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Dienst im Military Control Center

Zusammenarbeit zwischen militärischer und ziviler Flugsicherung in Österreich

Das Military Control Center (MCC) ist nicht nur für die militärische Flugsicherung zuständig, sondern auch Schnittstelle zwischen der zivilen Flugsicherung und der militärischen taktisch-operativen Führung. Neben dem militärischen Routineflugverkehr koordiniert und bewirtschaftet es die Nutzung der für den militärischen Flugbetrieb notwendigen Lufträume und arbeitet aktiv an der Luftraumüberwachung und Luftraumverteidigung mit.

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Organisation der gemeinsamen Nutzung des österreichischen Luftraumes durch die Zivil- und Militärluftfahrt sehr effizient und flexibel gestaltet. Militärisch genutzte Lufträume sind keine Flugbeschränkungsgebiete, sondern können - je nach Bedarf - von Militärmaschinen oder von zivilen Luftfahrzeugen verwendet werden. Von dieser flexiblen Nutzung profitieren alle Teilnehmer im Luftverkehr.

Um seinen Auftrag bestmöglich erfüllen zu können, hat das MCC Zugriff sowohl auf die zivilen Systeme der Austro Control GmbH (ACG), vormals Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZ), als auch auf die militärischen Teile des Luftraumüberwachungssystems "Goldhaube". Das MCC ist somit ein wichtiges Kontrollinstrument sowie ein Verbindungselement zwischen der zivilen und der militärischen Seite.

Geschichte und Grundaufgaben der Flugsicherung

Im Jahr 1944 wurde in Chicago von 52 Staaten die Internationale Zivilluftfahrtsorganisation (ICAO - International Civil Aviation Organisation) gegründet, um weltweit einheitliche Grundlagen für die Luftfahrt, auch im Bereich der Flugsicherung, zu schaffen. Mittlerweile gehören dieser Organisation 188 Staaten (darunter auch Österreich) an, die sich verpflichtet haben, vorgegebene Richtlinien und Normen einzuhalten. Zusätzlich gibt es in Europa einen Zusammenschluss von derzeit 35 Staaten zum so genannten Eurocontrol-Konsortium, das über Behördenstatus verfügt und unter anderem für die Umsetzung der ICAO-Richtlinien verantwortlich ist. Eurocontrol soll innerhalb Europas eine Harmonisierung der Belange der Flugsicherung - bis hin zu einer einheitlichen Ausbildung der Fluglotsen - erreichen sowie die Abstimmung zwischen militärischem und zivilem Flugverkehr verbessern, um die Kapazität des Luftraumes besser ausnutzen zu können. Österreich trat 1993 der Eurocontrol bei.

Begriffsbestimmung

Unter Flugsicherung versteht man die Steuerung des zivilen und militärischen Luftverkehrs auf der Grundlage der Vorschriften der ICAO. Der Begriff der Flugsicherung umfasst die Teilbereiche - Luftverkehrsregelung, - Flugsicherungstechnik, - Flugwetterdienst und - Flugberatung.

Zusätzlich beinhaltet er rechtliche und luftfahrtbehördliche Aspekte, wodurch die Rahmenbedingungen für eine ordnungsgemäße Abwicklung des Flugverkehrs geschaffen werden.

Die Durchführung der Flugsicherung ist gemäß UN-Abkommen eine hoheitsrechtliche Aufgabe, die jeder Staat wahrzunehmen hat. Die Art und Weise, wie dies zu erfolgen hat, wird dabei nicht vorgeschrieben, die Richtlinien der ICAO müssen jedoch eingehalten werden.

Aufgaben der Flugsicherung:

- Gewährleistung eines sicheren, geordneten und flüssigen Ablaufs des Flugverkehrs; - Übermittlung aller für die Sicherheit, Regelmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit des Flugverkehrs notwendigen Meldungen; - Sammeln und Auswerten aller für die Durchführung eines Fluges notwendigen Informationen und Beratung der Besatzung vor dem Flug; - Benachrichtigung und Unterstützung der Such- und Rettungsdienste bei Notfällen.

Dienstbereiche der Flugsicherung

Diese oben genannten Aufgaben werden durch unterschiedliche Dienstbereiche abgedeckt:

Flugverkehrskontrolldienst: Der Flugverkehrskontrolldienst dient zur Überwachung der im Sicht- und Instrumentenflug verkehrenden Luftfahrzeuge mit dem Ziel, einen flüssigen, reibungslosen und unfallfreien Luftverkehr zu gewährleisten. Diese Aufgaben werden - je nachdem, wo sich das Luftfahrzeug befindet - von folgenden Flugverkehrskontrollstellen wahrgenommen:

- Tower/Platzkontrolle (TWR); - Approach/Anflugkontrolle (APP); - Area Control Center/Bezirkskontrolle (ACC/MCC).

Fluginformationsdienst: Der Fluginformationsdienst ist für die Übermittlung allgemeiner Informationen (z. B. Zustand von Funknavigationshilfen, aktuelles Wetter etc.) an Luftfahrzeuge verantwortlich. Er wird von Flugverkehrskontrollstellen und Fluginformationszentralen durchgeführt.

Alarmdienst: Der Alarmdienst wird bei Bedarf von den Flugverkehrskontrollstellen und Fluginformationszentralen wahrgenommen.

Flugsicherung in Österreich

Die Flugsicherung im österreichischen Luftraum obliegt, soweit es nicht in zwischenstaatlichen Vereinbarungen anderes geregelt ist, der Austro Control GmbH. Das Militär kontrolliert den Flugverkehr im Luftraum über den Militärflugplätzen, in deren Nahbereich sowie in jenen Lufträumen, die mittels Übereinkommen zwischen MCC und ACG festgelegt sind.

Ein Luftraum - verschiedene Interessen

Im Bereich der Luftfahrt gibt es naturgemäß unterschiedliche Interessen. Auf der einen Seite steht die Militärluftfahrt mit ihren Anforderungen zur Wahrung der Lufthoheit und dem Bedarf an Übungslufträumen unterschiedlicher Ausdehnung. Auf der anderen Seite steht die Zivilluftfahrt mit ihren wirtschaftlichen Bedürfnissen (z. B. jenem nach der direkten und damit kosteneffizientesten Flugroute). Unter Berücksichtigung aller für die Flugsicherheit wesentlichen Faktoren wurden für die Abwicklung des Flugbetriebes Konzepte entwickelt, um auf die einzelnen Bedürfnisse entsprechend eingehen zu können. Dieser Prozess unterliegt natürlich ständigen Anpassungen, um den gewaltigen Herausforderungen im Flugverkehr (Zunahme des Verkehrs, neue Generationen von Flugzeugen usw.) begegnen zu können.

Die rechtliche Abwicklung des militärischen und zivilen Flugbetriebes wird international unterschiedlich gehandhabt. In einigen Ländern, wie beispielsweise in Frankreich, gehört der Luftraum dem Militär und die zivile Seite ist Mitbenutzer. In Österreich ist es hingegen umgekehrt.

Militärische Lufträume in Österreich

In Österreich gibt es, abgesehen vom Luftraum über Militärflugplätzen, keine militärischen Lufträume. Um einen Übungsflugbetrieb dennoch gewährleisten zu können, sind im Koordinationsverfahren zwischen dem ACC und dem MCC bzw. zwischen den betroffenen zivilen Anflugkontrollstellen und dem MCC Lufträume zur militärischen Nutzung festgelegt worden. Diese sind in ihrer räumlichen Ausdehnung den verschiedenen Übungsvorhaben angepasst und werden je nach Bedarf durch den diensthabenden Leiter des MCC mit der zivilen Flugverkehrskontrolle koordiniert und dann aktiviert. Diese militärischen Übungsfluggebiete sind nicht, wie international üblich, in Luftfahrtpublikationen verlautbart. Gemäß den geltenden luftfahrtrechtlichen Bestimmungen besteht seitens der Militärluftfahrt auch keine Priorität zur Aktivierung und Beanspruchung dieser Übungsräume. Dieser Nachteil wurde und wird jedoch durch die intensive Zusammenarbeit zwischen der militärischen und der zivilen Flugsicherung mehr als wettgemacht. Dadurch konnten Übungsräume geschaffen werden, die aufgrund der Enge des österreichischen Luftraumes und der Dichte des zivilen Flugverkehrs sonst nicht zur Verfügung stünden.

Die Geschichte des MCC

Aufgrund der Notwendigkeit, den zivilen und militärischen Flugbetrieb im verhältnismäßig kleinen österreichischen Luftraum möglichst effizient und sicher gemeinsam abwickeln zu können, wurde 1971 am Flughafen in Schwechat beim damaligen Bundesamt für Zivilluftfahrt eine militärische Verbindungsstelle zur Bereichsflugverkehrskontrollzentrale (Area Control Center - ACC), die so genannte MilVACC (militärische Verbindungsstelle zum Area Control Center), errichtet. Seit damals entwickelte sich eine enge Kooperation zwischen der zivilen und der militärischen Flugsicherung. Als 1986 die neue zivile Bereichsflugverkehrskontrollzentrale in Wien/Erdberg bezogen wurde, übersiedelte auch die MilVACC mit dorthin. Da sich die MilVACC mittlerweile zu einer Kontrollstelle für den überregionalen militärischen Flugbetrieb weiterentwickelt hatte, wurde aus der ursprünglichen Verbindungsstelle das Military Control Center. Seit der Herauslösung aus dem Fliegerregiment 1 im Jänner 1994 ist das MCC organisatorischer Bestandteil der Luftraumüberwachung (LRÜ) und als eine von mehreren Zentralen in das Luftraumüberwachungssystem "Goldhaube" eingebunden.

Arten des militärischen Flugbetriebes

Das MCC ist als einer der Eckpfeiler der flexiblen Luftraumbewirtschaftung für die zivile Bereichsflugverkehrsleitung der Ansprechpartner für alle Belange des überregionalen militärischen Flugbetriebes. Dieser durch das MCC betreute militärische Flugverkehr kann dabei unterschiedlicher Natur sein, wie beispielsweise die Übungsflüge im Luftraumverteidigungsdienst im Rahmen - der täglichen Abfangübungen der Luftraumüberwachungs-Einsatzbereitschaft (bestehend aus zwei Abfangjägern), - von Ausbildungsflügen der Staffeln, - von LRÜ-Übungen sowie - von Systemchecks.

Dazu kommen noch - die Koordination und Durchführung "Militärischer Prioritätsflüge A" gemeinsam mit der LRÜ-Zentrale, - Flüge im Auftrag des Kommandos Luftstreitkräfte, - die Führung ausländischer Militärluftfahrzeuge über österreichisches Hoheitsgebiet, - die Koordination und Durchführung von Werkstattflügen, Auslandsflügen (z. B. von Überstellungsflügen der F-5E "Tiger" in die Schweiz), Radarvermessungsflügen und Fotoflügen, - die Koordination von IFR-Trainingsflügen nach Wien (IFR - Instrument Flight Rules, Instrumentenflugregeln), - die Mitwirkung bei Luftfahrtveranstaltungen (z. B. Airshows) sowie - die Bewirtschaftung von temporären Luftraumbeschränkungsgebieten bei Übungen und Einsätzen.

Aufgaben im MCC

Zur Bewältigung des anfallenden Flugbetriebes sind durch das MCC folgende Dienste sicher zu stellen:

Der Flugverkehrsleitdienst durch "Military Radar" (Funkrufzeichen der Flugverkehrskontrollstelle) ist für die sichere Durchführung des militärischen Jet-Flugbetriebes und des militärischen Instrumentenflugbetriebes verantwortlich. Dies erfolgt entsprechend einer EU-Verordnung, welche die gemeinsame Nutzung des Luftraumes durch zivile und militärische Bedarfsträger vorsieht (FUA - Flexible Use of Airspace).

Durch den Fluginformationsdienst ("Info"-Service) werden die leichten Militärfliegerkräfte, die nach Sichtflugregeln (VFR - Visual Flight Rules) operieren, mit allen Informationen, die zur sicheren Flugdurchführung notwendig sind (z. B. Wetterinfos etc.), aber auch mit allgemein militärischen oder taktischen Informationen versorgt. In diesen Bereich fällt unter anderem auch die Mitwirkung und Unterstützung in Katastrophenfällen.

Der Alarmdienst wird ausgeübt, um die Führungsbereitschaft des Kommandos Luftstreitkräfte zu benachrichtigen und gegebenenfalls zu unterstützen, wenn für ein Luftfahrzeug die Hilfe des Such- und Rettungsdienstes benötigt wird. In Nahbereichen von Flugplätzen ist die dort befindliche Flugsicherungsstelle für die Durchführung des Alarmdienstes zuständig.

Ein weiterer Bestandteil des MCC ist das Military Aeronautical Information Center (MAIS). Dieses ist für die Sammlung, Selektion, Herausgabe und Verteilung aller für die Militärluftfahrt relevanten Informationen verantwortlich und dient zusätzlich als Schnittstelle zwischen dem militärischen und dem zivilen Flugdatenverarbeitungssystem.

Über die Flugsicherung hinaus führt das MCC im Anlassfall auch taktische Tätigkeiten durch, wie den Radarleitdienst als Redundanz zur LRÜ-Zentrale in der EZ/B (Einsatzzentrale/Basisraum) in St. Johann/Pongau.

Aufgrund der vorhandenen Verbindungen (mittels Telefon-Standleitungen) auch ins Ausland (Deutschland, Schweiz), fällt dem MCC darüber hinaus eine wichtige Rolle bei der Identifizierung unbekannter Luftfahrzeuge zu.

Planung und Ablauf des täglichen Übungsflugbetriebes

Damit der Übungsflugbetrieb leichter koordiniert und der gewünschte Luftraum sicher zur Verfügung gestellt werden kann, sind geplante Übungsflüge bis 1600 Uhr am Vortag beim MCC anzumelden. Dem diensthabenden Leiter MCC und den Programmleitern der Staffeln steht für diese Aufgabe ein eigenes Modul des Fluginformationssystems (militärinternes Computersystem zur Eingabe, Verarbeitung und Darstellung flugbetrieblich relevanter Daten) zur Verfügung - die sogenannte Tagesplanung. Hier werden - unter Berücksichtigung verschiedener Parameter - die Übungen (Missions) für den nächsten Tag vorgeplant. Solche Parameter sind zum Beispiel:

- die Zeitfenster (so genannte Slots), die den Staffeln für die Benutzung von Übungsfluggebieten zugewiesen sind (Slotmanagement); - die Vermeidung von unnötigen Behinderungen des zivilen Flugverkehrs (z. B. bei gleichzeitiger Aktivierung von zwei Lufträumen mit großer Vertikalausdehnung); - die Verfügbarkeit von Flugverkehrskontrollpersonal; - die technische Verfügbarkeit von Radararbeitsplätzen und Funkfrequenzen; - die zusätzlichen Aufgaben für das Kontrollpersonal, die neben der Kontrolltätigkeit zu erfüllen sind.

Nach Abschluss der Planungstätigkeiten erhält der diensthabende Schichtleiter des ACC ebenfalls einen Computerausdruck mit den für den nächsten Tag geplanten Übungsvorhaben.

Vor Flugbetriebsbeginn bestätigen die Programmleiter der Staffeln dem Leiter MCC fernmündlich die Übungsprogramme und den Luftraumbedarf oder nehmen Änderungen vor, die aufgrund veränderter Begleitumstände (z. B. Klarstand der Luftfahrzeuge, Wetter) notwendig sind. Diese Planungstätigkeit erstreckt sich in weiterer Folge über den gesamten Tag und umfasst auch die Ad-hoc-Aktivierung bzw. Deaktivierung von Übungsräumen unter Berücksichtigung des zivilen Flugverkehrsaufkommens.

Die Koordination mit den zivilen Fugverkehrskontrollstellen zur Aktivierung von Übungsräumen obliegt dem Leiter MCC und hat grundsätzlich 15 Minuten vor der Beanspruchung des Luftraumes zu erfolgen. 10 Minuten vor Beginn einer Mission wird das Übungsfluggebiet auf den Radarschirmen eingeblendet, um der zivilen Flugsicherung eine zeitgerechte Umplanung ihres Flugverkehrs zu ermöglichen. Nach Beendigung der Mission wird der Luftraum in der Regel wieder für den zivilen Flugverkehr freigegeben.

Die Führung der Militärluftfahrzeuge in die Übungslufträume und zurück bzw. das Kreuzen bereits belegter Übungsräume obliegt dem MCC. Die Führung während einer Mission erfolgt - je nach Art der Übung - entweder durch das MCC oder den Radarleitdienst aus der EZ/B bzw. durch eine mobile Radarleitstelle, an welche der für die Übung notwendige Luftraum zu delegieren ist.

Luftraumüberwachungs-Einsatzbereitschaft (LRÜ-EBs)

Eine der Hauptaufgaben des MCC ist das Mitwirken im Rahmen der Luftraumüberwachungs-Einsatzbereitschaft. Die LRÜ-EBs ist das militärische Mittel zur Wahrung der Lufthoheit bzw. zur Durchsetzung international vereinbarter und durch die Republik Österreich mitgetragener Sanktionen im österreichischen Luftraum. Hiezu werden - auch im Frieden - bewaffnete Flugzeuge in der Stärke einer Rotte, bestehend aus zwei Luftfahrzeugen sowie einer Reservemaschine, bereitgehalten. Seit Anfang Juli 2005 wird diese Aufgabe mit den von der Schweiz geleasten F-5E "Tiger" II vom Flughafen Graz aus wahrgenommen. Grundauftrag im Frieden ist die Identifizierung von Flugobjekten im Rahmen der aktiven Luftraumüberwachung und im Anlassfall die Durchführung von Folgeaufträgen im Rahmen der Luftraumsicherung. Im Gegensatz zum bereits erwähnten Übungsflugverkehr ist solchen "Militärischen Prioritätsflügen A" der Vorrang gegenüber jedem anderen Flugverkehr einzuräumen. ("Militärische Prioritätsflüge A" - Priority Alpha - sind alle Flüge mit zu militärischen Zwecken eingesetzten Luftfahrzeugen, die unmittelbar zur Erfüllung von Aufgaben des Bundesheeres durchgeführt werden.) Ausgelöst wird ein "Militärischer Prioritätsflug A", abhängig vom Anlass, durch den diensthabenden Offizier der Führungsbereitschaft des Kommandos Luftstreitkräfte oder vom diensthabenden Leiter LRÜ. Die Durchführung des Fluges selbst erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Military Control Center, Radarleitdienst und den betroffenen zivilen Flugverkehrskontrollstellen. Die Führung der Alarmrotte vom Start weg und durch den zwischen den Abfangjägern und dem Ziel befindlichen zivilen Flugverkehr hindurch erfolgt durch das MCC in Koordination mit den zivilen Flugverkehrskontrollstellen. Für die Phase der Identifizierung bzw. für die Durchführung eventueller Folgeaufträge übergibt das MCC die Führung der Alarmrotte an den Radarleitdienst in der LRÜ-Zentrale in der EZ/B in St. Johann/Pongau. Ist der Einsatz beendet, führt das MCC die Alarmrotte wieder zurück.

Ausblick

Die Organisation der gemeinsamen Nutzung des österreichischen Luftraumes durch die Zivil- und Militärluftfahrt gilt im internationalen Vergleich als überaus effizient und flexibel. Auf Basis der mittlerweile langjährigen Erfahrung in der Zusammenarbeit zwischen ziviler und militärischer Flugsicherung gilt diese Art der Abwicklung des Flugverkehrs heute als Vorzeigemodell und als eine mögliche Variante der Luftraumbewirtschaftung für das europäische Projekt der zukünftigen Central European Air Traffic Services (CEATS).

___________________________________ __________________________________ Autoren: Major Richard Buresch, Jahrgang 1969. 1991 Ausmusterung an die Fliegerschule in Zeltweg, Waffengattung Fernmeldedienst. 1993 Beginn der Umschulung zur Waffengattung Flugsicherung, im Dezember 1993 Versetzung zum Military Control Center. Nach Ausbildung u. a. bei der Austro Control und in den USA seit 1998 Flugverkehrsleiter/Radar. Teilnahme an internationalen Übungen ("STRONG RESOLVE" 2002 in Polen im Rahmen einer multinationalen Brigade). Seit 2003 Mitarbeit im CEATS-Programm im Rahmen des CEATS Research, Development and Simulation Center (CRDS) in Budapest und seit 2005 in der CEATS Strategy, Planning and Develpoment Unit (CSPDU) in Prag.

Major Reinhard Hofstädter, Jahrgang 1969. 1991 Ausmusterung zum Betriebsstab Luftraumüberwachung als Identifizierungsoffizier in der Luftraumüberwachungszentrale in der Einsatzzentrale/Basis in St. Johann/Pongau, ab 1993 im Military Control Center in Wien, Beginn der Flugsicherungsausbildung. 1997 Fachausbildung bei der US Air Force; seit 1998 Flugverkehrsleiter im Military Control Center. Seit 2002 Mitarbeit beim CEATS-Programm im Rahmen des CEATS Research, Development and Simulation Center (CRDS) in Budapest und seit 2005 Mitglied der CEATS Simulation Expert Group (CSEG).

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