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Raucher sterben früher

Raucher fallen nicht nur durch unangenehme Geruchsbelästigung auf, sie sterben meist auch früher. Denn Tabakkonsum führt zu lebensbedrohenden Gesundheitsschäden. Einzig wirksames Gegenmittel: nicht rauchen!

Rauchen macht nicht nur krank, es ist sehr oft sogar tödlich. Dabei muss es gar nicht das "letzte Zigaretterl" am Abend im Bett sein, das tatsächlich zur letzten Zigarette im Leben eines Rauchers wird, der sich solcherart - ungewollt aber dennoch wirkungsvoll - selbst abfackelt. Beim Rauchen werden über 4 000 verschiedene Stoffe - darunter auch krebserregende Substanzen wie Teer und Ruß - inhaliert. Im statistischen Durchschnitt leben Raucher daher um zehn Jahre kürzer als Nichtraucher oder auch als ehemalige Raucher, die rechtzeitig den Ausstieg geschafft haben.

Folgeerkrankungen

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigten, dass Tabakkonsum in jeder Form in hohem Maß die Entstehung bestimmter Krebserkrankungen fördert: An erster Stelle ist hier der Lungenkrebs zu nennen, aber auch Krebserkrankungen der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, der Nieren, der Harnblase sowie des Hals-, Mund- und Rachenbereiches werden durch das Rauchen massiv begünstigt. Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist bei einem Raucher mehr als zehnmal so hoch als bei einem Nichtraucher. Die Chance, eine Lungenkrebserkrankung auszuheilen, ist dagegen sehr gering!

Eine bezeichnende Krankheitserscheinung der geschädigten Bronchialschleimhaut (der so genannten "Raucherbronchitis") ist die Lungenblähung (COPD - chronic obstructive pulmonary disease oder chronisch obstruktive Bronchitis), die zu einer ständigen Überlastung des Herzens und in weiterer Folge zur irreversiblen Herzerweiterung führt.

Neben einer höheren Infektanfälligkeit fördert das Rauchen insbesondere bei bestehendem Bluthochdruck, bei hohen Blutfett- und Blutzuckerwerten sowie bei Alkoholmissbrauch die frühzeitige Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Durch die Verstopfung von wichtigen Arterien wird der Blutzustrom zu verschiedenen Gewebsbezirken unterbrochen. Daher erleiden immer öfter bereits junge Menschen Herzinfarkte und Schlaganfälle. Sogar Gliedmaßenverluste (bekannt unter der volkstümlichen Bezeichnung "Raucherbein") sowie Impotenz und Unfruchtbarkeit können als Folgen des langjährigen Tabakkonsums eintreten! Bei Frauen hat sich in diesem Zusammenhang besonders die Kombinationswirkung von Rauchen und der länger dauernden, regelmäßigen Einnahme oraler Empfängnisverhütungsmittel ("Pille") als verhängnisvolle Kombination erwiesen.

Passivrauchen

Einer unverantwortlichen Gesundheitsgefährdung in ähnlich hohem Ausmaß wie die Raucher selbst waren bisher jene Menschen ausgesetzt, die zwar selbst Nichtraucher sind, aber - beispielsweise aus beruflichen Gründen - zum passiven Mitrauchen gezwungen waren. Mit Hilfe neuer Gesetze wurde und wird der Schutz der Nichtraucher sukzessive verbessert; insbesondere im Gastronomiebereich besteht jedoch noch Nachholbedarf.

Rauchen in der Schwangerschaft

Besonders gefährlich für das werdende Kind ist das Rauchen in der Schwangerschaft. Das ungeborene Kind konsumiert über den Blutkreislauf der Mutter sämtliche Schadstoffe mit. Neben dem Risiko einer Fehlgeburt steigt auch die Gefahr von Missbildungen. Nach der Geburt kommt es bei den Neugeborenen oft zu klassischen Entzugserscheinungen wie beispielsweise gesteigerte Nervosität. Außerdem sind solche Kinder oft in ihrer Entwicklung gebremst und allgemein krankheitsanfälliger. Schwangerschaft und Rauchen sind unvereinbar!

Sucht und Entwöhnung

Bei einem Großteil der Raucher besteht der Wunsch nach Entwöhnung. Willenskraft und Selbstvertrauen des Nikotinabhängigen sind notwendige Voraussetzungen, um die sowohl für ihn als auch für die Umwelt gesundheitsschädigende Sucht erfolgreich zu bekämpfen.

Vor Beginn der Raucherentwöhnung (vom Prinzip her handelt es sich dabei um eine Entzugsbehandlung) wird der Grad der Nikotinsucht bestimmt. Der Fagerström-Test unterscheidet zwischen niedriger, mittelgradiger und hochgradiger Nikotinabhängigkeit.

Die Behandlung der Nikotinsucht verläuft ohne unangenehme Begleiterscheinungen. Medikamentöse Hilfsmittel (Nikotin-Kaugummi, Nikotin-Depotpflaster, Sublingualtabletten, Inhalatoren) haben sich dabei bewährt, sollten jedoch stets unter der begleitenden Kontrolle durch den (Truppen-)Arzt angewandt werden.

Auch Entwöhnungskurse und Selbsthilfegruppen werden angeboten. Autogenes Training, Hypnose, Psychotherapie und Akupunktur sind individuell unterschiedlich wirksam, insgesamt aber meist eine große Hilfe. Manchmal treten während der Raucherentwöhnung Schlaf- und Konzentrationsstörungen auf. Der ärztliche Beistand hilft, die Beschwerden zu lindern. Gleichfalls kann der Arzt erfolgreich über unerwünschte Begleiterscheinungen beim "werdenden Nichtraucher" hinweg helfen, insbesondere über die Zunahme des Körpergewichtes während bzw. nach der Entzugsbehandlung. Keinesfalls darf die (unbegründete) Furcht vor Entzugserscheinungen den Nikotinabhängigen davon abhalten, das Rauchen einzustellen!

Die Meinung, dass eine Entwöhnung nach jahrelangem Rauchen nicht mehr von Nutzen sei, ist falsch: Denn es ist nie zu spät, das Rauchen aufzugeben. Allerdings: Es ist auch nie zu früh!

Autor: Oberstarzt MedRat Dr. Peter Heinz Hutzler

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