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Warzen

Erhöhte Krankheitsbereitschaft in engen Gemeinschaften

Warzen sind gutartige Neubildungen der Haut. Sie sind meist ungefährlich, manchmal schmerzvoll und fast immer kosmetisch störend.

Hautwarzen gehören zu den gutartigen Hauttumoren. Ihre verschiedenen Formen werden durch Viren hervorgerufen, die zur Familie der humanen Papillomviren (HPV) gehören. Die meisten Warzenarten sind kosmetisch störend, insbesondere die Dornwarzen können auch recht schmerzhaft sein. Mit Ausnahme der Feigwarzen sind sie aber in der Regel nicht gefährlich. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich jedoch, jede Art von Hautwucherung diagnostisch abklären zu lassen, um bösartige Hautveränderungen sicher ausschließen zu können.

Die verschiedenen Arten von Warzen

Stachelwarzen (gewöhnliche Warzen oder vulgäre Warzen)

Stachelwarzen sind stecknadelkopf- bis erbsengroße, halbkugelförmige, harte Knötchen (siehe Titelfoto). Sie treten bevorzugt an den Händen auf. Durch die Ausbildung von Tochterwarzen oder durch das Zusammenfließen von mehreren Herden können dick verhornende Platten entstehen.

Dornwarzen (Stechwarzen, Fußsohlenwarzen oder plantare Warzen)

Dornwarzen, von denen bevorzugt Jugendliche befallen werden, bilden sich an den Zehenunterseiten und an den Fußsohlen. Bei dieser Form des Warzenleidens bedeckt eine dicke Verhornung den stachelförmig in die Tiefe wachsenden Dorn. Beim Auftreten kann dieser Dorn durch die Belastung des eigenen Körpergewichtes bis an die sehr empfindliche Knochenhaut stoßen, weshalb Dornwarzen meist sehr schmerzhaft sind.

Pinselwarzen

Pinselwarzen sind fadenförmige Wucherungen, die sich vor allem auf empfindlicher Haut, beispielsweise am Hals oder im Gesicht ausbilden.

Feigwarzen (Feuchtwarzen oder Genitalwarzen)

Die Feigwarzen zählen zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Es sind gutartige, stecknadelkopf- bis mehrere Zentimeter große Gewebswucherungen, die an den Geschlechtsteilen, am After und im Enddarm auftreten können. Bestimmte Typen der die Feigwarzen verursachenden Viren können z. B. Gebärmutterhalskrebs oder Dickdarmkrebs hervorrufen, weshalb diese Warzenart potenziell gefährlich ist. Bis zum Auftreten der Krebserkrankung besteht eine lange Latenzzeit von bis zu 25 Jahren. Kondome senken das Infektionsrisiko deutlich, bieten aber keinen hundertprozentigen Schutz!

Gegen die Erreger der Feigwarzen ist seit 2006 ein Impfstoff verfügbar. Allerdings traten in den vergangenen Monaten einige Krankheitsfälle im zeitlichen Zusammenhang mit einer HPV-Impfung auf, darunter auch ein Fall mit tödlichem Ausgang. Ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung wurde zwar nicht nachgewiesen, kann aber auch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Das Gesundheitsministerium beurteilt den Impfstoff nach wie vor als sicher. Unabhängig davon ist und bleibt die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung die sicherste Vorkehrungsmaßnahme gegen Krebs!

Infektion

Der Infektion durch Warzenviren vorzubeugen, ist wegen ihrer "Allgegenwart" schwierig. Eine Infektion kann sowohl durch direkten Kontakt (Körperkontakt) als auch durch indirekten Kontakt (Schmierinfektion, vorzugsweise in öffentlichen Schwimmbädern, Saunen und Duschanlagen) über kleinste Verletzungen der Haut und der Schleimhäute erfolgen. Allerdings lässt sich durch Einhaltung einfacher hygienischer Regeln das Ansteckungsrisiko verringern. In öffentlichen Schwimmbädern, Saunen und Duschanlagen ist daher das Tragen von Badeschuhen sowie die Benutzung der Fußdesinfektionseinrichtungen dringend zu empfehlen.

Warzen können sehr ansteckend sein. Die Übertragung des Erregers von einem befallenen Hautbezirk (Infektionsquelle) auf andere Körperregionen kommt häufig vor. Das Aufkratzen von Warzen kann ihre Ausbreitung begünstigen, da die auftretende Blutung in Verbindung mit den infizierten Hautzellen die Viren am Körper weiter verbreitet. Auch die Übertragung des Warzenvirus im Familienverband ist möglich. Die Benutzung gemeinsamer Waschhandschuhe und Handtücher sollte daher unbedingt unterbleiben.

Die Krankheitsbereitschaft für Warzenerkrankungen ist bei jungen Menschen sowie allgemein bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem besonders groß!

Behandlung

Grundsätzlich können sich Warzen, insbesondere die gewöhnlichen Warzen, auch noch nach mehreren Monaten von selbst zurückbilden, wenn es der körpereigenen Immunabwehr gelingt, die eingedrungenen Viren zu vernichten.

Die schulmedizinische Behandlung der Warzenerkrankung stützt sich auf Substanzen, die die Hornschicht aufweichen (Salicylsäure, Milchsäure, Vitamin-A-Säure). Nach dem Auftragen wird die aufquellende Hornschicht vorsichtig abgetragen, ohne Blutungen zu verursachen oder das umliegende Gewebe zu verletzen.

In hartnäckigen Fällen sind invasive Therapien notwendig. Dabei wird mit verschiedenen Methoden die molekulare Bindegewebsstruktur der Warzen zerstört. Dies kann durch Auskratzung der druckschmerzhaften Masse mit nachfolgender Verschorfung erfolgen. Auch die elektrochirurgische Ausschneidung sowie die Zerstörung des Herdes durch Hochfrequenzstrom, durch Vereisung oder mit dem CO2-Laser haben sich bewährt.

Feigwarzen bedürfen einer umgehenden fachgerechten Behandlung, um ihre Ausbreitung zu vermeiden. Diese Behandlung wird nur durch den Arzt gewährleistet!

Die therapeutischen Verfahren werden sowohl in der Ordination des chirurgisch erfahrenen (Truppen-)Arztes als auch in den Fachambulanzen der heereseigenen Sanitätseinrichtungen durchgeführt.

Rituale und Hausmittel

Manche Menschen haben mit dem so genannten "Besprechen" von Warzen Erfolg; allerdings dürfte hier - wie bei vielen anderen Anwendungen von Hausmitteln - der Placeboeffekt (der Begriff Placeboeffekt bezeichnet in der Medizin die tatsächliche Wirkung beim Patienten durch ein an sich wirkungsloses Scheinmedikament) eine wesentliche Rolle spielen. Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang jedoch die Tatsache, dass eine Aktivierung und Stärkung des Immunsystems - gleichgültig ob infolge eines Placeboeffektes oder durch andere Maßnahmen - bei der Behandlung von Warzen hilfreich ist.

Die Eigenbehandlung mit volkstümlich gebräuchlichen bzw. nach Familientradition hergestellten Salben und Kräuterauszügen führt kaum zum Erfolg. Auch die Anwendung von naturheilkundlichen Gemischen und Ölen bleibt meist wirkungslos. Bei allen alternativmedizinischen Behandlungsmethoden zur Warzenentfernung sind über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkungsweisen nicht belegt oder es fehlen kontrollierte klinische Studien.

Grundsätzlich ist bei der Anwendung von überlieferten so genannten "handfesten Hausmitteln" stets Bedachtsamkeit geboten!


Autor: Oberstarzt Medizinalrat Dr. Peter Heinz Hutzler, MAS, MBA, Jahrgang 1948. Medizinstudium und Promotion an der Universität Wien. Niedergelassen als Arzt für Allgemeinmedizin in Thaya, Niederösterreich. Buchautor und Autor verschiedenster Veröffentlichungen in militärischen und zivilen medizinischen Fachzeitschriften sowie Preisträger zahlreicher Bewerbe für Medizin-Journalismus. 1993 Bestellung zum ärztlichen Leiter des Krankenreviers B3 am Truppenübungsplatz Allentsteig. 1996 Erwerb des Diploms zum "Akademisch geprüften Krankenhausmanager" an der Wirtschaftsuniversität in Wien. 2002 Verleihung des akademischen Grades "Master of Advanced Studies (MAS, Hospital Management)" und 2006 des "Master of Business Administration" (MBA) durch die Wirtschaftsuniversität Wien.

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