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Militärmuseen: Das Schweizerische Militärmuseum Full

Ein Rundgang durch die Rüstungsgeschichte von Mowag und Oerlikon

Dieses Museum bildet unter den bisher vorgestellten Museen eine Ausnahme: Es wird auf völlig privater Basis betrieben. Ein Trägerverein besteht bereits seit 1989, und im Jahr 2004 wurden in einer Fabrikshalle bei Full am Rhein ca. 40 km nordwestlich von Zürich, unweit der deutschen Grenze, die gesammelten Exponate erstmals öffentlich zugänglich gemacht.

Das Museum zeigt einerseits Schweizer Militärgeschichte vom Feinsten, andererseits bietet es einen Gang durch die Entwicklungsgeschichte zweier bedeutender europäischer Rüstungsbetriebe. In Full befinden sich nämlich die ehemaligen Werkssammlungen von Mowag und Oerlikon-Bührle (deren Fabrikate auch im Österreichischen Bundesheer wohlbekannt sind).

So zeigen verschiedene Exponate, wie sehr Oerlikon-Waffensysteme in der Deutschen Wehrmacht verbreitet waren. Das lässt darauf schließen, wie stark die wirtschaftlichen Verflechtungen der Schweiz im Zweiten Weltkrieg gewesen sein müssen.

Beachtenswert sind auch die Exponate von Mowag aus Kreuzlingen: Zahlreiche Prototypen zeugen von der gescheiterten Zusammenarbeit der Schweizer mit Rüstungsbetrieben der Bundesrepublik Deutschland.

Die Anfänge dessen, woraus später der Kanonenjagdpanzer und der Schützenpanzer "Marder" der Bundeswehr entstanden sind, stehen in der Fuller Halle. Gleichzeitig sind dort - ebenfalls gescheiterte - Alleingänge der Schweizer zu sehen, darunter der Prototyp einer Panzerhaubitze, deren Produktion 1966 aus Kostengründen gestoppt wurde.

Den Österreichern nicht unbekannt sind andere Ausstellungsstücke: Britische Kampfpanzer "Centurion" wurden in der Armee der Eidgenossen ursprünglich als Kampfpanzer eingesetzt. Später wurden die Türme aber, ebenso wie in Österreich, in "Festungen" (Feste Anlagen) eingebaut. Neben einem kompletten Kampfpanzer - samt Tieflader und Rotinoff "Superatlantic"-Zugmaschine - werden auch einige Simulatoren mit "Centurion"-Türmen gezeigt.

Ein ganz besonderes Projekt des Museums ist die Restaurierung eines "Königstigers", die die Besucher direkt vor Ort mitverfolgen können.

Ein Höhepunkt im Ausstellungsjahr (Anfang April bis Ende Oktober, im Winter ist das Museum geschlossen) ist ein internationales Militärfahrzeugtreffen. Dabei werden die einsatzfähigen Geräte aus der Museumshalle geholt und den Besuchern im Fahrbetrieb vorgeführt. Es reisen aber auch aus ganz Europa Sammler und Enthusiasten mit ihren Fahrzeugen an. 2009 findet das Treffen am 4. und 5. Juli statt.

Insgesamt ist das Militärmuseum Full, das ständig expandiert (eine zweite Halle wurde bereits zugekauft), die relativ weite Reise wert. Noch dazu, wo es sozusagen ein Schwestermuseum in unmittelbarer Nähe hat: das Festungswerk Reuenthal. Noch ein bisschen verbesserungswürdig sind von der Gestaltung her lediglich das Museumscafé (ein schrulliges Holzhäuschen, das als "Bistro Militaire" bezeichnet wird) und der Shop. Beide werden vom Museumsverein eher nebenbei betrieben.

Autor: Mag. Uwe Schwinghammer

Eigentümer und Herausgeber: Bundesministerium für Landesverteidigung | Roßauer Lände 1, 1090 Wien
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