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Vor 25 Jahren: Der Krieg um die Falkland-Inseln - ein untypischer Krieg

Am 2. April 1982 besetzten argentinische Truppen das britische Territorium der Falkland-Inseln im Südatlantik und lösten damit - überraschend für alle - einen Krieg zwischen Argentinien und Großbritannien aus.

Der argentinisch-britische Krieg erscheint auf den ersten Blick anachronistisch, weil er nicht in die bis dahin gängige Kategorisierung der Kriege nach 1945 passt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren die meisten Kriege militärische Auseinandersetzungen ideologisch verfeindeter Staaten, Bürgerkriege oder Kämpfe nationaler Befreiungsbewegungen gegen die alten Kolonialmächte. Grenzkriege spielten sich meist in der Dritten Welt ab.

Bezogen auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker war die "Entkolonialisierung" oder "Befreiung" der Falkland-Inseln eigentlich überflüssig. Ein Nichtreagieren Großbritanniens aber hätte mittelfristig unabsehbare Folgen nach sich gezogen.

Die politisch-strategischen Rahmenbedingungen 1982

Die erste Jahreshälfte 1982 war von verschiedenen politisch-strategischen Spannungen gekennzeichnet. In Europa wurde die sicherheitspolitische Diskussion vom rasanten Aufbau der konventionellen Streitkräfte des Warschauer Paktes und der Nachrüstungsdebatte bestimmt, als die NATO als Reaktion auf die Aufstellung sowjetischer Mittelstreckenraketen vom Typ SS-20 die Stationierung von "Pershing" II MRBM und "Tomahawk"-Cruise Missiles in Deutschland, Großbritannien und Italien für das Jahresende 1983 ankündigte.

Die Sowjetunion versuchte, ihren Einfluss sowohl auf dem afrikanischen Kontinent als auch im Nahen und Mittleren Osten zu verstärken und stand seit Dezember 1979 mit rund 100 000 Mann in Afghanistan. Im Frühjahr 1979 war ein weiterer Krisenherd in diesem Raum entstanden, als sich im Iran ein islamisch-fundamentalistisches Regime unter Ayatollah Khomenei etablierte und nach dem Angriff irakischer Streitkräfte ab September 1980 ein acht Jahre dauernder Krieg zwischen dem Irak und dem Iran tobte.

Die britischen Streitkräfte im Frühjahr 1982

Im Mai 1981 war das neue "Weißbuch zur Verteidigung" von Verteidigungsminister John Nott präsentiert worden. Es sah vor allem weitere dramatische Veränderungen für die Royal Navy vor. Während die nukleare Komponente auf See verstärkt werden sollte, sollten die konventionellen Flotteneinheiten eine massive Reduktion erfahren. Die Modernisierung der vier Atom-U-Boote mit strategischen Raketen und die Aufstockung der Angriffs-Atom-U-Boote von 12 auf 17 waren geplant.

Um Kosten zu sparen, ging der Abbau der Royal Navy rapid voran. Schon 1979 war der letzte britische Flottenflugzeugträger "Ark Royal" (50 000 Tonnen), mit 15 Jagdflugzeugen F-4K "Phantom" und 15 Angriffsflugzeugen "Buccaneer" sowie vier Frühwarnflugzeugen und sechs Hubschraubern an Bord, außer Dienst gestellt worden. Eine erneute Überholung dieses seit 1972 kampfkräftigsten Überwasserschiffes der Royal Navy wurde aus budgetären Gründen abgelehnt . Weiters war der Träger "Hermes" (28 000 Tonnen) 1981 zum Verkauf an Indien vorgesehen, während beim gerade neu fertig gestellten leichten Träger "Invincible" (19 500 Tonnen), mit bis zu zwölf "Sea Harrier" und mehreren Hubschraubern an Bord, wegen der Budgetknappheit bereits ein Verkauf an Australien überlegt wurde. Die beiden erst im Bau befindlichen Schwesterschiffe der "Invincible", die "Illustrious" (geplante Indienststellung Herbst 1982) und die neue "Ark Royal" (im Dienst ab 1984), sollten mit ihren drei "Sea Harrier"-Staffeln ab 1984 das Rückgrat der britischen Marine mit den quantitativ bald sehr bescheidenen Marineluftstreitkräften bilden. Die "Harrier" sind Mehrzweckkampfflugzeuge mit V/STOVL-(Vertical/Short Take-Off and Vertical Landing-)Fähigkeiten. Zusätzlich waren nur noch zwölf Zerstörer und 34 Fregatten als Geleitschiffe sowie acht größere Landungsschiffe geplant.

Bei der Royal Air Force war die Außerdienststellung der Bomber (AVRO "Vulcan") geplant und die Einführung des Mehrzweckkampfflugzeuges Panavia "Tornado" stand am Anfang.

Bei der British Army hatte die Modernisierung der Bewaffnung und Ausrüstung der Rhein-Armee (British Army of the Rhine - BAOR) Vorrang.

Die Besetzung Südgeorgiens und der Falkland-Inseln

Zweifellos brauchte die seit 16. Dezember 1981 herrschende neue Führung der Militärregierung mit dem Präsidenten Heereschef General Leopoldo Galtieri, dem Chef der Luftwaffe General Basilio Lami Dozo und dem Chef der Marine Admiral Jorge Anaya dringend außenpolitische Erfolge. Die Besetzung bzw. Rückge-winnung der Falkland-Inseln sollte von der katastrophalen wirtschaftlichen Situation des Landes ablenken und eine Welle nationaler Begeisterung auslösen.

Argentinische Schrotthändler brachten im Dezember 1981 mit einem Truppentransporter der Marine 43 Arbeiter zum Abbau der Walfangstation Leith nach Südgeorgien (South Georgia), eine Insel 700 Seemeilen östlich der Falkland-Inseln. Die Argentinier landeten ohne Erlaubnis der Inselverwaltung und hissten die Flagge ihres Landes. Am 26. März 1982 schickte Großbritannien das Eis-Patrouillenschiff "Endurance" nach Südgeorgien; zusätzlich wurde das Atom-U-Boot HMS "Conqueror" in die südatlantischen Gewässer entsandt. Zwei Tage später, am 28. März, stachen das Flaggschiff der argentinischen Marine, der Flugzeugträger "25 de Mayo", zwei argentinische Zerstörer sowie ein Verband von Landungsschiffen von Puerto Belgrano (Argentinien) aus in See.

Am 2. April tauchten um 0550 Uhr die argentinischen Kriegsschiffe vor Kap Pembroke (Ostfalkland) auf. Gegen 0600 Uhr begann die "OPERATION ROSARIO", die Invasion der Falkland-Inseln, an der im ersten Ansatz rund 900 argentinische Elite-Soldaten beteiligt waren; ihnen standen nur 68 britische Royal Marines und 36 weitere britische Soldaten gegenüber. Es kam zu Gefechten, bei denen vier Argentinier fielen. Nach dem Verschießen der gesamten Munition kapitulierte die kleine britische Streitmacht um 0930 Uhr. Am Abend wurden Gouverneur Rex Hunt und die Marineinfanteristen zum Flughafen gebracht und nach Montevideo ausgeflogen.

Argentinische Truppen besetzten auch Südgeorgien, 1 300 Kilometer östlich der Falkland-Inseln gelegen. Dort leisteten 22 britische Marineinfanteristen erbitterten Widerstand, beschädigten im Hafen Grytviken eine argentinische Korvette durch einen Treffer mit einem Panzerabwehrrohr "Carl Gustav" schwer und schossen einen Hubschrauber ab. Auch dabei fielen vier argentinische Soldaten.

Der britische Aufmarsch

Die rasche und entschlossene Reaktion der Regierung von Premierminister Margaret Thatcher überraschte die argentinische Führung völlig. Unbeeindruckt von der gewaltigen Entfernung und dem logistischen Aufwand begann die "OPERATION CORPORATE" zur Rückeroberung der Falkland-Inseln und Südgeorgiens. Oberkommandierender war Admiral John Fieldhouse, sein Stellvertreter war der für die Landstreitkräfte zuständige Major General Jeremy Moore.

An Landstreitkräften wurde das Äquivalent einer leichten Infanteriedivision mit zwei Brigaden, nämlich die 3. Commando Brigade (drei Bataillone Royal Marines und zwei Fallschirmjägerbataillone) und die 5. Infanteriebrigade (drei Bataillone, davon ein Bataillon Gurkhas) sowie zwei Züge einer Panzeraufklärungskompanie und eine leichte Artillerieabteilung bereitgestellt. Zusätzlich wurden SAS-(Special Air Service-) und SBS-(Special Boat Service-)Einheiten der britischen Task Force unterstellt.

Eine aus 36 Kriegsschiffen, darunter die zwei Flugzeugträger "Invincible" und "Hermes", acht Zerstörer, 15 Fregatten sowie das Landungsschiff "Intrepid" und Versorgungsschiffe, bestehende Task Force verließ am 5. April den Hafen von Portsmouth in Richtung Südatlantik. Sie konnte, sofern sie durchgängig 18 Knoten fuhr, in rund 16 Tagen die etwa 8 000 Seemeilen (14 800 Kilometer) entfernten Falkland-Inseln erreichen. Weitere Schiffe sollten in den folgenden Tagen in den Südatlantik aufbrechen. Insgesamt sollten 60 Kampf- und Versorgungsschiffe der Royal Navy mit 650 000 Tonnen in der "OPERATION CORPORATE" zum Einsatz kommen. Zusätzlich wurden kurzfristig 67 Trossschiffe, davon 26 Tanker mit einer Gesamttonnage von 830 000 Bruttoregistertonnen (BRT), von zivilen Reedereien gechartert. Neben dem Passagierschiff "Canberra" (44 800 BRT), das bereits zu Beginn der Krise beschlagnahmt und zum Truppentransporter umfunktioniert wurde, hat man auch das im Mittelmeer kreuzende Passagierschiff "Uganda" (16 900 BRT) requiriert, zum Lazarettschiff umgerüstet und in den Südatlantik geschickt. Später kam auch noch das größte britische Passagierschiff, die "Queen Elizabeth" II (67 140 BRT) dazu, auf der die Masse der 5. Infanteriebrigade eingeschifft wurde. Kommandeur der britischen Task Force im Operationsgebiet war Admiral John Woodward. Prinz Andrew, der zweitälteste Sohn der englischen Königin, nahm als Pilot eines "Sea King"-Hubschraubers auf der "Invincible" an der Operation teil.

Langstreckenbomber des Typs AVRO "Vulcan", Tankflugzeuge vom Typ Handley Page "Victor" und Transportflugzeuge des Typs Lockheed C-130 "Hercules" konnten von Ascension aus starten, jener Insel im Mittelatlantik, die etwa auf der Hälfte des Weges zu den Falkland-Inseln gelegen ist. In einer Luftbrücke, die aus 54 C-130 "Hercules", 13 VC-10, mehreren gecharterten Boeing 707 und "Belfast"-Transportflugzeugen bestand, wurden in 2 500 Flügen rund 30 000 Tonnen Fracht und etwa 4 000 Soldaten direkt nach Ascencion geflogen. Dies war nur durch eine amerikanische "Treibstoffspende" von ca. 55 000 Tonnen Flugkraftstoff an Großbritannien möglich.

Argentiniens nächstgelegene Flottenbasis Puerto Belgrano lag rund 1 000 Seemeilen von den Falkland-Inseln entfernt. Argentinien konnte der britischen Task Force einen Flugzeugträger ("25 de Mayo"), vier Zerstörer, drei Fregatten, drei Landungsschiffe, drei U-Boote, 146 Kampfflugzeuge, 14 Aufklärungsflugzeuge und 28 Hubschrauber entgegensetzen.

Am 7. April proklamierte Großbritannien eine 200-Meilen-Zone um die Falkland-Inseln zum Sperrgebiet, wirksam ab 12. April, 0600 Uhr MEZ. Die gesamten argentinischen See-, Luft- und Landstreitkräfte befanden sich seit 11. April in Alarmbereitschaft. Aufklärungsflugzeuge und Patrouillenboote überwachten das Seegebiet um die Falkland-Inseln. Britische U-Boote, darunter zwei mit Atomantrieb, hatten die Aufgabe, die Blockade durchzusetzen, bis die Task Force in der Region eingetroffen war. Die argentinische Marine zog daraufhin ab 12. April vorerst alle größeren Kriegsschiffe aus der 200- Meilen-Zone um die Falkland-Inseln zurück. Der Transport von Truppen und Munition zu den Inseln war aber nicht gefährdet. Täglich fanden rund 40 Flüge mit Transportflugzeugen von den Stützpunkten Rio Gallegos, Comodore Rivadavia und Rio Grande (Feuerland) aus statt, mit denen bis 29. April 10 700 Mann und 5 500 Tonnen Nachschubgüter eingeflogen wurden. Die nun auf den Inseln stationierten mehr als 14 000 Soldaten, gegliedert in drei Brigaden mit acht Infanterie- und zwei Marineinfanterieregimentern, die von der Stärke her eigentlich nur Bataillone waren, wurden durch 42 Stück 10,5-cm-Haubitzen und vier 15,5-cm-Kanonen sowie 42 Fliegerabwehrgeschütze und mehrere Fliegerabwehrlenkwaffenbatterien unterstützt. Die taktischen Fliegerkräfte, bestehend aus 24 leichten zweimotorigen Erdkampfflugzeugen "Pucara" mit Propellerantrieb, fünf leichten Aeromacchi MB.339-Jagdbombern sowie vier Propeller-Trainern Beech "Mentor", hätten ebenso mit ihren Vorräten und ihrer Munition einer britischen Blockade vier Monate lang widerstehen sollen. Die Fliegerkräfte der argentinischen Luftwaffe und der Marine konnten weitere 113 Kampfflugzeuge, elf "Mirage" III und 34 IAI "Dagger", 57 A 4 "Skyhawk", fünf "Super Etendard" und sechs "Canberra"-Bomber aufbieten, die aber nur vom 650 Kilometer entfernten argentinischen Festland aus operieren konnten.

"OPERATION PARAQUAT" - die Rückeroberung von Südgeorgien

Der Hauptteil der britischen Task Force befand sich am 19. April 2 500 Seemeilen von den Falkland-Inseln entfernt. Bereits am 18. April hatten sich ein Zerstörer und eine Fregatte von der Task Force abgesetzt und steuerten auf Südgeorgien zu. Britische Hubschrauber griffen am 25. April das argentinische U-Boot "Santa Fe" im Hafen von Grytviken auf Südgeorgien an und beschädigten es durch Lenkwaffentreffer schwer. Danach gingen 75 britische Marineinfanteristen, SAS- und SBS-Soldaten an Land und besetzten Grytviken, den Hauptort der Insel, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Im Anschluss daran wurde auch der Hafen Leith besetzt. Dabei wurden 137 argentinische Soldaten gefangen genommen. Wegen des extrem schlechten Wetters gingen zwei britische Hubschrauber bei Bruchlandungen verloren.

Der Beginn der Kampfhandlungen zur Rückgewinnung der Falkland-Inseln Am 1. Mai, gegen 0440 Uhr, flog ein britischer "Vulcan"-Bomber den ersten Angriff gegen den Flugplatz Puerto Argentino (Port Stanley). Dabei wurde die Landebahn des Flugplatzes von Port Stanley durch einen Bombentreffer für Düsenkampfflugzeuge unbenutzbar.

Um 0815 Uhr griffen auch britische "Harrier"-Flugzeuge von Flugzeugträgern aus an. Dabei wurden auf dem Flugplatz ein Erdkampfflugzeug "Pucara" und ein Transportflugzeug "Islander" zerstört und mehrere Depots in Brand geschossen; ein "Harrier" wurde durch das Feuer aus Fliegerabwehrwaffen leicht beschädigt. Ab 1700 Uhr griffen 40 Flugzeuge der argentinischen Luftwaffe in einer ersten Welle die britischen Marineeinheiten an. Dabei erhielten die britischen Zerstörer, Fregatten und die Flugzeugträger keine Treffer. Beim Einsatz wurden drei "Dagger"-Jagdbomber und ein "Canberra"-Bomber von britischen "Sea Harrier" abgeschossen. Die argentinischen Verluste an Personal und Material in Port Stanley hielten sich in Grenzen.

Die Versenkung der "General Belgrano" und der "Sheffield" Am 2. Mai wurde der argentinische Kreuzer "General Belgrano" (13 500 Tonnen, ex USS "Phoenix", Baujahr 1936, ausgerüstet mit 15 Stück 15,2-cm-Geschützen), begleitet von zwei Zerstörern mit "Exocet"-Startern, knapp außerhalb der 200-Meilen-Sperrzone im Süden der Falkland-Inseln vom britischen U-Boot HMS "Conqueror" torpediert und sank nach kurzer Zeit. Der argentinische Kreuzer hatte mit einer anderen Kampfgruppe (Flugzeugträger "25 de Mayo") für die Task Force eine erhebliche Bedrohung dargestellt und hätte beim Angriff auf die britische Flotte eine wichtige Rolle spielen können.

Von den 1 042 Mann, die sich auf dem Schiff befunden hatten, konnten 368 nicht gerettet werden.

Am 4. Mai musste das britische Verteidigungsministerium bekannt geben, dass der moderne Zerstörer "Sheffield" am 3. Mai von argentinischen Flugzeugen vom Typ "Super-Etendard" angegriffen und von einer "Exocet"-Seeziel-Lenkwaffe getroffen worden war. Dabei starben 20 Mann. Das Schiff geriet in Brand und musste schließlich von seiner Besatzung aufgegeben werden.

Die Rückeroberung der Falkland-Inseln durch britische Landstreitkräfte Am 15. Mai zerstörte eine SAS-Einheit bei einem Kommandounternehmen auf Pebble-Island im Norden von Westfalkland elf argentinische Flugzeuge (darunter sechs "Pucara") und ein Munitionslager. Am 21. Mai, 0000 Uhr MEZ, landeten die Verbände der 3rd Commando Brigade auf Ostfalkland bei Port San Carlos, 85 km westlich der Inselhauptstadt, und bildeten einen Brückenkopf. Sie trafen allerdings nur auf geringen Widerstand. Binnen weniger Stunden wurden die britischen Kriegs- und Transportschiffe aber das Ziel schwerer Luftangriffe, die bis zum 25. Mai in hoher Intensität andauerten. Dabei wurden der Zerstörer "Coventry", die Fregatten "Ardent" und "Antelope" und das Transportschiff "Atlantic Conveyor" zusammen mit neun Hubschraubern - davon drei "Chinook" - und großen Mengen an Ausrüstung an Bord versenkt. Drei weitere Kriegschiffe waren in unterschiedlichem Maß beschädigt worden. Für mehrere britische Schiffe war es ein Glück, dass die Bomben, die sie getroffen hatten, nicht explodierten.

Die argentinischen Luftstreitkräfte hatten in diesen fünf Tagen neun "Mirage" bzw. "Dagger", elf A-4 "Skyhawk", zwei "Pucara" sowie fünf "Puma"-, einen "Chinook"- und einen "Agusta" A-109-Hubschrauber verloren. In den folgenden drei Tagen (vom 26. bis 28. Mai) wurden fünf weitere Flugzeuge abgeschossen. Mit den vorhergegangenen Verlusten hatten die Argentinier fast ein Drittel ihrer Fliegerkräfte verloren. Auf britischer Seite waren bis zum 27. Mai vier "Sea Harrier", zwei "Harrier" GR 3 und 21 Hubschrauber verloren gegangen. Die Landung von rund 4 000 Soldaten der 3rd Commando Brigade auf der Insel Westfalkland war jedoch ein voller Erfolg: Drei Bataillone der Royal Marines und zwei Bataillone Fallschirmjäger waren unter geringen Verlusten gelandet und drangen nun rasch nach Süden und Osten vor.

Das Gefecht bei Goose Green

Am 28. Mai trat das etwa 600 Mann starke britische 2. Fallschirmjägerbataillon (2 Para) zum Angriff gegen das argentinische verstärkte 12. Infanterieregiment bei Darwin und Goose Green an, das den ihm zugewiesenen Abschnitt mit 1 680 Mann zu verteidigen hatte.

Während die Einnahme der Ortschaft Darwin ohne größere Probleme gelang, entbrannte bei Goose Green am 28. Mai ein 40 Stunden dauerndes Gefecht, bei dem das britische Bataillon die gut ausgebauten argentinischen Stellungen zum Teil frontal angreifen musste und dabei empfindliche Verluste erlitt. Insgesamt zählte man 17 Gefallene und 33 Verwundete. Auch der Bataillonskommandant Lieutenant Colonel Herbert Jones ist dabei gefallen. Die überlebenden 1 622 argentinischen Soldaten ergaben sich den völlig erschöpften britischen Fallschirmjägern, die nahezu ihre gesamte Munition verschossen und ihre Rationen aufgebraucht hatten.

Der britische Vormarsch und die letzten Kämpfe im Vorfeld von Port Stanley

Der Mangel an Hubschraubern wegen des Verlustes von drei "Chinook", sechs "Wessex" und einem "Lynx" auf der "Atlantic Conveyor" führte dazu, dass sich nun ein Teil der britischen Verbände im Fußmarsch in Richtung der argentinischen Verbände westlich von Port Stanley bewegen musste.

Am 8. Juni überraschten argentinische Jagdbomber die Fregatte "Plymouth" sowie die Landungsschiffe "Sir Tristram" und "Sir Galahad" bei Bluff Cove - noch vor dem Ausschiffen des 1. Bataillons der Welsh Guards - und bombardierten sie. Dabei wurden beide Landungsschiffe schwer beschädigt. Die "Sir Galahad" musste danach versenkt werden. Der argentinische Luftangriff auf die beiden Landungsschiffe hatte 46 Menschenleben gefordert. Weitere 150 Soldaten waren zum Teil schwer verletzt worden. Dies waren die höchsten Verluste der britischen Task Force in einer militärischen Aktion. Fitzroy war bereits vom 2 Para, das mit Hubschraubern aus dem Raum Goose Green eingeflogen worden war, kampflos besetzt worden.

Vom 11. auf den 12. Juni nahm das britische 3. Fallschirmjägerbataillon (3 Para) den Mount Longdon, während das 42nd Commando Battalion den Mount Harriet und das 45th Commando Battalion den Höhenzug der Two Sisters nahm. Innerhalb der nächsten 48 Stunden fielen der Wireless Ridge (2 Para), der Mount Tumbledown (2nd Battalion Scots Guards), der Mount William (1/7 Gurkha Battalion) und der Sapper Hill (Welsh Guards) nach heftigen und für beide Seiten äußerst verlustreichen Gefechten.

Die argentinische Kapitulation

Die argentinischen Truppen befanden sich am Abend des 13. Juni auf dem Rückzug. Britische Truppen drangen bereits bis zu den Außenbezirken von Port Stanley vor. Am 14. Juni, um 1600 Uhr Ortszeit (2100 Uhr MEZ), traf der stellvertretende britische Befehlshaber, Major General Jeremy Moore, mit dem Militärkommandanten der Falkland-Inseln (Malvinas), General Menendez, zusammen, wobei dieser mit seinen Truppen in Ost- und Westfalkland kapitulierte. Insgesamt befanden sich nun 14 800 argentinische Soldaten in britischer Gefangenschaft. 1 800 davon waren bereits früher gefangen genommen worden, die meisten bei der Eroberung von Darwin und Goose Green. Die Versorgung der Gefangenen bereitete erhebliche Probleme, da das Wetter schlecht war und es in Port Stanley nur wenige Unterkunftsmöglichkeiten gab, weil viele der aus Großbritannien herangebrachten Zelte mit dem versenkten Frachtschiff "Atlantic Conveyor" untergegangen waren. Nahezu alle Kriegsgefangenen wurden innerhalb kurzer Zeit mit britischen Schiffen in ihre Heimat zurücktransportiert, nur einige Offiziere blieben etwas länger in britischer Gefangenschaft. Während der Kämpfe um die Falkland-Inseln hatte sich nur ein britischer "Harrier"-Pilot kurz in argentinischer Gefangenschaft befunden.

Die unmittelbaren politischen und militärischen Folgen

Infolge des Rücktrittes der argentinischen Militärjunta am 17. Juni, nur 48 Stunden nach dem Ende der Kampfhandlungen, befand sich Argentinien wieder auf dem Weg zur Demokratie. Auch ein bislang schwelender territorialer Konflikt mit Chile um den "Beagle Kanal", in dem sogar Papst Johannes Paul II. vermittelt hatte, war damit weitgehend beendet worden.

Die Schaffung einer "Festung Falkland" mit einer Garnison von vorerst 3 000 Mann im Südatlantik führte zu Füllung eines vorherigen militärischen Vakuums und zu einer Stabilisierung in diesem Raum. Premierministerin Margaret Thatcher konnte durch den militärischen Erfolg im Falkland-Krieg einen eminenten innenpolitischen Prestigegewinn verzeichnen.

Die britischen Verluste

Nach offiziellen britischen Angaben vom 23. Juni 1982 sind im Falkland-Krieg 256 Briten gefallen, davon waren 125 Angehörige der Army, 85 der Royal Navy, 26 der Royal Marines, ein Angehöriger der Royal Air Force und 19 zivile Vertragskräfte. Beim britischen Beschuss von Port Stanley kamen drei Bewohnerinnen der Falkland-Inseln ums Leben. 755 Soldaten wurden im Verlauf der Kämpfe verwundet oder verletzt.

Verloren gegangen waren zwei Zerstörer vom Typ 42 ("Coventry", "Sheffield"), 2 Fregatten vom Typ 21 ("Antelope", "Ardent"), ein Landungsschiff und ein gechartertes Transportschiff sowie zehn "Harrier" und 24 Hubschrauber. Die Verluste der Hubschrauber (drei "Chinook", neun "Wessex", fünf "Sea King", drei "Lynx" sowie drei "Gazelle" und ein "Scout") waren sowohl auf argentinische Abschüsse als auch auf Unfälle zurückzuführen.

Die argentinischen Verluste

Die argentinischen Verluste (Gefallene und Vermisste) betrugen nach offiziellen argentinischen Angaben 755 Mann.

Bei der Versenkung des Kreuzers "General Belgrano" und einiger kleinerer Schiffe waren mindestens 368 Mann umgekommen. Bei der Besetzung der Falkland-Inseln und Südgeorgiens, bei San Carlos, um Darwin und Goose Green waren mindestens 63 Soldaten gefallen und im Verlauf der Gefechte im Vorfeld von Port Stanley mehr als 260. Die Luftstreitkräfte und die Seefliegerkräfte verloren mindestens 41 Piloten und Besatzungsmitglieder.

Auf den Falkland-Inseln fiel den Briten umfangreiches Kriegsmaterial von insgesamt drei Brigaden in die Hände. Darunter alle 48 der auf den Inseln eingesetzten gepanzerten Fahrzeuge und die gesamte Artillerie, mehrere Fliegerabwehrgeschütze, Radaranlagen, Seeziel-Lenkwaffen vom Typ "Exocet", Fliegerabwehrlenkwaffensysteme des Typs "Roland" sowie 32 Flugzeuge und Hubschrauber, von denen aber einige erheblich beschädigt waren.

Die Materialverluste der argentinischen Luftstreitkräfte und der Seefliegerkräfte waren angesichts der kurzen Dauer der militärischen Operationen (75 Tage) im Falkland-Krieg außerordentlich hoch. Insgesamt 86 Flugzeuge, davon 13 "Dagger", 22 "Skyhawk", zwei "Canberra" sowie alle 24 Erdkampfflugzeuge des Typs "Pucara", die auf den Falkland-Inseln stationiert waren, sowie 16 Hubschrauber waren verloren gegangen.

Die argentinische Marine verlor einen Kreuzer, ein U-Boot und mehrere kleinere Patrouillen- und Versorgungsschiffe.

Militärische Beurteilung

Die kurzfristige operative Verlegung des Äquivalents einer leichten Infanteriedivision über mehrere tausend Seemeilen bedeutete für Großbritannien einen gewaltigen logistischen Aufwand, der - ohne die Unterstützung der USA - jeden anderen europäischen NATO-Staat überfordert hätte.

Die britischen Flugzeugträger konnten den Schutz der Task Force vor Angriffen durch landgestützte Kampfflugzeuge nur unvollkommen gewährleisten - dazu waren ihre Möglichkeiten zu knapp bemessen. Die "Sea Harrier" konnten aber mit 23 bestätigten Abschüssen erstaunliche Erfolge aufweisen. Die hervorragende Ausbildung der britischen Piloten und die größere Wendigkeit des "Sea Harrier" hatten hier den Ausschlag gegeben, wobei allerdings festzustellen ist, dass die argentinischen Piloten bei ihren Angriffen auf die Task Force an der äußersten Grenze ihrer Reichweite operierten und sich nicht auf Luftkämpfe einlassen konnten. Daher waren mindestens 16 ihrer "Dagger" und "Skyhawk" von der Luftabwehr von Schiffen oder vom Boden aus abgeschossen worden. Je zwei gingen durch Unfälle oder "friendly fire" verloren. Die Seeziel-Lenkwaffen "Exocet", die von den vier "Super Etendard" eingesetzt wurden, mit denen die Versenkung der "Sheffield" sowie der "Atlantic Conveyor" bzw. von einem landgestützten Starter die erhebliche Beschädigung des Zerstörers "Glamorgan" gelangen, waren das gefährlichste Waffensystem gegen die Task Force.

Bei der Abwehr von Luftangriffen auf Schiffe hatten sich die Luftabwehraketen "Sea Dart" und "Sea Wolf" im Allgemeinen bewährt. Sie konnten aber speziell die Tieffliegerangriffe nicht abwehren, wodurch es auf den Schiffen zu einer Luftabwehr mit allen verfügbaren Systemen (4-cm- und 2-cm-Fliegerabwehrkanonen, aber auch gewöhnlichen Maschinengewehren) kam.

Bei einigen britischen Schiffen wie z. B. bei der "Sheffield" fiel auf, dass sie durch Verwendung von Aluminium bei den Aufbauten ungemein brandanfällig waren. Leicht brennbare Kunststoff-Isolierungen der elektrischen Leitungen verbreiteten das durch Bombentreffer entfachte Feuer rasch über das ganze Schiff, wobei oft die gesamte Stromversorgung und damit manchmal auch die Feuerlöschanlagen lahm gelegt wurden.

Die britischen Infanteriebataillone verfügten mit bis zu 64 leichten Maschinengewehren bei der leichten Infanterie über eine beträchtliche Feuerkraft. Die beabsichtigte hohe Beweglichkeit mit Hilfe von Hubschraubertransporten kam aber nur in geringem Maße zum Tragen, da ein Mangel an Hubschraubern und Landungsfahrzeugen vorhanden war.

Der hohen argentinischen Luftbedrohung konnte von den britischen Heeresverbänden mit modernen Luftabwehrlenkwaffen "Rapier" und MANPADS (Man-portable Air-Defence Systems) wie "Blowpipe" und "Stinger", aber auch durch den Einsatz aller Handfeuerwaffen entgegengetreten werden. Panzerabwehrlenkwaffen vom Typ "Milan" und SS-11 wurden gegen argentinische Maschinengewehr-Stellungen in Bunkern und auch gegen Artilleriestellungen eingesetzt. Die wenigen britischen Spähpanzer "Scorpion" und "Scimitar" gaben der eigenen Infanterie in der Endphase der Kämpfe wirkungsvoll Feuerunterstützung.

Gegen Ende des Feldzuges hatte die britische Artillerie nahezu ihre gesamte Munition verschossen. Mängel traten auch beim Schuhwerk der Soldaten auf und phasenweise wurde die Verpflegung knapp.

Das militärökonomische Fazit des Falkland-Krieges

Der Krieg im Südatlantik kostete den britischen Steuerzahler rund zwei Milliarden Pfund, das wären heute etwa fünf Milliarden Euro. Davon fielen bis zur Rückeroberung Südgeorgiens 500 Millionen Pfund an; die laufenden Kosten der Operationen bis zur Einnahme von Port Stanley betrugen eine weitere Milliarde Pfund; eingeschlossen darin waren die hohen Charterkosten für die 67 Trossschiffe der Task Force sowie Kraftstoff, Munition, Lenkwaffen, Reparaturen und die Ausgaben für die Infrastruktur auf der Insel Ascension. Nicht inbegriffen waren die rund 500 Millionen Pfund, die der Ersatz der von Argentinien versenkten Kriegsschiffe und der abgeschossenen Flugzeuge und Hubschrauber erfordern sollte. Theoretisch entfiel daher auf jeden der fast 2 000 Bewohner der Falkland-Inseln ein Betrag von über einer Million Pfund.

Erfahrungen und Lehren für die europäischen Streitkräfte

Die Bindung eines großen Teiles der Royal Navy und der 3rd Commando Brigade, die an sich als Eingreiftruppe an der NATO-Nordflanke vorgesehen war, sowie die Unsicherheit, wie lange die Operation dauern würde, beeinträchtigte die Verpflichtungen Großbritanniens gegenüber der NATO-Nordflanke. Die vorübergehend entstandene Lücke musste kurzfristig durch die NATO-Verbündeten geschlossen werden. Die britischen Truppen auf dem europäischen Festland (British Army of the Rhine) waren jedoch von diesem Konflikt so gut wie nicht direkt betroffen.

Eine interessante Folge war, dass die Kampfkraft und die Kampfmoral der britischen Streitkräfte von sowjetischen Quellen ab 1982 - trotz einiger abwertender DDR-Publikationen in den folgenden Jahren - höher als vorher eingeschätzt wurden.

Der Falkland-Konflikt schwelte zwar über Jahrzehnte hinweg, aber die militärische Auseinandersetzung brach eigentlich überraschend aus.

Auch 25 Jahre danach sind eine genaue politisch-strategische Beobachtung und Analyse, die laufende Beurteilung von Konfliktzonen sowie das Erhalten einer diplomatischen und auch militärischen Reaktionsfähigkeit - auch nach dem Ende des Kalten Krieges - die wesentlichen Aufgaben jeder verantwortungsvollen politischen Führung.

___________________________________ ___________________________________ Autor: Hofrat Dr. Wolfgang Etschmann, Oberleutnant, Jahrgang 1953. Nach der Matura und der Einjährig-Freiwilligen-Ausbildung Studium der Zeitgeschichte und Germanistik an der Universität Wien; 1979 Promotion zum Dr. phil., danach als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien tätig. Von 1981 bis 1982 Einteilung als Kompaniekommandant beim Landwehrstammregiment 21. Ab 1982 Referent für neuere Militärgeschichte am Heeresgeschichtlichen Museum/Militärwissenschaftliches Institut; seit 1994 Leiter der Militärgeschichtlichen Forschungsabteilung des Heeresgeschichtlichen Museums.

Literatur und Quellen:

Die Literatur über den Falkland-Krieg ist äußerst umfangreich. Der Verfasser wertete mehr als 50 Publikationen aus, deren Angaben in Details aber fallweise widersprüchlich sind. Aus Platzgründen werden hier nur einige davon angeführt: Lawrence Freedman and Virginia Gamba-Stonehouse, Signals of War. The Falklands Conflict of 1982, London 1991; Duncan Anderson, The Falklands War 1982 (Osprey Essential Histories), Oxford 2002; Martin Middlebrook, The Fight for the Malvinas: The Argentine Forces in the Falklands War, London 1989; Eric J. Grove, Vanguard to Trident. British Naval Policy since World War II, London 1987; Jeffrey Ethell and Alfred Price, Air war South Atlantic, London 1983; Rodney A. Burden (e. a.), Falklands - The Air War, Twickenham 1986; Admiral Sandy Woodward (with Patrick Robinson), One Hundred Days. The Memoirs of the Falklands Battle Group Commander, London 1992; Mark Adkin, Goose Green. A battle is fought to be won, London 2001.

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