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Scharfschützen (II)

Auswahl, Ausbildung, Einsatz, Waffen und Gerät

Mit dem Begriff des Scharfschützen wurde in den letzten Jahrzehnten vielerlei Schindluder getrieben. Heckenschützen wurden mit Zielfernrohrgewehrschützen und den tatsächlichen Scharfschützen in denselben Topf geworfen. Der Beitrag erläutert Aufgaben und Ausbildung der Präzisionsschützen des Österreichischen Bundesheeres.

Der Sicherungsschütze

Der Sicherungsschütze ist ein ausgebildeter Scharfschütze, dessen vorrangige Aufgabe in der Sicherung des Scharfschützentrupps liegt. Dazu ist er mit einem Sturmgewehr 77 mit integriertem, automatischen, leichten Granatwerfer sowie zusätzlichen Nahkampfmitteln (Handgranaten) ausgerüstet. Die Forderung, dass der Sicherungsschütze ein ausgebildeter Scharfschütze sein muss, leitet sich aus folgenden Kriterien ab:

- Er muss über die gleichen gefechtstechnischen Fertigkeiten (Bewegung, Tarnung, Beobachtung) verfügen, um den Scharfschützentrupp nicht zu behindern oder zu verraten.

- Die Auswahlkriterien (charakterliche, geistige, körperliche Eignung) sind die gleichen, da er in der gleichen Art und Weise kämpft.

- Bei Ausfall eines Scharfschützen (Beobachter oder Schütze) hat er sofort selbstständig dessen Platz einzunehmen.

Neben seinen Sicherungsaufgaben während der Bewegung und des Feuerkampfes des Scharfschützenpaares ist der Sicherungsschütze außerdem zuständig für:

- das Aufrechterhalten der Verbindung zum übergeordneten Kommando; - die Erhaltung der Kampfkraft des Scharfschützentrupps durch Einbindung in den Beobachtungsdienst; - die Übernahme einer Funktion des Scharfschützenpaares bei Ausfall; - die Sicherstellung der Kameradenhilfe; - die Unterstützung des Scharfschützenpaares beim Lösen vom Feind; - die Aufnahme des Feuerkampfes bei einem Begegnungsgefecht mit überlegenem Feind.

Der schwere Scharfschützentrupp

Der schwere Scharfschützentrupp kämpft nach den gleichen Grundsätzen wie der Scharfschützentrupp. Seine Hauptaufgabe liegt in der Zerstörung bzw. Funktionsminderung von Gerät und Einrichtungen, die für die feindliche Einsatzführung von entscheidender Bedeutung sind. Dazu zählen:

- Fernmeldeeinrichtungen (Knoten-, Relais-, Richtfunk-, Sendeanlagen); - Waffensysteme (Abschussrampen von Raketen, Lenkwaffen); - Luftfahrzeuge (jeglicher Art am Boden, Hubschrauber bei Anlandung); - Fahrzeuge (Führungsfahrzeuge und Waffenträger, auch leicht gepanzerte); - Soldaten hinter Deckungen (im Orts- bzw. Gebirgskampf, hinter Sandsackstellungen).

Im Gegensatz zum Scharfschützentrupp, der grundsätzlich alle lohnenden Mannziele am Gefechtsfeld bekämpft, eröffnet der schwere Scharfschützentrupp nur auf besonders wichtige oder gefährliche Einzelpersonen das Feuer, um sich nicht frühzeitig zu verraten.

Das können in erster Linie feindliche Scharfschützen sowie Kommandanten von der Bataillonsebene aufwärts sein (dies erfordert einerseits leistungsfähige Zielaufklärungsmittel und andererseits eine Einweisung durch den S2-Dienst in die feindliche Führungsstruktur).

Der Sicherungstrupp

In besonderen Lagen kann es erforderlich sein, den Scharfschützentrupp durch einen Sicherungstrupp zu verstärken. Damit verstärken sich vor allem die - Durchsetzungsfähigkeit (Nahsicherung, Begegnungsgefecht, zusätzliche Waffen und Aufklärungsmittel) sowie die - Durchhaltefähigkeit (Grundbedürfnisse, Ausrüstungsergänzung, Kameradenhilfe).

Da die Angehörigen dieses Trupps nicht den gleich hohen Ausbildungsstand aufweisen wie der Scharfschützentrupp, hat der Einsatz des Sicherungstrupps den Nachteil, dass es für die Scharfschützen schwieriger wird, unerkannt zu bleiben. Daher ist der Einsatz des Sicherungstrupps genau abzuwägen.

Die Auswahl der Soldaten für den Sicherungstrupp muss daher darauf abzielen, dass sie zumindest ähnliche gefechtstechnische Fertigkeiten wie die Scharfschützen in Bezug auf Bewegung, Tarnung und Beobachtung besitzen. Aufgrund dieser Kriterien wären Angehörige von Aufklärungskräften besonders geeignet.

Waffen und Ausrüstung

Die Ausrüstung des Scharfschützen und des Zielfernrohrgewehrschützen hat sich nach seinem jeweiligen Auftrag zu richten. Es müssen ihm alle Mittel, die zu einer erfolgreichen Auftragserfüllung notwendig sind, zur Verfügung gestellt werden.

Dabei sind die Grundsätze - Führungsfähigkeit, - Durchsetzungsfähigkeit, - Durchhaltefähigkeit, - Beweglichkeit und - Überlebensfähigkeit in materieller und ausbildungsmäßiger Hinsicht immer zu berücksichtigen.

International hat sich folgendes Verfahren als zweckmäßig herausgestellt: Die Einführung einer Waffenfamilie trägt entscheidend zur Verkürzung der Ausbildungszeit bei. Das bedeutet, dass alle Scharfschützenwaffen - unabhängig vom Kaliber, von den Einsatzschussweiten und Einsatzgrundsätzen - ein und dieselbe Grundkonstruktion aufweisen müssen.

Anmerkungen zur Nachtkampffähigkeit

Grundsätzlich ist ein Nachtsichtsystem erforderlich, das rasch und ohne Justiervorgang auf das Zielfernrohr aufgesetzt werden kann. Die bislang verwendeten Nachtsichtoptiken (Restlichtverstärker) erreichen ihre Leistungsgrenze bei etwa 600 m. Diese Entfernung ist bei Verwendung eines Schalldämpfers zur Tarnung des Mündungsknalles und Mündungsfeuers durchaus ausreichend.

Bei Verwendung von Unterschallmunition ist die Einsatzschussweite auf 100 m begrenzt. Gleichzeitig muss aber auch ein dementsprechendes Beobachtungsgerät zur genauen Zielaufklärung (Erkennen, Identifizieren) zur Verfügung stehen. Das erfordert eine hohe Auflösung des Gerätes oder eine thermische Freund-Feind-Kennung für alle eigenen Soldaten (Strahlungsblocker oder Wärmequelle).

Bei den schweren Scharfschützenwaffen ist ein Wärmebildgerät für den Einsatz bei Nacht (unter gewissen Umständen aber auch bei Tag) erforderlich (zusätzlich Zielaufklärung wie vorher erwähnt).

Zielfernrohrgewehr- und Scharfschützen

Auswahl von Zielfernrohrgewehrschützen

Die Auswahl der Zielfernrohrgewehrschützen wird in den Verbänden durchgeführt. Verantwortlich hiefür sind die Scharfschützengruppenkommandanten des Bataillons. Bei der Auswahl werden sie von den als Zielfernrohrgewehrschützenausbilder eingeteilten Scharfschützen unterstützt. Sie führen während der Allgemeinen Basisausbildung (ABA), in den Ausbildungsabschnitten "Waffen- und Schießdienst" (inklusive Scharfschießen) und "Gefechtsdienst" eine Selektion unter den Grundwehrdienern durch, indem sie die Soldaten beim Gefechtsdienst genau beobachten. Wenn es möglich ist, werden im Rahmen der vorgesehenen Schulschießen mit den in die engere Wahl gekommenen Soldaten mehrmals Auswahlschießen durchgeführt (Bestimmung des Trefferbildes, konstante Schießleistungen).

Die bestandene Selektion und eine freiwillige Meldung nach dem Ende der ABA sind die Voraussetzungen für den Einstieg in die Zielfernrohrgewehrschützenausbildung mit Beginn der Waffeneigenen Basisausbildung (WBA).

Anforderungen an einen Zielfernrohrgewehrschützen

Für die Zielfernrohrgewehrschützen gelten sinngemäß die gleichen Anforderungen wie für einen Scharfschützen. Siehe dazu das Kapitel "Anforderungen an Scharfschützen".

Ein Unterschied ist, dass der Zielfernrohrgewehrschütze im Rahmen der Jägergruppe/des Jägerzuges eingesetzt und somit unmittelbar vom Gruppenkommandanten/Zugskommandanten geführt wird.

Auswahl von Scharfschützen

Die Auswahl der Scharfschützen wird in den Verbänden durchgeführt. Verantwortlich hiefür sind die Scharfschützengruppenkommandanten des Bataillons. Während einer Scharfschützenvorausbildung durch die Scharfschützengruppen des Bataillons, an der nur freiwillige Kadersoldaten teilnehmen, wird die grundsätzliche Eignung zum Scharfschützen festgestellt. Dabei ist anzustreben, vorrangig bereits fertig ausgebildete Zielfernrohrgewehrschützen, die ein Dienstverhältnis eingegangen sind, heranzuziehen. Dabei handelt es sich mit Schwergewicht um folgende Fertigkeiten:

- Handhabung des Scharfschützengewehres; - Handhabung der Zusatzausrüstung; - Erreichen einer vorgegebenen Schießleistung; - die Bewegung am Gefechtsfeld und den Stellungsbezug der jeweiligen Situation anzupassen.

Der von den Scharfschützengruppen des Bataillons festgestellte Leistungsstand entscheidet über die Abkommandierung zum Scharfschützenkurs.

Anforderungen an Scharfschützen

Ein Scharfschütze ist während seines Einsatzes massiven psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt:

- Er muss sich darüber im Klaren sein, dass er selbst ein Primärziel für den Gegner darstellt.

- Der direkte Sichtkontakt zum Ziel bringt das unmittelbare Miterleben der Auswirkung des eigenen Treffers mit sich.

- Er muss dem Druck, mit dem ersten Schuss treffen zu müssen, standhalten.

- Er muss in ungeklärten Lagen ohne Rückfragemöglichkeit im Sinne des Kommandanten handeln.

- Er muss unter widrigsten Umweltbedingungen ausharren können.

- Er muss länger andauernde körperliche Strapazen bei der Annäherung, beim Rückmarsch und beim Beziehen von Stellungen im schwierigen Gelände ertragen können.

- Er muss die sichere Handhabung seiner Ausrüstung unter allen Bedingungen beherrschen.

Um aus der intensiven Ausbildung das Bestmögliche herauszuholen, müssen beim zukünftigen Scharfschützen verschiedene charakterliche, geistige und körperliche Voraussetzungen gegeben sein:

- hohe körperliche Leistungsfähigkeit; - Zuverlässigkeit; - Teamfähigkeit und Kameradschaft; - Disziplin; - Selbstbewusstsein, jedoch mit der Fähigkeit zur Selbstkritik; - Realitätsbezogenheit; - Verantwortungsbewusstsein; - psychische Belastbarkeit; - (weitgehend) gefestigte Persönlichkeit; - Achtung der ethisch-moralischen Werte.

Problematisch beim Auswahlverfahren von Scharfschützen ist, dass lediglich fachliche und körperliche Voraussetzungen messbar sind (Limits). Vor allem die charakterliche Eignung obliegt immer einer subjektiven Beurteilung durch Dritte. Dabei tragen alle bei der Auswahl von Scharfschützen beteiligten Soldaten eine hohe Verantwortung. Das setzt wiederum eine hohe soziale Kompetenz dieser Personen voraus.

Ausbildung

Zielfernrohrgewehrschütze

Die in der Fassung 2002 der Durchführungsbestimmungen für den Grundwehrdienst 95 (DBGWD 95) enthaltenen Ziele entsprechen den allgemeinen Aufgaben. Das Schießprogramm muss jedoch an die geänderten Aufgaben (geringere Entfernung) angepasst werden. Weiters muss auch das Schießen mit der Zweitbewaffnung in das Schießprogramm aufgenommen werden.

Die Beibehaltung des Niveaus könnte durch jährliche Wettkämpfe unter der Leitung der Jägerschule gewährleistet werden.

Scharfschütze

Nach der erfolgreich bestandenen Scharfschützenvorausbildung im Bataillon erfolgt die eigentliche Ausbildung zum Scharfschützen/Sicherungsschützen an der Jägerschule.

Es ist unter allen Umständen darauf zu achten, dass der zukünftige Scharfschütze vom Beginn seiner Vorausbildung im Bataillon an bis zu seinem Ausstieg aus der Scharfschützenverwendung immer seine persönliche Waffe behält.

Des Weiteren ist es unumgänglich, dem Scharfschützen eine bestimmte Munitionslosnummer zuzuordnen, die sich während seines Dienstes als Scharfschütze bis hin zur Verwendung als Scharfschützengruppenkommandant niemals ändert. Andere Waffen und andere Patronen führen immer zu einer Veränderung des Treffpunktes. Nur diejenigen Scharfschützen, die immer mit ihrer Waffe und der gleichen Munition schießen, können die geforderten Profis werden.

Scharfschützentruppkommandant

Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Kurs ist die erfolgreich abgeschlossene Scharfschützenausbildung.

Scharfschützengruppenkommandant

Der Scharfschützengruppenkommandant muss in der Lage sein, selbstständig nach den Vorgaben des Kompanie- bzw. Bataillonskommandanten mehrere Scharfschützentrupps einzusetzen und zu führen. Weiters sind die Scharfschützengruppenkommandanten für die Erhaltung der Einsatzfähigkeit (Schießleistung, körperliche Leistungsfähigkeit, Gefechtstechnik) der Scharfschützentrupps der Kompanien/des Bataillons sowie der Zielfernrohrgewehrschützen der Gruppen/Züge verantwortlich.

Seminare für Kommandanten

Um es den Kommandanten der verschiedenen Führungsebenen zu ermöglichen, ihre Scharfschützen und Zielfernrohrgewehrschützen optimal einzusetzen, wird die Durchführung von geeigneten Seminaren an der Jägerschule angestrebt.

Das Ziel der Ausbildung ist es, den jeweiligen Kommandanten die - Gefechtstechnik, - Einsatzgrundsätze bzw.

- Grenzen des Einsatzes der Scharfschützen und Zielfernrohrgewehrschützen zu vermitteln.

Diese Seminare werden in Zukunft Ausbildungsinhalte bei den diversen Laufbahnkursen sein. Für jene Kommandanten, die diese Kurse bereits abgeschlossen haben, werden eigene Seminare angeboten.

Schlussbemerkung

Der moderne Scharfschütze wird zunehmend wieder ein Träger des Gefechtes. Einerseits im Rahmen eines sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatzes, in dem er gezielt eingreifen und durch seine Präzision Kollateralschäden verhindern kann, um z. B. Heckenschützen zu bekämpfen. Andererseits wird seine Rolle in möglichen militärischen Konfrontationen immer bedeutender, da aufgrund der zunehmenden Spezialisierung der einzelnen Soldaten jeder Ausfall schwerwiegende Folgen für den gesamten Verband haben kann.

Ein modern ausgerüsteter Scharfschütze ist eine "gute Investition". Eine Investition in die Sicherheit und den Schutz der Truppe, die er unterstützt; für die Zivilbevölkerung in einem sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz - und natürlich für sich selbst.

Stellt man eine einfache Kosten-Nutzenrechnung über die Effizienz auf, so wird man über die Notwendigkeit eines bestens ausgebildeten und mit modernem Gerät ausgestatteten Scharfschützen nicht hinwegsehen können. Stellt man die Frage, ob Scharfschützen im dritten Jahrtausend noch zeitgemäß sind, so kann diese Frage eindeutig mit einem "Ja" beantwortet werden.

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Ein österreichischer Scharfschütze in Kabul

Noch immer hat der Scharfschütze einen mehr oder weniger schlechten Ruf. Warum? Weil man am meisten das fürchtet, was man nicht sieht, und deshalb auch nicht bekämpfen kann. Scharfschütze! Schreckensruf und Auszeichnung zugleich, weckt in Kriegsteilnehmern aller Zeiten und Frontseiten eine Vielzahl der verschiedensten Emotionen: Bewunderung, Angst, Hass und Abscheu.

Aber was unterscheidet den Scharfschützen von denjenigen, die ein Geschütz bedienen, einen Panzer fahren oder eine Stellung mit dem Maschinengewehr bestreichen? Er ist mit besonderen Gewehren (Präzisionsgewehren, in der Regel Repetierwaffen) ausgestattet und erfüllt spezielle Aufträge. So gesehen ist der Scharfschütze, wie er auch im Wach- und Sicherungszug des AUCON 2 (Austrian Contingent 2) in Afghanistan eingesetzt war, ein Spezialist.

So, wie sich die Anforderungen an den Scharfschützen ändern, müssen sich auch die verwendeten Waffen und das Kaliber ändern. Das 7,62-mm-Scharfschützengewehr 69 (SSG 69) ist schon etwas in die Jahre gekommen. Dass diese Waffe und vor allem das Kaliber nicht mehr dem letzten Stand entsprechen, zeigte sich klar, als wir am 9. September 2002 das Stadion in Kabul sicherten. Die deutschen Kameraden wiesen uns österreichischen Scharfschützen Einsatzschussweiten von maximal 200 bis 300 Metern zu. Sie übernahmen die weiteren Distanzen, für die ihre Waffen mit den schwereren und stabileren Geschossen besser geeignet waren.

Gerade in einem Land wie Afghanistan, wo man in einer Höhenlage von 1 800 Metern und mehr schießt, noch dazu bei stark wechselnden Windverhältnissen, ist ein schwereres Geschoß von entscheidendem Vorteil.

Anforderungen an den Scharfschützen Die Nachtkampftauglichkeit: Scharfschützen leben und arbeiten nach dem Grundsatz "als Erster rein und Letzter raus" und verbringen einen Großteil der Einsatzzeit in der Dunkelheit. "Wir bezogen die zugewiesenen Stellungen um 2100 Uhr auf einem Dach beim Stadion, begannen mit dem Ausbau, erstellten die Zielpunktskizze und beobachteten das Vorfeld".

Ausdauer und Geduld müssen die ureigensten Eigenschaften des Scharfschützen sein. Der Auftrag verlangte, 14 Stunden auf einer Fläche von zwei Quadratmetern bei ca. +40° Celsius auszuharren. Das permanente Beobachten und die Aufgabe, "alles im Auge zu haben", ist eine physische und psychische Belastung. Deshalb ist es besonders wichtig, einen Partner zu haben, auf den man sich hundertprozentig verlassen kann und mit dem man sich abwechselt.

Nicht zuletzt macht den Scharfschützen aus, dass er seine Waffe sicher, präzise und vor allem im Sinne seines Auftraggebers einsetzt. Der wahre Wert einer Waffe offenbart sich durch das sichere Auge und die ruhige Hand des Schützen - in diesem Fall die der österreichischen Scharfschützen in Afghanistan.

-OH- ___________________________________ ___________________________________ Verfasser: Autorenkollegium der Lehrgruppe Ausbildungsunterstützung der Lehrabteilung 1/Jägerschule: Hauptmann Markus Neureiter (Kommandant der Lehrgruppe und Hauptlehroffizier), Hauptmann Hannes Anhofer (Lehroffizier für die Scharfschützenausbildung), Offiziersstellvertreter Johann Obwaller (Hauptlehrunteroffizier für die Scharfschützenausbildung), Stabswachtmeister Stefan Zorn (Lehrunteroffizier für die Scharfschützenausbildung).

Die Jägerschule hat dem Bundesministerium für Landesverteidigung ein Konzept für die Scharfschützenausbildung "Neu" vorgelegt. Darin sind alle in diesem Beitrag angesprochenen Punkte enthalten. Darüber hinaus wurden bereits konkrete Vorschläge zu einer Neugliederung der Scharfschützen (materiell und personell) in diesem Konzept vorgelegt und auch in den Organisationsplan des Jägerbataillons "Neu" eingearbeitet.

Ein erster Schritt zur Umsetzung wurde also gesetzt - die Umsetzung selbst braucht noch lange und es bedarf des guten Willens der oberen Führung!

Für jegliche Kommentare und Anregungen, aber auch Kritik sind die Autoren dankbar und freuen sich darauf, diese zu beantworten.

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