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Waffengattungen des Österreichischen Bundesheeres

ABC-Abwehrtruppe

"Call the Austrians!" Diesen Ruf hört man in verschiedenen Katastrophengebieten der Welt. Die "Austrians" sind dabei oft Soldaten der ABC-Abwehrtruppe, die dort helfen, wo andere nicht mehr können.

Beginn und Aufbau

1957 wird in Zwölfaxing eine Luftschutzpionierkompanie nach Schweizer Modell zum Schutz von Ballungsräumen und militärischen Einrichtungen vor Massenvernichtungsmitteln aufgestellt. 1959 folgt die Errichtung der Luftschutztruppenschule (LSTS), die neben der Ausbildung auch die Mobilmachungsverantwortung für ein Luftschutzpionierbataillon erhält. Untergebracht wird diese zunächst in der Großen Breitenseer-Kaserne und ab 1962 (gemeinsam mit der 1963 gegründeten Zivilschutzschule des Innenministeriums) in der schwer beschädigten Wilhelm-Kaserne in Wien. Gleichzeitig wird durch die Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Seibersdorf die erforderliche Wissenschaftsorientierung der Ausbildung eingeleitet. Bei den Versorgungsregimentern 1 bis 3 werden ABC/Luftschutz-Züge (ABC steht für atomar, biologisch und chemisch) aufgestellt. Erst 1976 kommt es zu Überlegungen über ein ABC-Abwehr-Konzept. Als Ergebnis dessen wird die ABC-Abwehr in die Bereiche ABC-Selbstschutz, ABC-Abwehr aller Truppen, ABC-Abwehrtruppe und ABC-Abwehrdienst gegliedert. 1982 in ABC-Abwehrtruppe umbenannt, wird sie als Kampfunterstützungstruppe im Rahmen der Raumverteidigung und für Assistenzeinsätze im Katastrophenfall umstrukturiert. Die ABC-Abwehrtruppe wird in ABC-Abwehrzügen bei den Militärkommanden, Brigadekommanden und Einsatzflugplätzen organisiert.

Die Herausforderung

Nach dem Kernkraftwerksunfall in Tschernobyl 1986 sieht sich Österreich erstmals einer Bedrohung durch radioaktive Verstrahlung ausgesetzt. Die ABC-Abwehrtruppe und mit ihr die völlig neue Dekontaminationsausstattung (zur Entstrahlung, Entseuchung und Entgiftung), erfahren im Rahmen des darauf folgenden Assistenzeinsatzes an den Grenzübergängen und im gesamten Bundesgebiet ihre Feuertaufe. Zwei Jahre später schlägt im Zuge des Erdbebens in Armenien die Geburtsstunde der internationalen Katastrophenhilfeeinheit Austrian (Armed) Forces Disaster Relief Unit - abgekürzt A(A)FDRU - als Beitrag Österreichs für ein weltweit agierendes Katastrophenhilfe-System. In Sri Lanka, in der Türkei, im Iran, in Mosambik und in Algerien stellen die Österreicher ihre rasche Einsatzbereitschaft und hohe Professionalität unter Beweis. Gleichzeitig kommt es zu Einsätzen aufgrund biologischer Bedrohungen in Österreich (Anthrax). Im Irak stellt die ABC-Abwehrtruppe auch Chemiewaffeninspektoren für die UNO. Das bereits 1982 modellartig entwickelte System einer computergestützten Melde- und Auswertezentrale (MAZ) führt Ende der achtziger Jahre in Zusammenarbeit mit dem Grazer Joanneum zum heute noch in Betrieb befindlichen MAZ-Infosystem. Die tief greifenden politischen Veränderungen 1989 führen auch zu einem entscheidend geänderten Bedrohungsbild. Im Zuge dessen kommt es 2002 zur Beteiligung der ABC-Abwehrtruppe an den Reaktionskräften im Rahmen der EU zur Bewältigung der Auswirkungen terroristischer Anschläge mit Massenvernichtungsmitteln. Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung nach Katastrophen erhalten alle ABC-Abwehrkompanien eine Trinkwasseraufbereitungsanlage. Somit ist es gelungen, ein in dieser Form weltweit einzigartiges System von Spezialkräften zu schaffen, das in der Lage ist, in kürzester Zeit überall auf der Welt effektiv zu helfen.

Die ABC-Abwehrtruppe heute

- ABC-Abwehrschule mit ABC-Abwehrkompanie und AFDRU (Korneuburg); - je eine ABC-Abwehrkompanie bei den Militärkommanden Niederösterreich und Steiermark sowie je ein ABC-Abwehrzug bei allen anderen Militärkommanden; - je ein Luftfahrzeug-Rettungs- und ABC-Abwehrzug bei den drei Fliegerregimentern (Langenlebarn, Hörsching, Zeltweg).

Artillerie

Jahrzehntelang gilt die 105-mm-leichte Feldhaubitze als Synonym für die österreichische Artillerie. Daneben verfügt diese über Jahre hinweg über eine Vielzahl von Geschützen verschiedenster Provenienz. Heute kann sich die Artillerie mit dem hochmodernen Einheitswaffensystem der 155-mm-Panzerhaubitze M 109A5Ö auf dem Gefechtsfeld behaupten.

Beginn und Aufbau

Das Bundesheer erhält zum Aufbau seiner Artillerie vor allem Waffen aus Beständen der US Army, darunter 108 Stück 105-mm-leichte Feldhaubitzen (lFH) M-2, 18 Stück 105-mm-lFH auf Selbstfahrlafette (SfL) M-7B2, 24 Stück 155-mm-schwere Feldhaubitzen (sFH) M-1 und 36 Stück 155-mm-schwere Feldkanonen (sFK) M-2 ("Long Tom"). Dazu kommen 24 Stück 105-mm lFH-18/40 der Deutschen Wehrmacht und ab 1974 18 tschechische 130-mm-Raketenwerfer. 1955 wird aus den Provisorischen Grenzschutzabteilungen 4 (Graz), 5 (Villach) und 8 (Tirol und Salzburg) die Artillerieschule in Salzburg aufgestellt, 1956 verlegt sie nach Baden. 1958 folgt die Aufstellung der Artillerieschulabteilung, der Beobachtungsschulabteilung, der Artillerielehrgangsabteilung und der Schieß- und Versuchsabteilung in Baden und des Heeresartillerieregiments in Salzburg. 1963 werden diese Verbände aufgelöst.

Mit der Heeresgliederung 62 erhalten alle Brigaden je eine Artillerieabteilung (Brigade- bzw. Panzerartillerieabteilung, BAA bzw. PzAA) zugeordnet. Die BAA verfügen über je zwei Batterien mit 105-mm-lFH und später noch eine Fliegerabwehrbatterie, die PzAA hingegen über je eine Batterie 105-mm-lFH gezogen und eine Batterie 105-mm-lFH auf SfL. Dazu kommt 1963 eine Batterie mit 40-mm-Zwillingsfliegerabwehrkanonen auf SfL. Neben diesen Abteilungen wird 1963 noch je Gruppenkommando ein Artillerieregiment (AR) geplant. Aufgestellt werden zunächst aber nur die I. Abteilungen des AR 1 (Baden) und des AR 3 (Salzburg). 1968 folgt die Aufstellung der I. Abteilung des AR 2 (Fehring). Diese Abteilungen bestehen aus einer Raketenwerferbatterie und je einer Batterie 155-mm-sFH M-1 und 155-mm-sFK M-2. 1971 wird die I. Abteilung des AR 2 nach Gratkorn verlegt, 1972 auf Raketenwerfer umgerüstet und in Korpsartilleriebataillon (KAB) 2 umbenannt.

Eine einschneidende Veränderung bringt die Heeresgliederung 78 mit der Überleitung aller Artilleriebataillone (außer den PzAB 3 und 9) in Mob-Verbände und der Übernahme der Ausbildungsverantwortung durch die Landwehrstammregimenter 37 (Wr. Neustadt), 41 (Steyr), 52 (Feldbach), 62 (Hall), 72 (Klagenfurt) und 81 (Salzburg).

Die Heeresgliederung "Neu" (1994) bringt die Auflösung aller Brigade- und Korpsartilleriebataillone (KAB) und deren Überführung in neue Verbände. Nur die Panzerartilleriebataillone 3, 4 und 9 bleiben als aktive Verbände bestehen. Jedes Korps erhält ein Artillerieregiment, dieses stellt die artilleristische Ausbildung sicher und trägt die Mob-Verantwortung für je zwei KAB. Alle Bataillone sind nun gleich gegliedert. Die Raketenwerfer werden ausgeschieden und die fünf ortsfesten Batterien stillgelegt.

Eine moderne Panzerartillerie

Der entscheidende Schritt zur Modernisierung der Artillerie erfolgt 1970 mit dem Zulauf der ersten Panzerhaubitzen M-109 Basic, jede PzAA erhält zwölf Geschütze. 1974 werden die PzAA 3 und 9 um jeweils eine dritte Batterie aufgestockt. Gleichzeitig wird die PzAA 4 aufgelöst, 1983 als PzAB 4 aber wieder aufgestellt und mit 18 neu beschafften amerikanischen M-109A2 ausgestattet. Ab 1993 werden alle M-109 Basic durch britische M-109A2/A3 ersetzt. Mit der Einführung von 54 M-109A5Ö (1998) und der Implementierung moderner elektronischer Feuerleit- und Navigationssysteme verfügt Österreich nun über eines der modernsten Waffensysteme dieser Art.

Die Artillerieverbände heute

- Artillerieschule in Baden; - Artillerieregiment 1 (Feldbach); - Artillerieregiment 2 (Klagenfurt); - Panzerartilleriebataillon 3 (Allentsteig); - Panzerartilleriebataillon 9 (Baden).

Fernmeldetruppe

Eine Grundvoraussetzung für die Auftragserfüllung ist das Vorhandensein eines modernen, leistungsfähigen und weltweit wirkenden Fernmeldesystems. Dieses darf sich nicht auf die Truppe allein beschränken, sondern muss alle verantwortlichen Stellen mit einschließen.

Beginn und Aufbau

Bei Aufstellung der B-Gendarmerie wird jeder Gendarmerieschule zunächst ein Telegraphenzug (TelZg) zugeordnet und mit Fernsprech- und Funkgeräten aus US-Beständen ausgerüstet. Mit der Aufstellung der beiden Gendarmerietelegraphenschulen (ab 1955 provisorische Telegraphenabteilungen 1 und 2) in Innsbruck und Villach wird die Voraussetzung für den Aufbau einer Tel-Truppe geschaffen.

Jedes Kommando erhält einen Tel-Verband, der die Draht-, Richt- und Funkverbindung zum vorgesetzten Kommando und den unterstellten Verbänden sicherstellt. Es sind dies das Heerestelegraphenbataillon (HTelB) in Wien (ab 1963 HTelR, mit einem weiteren Bataillon in St. Johann), die Tel-Bataillone (TelB) 1 bis 3 in Villach, Salzburg und Wien und die Tel-Kompanien der Brigaden.

Jedes Militärkommando und jedes Bataillon verfügt über einen Tel-Zug (TelZg). 1957 werden in Wien die Tel-Truppenschule (TelTS) und die Flieger-Tel-Abteilung errichtet, die 1973 nach Langenlebarn verlegt wird. 1978 erfolgt die Umbenennung der Tel-Truppe in Fernmeldetruppe (FM-Truppe). Die beiden Korps, die Panzergrenadier- und die Fliegerdivision verfügen über je ein Fernmeldebataillon. 1986 wird das II/HFMR in St. Johann ein eigener Verband (ab 1992 HFMR) mit fünf Fernverbindungskompanien. 1992 wird der Stab Fernmeldeführung eingerichtet. Diesem obliegt die Planung, Führung und Sicherstellung des gesamten FM-Betriebes des Bundesheeres weltweit. 2002 wird er Teil des Kommandos Führungsunterstützung. Zuvor werden 1999 das FMB 3 und das FMB 4 (ehemals FMB 1) aufgelöst.

Der Ungarneinsatz zeigt die Notwendigkeit eines territorialen Fernmeldenetzes auf. Die Errichtung wird auch unverzüglich begonnen. 1956 erfolgt die erste Beschaffung von Funkfernschreibern, Drahtfernschreibern, Richtfunkgeräten und Vermittlungen. In den Jahren 1972 bis 1992 kommt es zu einer grundlegenden Neuausstattung. Die Einführung des mobilen Richtverbindungssystems "Falke" leitet den Übergang von der analogen zur digitalen Übertragung ein.

Der Quantensprung

Den Anfang macht die Einführung der Knotenvermittlung 1991. Dieses digitale Vermittlungssystem bildet mit dem mobilen und ortsfesten Richtverbindungsnetz (RV-Netz) die integrierte Fernmeldeinfrastruktur des Österreichischen Bundesheeres (IFMIN).

Die ausschließliche Ausrichtung auf dieses System führt allerdings dazu, dass zunächst andere Übertragungssysteme (UKW und KW) vernachlässigt werden. Erst wesentlich später wird eine Datenfunksoftware entwickelt, die eine Datenübertragung unter Nutzung der vorhandenen Funkgeräte ermöglicht. In den nächsten Jahren sollen die Truppenfunkgeräte durch ein modernes System ersetzt werden. Auch an verlegbaren Local Area Networks (LAN) wird gearbeitet. Das herkömmliche Feldkabel wird, wo erforderlich, durch Lichtwellenleiter-Feldkabel ergänzt.

Die Fernmeldetruppe heute:

- Fernmeldetruppenschule (Wien); - Heeresfernmelderegiment (St. Johann/Pongau); - Fernmeldebataillon 1/Kommando Landstreitkräfte (Villach); - Fliegerfernmeldebataillon/Kommando Luftstreitkräfte (Langenlebarn); - Brigadefernmeldekompanie 1 (Eisenstadt); - Brigadefernmeldekompanie 6 (Innsbruck); - Brigadefernmeldekompanie 7 (Klagenfurt); - Brigadefernmeldekompanie 3 (gepanzert) (Mautern); - Brigadefernmeldekompanie 4 (gepanzert) (Linz).

Fliegerabwehrtruppe

Landesverteidigung darf nicht fünf Meter über dem Boden enden. Daran hat sich auch im Zeitalter des internationalen Terrorismus nichts geändert.

Der Aufbau der Fliegerabwehrtruppe ist eng mit dem Fliegerhorst Brumowski in Langenlebarn verbunden. Hier entsteht 1956 der Arbeitsstab der Fliegerabwehrwaffe und daraus 1957 die Fliegerabwehrabteilung 1 (FlAA 1). Aus der Fliegerabwehrschulbatterie 1 dieser Abteilung wird 1958 die Fliegerabwehrwaffentruppenschule (FlAWTS, ab 1983 Fliegerabwehrschule - FlAS) gebildet. Sie erhält 1966 den mobAuftrag über die Fliegerabwehrabteilung 4 (FlAA 4).

Leider wird der Fliegerabwehr zunächst nur geringe Bedeutung beigemessen. Bis 1959 verfügen die FlAWTS und die FlAA 1 auch noch über französische 25-mm-Fliegerabwehrkanonen (FLAK) "Hotchkiss".

Die Jägerbrigaden verfügen nur über je eine Batterie 2-cm-FlAK und die Panzergrenadierbrigaden über je eine Batterie 40-mm-Zwillings-Fliegerabwehrkanonen auf Selbstfahrlafette M-42, beide nur mit optischen Richtmitteln.

Die Luftstreitkräfte haben zur Luftverteidigung drei FlAA - ab 1978 Fliegerabwehrbataillone (FlAB) - mit radargesteuerten 40-mm-FlAK. 1966 werden diese drei Abteilungen aus dem Bereich der Luftstreitkräfte ausgegliedert und den drei Gruppenkommanden zugeordnet. Mit der Heeresgliederung 72/75 erhalten die drei Fliegerregimenter je ein FlAB (ab 1980 als FlAB 11 bis 13 bezeichnet). Die FlABt der Jägerbrigaden werden in die Miliz und die PzFlABt in die Panzerstabsbataillone übergeführt. 1995 werden die FlAB 1 bis 3 und 11 bis 13 zu den Fliegerabwehrregimentern 1 bis 3 zusammengefasst und der Fliegerdivision (ab 2002 Kommando Luftstreitkräfte) unterstellt.

Moderne Fliegerabwehr

Mit der 35-mm-Zwillings-FlAK 65 erhält das Bundesheer in den siebziger Jahren ein modernes Geschütz mit hoher Feuerfolge. Dieses Geschütz wird durch Modifikationen (FlAK 75/79 und 85) den neuen Anforderungen angepasst. Mit der zweiten Kampfwertsteigerung erhält die FlAK 85 ein integriertes Feldkraftwerk, ein rechnergestütztes Visier mit Laser-Entfernungsmesser und eine Nachladeautomatik. Dies ermöglicht ein erheblich schnelleres Herstellen der Feuerbereitschaft sowie eine größere Treffgenauigkeit und macht das Geschütz zum derzeit modernsten Fliegerabwehr-Rohrwaffensystem.

Mit der Implementierung der leichten Fliegerabwehrlenkwaffe "Mistral" 1994 kann neben der Erhöhung der Reichweite und Treffwahrscheinlichkeit auch eine wesentliche Verdichtung der FlA erzielt werden. Neben den FlAR erhalten auch die 3. und 4. PzGrenBrig sowie die 1. JgBrig Fliegerabwehrlenkwaffen-Batterien. Damit verfügt die FlA über eines der modernsten Waffensysteme dieser Art.

Feuerleitung

Zunächst muss die FlA für die 40-mm-FlAK mit dem Feuerleitgerät 58 TPJ und ab 1960 mit dem FLGer 60 "Superfledermaus" das Auslangen finden. Für die FlAK 65 wird das FLGer 65 (ein adaptiertes FLGer 60) beschafft. 1976 wird das FLGer 75 "Skyguard" (nach Modifikation FLGer 79) eingeführt. Im Jahr 2004 werden die neuerlich modifizierten FLGer 98 mit neuen Rechnern und Laserentfernungsmessern ausgeliefert. Damit verfügt die FlA über ein autonomes FLGer mit Pulsdoppler-, Such- und Zielzuweisungsradar sowie einer optischen Zielverfolgungseinrichtung. Mit der Einführung der lFAL ist die Beschaffung des Zielzuweisungsradars "Flamingo" verbunden. Dieses hat eine integrierte Command, Communication and Intelligence-Komponente (C2I), eine Reichweite von 70 km und kann bis zu 100 Ziele gleichzeitig erfassen.

Die Fliegerabwehr heute:

- Fliegerabwehrschule (Langenlebarn); - Fliegerabwehrregiment 1 (Groß-Enzersdorf, Hainburg, Langenlebarn); - Fliegerabwehrregiment 2 (Zeltweg, Aigen, Wolfsberg); - Fliegerabwehrregiment 3 (Hörsching, Salzburg); - je eine leichte Fliegerabwehrlenkwaffenbatterie (gep) bei der 3. PzGrenBrig (Mautern) der 4. PzGrenBrig (Hörsching) und der 1. JgBrig (Götzendorf).

Fliegertruppe

Kein Staat kann es sich leisten, seinen Luftraum der Disposition anderer zu überlassen. Die Fliegertruppe des Bundesheeres beginnt mit einer "Schmetterlingssammlung" und wird bald ein Hochleistungskampfflugzeug erhalten.

Beginn und Aufbau

Der Aufbau der Fliegertruppe erweist sich als ungleich schwieriger als der aller anderen Waffengattungen, vor allem, weil die Fliegertruppe weder auf Personal und Ausrüstung der B-Gendarmerie noch auf erfahrene Offiziere aus der Zeit davor zurückgreifen kann. Es steht kaum eine Infrastruktur zur Verfügung, darüber hinaus gelten die Luftstreitkräfte als "teure" Waffengattung. Anders als bei den übrigen Waffengattungen wird aus nicht nachvollziehbaren Gründen von der Regierung auch noch auf die von den Amerikanern großzügig angebotene Überlassung von Luftfahrzeugen verzichtet.

Daher muss zunächst mit von der Sowjetunion im November 1955 gelieferten acht in Kisten verpackten Flugzeugen der Typen Jakowlew Jak-11 und Jak-18 das Auslangen gefunden werden. Die Maschinen werden im notdürftig adaptierten Fliegerhorst in Langenlebarn zusammengebaut.

Der erste Flug

Am 9. Dezember 1955 absolviert Oberstleutnant Gustav Hauck in einer Jak-18 (Kennung 3A-AB) den ersten Flug in der Geschichte des Bundesheeres der Zweiten Republik. Mit diesen Flugzeugen wird die Nachschulung kriegserfahrener Piloten, des technischen Personals und des Bodenpersonals aufgenommen. Gleichzeitig beginnt mit dem Ankauf eines Hubschraubers Agusta Bell AB.47G die Hubschrauberausbildung.

Erst 1958 werden dem Bundesheer 62 weitere Maschinen der Typen Cessna L-19, De Havilland Canada L-20 "Beaver" und LT-6 "Texan", sowie Hubschrauber Bell H-13 von den USA überlassen; von Italien kauft das Bundesheer fünf Fiat G.46. Damit soll ein geregelter Ausbildungs- und Dienstbetrieb aufgebaut werden, der aber durch die langsame Zuführung der Flugzeuge sehr erschwert wird. Daher müssen weitere Schulflugzeuge vom Typ Piper PA-18 und Zlin 126 angekauft werden. 1964 werden zur fliegerischen Ausbildung Saab 91D "Safir" beschafft. 1983 werden diese durch die Pilatus PC 7 ersetzt.

Aus Fliegern werden Luftstreitkräfte

In der ersten Hälfte des Jahres 1956 werden in Langenlebarn das Fliegerführungskommando (1957 bis 1973 als Kommando der Luftstreitkräfte bezeichnet), die Fliegerhorstabteilung I, die Fliegerschule und die Fliegerbildstelle aufgestellt.

Ab 1956 unterstehen alle fliegenden Verbände dem Fliegerführungskommando, ab 1965 der Fliegerbrigade (im Rahmen des Kommandos der Luftstreitkräfte), von 1975 bis 2002 der Fliegerdivision und seit 2002 dem Kommando Luftstreitkräfte.

Hubschrauber - Mädchen für Alles

Bereits 1956 werden zehn Agusta Bell AB.47G beschafft, die den Grundstock der Hubschrauberflotte des Bundesheeres der Zweiten Republik bilden. 1958 wird die S.E.313 "Alouette" II und 1967 die S.A.316 "Alouette" III für den Einsatz im Hochgebirge eingeführt.

Der Transport von Mannschaft und Gerät und für den Katastropheneinsatz erfolgt ab 1958 mit den Transporthubschraubern Westland S-55 "Whirlwind", die ab 1963 durch AB.204B und ab 1970 durch zwei (von ursprünglich neun geplanten) Sikorsky S-65 ersetzt werden. Die beiden S-65 werden 1981 in einer Nacht- und Nebelaktion an Israel verkauft.

1976 wird die Bell OH-58B "Kiowa" aus den USA angekauft, die damals als einziger Hubschrauber des Bundesheeres bewaffnet werden kann. Eine spürbare Erhöhung der Lufttransportkapazität und ein Modernisierungsschub erfolgen schließlich 1980 mit der Beschaffung von 25 Stück AB.212.

Als Folge der Lawinenkatastrophe von Galltür kommt es 1999 zur Entscheidung, neun neue Transporthubschrauber Sikorsky S-70A "Black Hawk" zu beschaffen, die 2002 ausgeliefert werden.

Lufttransport

Obwohl bereits 1956 ein Bedarf von zwölf Transportflugzeugen festgestellt wird, kommt es erst 1969 zum Ankauf von zwei Transportflugzeugen Short SC-7 "Skyvan". Doch erst mit der Beschaffung von drei (gebrauchten) C-130K "Hercules" von der britischen Royal Air Force verfügt das Bundesheer seit 2003 über eigene Lufttransportkapazitäten. Die drei Maschinen werden seit 2004 für den Transport österreichischer Soldaten im Rahmen von Auslandseinsätzen, für die Anschlussversorgung sowie für die internationale Katastrophenhilfe eingesetzt. Mit der Indienststellung der "Hercules" erfolgt auch die Implementierung eines modernen Luftumschlagsystems.

Das Düsenzeitalter

Bevor an die dringend erforderliche Beschaffung von "Düsenflugzeugen" (Strahlflugzeugen) zur Wahrung der Lufthoheit gedacht werden kann, müssen zunächst umfangreiche Studien über deren Einsatz und die damit verbundenen zusätzlichen Erfordernisse angestellt werden. Um die weitere Planungszeit zu überbrücken und um Erfahrungen zu sammeln, werden 1957 neun Schulflugzeuge De Havilland D.H.115 "Vampire" beschafft, an denen sich Piloten und Techniker in der inzwischen in Graz-Thalerhof aufgestellten Jagdbomber-Schulstaffel mit der neuen Materie vertraut machen können. (Die wiederholten Verletzungen österreichischen Luftraumes während der Libanon-Krise 1958 unterstreichen noch die Notwendigkeit einer aktiven Luftraumüberwachung.) Die "Draken"-Ära

Nach jahrelangen Vorarbeiten werden zwischen 1961 und 1964 dreißig schwedische Jagdbomber Saab J 29F "Fliegende Tonne" für den Erdkampfeinsatz und für die Luftbildaufklärung beschafft und beim JaBo-Geschwader in Hörsching und Graz-Thalerhof stationiert. 1972 ersetzen 40 Saab 105-Ö die Saab J 29F; sie werden für die Strahlausbildung, für die Luftraumüberwachung, für die Luftaufklärung sowie als Jagdbomber eingesetzt. 1976 wird das JaBoGeschw 1 in Überwachungsgeschwader umbenannt. 1985 werden nach fast zwanzig Jahren politischer Diskussionen 24 Saab 35OE "Draken" beschafft und ab 1988 in Graz und Zeltweg stationiert.

Nach der Inbetriebnahme der Luftraumüberwachung und der Indienststellung der "Draken" kommt es übrigens zu keiner weiteren Verletzung des österreichischen Luftraumes durch Luftfahrzeuge des Warschauer Paktes. Während des Jugoslawien-Krieges bewähren sich die zur Überwachung des Österreichischen Luftraumes eingesetzten "Draken". 1994 werden sie mit Luft-Luft-Lenkwaffen ausgerüstet.

Der Flug ins 21. Jahrhundert

Im Juni 2002 kommt es zur längst überfälligen Entscheidung über die Nachfolge der "Draken": Diese sieht 24 Eurofighter "Typhoon" (mit der Option auf sechs Doppelsitzer) vor. Diese Zahl wird jedoch schon wenige Monate später - unter dem Eindruck der Hochwasserkatastrophe in weiten Teilen Österreichs im August 2002 - auf 18 reduziert.

Da sich der Zulauf der "Typhoon" verzögert, die letzten "Draken" aber spätestens Ende 2005 das Ende ihrer Lebensdauer erreichen, werden 2004 zwölf Northrop F-5E "Tiger" II von der Schweiz geleast. Damit wird eine drohende Lücke in der Luftraumüberwachung verhindert.

Die Fliegertruppe heute:

- Kommando Luftstreitkräfte mit Kommando Luftaufklärung (Langenlebarn); - Fliegerschule (Zeltweg); - Fliegerregiment 1 (Langenlebarn); - Fliegerregiment 2 mit Überwachungsgeschwader (Zeltweg und Graz) und Hubschraubergeschwader (Aigen); - Fliegerregiment 3 (Hörsching).

Luftraumüberwachung

Seit dem Zweiten Weltkrieg stellt der Luftraum eines Staates einen potenziellen Operationsraum dar, auch wenn der Boden dabei gar nicht berührt wird und der eigentliche Krisenherd Tausende Kilometer entfernt liegt.

Beginn und Aufbau

Auswirkungen ferner Konflikte auf den österreichischen Luftraum zeigen sich in der Suez-Krise 1956 und der Libanon-Krise 1958, bei denen es vermehrt zu Luftraumverletzungen durch westliche Kampfflugzeuge kommt. Dem kann Österreich nichts entgegensetzen. Hingegen bietet die Sowjetunion ihre Hilfe zur Wahrung der Neutralität Österreichs an. Die Drohung der Sowjets, nicht untätig bleiben zu wollen, führt zum Aufbau eines Luftraumbeobachtungssystems. 1959 wird ein Radargerät auf dem Stiftsbunker aufgestellt. 1962 entsteht in Salzburg das Flugmeldebataillon 1. Gleichzeitig beginnt am Kolomansberg die Errichtung einer Radarstation und einer verbunkerten Flugmeldezentrale. Kurz nach der Fertigstellung wird der Verband während des Sechstagekrieges erstmals alarmiert und eine Luftraumverletzung durch eine israelische Maschine nachgewiesen. Seit August 1968 ist die Luftraumüberwachung rund um die Uhr im Einsatz. In der CSSR-Krise 1968 kommt es zu Überflügen sowjetischer Maschinen. Diese Aufklärungsflüge werden erkannt, dokumentiert und nach Protesten der Bundesregierung eingestellt.

Die "Goldhaube"

1973 ergeht der Auftrag, ein modernes, integriertes Flugverkehrskontroll- und Luftraumbeobachtungssystem zu schaffen, die "Goldhaube". Damit ist eine enge Zusammenarbeit der militärischen und der zivilen Luftraumbewirtschaftung gewährleistet. 1986 übersiedeln das zivile Air Control Center-Schwechat und das militärische Kontrollzentrum (MILVACC) nach Wien, gleichzeitig wird der Vollbetrieb der "Goldhaube" durch das aus dem Flugmelderegiment hervorgehende Kommando Luftraumüberwachung (LRÜ) aufgenommen. Seit damals verfügt Österreich über das modernste Luftraumbeobachtungssystem Europas. Doch erst mit den "Draken" erhält das Luftraumüberwachungssystem 1988 eine entsprechende aktive Komponente, standen doch dafür bislang nur die Saab 105-Ö zur Verfügung. Die "Goldhaube" wird laufend an die technologische Entwicklung angepasst. Ende der neunziger Jahre werden Tieffliegererfassungsradargeräte beschafft. 2003 geht auf dem Kolomansberg ein neues Long Range Radar in Betrieb. Darüber hinaus stellt die LRÜ u. a. die Materialerhaltung und Ersatzteilbeschaffung für das System "Goldhaube" und die Zielzuweisungsradars der Fliegerabwehr sicher. Sie betreibt das hochalpine Richtverbindungs- und Flugfunknetz des Bundesheeres, entwickelt Software für die Luftraumüberwachung und nimmt die taktische Führung des Einsatzbetriebes wahr.

Der Jugoslawien-Krieg 1991

Zunächst gilt es, die jugoslawischen Truppen zu hindern, ihre Einsätze gegen slowenische Kräfte auf österreichischem Territorium fortzusetzen. Die Luftraumüberwachung erhält den Auftrag, die Ordnung im Luftraum zu überwachen und durchzusetzen. Dabei erwerben sich die Luftstreitkräfte europaweit den Ruf der reaktionsschnellsten und effizientesten Luftpolizei.

Die Zukunft im Verbund

1997 übt die österreichische Luftraumüberwachung erstmals gemeinsam mit anderen europäischen Luftstreitkräften. Ausländische Frühwarnflugzeuge, Abfangjäger und Mobilradaranlagen werden in das System "Goldhaube" integriert. In Zukunft wird der österreichische Luftraum als Teil des europäischen Luftraumes im Verbund gegen neuartige Bedrohungen zu schützen sein. Ohne diesen Schutz wird auch keine Großveranstaltung mehr möglich sein.

Die Luftraumüberwachung heute:

Kommando Luftraumüberwachung mit Radarbataillon, Radarstationskommando und Technisch-Logistischem Zentrum (Salzburg).

Pioniertruppe

Wenn es darum geht, Menschen und Gerät sicher über Gewässer zu bringen, die eigene Bewegung zu erleichtern und die des Gegners zu behindern, dann sind sie stets zur Stelle - die "Pioniere wie immer".

Beginn und Aufbau

Auch für die Pioniertruppe wird der Grundstein bereits im Rahmen der B-Gendarmerie gelegt. Jede der sechs Gendarmerieschulen (GendSch) verfügt über einen Pionierzug. Mit 1. September 1954 werden diese Züge in der neu geschaffenen Gendarmerieschule Tirol III zusammengefasst und in drei Kompanien gegliedert. Das Kommando und die 1. Pionierkompanie befinden sich in Innsbruck, die 2. Pionierkompanie in Schwaz und die 3. Pionierkompanie in Villach/Obere Fellach.

Am 23. September 1955 wird die Gendarmerieschule Tirol III in Provisorische Grenzschutzpionierabteilung 1 und am 9. April 1956 in Heerespionierbataillon 1 (HPiB 1) umbenannt. Zwischen 1956 und 1958 kommt es zur Aufstellung je eines Pionierbataillons pro Bundesland. Am 20. September 1956 folgt die Aufstellung der Pioniertruppenschule (PiTS). Mit der Umgliederung 1963 werden aus den vorhandenen Pionierbataillonen ein Heerespionierbataillon, drei Gruppenpionierbataillone (GrpPiB 1 bis 3) sowie zehn Brigadepionierkompanien gebildet.

Die Heeresgliederung 1992 sieht bei jedem Korpskommando ein Pionierbataillon vor. Zusätzlich wird im Zuge des "Abwehrsystems Donau" ein Pionierregiment "Donau" geschaffen. Jede Brigade verfügt weiterhin über eine PiKp. Mit der Strukturanpassung 98 kommen das PiB 1 und 3 zum I. Korps, das PiB 2 verbleibt beim II. Korps. Schließlich werden 2002 mit Auflösung der Korpskommanden die drei Pionierbataillone den Jägerbrigaden zugeordnet.

"... und schlugen eine Brucken"

In den Anfängen muss sich die Pioniertruppe mit Gerät begnügen, das von den Besatzungstruppen zurückgelassen wird. Von sowjetischer Seite ist dies das Brückengerät M36/56 (Buchberger), von amerikanischer das schwere Spurtafelbrückengerät M-4T6 und von britischer Seite das Bailey-Brückengerät.

1960 beginnt der Zulauf des legendären Alu- und des D-Brückengerätes, deren österreichische Entwicklung aus den Erfahrungen mit den vorhandenen Geräten hervorgeht. Es vergeht kaum ein Jahr, in dem sich die Pioniere nicht irgendwo im Katastrophen- oder Assistenzeinsatz befinden und dabei auch Behelfsbrücken errichten, um die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens zu gewährleisten. Der spektakulärste Einsatz findet 1976 nach dem Einsturz der Reichsbrücke statt. Die größte Innovation erfolgt 2000 mit der Einführung des modernsten Brückengerätes seiner Art, der Pionierbrücke 2000.

Die österreichische "Marine"

1956 geht das kleine Patrouillenboot "Oberst Brecht" in Betrieb, 1970 folgt das große Patrouillenboot "Niederösterreich". Dieses sollte das erste Boot (von neun geplanten aber nicht beschafften) einer Donauflottille werden, die als Waffenträger auf der Donau zwischen den Stauwerken vorgesehen war. Beide Boote befinden sich nach wie vor im Einsatz.

Neue Herausforderungen

Die internationalen Verpflichtungen und die damit verbundenen Gefahren machen auch vor den Pionieren nicht halt. Das führt zur Einrichtung eines Minenzentrums und des Bauunterstützungszentrums zur Bewältigung der Aufgaben im Rahmen internationaler Einsätze durch das Bundesheer.

Die Pioniertruppe heute:

- Pioniertruppenschule (Klosterneuburg); - Pionierbataillon 1 der 7. Jägerbrigade (Villach); - Pionierbataillon 2 der 6. Jägerbrigade (Salzburg); - Pionierbataillon 3 der 1. Jägerbrigade (Melk); - Pionierkompanie (gep) der 3. Panzergrenadierbrigade (Mautern); - Pionierkompanie (gep) der 4. Panzergrenadierbrigade (Linz).

Jägertruppe

Das Aufgabenspektrum der Jägertruppe als "Königin der Waffengattungen" hat sich in den letzten Jahren enorm erweitert, bewährte Strukturen wurden aber im Wesentlichen erhalten.

Beginn und Aufbau

Die Grundlage wird in der B-Gendarmerie geschaffen. Die Gendarmerieschulen sind wie Infanteriebataillone gegliedert. Der Kampfwert ist zunächst gering, verfügen die Schulen doch nur über leichte Infanteriewaffen. Mit der Umwandlung in provisorische Grenzschutzabteilungen 1955 bleibt die Bataillonsstruktur erhalten. Der Heeresaufbau 1956 sieht eine starke, ziemlich traditionell aufgebaute Infanterie vor. Die acht Brigaden verfügen jedoch jeweils anstatt der vorgesehenen vier nur über zwei Bataillone (ausgenommen die 6. Gebirgsbrigade): - 1. Brigade (Burgenland) mit Feldjägerbataillon 1 und Infanteriebataillon 2; - 2. Brigade (Wien) mit Feldjägerbataillon 5 und Heereswachbataillon; - 3. Brigade (Niederösterreich) mit Feldjägerbataillon 9 und Infanteriebataillon 10; - 4. Brigade (Oberösterreich) mit Feldjägerbataillon 13 und Infanteriebataillon 14; - 5. Gebirgsbrigade (Steiermark) mit Feldjägerbataillon 17 und Jägerbataillon 18; - 6. Gebirgsbrigade (Tirol) mit Feldjägerbataillon 21, Jägerbataillon 22 und 23; - 7. Gebirgsbrigade (Kärnten) mit Feldjägerbataillon 25 und Jägerbataillon 26; - 8. Gebirgsbrigade (Salzburg) mit Feldjägerbataillon 29 und Jägerbataillon 30.

Die Feldjägerbataillone (FJB) sind vollmotorisiert, die Infanteriebataillone (für den Kampf im Flachland) und die Jägerbataillone (für den Kampf im Gebirge) hingegen nur teilmotorisiert.

Die Organisation in Brigaden wirkt sich positiv auf die Entwicklung eines "Infanteriegeistes" aus. Dem steht aber das Fehlen einer infanteristischen Spitze entgegen sowie der Glaube, Infanterie sei einfach und koste nichts. Es kommt daher bei der Jägertruppe nicht zu dem Innovationsschub wie in (fast) allen anderen Waffengattungen. Die geplante aber letztlich verworfene Zusammenführung unter ein Divisionskommando hätte sicherlich Vorteile gebracht. Die Spezialisierung (Luftlandekräfte, Gebirgsjäger, Jagdkommando) erfolgt zunächst aufgrund des Engagements Einzelner. 1956 wird in Groß-Enzersdorf eine Infanterieschule mit einem Infanterieschulbataillon aufgestellt. Am 26. September 1955 paradiert das aus der provisorischen Grenzschutzabteilung 1 in Ebelsberg gebildete Heereswachbataillon erstmals am Ring. 1957 wird es in Garde(bataillon) umbenannt.

Von 1955 bis 1970 hat die Jägertruppe einen relativ hohen technischen Standard und ist den Jägern anderer europäischer Staaten ebenbürtig. Sie erhält moderne Waffen (PAR 66, 2-cm-IFlaK, 10,6-cm-rPAK, 12-cm-sGrW, 7,62-mm-Sturmgewehr 58) und Fahrzeuge (u. a. Steyr 680). Ab 1970 sinkt die infanteristische Kampfkraft ständig. Es fehlen weiterhin Panzerabwehrlenkwaffen, Nachtsichtgeräte und gepanzerte Transportfahrzeuge. Somit ist die Nachtkampffähigkeit und die Bewegung am Gefechtsfeld eingeschränkt. (Diese Nachteile versucht man später durch "Verbunkerung" im Zuge der Raumverteidigung zu unterlaufen.) Die neue Truppengliederung sieht ab 1962 nur mehr vier Jägerbrigaden mit je drei Jägerbataillonen (eines davon als Ausbildungsbataillon) vor. Mehrere Verbände werden daher zu Panzer- bzw. Panzergrenadierbataillonen. Der seit 1961 im Aufbau befindliche Grenzschutz wird zu einer eigenen Truppengattung.

Mit der Heeresgliederung 78 werden die Jägerbrigaden als mobile Landwehr in die Militärkommanden übergeführt. Nur die Jägerbataillone 21, 25 und 26 verbleiben aktiv. Sie zählen zur neu geschaffenen Bereitschaftstruppe. Daneben entsteht die raumgebundene Landwehr mit Landwehr-, Jagdkampf- und Sperrbataillonen, -kompanien und -zügen. Für Aufbau, Organisation und Ausbildung der mobil zu machenden Verbände werden die Landwehrstammregimenter (LWSR) eingerichtet.

1992 erfolgt eine neuerliche Umgliederung mit dem Ziel der "grenznahen Sicherung und Abwehr". Aus den Landwehrstammregimentern werden vor allem Jäger- und Stabsregimenter, aus denen in einem Einsatzfall Jägerbrigaden zu bilden sind.

Schließlich erfolgt 1998 eine neuerliche Strukturanpassung, mit der drei Jägerbrigaden und 20 territoriale Jägerbataillone (mob) bei den Militärkommanden geschaffen werden.

Die Sperrtruppe

Bereits 1958 werden erste Schritte in Richtung Landesbefestigung unternommen (Stichwort "Brucker Pforte"). Im Zuge der Raumverteidigung werden in kürzester Zeit zahlreiche feste Anlagen, Sperren und Feldbefestigungen angelegt, das macht die Aufstellung einer eigenen Sperrtruppe erforderlich. 1982 wird der "Arbeitsstab Sperrtruppe" eingerichtet und 1984 in die Sperrtruppenschule in Klagenfurt übergeführt. Mit der neuen Heeresgliederung (HG-NEU) wird die Sperrtruppe in der bisherigen Form aufgelöst und die Sperrtruppenschule 1996 als Lehrabteilung 2 der Jägerschule eingegliedert.

Halt - Militärstreife!

Die Militärstreife ist die Ordnungstruppe des Bundesheeres. Zunächst entsteht bei jedem großen Verband ein Militärstreifenzug (beim Kommandobataillon sogar eine Militärstreifenkompanie). Derzeit sind die Militärstreifenzüge den Militärkommanden zugeordnet (das MilKdo Vorarlberg hat nur eine Gruppe). Beim MilKdo Wien ist der Militärstreifenzug in der Militärstreifenlehrkompanie integriert. Die Ausbildung für internationale Militärpolizeieinsätze erfolgt beim Kommando Internationale Einsätze.

Nunquam retro! - Niemals zurück

Eine Besonderheit unter den infanteristischen Kampftruppen stellt das Jagdkommando dar. Dessen Aufbau geht auf das persönliche Engagement einzelner Offiziere und Unteroffiziere zurück. 1961 nehmen zwei Offiziere erstmals an einem Ranger-Kurs der US Armee teil. Ihre Erfahrungen bringen sie in den ersten Jagdkommandokurs ein (1963 in der Maria Theresien-Kaserne in Wien). 1967 wird die Ausbildung nach Kaisersteinbruch verlegt und als Kleinkriegsausbildung organisiert. 1968 findet die Ausbildung in Hainburg ihre Heimat. 1978/79 wird das Jagdkommando in Wr. Neustadt disloziert - und in Folge einer Sprengstoff-Affäre aufgelöst. 1986 entsteht das Ausbildungszentrum Jagdkampf in Wr. Neustadt und die Ausbildung wird neu organisiert. 2002 entsteht das Kommando Sondereinsatzkräfte. Auch die Ausbildung und Einsatzfähigkeit der Sondereinsatzkräfte werden auf ein internationales Niveau gebracht. Sie umfassen nunmehr das gesamte Aufgabenspektrum (vom Kampftaucher bis zum Personenschützer).

Neubeginn

Die Festen Anlagen und die damit verbundenen Strukturen der "Raumverteidigung" werden 1990 obsolet. Damit steht die Jägertruppe praktisch wieder am Anfang. 1990 kann ein Manko durch Einführung der Panzerabwehrlenkwaffe BILL zwar wettgemacht werden, das Fehlen der Nachtsichtgeräte, der gepanzerten Transportmittel und der Sonderfahrzeuge für die Gebirgstruppe verhindert aber eine Weiterentwicklung. Trotzdem werden in weiterer Folge alle theoretischen Grundlagen für eine Neuorganisation und Bewaffnung geschaffen und die Notwendigkeit von Mannschaftstransportpanzern erkannt.

Erst die Erfahrungen und Risken der Auslandseinsätze zwingen dazu, der Jägertruppe diese Fahrzeuge zuzuführen, um den neuen "gehärteten" Verbänden die nötige taktische Beweglichkeit zu ermöglichen und den erforderlichen Schutz der Soldaten zu gewährleisten.

Die Jägertruppe heute:

- Jägerschule (Saalfelden); - 1. Jägerbrigade mit Stabsbataillon 1 (Eisenstadt), Jägerbataillon 12 (Amstetten), 17 (Straß) und 19 (Pinkafeld); - 6. Jägerbrigade mit Stabsbataillon 6 (Absam), Jägerbataillon 15 (Kirchdorf), 23 (Bludesch) und 24 (Lienz); - 7. Jägerbrigade mit Stabsbataillon 7 (Klagenfurt), Jägerbataillon 18 (St. Michael), 25 (Klagenfurt) und 26 (Spittal); - Jägerregiment Wien; - Garde; - 20 territoriale Jägerbataillone (mob) bei den Militärkommanden.

Dazu kommen ein gepanzertes Jägerbataillon/KFOR (Kosovo), ein Infanteriebataillon/UNDOF (Golan) und eine Infanteriekompanie/EUFOR (Bosnien).

Panzertruppe

Die Geschichte der Panzertruppe reicht vom legendären T-34, der schon im Zweiten Weltkrieg im Einsatz stand, bis zum derzeit modernsten Kampfpanzer, dem "Leopard" 2. Sie spiegelt aber auch zum Teil die Leistungen der österreichischen (Wehr-)Wirtschaft wieder, der es immer wieder gelingt, modernste Fahrzeuge auf den Markt zu bringen.

Beginn und Aufbau

Bereits 1951 entstehen die ersten "Fahreinheiten" innerhalb der B-Gendarmerie in Kärnten (diese werden 1955 nach Graz verlegt), Oberösterreich und Tirol. Ausgestattet sind diese Einheiten mit dem Panzerspähwagen M-8. Ende 1955 werden sie, nunmehr provisorische motorisierte Grenzschutzeinheiten genannt, in Hörsching zusammengezogen. Mit der Umwandlung in die Panzer- und motSchule und ab Dezember 1955 in die Panzertruppenschule (PzTS) wird der Grundstein für die Panzertruppe gelegt. Bereits 1956 treffen die ersten 46 Panzer ein, es sind Aufklärungspanzer M-24. Mit ihnen werden die 1. und die 2. Unterabteilung, später die 1. und die 2. Panzerkompanie der Panzerschulabteilung gebildet. Die 3. und die 4. Unterabteilung, weiterhin mit dem Panzerspähwagen M-8 ausgestattet, werden zur 4. und 5. Panzeraufklärungskompanie der Panzeraufklärungsschulabteilung. Im Frühjahr 1956 werden der Panzertruppenschule 28 Kampfpanzer T-34/85 zugeführt und in der 1. Panzerkompanie zusammengefasst. Alle M-24 kommen zur 2. Panzerkompanie. Die weitere Aufstellung wird durch den Aufstand in Ungarn jäh unterbrochen. Die sofort in den Osten Österreichs verlegten Teile der Panzeraufklärungsschulabteilung kehren nach der Niederschlagung des Aufstandes durch die Sowjets nicht nach Hörsching zurück, sondern verbleiben in Zwölfaxing. Die noch in Hörsching befindlichen Teile sowie die Panzerschulabteilung, folgen 1957 nach. Bereits bei der Parade 1957 rollen die ersten mittleren Kampfpanzer M-47 über die Ringstraße. Im Folgejahr wird die Panzerschulabteilung zur Gänze auf M-47 umgerüstet. 1957 entstehen im Rahmen der Panzertruppenschule auch noch die Panzerjäger-Schulabteilung in Götzendorf (mit französischen Jagdpanzern AMX 13) und das Panzerschützen-Schulbataillon in Großmittel. 1959 erhält das Panzerbataillon 4 den britischen mittleren Kampfpanzer "Charioteer", die frei werdenden M-24 bekommt das Panzerbataillon 7.

Die erste Konsolidierung der Panzertruppe erfolgt 1960. Es sollte ein "Ring beweglicher gepanzerter Verbände" um den Alpenbereich entstehen. Wesentliche Grundlage hiefür bildet die Aufstellung der 3. und der 9. Panzerbrigade (ab 1963 Panzergrenadierbrigade), der 1964 die 4. Panzergrenadierbrigade folgt.

Aus den Panzergrenadierbataillonen (Ausb) der Panzergrenadierbrigaden, die im Frieden aus einer Panzer- und einer Panzergrenadierkompanie, sowie einer Artilleriebatterie bestehen, wird im Mob-Fall eine weitere mechanisierte Kampfgruppe gebildet. Gleichzeitig wird die Panzertruppenschule aus Teilen der 9. Panzergrenadierbrigade, dem Panzerbataillon 4 und anderen Teilen der Panzertruppe neu gebildet. Aber auch bei den Jäger- und Gebirgsbrigaden kommt es zu Neuerungen: So werden die Panzerjägerkompanie 7 (7. Jägerbrigade) mit AMX 13, die Panzerjägerkompanie 8 (8. Gebirgsbrigade) und die Aufklärungskompanie 4 (4. Jägerbrigade) mit Aufklärungspanzern M-24 ausgestattet. Mit den frei werdenden AMX 13 der aufgelösten Panzerjägerschulabteilung wird das Panzerbataillon 1 in Wr. Neustadt gebildet.

Eine moderne Panzertruppe entsteht

Mit Einführung des mittleren Kampfpanzers M-60A1 für die Panzerbataillone 10 und 33 (das Panzerbataillon 14 behält zunächst die M-47) erhält das Bundesheer in den sechziger Jahren ein Kampffahrzeug, das zu den modernsten der Welt zählt. Im Verein mit der neuen Saurer-Schützenpanzerfamilie, die in enger Kooperation zwischen der österreichischen Rüstungsindustrie und dem Bundesheer entwickelt wird, entsteht eine Panzertruppe, die keinen Vergleich mit der anderer Armeen zu scheuen braucht. Die Stückzahl der beschafften M-60A1 und der Zulauf der neuen Schützenpanzer macht es 1964 möglich, die 4. Jägerbrigade in eine Panzergrenadierbrigade umzugliedern. Ab 1972 werden die Panzerbataillone 1, 4 und 7 schrittweise mit dem Jagdpanzer "Kürassier" ausgerüstet und somit zu Jagdpanzerbataillonen.

Der nächste Modernisierungsschub ergibt sich 1981 durch den Ankauf von mittleren Kampfpanzern M-60A3, die die veralteten M-47 beim Panzerbataillon 14 ersetzen. Weil die vorhandenen M-60A1 in der Zwischenzeit in die Tage gekommen sind, werden ab 1987 alle M-60A1 und in der Folge die M-60A3 auf den neuesten technischen Stand gebracht. Signifikante Neuerungen betreffen den Motor, den Thermoschutz der Kanone, den Feuerleitrechner, den Seitenwindsensor, die Restlichtverstärker sowie die Nebelwurfanlage. Erstmals erhalten alle Fahrzeuge einen Dreifarbtarnanstrich. Weil der Umbau eine Glanzleistung der österreichischen Wehrindustrie und Wehrtechnik ist, erhält der "neue" Panzer die Bezeichnung M-60A3Ö. Das rettet ihn aber nicht davor, Jahre später ausgeschieden und verkauft zu werden.

Die Möglichkeit, gebrauchte Kampfpanzer "Leopard" 2A4 und Jagdpanzer "Jaguar" 1 (mit Panzerabwehrlenkwaffe 4000 HOT) relativ günstig anzukaufen, die fehlenden gepanzerten Mannschaftstransportpanzer zu beschaffen sowie die veralteten Schützenpanzer durch moderne zu ersetzen, führt nach langer innenpolitischer Diskussion 1996 zur Beschaffung des so genannten "mech Paketes" aus Kampfpanzern "Leopard" 2A4, Jagdpanzern "Jaguar" 1, Mannschaftstransportpanzern "Pandur" und Schützenpanzern "Ulan". Dazu kommen noch geleaste Bergepanzer "Büffel".

Die Panzertruppe heute:

- Panzertruppenschule (Zwölfaxing); - 3. Panzergrenadierbrigade mit dem Panzerstabsbataillon 3 (Mautern), dem Panzerbataillon 33 (Zwölfaxing), den Panzergrenadierbataillonen 9 (Horn) und 35 (Großmittel), dem Aufklärungsbataillon 3 (Mistelbach) und dem Panzerabwehrbataillon 1 (Wr. Neustadt); - 4. Panzergrenadierbrigade mit dem Panzerstabsbataillon 4 (Ebelsberg), den Panzerbataillonen 10 (Spratzern), und 14 (Wels), dem Panzergrenadierbataillon 13 (Ried) sowie den Aufklärungsbataillonen 1 (Gratkorn) und 2 (Salzburg).

Sanitätstruppe

Der Soldat muss darauf vertrauen können, dass er - wo immer er sich auch befindet - im Falle einer Verwundung oder Erkrankung schnellstens eine optimale sanitätsdienstliche Versorgung erhält. Das ist einer der wesentlichsten Faktoren seiner Motivation im Einsatz.

Beginn und Aufbau

Mit der Überführung der B-Gendarmerie in das Bundesheer werden auch die Gendarmerieschulärzte als Offiziere des militärärztlichen Dienstes übernommen. Als Geburtstag des Sanitätswesens gilt der 18. Juli 1955. An diesem Tag tritt der erste Sanitätschef des Bundesheeres seinen Dienst an. Zwei Grundforderungen muss vom ersten Augenblick an Rechnung getragen werden: der Sicherstellung der Gesundheitsüberwachung und Heilvorsorge im Frieden sowie der Schaffung eines vollwertigen Versorgungs- und Transportsystems im Einsatz. Hiezu entstehen, basierend auf den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs, die erforderlichen Sanitätseinrichtungen, vor allem - die ortsfesten Krankenreviere in den Kasernen, - die Sanitätsanstalten und Sanitätskompanien (die im Einsatz einen Hauptverbandsplatz und eine Sanitätskraftwagenkolonne bilden sollten) auf Brigadeebene, - das Heeresfachambulatorium (als Vorläufer des Heeresspitals), - die Sanitätsunteroffiziersschule, die 1957 in Sanitätstruppenschule (ab 1969 Sanitätsschule) umbenannt wird, - drei Sanitätskompanien zur Sicherstellung des Aufwuchses (als Gruppentruppen) und schließlich - das Heeressanitätslager in Wien mit seinen Zweiglagern bei den Gruppenkommanden.

Bereits zu Beginn des Aufbaues wird die Sanitätstruppe im Zuge des Ungarn-Einsatzes der ersten Bewährungsprobe unterzogen. 1962 verlieren die Brigaden ihre Sanitätskompanien, erhalten statt dessen aber Feldambulanzen. Die Brigadesanitätsanstalten werden hingegen in Heeressanitätsanstalten (HSanA) umgewandelt, die nun den Militärkommanden zugeordnet sind. In den folgenden Jahren liegt das Schwergewicht auf der territorialen Sanitätsversorgung. Das Fehlen von aktiven Militärärzten führt im Frieden zur vermehrten Abstützung auf zivile Vertragsärzte und im Einsatz auf Militärärzte der Miliz.

Mehr Qualität

In den neunziger Jahren kommt es auf fast allen Gebieten zu einer Verbesserung und zu einer Angleichung an die zivilen Gegebenheiten. Dies betrifft zunächst die Einführung der dreijährigen Diplomkrankenpflegeausbildung (dazu entsteht in Stammersdorf eine eigene Gesundheits- und Krankenpflegeschule). Gleichzeitig wird die Ausbildung von Rettungs- und Notfallsanitätern gemäß Sanitätergesetz mit ziviler Berufsanerkennung eingeführt und 1996 auch die Ausbildung von Notärzten. Parallel dazu erfolgt die Neugliederung der Sanitätszüge und der Feldambulanzen und der Wechsel von der Massen- zur Individualmedizin.

Erwähnt werden muss auch die langjährige Auslandserfahrung aller im Sanitätsdienst stehenden Soldaten - vom Kongo (1960) über den Iran, Afghanistan bis Taiwan, Mosambik oder Sri Lanka. Die Beschaffung einer hochmodernen Feldambulanz für Einsätze im In- und Ausland sowie die Einrichtung von ungepanzerten und gepanzerten Transportfahrzeugen ("Pinzgauer", "Pandur") sowie Hubschraubern (AB.212 und "Alouette" III) mit Notarzteinrichtungen bieten auch die technische Voraussetzung für eine optimale Sanitätsversorgung im Frieden und im Einsatz.

Die Sanitätstruppe heute:

- Sanitätsschule (Wien) (medizinisch); - Gesundheits- und Krankenpflegeschule (Wien); - Heeresspital (Wien) (medizinisch); - Militärspital 1 (Graz) und 2 (Innsbruck) (medizinisch); - Sanitätsanstalten bei den Militärkommanden N, OÖ, S, K, B und V; - Krankenreviere in den Kasernen.

Versorgungstruppe

Jede Armee ist nur so gut wie ihre Soldaten - und ihr Material. Eine moderne Logistik bildet deshalb die Grundvoraussetzung für jeden erfolgreichen militärischen Betrieb, stellt sie doch die materielle Einsatzbereitschaft überhaupt erst sicher.

Beginn und Aufbau

Bereits 1951 wird die Gendarmerieabteilung D in Stadl Paura aufgestellt. Ihr obliegt die gesamte Versorgung der damaligen B-Gendarmerie. Durch sie, bzw. die spätere provisorische Grenzschutzabteilung D, wird 1955 die Übernahme aller Güter von der amerikanischen Besatzungsmacht wahrgenommen. 1956 werden zunächst einzelne Versorgungskompanien aufgestellt, die 1957 in die bei jedem Gruppenkommando eingerichteten Gruppenversorgungstruppen (ab 1962 Versorgungsregimenter) übergeführt werden.

Ein Sonderfall ist das Versorgungsregiment 1: 1991 wird es in Armeeversorgungsregiment und 1994 in Versorgungsregiment 3 umbenannt. 2002 werden die Versorgungsregimenter 3 (Zwölfaxing) und 2 (Salzburg) aufgelöst. Das Versorgungsregiment 1 in Graz wird als Nachfolger des Heeresmaterialamtes dem neu geschaffenen Kommando Einsatzunterstützung (KdoEU) unterstellt.

Das Spektrum der Versorgung umfasst - Wirtschafts- und Nachschubdienst, - Feldzeugdienst, - Transportdienst sowie - Instandsetzung und Kraftfahrwesen.

Dementsprechend vielfältig ist auch die Ausbildung. Zu deren Sicherstellung entstehen 1958 die Heeresfachschule für Technik (HFST) und die Fliegertechnischen Schule (FlTechnS), 1960 die Heereswirtschaftsschule (HWiS) und 1961 die Heeresnachschubschule (HNS).

Die Zusammenlegung der Heeresnachschub- und der Heereswirtschaftsschule erfolgt 1968, die der Heeresfachschule für Technik und der Fliegertechnischen Schule 1969. 1972 werden diese Schulen zur Heeresversorgungsschule (HVS) zusammengeführt, 2002 wird in sie noch die Heereskraftfahrschule eingegliedert. Zur HVS gehören auch die Lehr- und Versuchsküche, das IT-Zentrum, das Schulungszentrum Munitionstechnik (Großmittel) und das Internat der Bundesfachschule für Fliegertechnik (Langenlebarn).

Eine moderne Logistik

Die Grundvoraussetzungen einer modernen Logistik in Frieden und Einsatz liegen in der Kompatibilität und der Effizienzsteigerung bei gleichzeitiger Kostenminimierung. Dem wird seit Jahren durch konsequente Nutzung der Informationstechnologie (IT) entsprochen. Bei der Heeresversorgungsschule hat das seinen Niederschlag durch die Einführung eines modernen Qualitätsmanagements nach ISO 9001 gefunden. Darüber hinaus kommt es durch Zuführung von modernstem und technologisch hochwertigstem Gerät (wie Minenräum- oder Feldumschlaggerät) laufend zu weiteren Verbesserungen.

Die Versorgungstruppe heute:

- Heeresversorgungsschule (Wien); - Versorgungsregiment 1 (Graz); - Heereszeuganstalten und Heeresversorgungsanstalten (Wien, Graz, Salzburg, Wels, Klagenfurt, St. Johann, Hall) bzw. (ab April 2005 an deren Stelle) Heereslogistikzentren (Wien, Graz, Salzburg, Wels, Klagenfurt, St. Johann/Tirol); - Heeresmunitionsanstalten (Buchberg, Graz, Großmittel, Klagenfurt, Stadl Paura); - Heeresbekleidungsanstalt (Brunn); - Luftfahrttechnisches Logistikzentrum (Hörsching) und Fliegerwerften (Langenlebarn, Hörsching, Zeltweg, Aigen); - Sanitätsschule und Heeresspital (Wien), Militärspital 1 (Graz) und 2 (Innsbruck) (logistisch); - Militärhundestaffel (Kaisersteinbruch).

___________________________________ __________________________________ Autor: Brigadier Mag. Rolf M. Urrisk in Zusammenarbeit mit den einzelnen Waffengattungsspitzen.

Quellen: Hainzl, Wolfgang: Die Luftstreitkräfte Österreichs von 1955 bis heute.

Urrisk, Rolf: Die Fahrzeuge des Österreichischen Bundesheeres von 1918 - 1988.

Die Panzerfahrzeuge des Österreichischen Bundesheeres von 1918 - 1988.

Die Spezialfahrzeuge des Österreichischen Bundesheeres von 1918 - 1988.

Das Österreichische Bundesheer 2000. Alle Weishaupt Verlag, Gnas.

Vogl, Roland und Seidl, Conrad: Bereit für Österreich. Verlag A. F. Koska, Wien.

Tokunaga, Katshuiko: Sie fliegen für Österreich, austria media service, Graz.

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