Museumsleiter Gracijano Kesac.

Erwähnenswert sind vier Alben mit rund 2 000 Aufnahmen der gesamten k.u.k. Kriegsflotte, ebenso wie 15 000 Ansichtskarten mit Motiven Istriens, die dem "Fin de Siécle" entstammen. Bei einem Rundgang durch das Museum wird auch eine Vielzahl technischer Relikte präsentiert, mit der die Seefahrt als damalig wichtigster Wirtschaftsbereich eindrucksvoll dokumentiert wird. Bei der Wahl und Gestaltung bestimmter Schwerpunkte berücksichtigen die Kuratoren des Hauses politische und soziale Einrichtungen sowie Initiativen in dieser Gegend während des 19. Jahrhunderts, die bis zum Ende der Monarchie einen institutionellen Charakter hatten. Diesen breiten Themenkreis symbolisierte die Ausstellung "Mit Federn und Fäusten - 150 Jahre Regionalparlament der Markgrafschaft Istrien von 1861 bis 1916" und die Schau "Für Kaiser und Vaterland 1914 - 1918", die sich mit der Herstellung von Gegenständen beschäftigt, durch deren Verkauf die durch Kriegseinwirkungen am stärksten betroffenen Bürger unterstützt wurden.

k.u.k. Kriegsmarine

Die modernsten und größten Schiffe der Kriegsmarine Österreich-Ungarns waren jene der "Tegetthoff-Klasse", zu der auch die in Fiume, dem heutigen Rijeka, gebaute "Szent Istvan" zählte. Das Schlachtschiff sollte innerhalb eines Verbandes die Sperre der "Straße von Otranto" durch die Alliierten durchbrechen, dem ebenso die anderen drei Dreadnoughts (auch Großlinienschiff oder Schlachtschiff genannt) "Viribus Unitis", "Prinz Eugen" und die "Tegetthoff" angehörten. Die Schiffe näherten sich am Morgen des 10. Juni 1918 der Leuchtturminsel Lutrosnjak, zwischen Ilovik und Premuda im norddalmatinischen Archipel, als die Besatzungen der auf dem Weg nach Ancona befindlichen italienischen Torpedomotorboote MAS 15 und MAS 21, die schwarzen Rauchfahnen am nördlichen Himmel wahrnahmen. Die beiden Boote reihten sich unentdeckt in den österreichischen Verband ein. Der Kommandant des Bootes MAS 15, Korvettenkapitän Luigi Rizzo ließ aus einer Entfernung von rund 600 Metern zwei Torpedos abfeuern, die das Schlachtschiff unerwartet trafen und versenkten.

Eine Dauerausstellung beschäftigt sich ausführlich mit diesem Thema. Auch die Exposition "Baron Gautsch - das erste Opfer des Ersten Weltkrieges" präsentierte eindrucksvoll die Katastrophe des österreichischen Passagierdampfers, der am 13. August 1914 in ein Seegebiet einfuhr, in dem die österreichische Kriegsmarine Minen gelegt hatte.

Fazit

Ein Abstecher in das Museum bringt dem Besucher auf imposante Weise u. a. die Seefahrtsgeschichte in der Region um Pula näher. Ein Besuch, der sich auf jeden Fall lohnt.


Michael Ellenbogen, MA

Nähere Informationen:

Povijesni i pomorski muzej Istre Museo storico e navale dell´ Istria Historical and Maritime Museum of Istria Gradinski uspon 6 52100 Pula, Kroatien

Tel: +385 52 211 566 E-mail: ppmi@ppmi.hr Internet: www.ppmi.hr

Eigentümer und Herausgeber: Bundesministerium für Landesverteidigung | Roßauer Lände 1, 1090 Wien
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