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Rundschau

Österreich/Deutschland: "ELITE" 2008

Die vom deutschen Luftwaffenführungskommando in Köln-Wahn geführte "ELITE" 2008 (Electronic Warfare Training Exercise 2008) wurde auf dem Truppenübungsplatz Heuberg (im Südwesten Deutschlands) vom 3. bis zum 17. Juli abgehalten. "ELITE" - ursprünglich eine nationale Übung der Deutschen Bundeswehr - findet seit 1995 jährlich statt, Österreich beteiligt sich daran seit 2004.

Heuer übten rund 1 700 Soldaten aus 19 Nationen, auch E-3 AWACS (Airborne Warning and Control System) waren eingebunden.

Diese Übungen sind so genannte Hochwertübungen der Elektronischen Kampfführung (EloKa), dabei werden verbundene Luftkriegsoperationen und somit das gemeinsame Wirken in komplexen Szenarien geübt. Diese Höhepunkte der Einsatzaus- und -weiterbildung der fliegenden Besatzungen, des Führungs- und Funktionspersonals der Fliegerabwehrkräfte und der Fliegerführungsdienste dienen aber nicht der Vermittlung von Grundlagen, sondern der Anwendung erlernten Basiswissens.

Im Mittelpunkt des Übungsgeschehens stehen die einzelnen Kampfbesatzungen. Deren Verhaltenssicherheit in einem komplexen, realistischen EloKa-Szenario soll geübt, nachgewiesen und deutlich erhöht werden. Das soll die Durchsetzungs- und Überlebensfähigkeit der beteiligten Kräfte steigern. Der streitkräfteübergreifende und internationale Ansatz der "ELITE" ist aber auch eine Vorbereitung auf Joint and Combined Operations.

Für die österreichischen Teilnehmer ging es primär um die Wirksamkeit von Stör- und Täuschtechniken im Zusammenwirken mit taktischen Verfahren. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit der experimentellen Überprüfung und Weiterentwicklung von Konzepten, Vorschriften, Verfahren und Taktiken.

Das 45 Mann starke österreichische Kontingent setzte zwei Zielzuweisungsradare RAC3D im Verbund mit zwei leichten Fliegerabwehrlenkwaffen "Mistral" ein, ebenso ein Feuerleitgerät "Skyguard" im Verbund mit einer 35-mm-Zwillingsfliegerabwehrkanone sowie einen Communications Jammer (einen Störsender).

Österreichischen Soldaten bieten derartige Übungen die einzigartige Möglichkeit, ihre Fliegerabwehrsysteme gegen 40 verschiedene Kampf-, Transport- und Unterstützungsflugzeuge sowie verschiedene Hubschrauber zu testen. Das gemeinsame Üben der "natürlichen Konkurrenten" (Fliegerabwehr und Luftfahrzeuge) führte dabei zu zahlreichen Synergien und Lerneffekten.

Täglich erfolgten über hundert Einsätze. Ein typischer Einsatz beginnt mit dem Anflug von Luftfahrzeugen (eines oder mehrere) in einem festgelegten Zeitraum auf Fliegerabwehrsysteme. Beide versuchen nun ihre Waffen möglichst effektiv zum Einsatz zu bringen.

Der Hauptunterschied zu anderen Übungen ist die exakte Aufzeichnung sämtlicher Aktionen beider Seiten mittels Videokameras und Flight Profile Recorder. Zusätzlich geben Überwachungsteams Informationen ein. Damit kann nach den "Gefechten" das Verhalten der Teilnehmer in 3D-Ansicht demonstriert werden. Bei der abschließenden Analyse besteht auch die Möglichkeit, den Einsatz mit dem "Gegner" persönlich bzw. über Videokonferenz zu besprechen.

Die Joint Analysis Teams - die Vertreter der beteiligten Nationen, die den Ablauf der einzelnen Einsätze beobachten, dokumentieren und nachbesprechen - können die (simulierten) Gefechte "live" mitverfolgen.

Target Tracking Systems zeichnen Aktionen aus Sicht der einzelnen Waffensysteme auf Video auf, um u. a. folgende Fragen zu beantworten:

  • Haben die Selbstschutzmaßnahmen funktioniert?
  • Kann man ihnen vertrauen?
  • (Wie) haben sie den Ablauf beeinflusst?
  • Wäre ein Ausschalten des Gegners möglich gewesen?

Ein weiterer Unterschied zu anderen Übungen sind die massiven (echten) Störmaßnahmen durch boden- bzw. luftgestützte Jammer (Störsender) sowie der (reale) Einsatz von Chaff und Flares durch Luftfahrzeuge.

Seitens des Österreichischen Bundesheeres ging es auch um Schnittstellen zwischen Betrieb und Technik, u. a. um Probleme, etwa beim Auffassen schnell fliegender Ziele mittels Wärmebildgerät, zu erkennen und zu lösen. Ohne die Beteiligung an solchen Übungen würden manche Probleme gar nicht erkannt.

Auch die finanzielle Seite sollte nicht außer Acht gelassen werden. Die Anmietung eines einzigen Störsenders - ohne Flugzeug und Personal - für eine Woche (z. B. zur Erprobung der Wirksamkeit eigener Schutzmaßnahmen) würde rund 35 000 Euro kosten. Im Zuge von "ELITE" stehen hingegen zahlreiche bodengestützte bzw. luftgestützte Störsysteme - so genannte Jammer - im Einsatz und können für bestimmte Slots angefordert werden.

"ELITE" ist derzeit die einzige Übungsserie, bei der Luftfahrzeugbesatzungen und Fliegerabwehrpersonal einen realistischen Einsatz unter komplexen EloKa-Bedingungen simulieren. Daher können vergleichbare Erfahrungen im Rahmen der nationalen Ausbildung nicht gewonnen werden.

-chl-

Österreich/Deutschland: Eine Klasse der Heeresunteroffiziersakademie an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst

Der Austausch einer gesamten Klasse im Zuge der internationalen Woche im Mai 2008 war das Ergebnis der mehrjährigen Kooperation der Heeresunteroffiziersakademie mit der Schule für Feldjäger und Stabsdienst sowie ein Meilenstein dieser Zusammenarbeit.

Ein österreichischer Lehrgang in Sonthofen …

Am 5. Mai 2008 verlegte die Klasse "C" des 15. Stabsunteroffizierslehrganges der österreichischen Heeresunteroffiziersakademie Enns an die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr nach Sonthofen (Deutschland). Nach dem Eintreffen und der Begrüßung begann die Ausbildung der österreichischen Soldaten am Sturmgewehr G36. Dessen vorschriftsmäßige Handhabung und die Kenntnis der spezifischen Sicherheitsbestimmungen waren für den militärsportlichen Vergleichswettkampf am Folgetag erforderlich. Bei diesem stellten die österreichischen Soldaten ihre Leistungsbereitschaft sowie ihre sehr gute körperliche Verfassung im Schwimmen, Laufen und Schießen sowie im Orientieren unter Beweis.

Die internationale Woche wurde aber primär zur Weiterbildung im internationalen Stabsdienst genutzt. Nach Ausgabe der Ausgangslage lautete der Auftrag, in gemischten Ausbildungsgruppen das Führungsverfahren anzuwenden (und zwar sowohl das deutsche wie das österreichische Schema zur Beurteilung der Lage).

Dabei stellte sich heraus, dass die deutschen Unteroffiziere wohl ähnlich, aber doch unterschiedlich an die Aufgabe herangingen. Wie erkennbar, unterscheidet sich das deutsche Beurteilungsschema in der Reihenfolge und in der Benennung der einzelnen Punkte von der österreichischen Beurteilung der Lage. Inhaltlich existieren viele Gemeinsamkeiten. Deshalb kamen sowohl bei der Erstbeurteilung wie bei den Folgebeurteilungen die einzelnen Arbeitsgruppen meist zu ähnlichen Entschlüssen.

Die Aufträge wurden gemeinsam gelöst - mit ansehnlichen Ergebnissen, wobei die Teilnehmer des 15. Stabsunteroffizierslehrgang durchaus überzeugen konnten.

… und ein deutscher Lehrgang in Enns.

Gleichzeitig nahmen zwölf deutsche Lehrgangsteilnehmer an der laufenden Stabsdienstausbildung in Enns teil, einerseits als Fortführung der bereits 2007 begonnen Kooperation mit der Schule für Feldjäger und Stabsdienst und andererseits als Vorbereitung für die Teilnahme der deutschen Lehrgangsteilnehmer an der PSO-Übung des 15. Stabsunteroffizierslehrganges auf der Seetaler Alpe (26. bis 30. Mai 2008).

Das Interesse zur Teilnahme an dieser Ausbildung wurde durch die deutsche Lehrgangsführung mehrmals bekundet, da sich die Vorjahresteilnehmer bei der Weiterführung ihrer Ausbildung im Bereich Stabsdienst deutlich von ihren Kameraden abhoben.

Ein Highlight der Ausbildung.

Die internationale Woche war mit Sicherheit ein Highlight der Stabsunteroffiziersausbildung, das beibehalten werden sollte. Der Austausch brachte den Lehrgangsteilnehmern beider Seiten die Möglichkeit, einmal "über den eigenen Tellerrand zu blicken" und die Verfahren der stabsdienstlichen Arbeit der jeweiligen Partner kennenzulernen und anzuwenden. Die Kooperation brachte jedenfalls einen Erfahrungsgewinn und Verständnis für die Probleme des jeweils Anderen. Dies kann und wird die künftige Zusammenarbeit in Auslandseinsätzen positiv beeinflussen.

-ch-

Österreich/Kosovo: MNTF S - mehr österreichische Hubschrauber

Mit Übernahme der Führung der Multinationalen Task Force South (MNTF S) durch Brigadier Mag. Robert Prader Ende Mai 2008 wurde auch die gemischte Heeresfliegerabteilung (Air Aviation Battalion "Mercury" - AAVN Bn "Mercury", ein multinationaler Hubschrauberverband) in Toplicane mit österreichischen Fliegerkräften verstärkt.

Erstmals werden nun bei KFOR österreichische "Alouette" III und S70 "Black Hawk" eingesetzt, sie sollen die zuvor verwendeten Augusta Bell 212 ablösen. Der Verbindungshubschrauber "Alouette" III flog bereits in der EUFOR-Mission in Bosnien, der Einsatz der "Black Hawk" ist eine Premiere.

Der multinationale Hubschrauberverband "Mercury" wird von einem Offizier der Deutschen Bundeswehr befehligt und hat insgesamt 14 Hubschrauber aus drei Nationen zur Verfügung. Den größten Anteil (acht Transporthubschrauber Augusta Bell 205) stellt Deutschland und den zweitgrößten (vier Hubschrauber) Österreich. Die Schweiz beteiligt sich mit zwei Transporthubschraubern "Super Puma".

Die österreichischen Hubschrauber decken ein breites Aufgabenspektrum ab. Die leichte, wendige "Alouette" III führt Personentransporte (bis zu vier Personen), Lastentransporte und Löscheinsätze durch sowie Aufklärungs- und Überwachungsflüge bei Tag und bei Nacht (die Piloten tragen dabei Nachtsichtbrillen). Der Transporthubschrauber S70 "Black Hawk" dient hauptsächlich Truppentransporten bei Tag und Nacht. Er kann bis zu 12 Passagiere oder zehn Crowd and Riot Control-Kräfte (CRC-Kräfte) mit Ausrüstung aufnehmen sowie Außen- und Innenlasttransporte größeren Umfangs aber auch Löscheinsätze durchführen.

Alle Einsätze der österreichischen Hubschrauber laufen über das multinationale Kommando der Task Force South. Pro Monat werden mit den "Alouette" III bis zu 45 und mit der S70 "Black Hawk" bis zu 30 Flugstunden geflogen, fallweise sogar mehr. Die durchschnittliche Flugzeit pro Einsatz beträgt 1,5 Stunden.

Für die Aufrechterhaltung des Betriebes sorgen rund 30 österreichische Soldaten, darunter je zwei Piloten und drei Techniker für jede Hubschraubertype, sowie ein Flugsicherungsunteroffizier und ein Gefechtsstandsunteroffizier. (Die Rotation beträgt vier Wochen.) Die Hubschrauber erhöhen signifikant die Eigenbeweglichkeit der Multinationalen Task Force South und garantieren damit ein Höchstmaß an Handlungsfreiheit. Sie sind ein unverzichtbares Transport- und Aufklärungsmittel zur Erfüllung des Auftrages.

-bam-

Schweiz: Weltgipfel des Global Humanitarian Forum

Am 24. und 25. Juni 2008 fand in Genf der erste Humanitäre Weltgipfel statt. Das Global Humanitarian Forum Geneva (http://www.ghf-ge.org/) hatte dazu 275 Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichem Leben eingeladen. Österreich wurde durch Brigadier Mag. Dr. Alois A. Hirschmugl, dem Humanitarian Affairs Advisor to the Austrian Chief of Defence Staff, vertreten.

Das Treffen stand unter dem Motto "Human Face of Climate Change" und beschäftigte sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Ärmsten der Armen. Dabei wurde bewiesen, dass sich verschiedene Berufs- und Bevölkerungsgruppen mit Vertretern der Wirtschaft und Wissenschaft an einen Tisch setzen und gemeinsam zu Lösungen für die Linderung des Leides der "Ärmsten der Armen" kommen können. Es scheint dabei vor allem wichtig, die Menschen von Migration abzuhalten und ihnen lebenswerte Umstände zum Verbleiben zu bieten.

Dabei wird der Schwerpunkt auf dem Landwirtschafts-, Lebensmittel- und Wasserbereich, aber auch z.B. dem Solarbereich (einerseits Strom für Licht, aber auch Wasserpumpen, um Gegenden entsprechend zu bewässern) liegen. Weiters wird man auch den Bereich der Prävention vermehrt abdecken müssen, wird es doch aufgrund des Klimawandels weltweit verstärkt zu Naturkatastrophen aller Art kommen.

Auch der Einsatz militärischer Kräfte zur Unterstützung bei Naturkatastrophen wird vermehrt erforderlich sein. Das macht eine Annäherung der zivilen und militärischen Akteure erforderlich.

-sgl-


225 Unteroffiziere für das Bundesheer

225 neue Unteroffiziere, darunter 14 Frauen, wurden am 25. Juli 2008 in Enns feierlich ausgemustert. Ihre Ausbildung umfasste neben der Ausbildung zum Ausbilder, einem sechswöchigen Praktikum sowie den Themen Führen im Einsatz und Scharfschießen die Ausbildung an den Waffen- und Fachschulen. Der Lehrgangsname des 19. Unteroffizierslehrganges lautet "Stabsfeldwebel Anton Schott". Lehrgangserster wurde Stabswachtmeister Sebastian Spiess vom Jagdkommando.

Olympiade 2008: 36 Heeres-Sportler

Bei den 29. Olympischen Sommerspielen in Peking stellten die Heeres-Sportlerinnen und -Sportler 36 der 70 Mitglieder des österreichischen Olympiateams und errangen zwei der drei österreichischen Medaillen. Korporal Violetta Oblinger-Peters erkämpfte mit dem Kajak-Einer Bronze im Wildwasserslalom und Ludwig Paischer eroberte Silber in Judo. Die einzige österreichische Medaillie, die nicht an Heeresangehörige ging, errang Mirna Jukic: Bronze in Schwimmen.

14 Haflinger am Dachstein

Vom 21. bis 25. Juli übten 85 Soldaten des Jägerbataillons 17 (Straß, Steiermark) am Alpinstützpunkt Oberfeld den Gebirgskampf. Sie übten u. a. Scharfschießen im Gebirge, Spaltenbergungen, Seilgeländerbau, das Erkennen von alpinen Gefahren sowie das Leben in einem Basislager, das durch die 14 Haflinger versorgt wurde. Für die Tragtiere wurde dazu ein so genannter Feldstall errichtet. Haflinger können selbst in Höhen über 4 000 Meter eingesetzt werden.

Schusswechsel im Tschad

Bei einer Patrouille östlich von Abeche trafen Angehörige des österreichischen Tschad-Kontingents in der Nacht auf den 19. August auf verletzte Zivilpersonen, die angaben, von Räubern angeschossen worden zu sein. Die Patrouille stieß im angegebenen Raum auf Fahrzeuge mit mehreren Zivilpersonen, die beim Versuch der Österreicher, Verbindung aufzunehmen, auf diese schossen. Die Patrouille erwiderte das Feuer. Alle Soldaten überstanden das Feuergefecht unverletzt.

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