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Kommando Luftraumüberwachung

Der große Verband Luftraumüberwachung ist im Österreichischen Bundesheer in seiner Form einzigartig und mit keinem anderen Verband vergleichbar. Er stellt sowohl die passive als auch die aktive Luftraumüberwachung sicher und übernimmt damit die einzige permanente Einsatzaufgabe im Inland.

Geschichte

Mit der Unterzeichnung des Staatsvertrages im Jahr 1955 wurde der jungen Republik Österreich die Verantwortung zur Wahrung der Souveränität übertragen. Im Zuge der Suez-Krise 1956 und der Libanon-Krise im Jahre 1958 kam es immer wieder zu Verletzungen des österreichischen Luftraumes.

Als Konsequenz dieser Vorfälle wurde 1962 das Flugmeldebataillon 1 in Salzburg aufgestellt, die Vorgängerorganisation des heutigen Kommandos Luftraumüberwachung (Kdo LRÜ). Im Jahr 1967, während des Sechstage-Krieges, wurde dieser junge Verband zum ersten Mal alarmiert. Im Laufe dieses Einsatzes wurden erstmals Luftraumverletzungen dokumentiert.

Seit August 1968 steht die österreichische Luftraumüberwachung rund um die Uhr im Einsatz. 1973 erteilte die damalige Bundesregierung den Auftrag zur Schaffung eines modernen, integrierten Flugverkehrskontroll- und Luftraumbeobachtungssystems, des Projektes "Goldhaube". Mit der Einführung des Saab 35OE "Draken" im Jahr 1987 begann in Österreich das Überschallzeitalter. Österreich verfügt seit dem Jahr 1988 mit dem System "Goldhaube" über eines der modernsten Luftraumbeobachtungssysteme Europas und seit 2007 mit der Einführung des Eurofighter "Typhoon" über modernste Abfangjäger. Die österreichische Luftraumüberwachung leistet heute einen bedeutsamen Beitrag zur Sicherheit Österreichs und der Europäischen Union.

Das Truppenkörperabzeichen:

Das Truppenkörperabzeichen der Luftraumüberwachung ist ein gotischer Dreiecksschild, welcher waagrecht gleichmäßig in Rot-Weiß-Rot geteilt und mit schwarzer Umrandung versehen ist. Mittig aufgelegt befindet sich ein von rechts einfliegender silberner Adler. Zentriert über dem Adler ist in Silber der Schriftzug "LRÜ" in Blockschrift mit schwarzer Umrandung positioniert.

Fähigkeiten

Im Kommando Luftraumüberwachung sind unter einheitlicher Führung ein Großteil der in die dritte Dimension wirkenden passiven und aktiven Einsatzmittel zur Luftraumüberwachung und Luftraumsicherung sowie die notwendigen Kommunikationsmittel zusammengefasst.

Im Rahmen der permanenten Einsatzaufgabe im Inland überwachen die Einrichtungen des Verbandes Luftraumüberwachung den Luftraum rund um die Uhr.

Standorte/Kommandanten

Das Kommando Luftraumüberwachung mit Sitz in Salzburg (Schwarzenberg-Kaserne, Wals-Siezenheim) setzt sich zusammen aus:

  • Brigadekommando: Wals-Siezenheim Brigadekommandant: Brigadier Mag. Rupert Stadlhofer, Chef des Stabes: Oberstleutnant dG Mag. Jürgen Wörgötter;
  • Betriebsstab: St. Johann im Pongau und Wien, Oberstleutnant dG Mag. Jürgen Wörgötter;
  • Fliegerabwehrregiment 2: Zeltweg, Oberst Edwin Pekovsek, MSD;
  • Fliegerabwehrregiment 3: Wals-Siezenheim, Oberstleutnant Gerhard Hausmann, MSD;
  • Fliegerwerft 2: Zeltweg, Oberstleutnant dG Mag. Reinhard Zmug;
  • Radarbataillon: Wals-Siezenheim, Oberst Alfred Moser, MSD;
  • Technisch-Logistisches Zentrum: Wals-Siezenheim, Oberstleutnant Ing. Harald Manzl;
  • Überwachungsgeschwader: Zeltweg, Oberst Doro Kowatsch.

Partner

Das Kommando Luftraumüberwachung blickt stolz auf eine 38-jährige, freundschaftliche und enge Partnerschaft mit Siemens Elin zurück.

Aufgaben des Kdo LRÜ

Wahren der Lufthoheit

Durch die aktive und passive Luftraumüberwachung leistet der Verband einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der staatlichen Souveränität. Vor allem für einen neutralen Staat ist die Fähigkeit zur Wahrung der Lufthoheit von entscheidender Bedeutung. Der Verband Luftraumüberwachung überwacht den österreichischen Luftraum 24 Stunden am Tag - sieben Tage die Woche.

Um die Lufthoheit zu wahren, ist es notwendig, eindringende Flugzeuge zu orten, zu identifizieren und gegebenenfalls abzudrängen oder zur Landung zu zwingen. Seit dem 1. Juli 2008 nehmen diese Aufgabe hauptsächlich die Eurofighter "Typhoon" wahr.

Passive Luftraumüberwachung

Radarssystem "Goldhaube": Das Radarsystem "Goldhaube" bildet die passive Komponente der Luftraumüberwachung. Es besteht aus Primär- und Sekundärradaranlagen, die Flugobjekte orten und deren Flughöhe und Flugrichtung feststellen. Die Radarstationen sind miteinander vernetzt und leiten ihre Daten an die Einsatzzentrale/Basisraum (EZB) weiter, wo nach entsprechender Datenverarbeitung die Luftraumüberwachungszentrale das Luftlagebild erstellt und die Überwachung des österreichischen Luftraumes durchführt.

Aktive Komponenten der Luftraumüberwachung

Abfangjäger: Als aktive Komponente der Luftraumüberwachung stehen der Eurofighter "Typhoon" sowie andere geeignete Einsatzmittel zur Verfügung.

Fliegerabwehr (Raum- und Objektschutz): Komplettiert wird die Luftraumüberwachung im Bedarfsfall durch die bodengestützten Systeme der Fliegerabwehrtruppe. Dieser kommt vor allem im Rahmen von Großereignissen beim Schutz des Luftraumes besondere Bedeutung zu.

Als eigenständige Waffengattung schützt die Fliegerabwehrtruppe mit ihren bodengestützten Einsatzmitteln im Rahmen der Luftraumsicherung strategisch wichtige Räume, Objekte und Einrichtungen. Dabei werden modernste Radarsysteme, Fliegerabwehrkanonen und Lenkwaffen eingesetzt.

Der Verband Luftraumüberwachung ist hochmodern ausgerüstet und gewährleistet durch das Zusammenwirken der passiven und aktiven Komponenten die Sicherheit in der dritten Dimension.

Autor: Oberleutnant Mag. (FH) Christian Pucher

Eigentümer und Herausgeber: Bundesministerium für Landesverteidigung | Roßauer Lände 1, 1090 Wien
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