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Fokus: "Handeln mit Weitblick"

Jede der vier Brigaden des Österreichischen Bundesheeres hat ihren eigenen, besonderen Charakter. Diese spezifische Eigenheit resultierte aus den unterschiedlichen Bataillonstypen, aus der geschichtlichen Entwicklung und aus dem Einfluss vieler Kommandanten. Sie ist nicht nur ein Faktum, sondern auch eine wünschenswerte Wesenseigenschaft - und sie erzeugt Korpsgeist.

Die militärische Hierarchie dient dem Zweck, in Krisensituationen auftretende Problemstellungen rasch und geordnet zu bewältigen, indem verschiedene Truppen zum Zusammenwirken gebracht werden. Das Militär kommt meist dann zum Einsatz, wenn bereits chaotische und oft gefährliche Zustände herrschen. Durch entsprechende Führungsmaßnahmen muss - meist unter enormem Zeitdruck - Ordnung in diese unübersichtliche Situation gebracht werden. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei das gegenseitige Vertrauen und die ähnlichen Arbeits- und Denkweisen aller Kommandanten, um die Anstrengungen in ein und dieselbe Richtung zu führen.

Die Vorschrift "Truppenführung" hält dazu fest: "Die Auftragstaktik bzw. das Führen durch Auftrag ist oberstes Führungsprinzip. Es beruht auf gegenseitigem Vertrauen, der Bereitschaft zur Zusammenarbeit und zu selbstständigem, schöpferischem Handeln im Sinne der Absicht der übergeordneten Führungsebene." Auf dieses geforderte Handeln im Sinne der vorgesetzten Führungsebene und das hiezu notwendige hohe Maß an Übereinstimmung im Denken und Handeln wird in der 4. Panzergrenadierbrigade hoher Wert gelegt. Daher erfolgen auch umfangreiche Anstrengungen, um dies zu erreichen. Die einzelnen Schritte in der Brigade sind wie folgt definiert und finden sich im Jahresablauf wieder:

Einheitliches Agieren/Führen der Kommandanten durch Taktikausbildung

Zur Schulung des Führens durch Auftrag und des Handelns im Sinne der vorgesetzten Führungsebene wird in der "Vierten" bei jeder der monatlich stattfindenden zweitägigen Kommandantenbesprechungen auch eine Taktikausbildung durchgeführt. Deren Ziel ist es, bei den Kommandanten das Verständnis zu entwickeln, wie der Brigadekommandant eine konkrete taktische Aufgabe lösen will. Anhand einer Brigadelage mit anschließendem Kriegsspiel an eigens dafür angefertigten Kriegsspielplatten (ähnlich einem Sandkasten) werden die Kommandanten in die Lage versetzt, die zu erwartenden taktischen Maßnahmen der Brigade vorherzusehen und somit ihre Bataillone vorausschauend zu führen sowie die Handlungsfreiheit der vorgesetzten Ebene zu bewahren. So lernt auch der Brigadestab die Handschrift des Kommandanten in der Einsatzführung kennen.

Nach fünf Jahren konsequenter Durchführung ist innerhalb der Brigade eine klare, einheitliche Linie erkennbar. Der ständige Zuwachs an Wissen und Fertigkeiten bei der Taktik ist außerdem ein willkommener Motivationsschub bei jeder Besprechung. Darüber hinaus bietet die Taktikausbildung den Kommandanten zahlreiche Lagen für die eigene Kaderfortbildung auf Bataillonsebene an.

Taktikkenntnisse am Führungssimulator verdichten

Die Schulung in der Führung am Simulator und insbesondere die unterstützende Nutzung des Führungssimulators des Bundesheeres in Neulengbach gehören zu den Höhepunkten im jährlichen Übungsgeschehen. Durch bataillonsinterne einwöchige Übungen am Simulator und die geschlossene Brigadeübung wird der Führungssimulator bis zu acht Wochen pro Jahr durch die Brigade genutzt. Diese Verlegungen sind eine willkommene Gelegenheit zum Austausch von Ansichten und Erfahrungen. Das Üben wird durch die unmittelbare Rückmeldung über die Machbarkeit eines Einsatzes durch den Computer unterstützt.

Brigadeverlegungen

Trotz der eingeschränkten zeitlichen Verfügbarkeit in der Vergangenheit hält die Brigade an der gemeinsamen Verlegung der Bataillone auf den Truppenübungsplatz Allentsteig fest. Auch wenn die Soldaten der Bataillone - bedingt durch unterschiedliche Einrückungstermine - oft unterschiedliche Ausbildungsstände aufweisen, ermöglicht die geschlossene Verlegung dennoch ein Mindestmaß an Gelegenheit zur Zusammenarbeit und zur Erzeugung des unverzichtbaren Brigadegefüges.

Anwenden der Grundsätze des Führens durch Auftrag

Alle oben erwähnten Aktivitäten dienen vorrangig dem Einsatz, sie nützen aber letztlich auch im täglichen Dienstbetrieb. Die Grundsätze des Arbeitens mit Zielvorgaben, unter Wahrung einer möglichst großen Handlungsfreiheit im Sinne der vorgesetzten Ebene, sind zu jeder Zeit gültig und beschränken sich nicht nur auf den Einsatz. Die zahlreichen Aufträge erfordern dabei gegenseitige Aushilfen zwischen den Bataillonen und das Mitdenken über den eigenen Verband hinaus.

Das eingangs erwähnte Ziel, gegenseitiges Vertrauen und eine ähnliche Arbeitsweise aller Kommandanten innerhalb der Brigade zu schaffen, um sämtliche Anstrengungen in ein und dieselbe Richtung zu führen, kann nicht von heute auf morgen erreicht werden. Deshalb lautet der Leitspruch der 4. Panzergrenadierbrigade: "Handeln mit Weitblick".

Autor: Brigadier Mag. Robert Prader

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