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Rundschau

Österreich: "Ethik und Medien" an der Heeresunteroffiziersakademie

Vom 8. bis 10. Juni 2009 fand an der Heeresunteroffiziersakademie ein Expertentreffen zur Frage der ethischen Bildung in den Streitkräften statt. Das Tagungsthema lautete "Ethik und Medien". Darauf abgestimmt hielten Vortragende aus Österreich, Deutschland und der Schweiz Impulsreferate und stellten sich anschließend der Diskussion. Die Veranstaltung basierte auf der 2008 vom Zentrum Innere Führung der Deutschen Bundeswehr (Koblenz) ausgehenden Initiative zur Abstimmung der ethischen Bildung in den Streitkräften. Die nächste Veranstaltung dieser Reihe ist für 2010 in der Schweiz geplant.

Die Heeresunteroffiziersakademie hat für 2009 die Verknüpfung militärethischer Fragen mit medialen Herausforderungen als Schwerpunktthema gewählt. Das Expertengespräch im Juni sollte u. a. dieses Thema für das Berufsethische Fortbildungsseminar "Militärethik und Medien" an der Heeresunteroffiziersakademie (28. bis 30. Oktober 2009) auf bereiten. Eine Publikation zu den Inhalten des heurigen Expertengespräches und des Fortbildungsseminars wird im Frühjahr 2010 erscheinen und die Ergebnisse dieser beiden Veranstaltungen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.

-Oberstleutnant dhmfD Mag. Andreas Kastberger-

Österreich: Militärkommando und Wirtschaftskammer Oberösterreich werden Partner

Mit Unterschrift und Handschlag wurde am 29. Juni 2009 in Linz die Partnerschaft zwischen dem Militärkommando und der Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKO) besiegelt und damit die schon seit 1988 bestehende enge Verbindung der Wirtschaftskammer Oberösterreich mit militärischen Verbänden erheblich vertieft. Der Militärkommandant von Oberösterreich, Generalmajor Mag. Kurt Raffetseder, und der Präsident der Wirtschaftskammer Oberösterreich, Dr. Rudolf Trauner, bekräftigten hiebei das Miteinander beider Organisationen für die Erhaltung der Sicherheit und der wirtschaftlichen Prosperität im Dienste des Landes.

Konkret vereinbart wurden die Einbindung der Wirtschaftskammer Oberösterreich in Anliegen von Firmen und Betrieben, die Ableistung des Präsenzdienstes von Mitarbeitern betreffend sowie die Einbindung in den "Firmenpool" des Bundesheeres. Dieser stellt Unternehmen nach der Ableistung einer bestimmten Verpflichtungszeit beim Bundesheer ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung und sorgt für die Finanzierung der Ausbildung dieser Personen.

-Oberst Alexander Barthou-

Österreich: Ausstellung Napoleon am Pass Lueg

Eine seit 16. Mai 2009 in Golling an der Salzach (Salzburg) laufende Ausstellung Napoleon am Pass Lueg - Widerstand anno 1809 behandelt primär den militärischen Teil der Kämpfe um die Salzburger Gebirgspässe 1809. Gezeigt werden viele Originalwaffen, Uniform- und Ausrüstungsteile dieser Zeit, Landkarten sowie Zinnfigurendioramen und ausgewählte schriftliche Quellen. Die Darstellung ist zeitgemäß und kompakt und gibt dem Besucher einen ausgezeichneten Überblick über das Geschehen.

Militärisch waren die Salzburger Gebirgspässe 1809 ein Nebenkriegsschauplatz. Der Einsatz des Landesaufgebotes zur Verteidigung der Eingänge in das "Inner Gebirg" und die kriegsbedingten Leiden der Zivilbevölkerung wurden aber zu einem wesentlichen Faktor der Identitätsfindung in dem früher selbstständigen Erzstift bzw. späteren Kurfürstentum (1803 bis 1805) Salzburg. Dieses wurde damals für wenige Jahre österreichisch, 1809 von den Franzosen besetzt und 1810 an Bayern abgetreten. Erst nach den Wirren der Napoleonischen Kriege kam Salzburg 1816 endgültig zu Österreich.

Die Ausstellung wird auch 2010 von Mai bis Oktober geöffnet sein.

-red-

Österreich: Schulprojekt Pyhrnpass

Der Pyhrnpass verbindet Oberösterreich und die Obersteiermark. Während des Juliputsches der Nationalsozialisten war es am 26. Juli 1934 an diesem Pass zu einem Gefecht zwischen Soldaten des Bundesheeres der Ersten Republik und Putschisten gekommen. Im Zusammenhang mit diesem Gefecht und dessen Opfern - gleichsam als Zeitgeschichte zum Anfassen - führte die 5. C-Klasse des Stainacher Bundesgymnasiums/Bundesrealgymnasiums mit ihren Professoren MMag. Martin Parth (Hauptmann der Miliz) und Mag. Nicole Hecher unter der künstlerischen Begleitung des Bildhauers Max Egger ein besonderes Schulprojekt durch: Die Schüler arbeiteten im Zuge dieses Projektes historisch und künstlerisch die tragischen Geschehnisse rund um den Pyhrnpass während des Juliputsches der Nationalsozialisten 1934 in der Obersteiermark auf.

Ein von den Schülern errichtetes dreiteiliges Mahnmal erinnert nun an die sieben Toten des dortigen Gefechtes. Drei unterschiedlich hohe Lärchenstämme mit kugelförmigen Stacheldrahtkronen stehen dabei für die im Jahre 1934 eskalierende politische Gewalt und den aufkommenden Faschismus, die zu den unheilvollen Ereignissen des Bürgerkriegsjahres führten.

Das Mahnmal für alle Opfer des 26. Juli 1934 am Pyhrnpass wurde am 3. Juli 2009 enthüllt. Es befindet sich unweit der Passhöhe und des Gedenksteines für den im Assistenzeinsatz gefallenen Major des Bundesheeres Johann Charwat und erinnert mit seiner Inschrift "Post cineres silet ira" ("Über den Gräbern schweigt der Hass") an die dort ums Leben gekommenen (unbeteiligten) Zivilisten, die dort gefallenen Soldaten des Bundesheeres der Ersten Republik sowie an den dort getöteten Aufständischen.

Bei der Enthüllungsfeier auf der Passhöhe gedachten die Bürgermeister der Gemeinden Spital am Pyhrn und Liezen dieses Ereignisses. Der Grundtenor aller Reden war das "Nie wieder!" sowie die Besinnung auf ein Leben in Freiheit und Sicherheit in einem gemeinsamen Europa der Nationen. Daraufhin enthüllten Nachfahren der Getöteten gemeinsam die Schrifttafeln am Mahnmal. Das Österreichische Bundesheer (dem die das Heer der Ersten Republik betreffende Traditionspflege erlassmäßig übertragen ist) war durch eine Delegation vertreten, ebenso der örtliche Kameradschaftsbund und der Kriegsopferverband.

-Oberst Alexander Barthou-

Österreich: Absage an "Super-Geheimdienst"

Verteidigungsminister Mag. Norbert Darabos erteilte am 21. Juli 2009 der von Teilen der Opposition geforderten Zusammenlegung der Nachrichtendienste in Österreich eine Absage: Ein "Super-Geheimdienst" wie in Zeiten des Kalten Krieges sei für Österreich nicht wünschenswert, eine Machtkonzentration und ein Schritt in die Vergangenheit.

Die Trennung zwischen zivilen und militärischen Nachrichtendiensten ist international üblich. Die beiden militärischen Heeresnachrichtendienste Österreichs haben klare gesetzlich geregelte Befugnisse und Aufgaben:

Das Heeresnachrichtenamt ist der (einzige) strategische Auslandsnachrichtendienst Österreichs und damit Teil des "sicherheitspolitischen Frühwarnsystems". Das Amt beschafft Informationen über sicherheitspolitisch relevante Regionen, Länder und Organisationen. Aus diesen Informationen verfassen Experten ein Lagebild. Über die gewonnenen Erkenntnisse informiert das Amt u. a. das Verteidigungsministerium, das Außenministerium sowie die Bundesregierung.

Das Abwehramt ist hingegen der Nachrichtendienst des Heeres für das Inland und sorgt für den Eigenschutz des Bundesheeres. Das bedeutet, es verhindert (nachrichtendienstliche) Angriffe auf Soldaten, militärische Einrichtungen und auf die militärische Sicherheit in Österreich. Zusätzlich übernimmt es den Schutz besonders gefährdeter Personen und geheimer Informationen.

Detailliertes Wissen über mögliche Bedrohungen ist eine Voraussetzung, um einen möglichen Schaden für Österreich und seine Bürger zu verhindern. Die beiden Nachrichtendienste des Bundesheeres tragen viel dazu bei, dieses Wissen laufend zu erweitern.

-red-

Österreich: Katastrophenschutzpaket vor Beschaffung

Um auch in Zukunft Schutz und Hilfe - vor allem bei Katastrophen im Inland - leisten zu können, wurde im Juli 2009 die Beschaffung eines Katastrophenschutzpaketes eingeleitet. Dieses besteht aus - Pioniergerät wie Baggerladern, schweren Pioniermaschinen und sonstigem Pioniergerät, verwendbar vor allem zur Beseitigung von Verklausungen, Schlamm oder Geröll (Kosten ca. vier Millionen Euro), - medizinischen Geräten, darunter Geräte für ambulante und stationäre Versorgung (ca. vier Millionen Euro), - einem Notfallcontainer für Krankentransporte für das Transportflugzeug C-130 "Hercules" (ca. eine Million Euro), - 15 Allschutztransportfahrzeugen mit Spezial- sowie Notfallausstattung für ABC-Einheiten zum Einsatz bei nuklearen, biologischen und chemischen Unfällen und Katastrophen (ca. sechs Millionen Euro) und - Arbeits- und Pionierbooten mit Jet-Antrieb u. a. für rasche Evakuierungen bei Überschwemmungen (ca. zwei Millionen Euro).

-red-

Österreich: Letzte "Jet Ranger"-Landung

Der letzte Flug einer Agusta-Bell 206 "Jet Ranger" des Österreichischen Bundesheeres erfolgte am 21. Juli 2009. Der Hubschrauber mit der Kennung 3C-JD setzte um 1020 Uhr am Fliegerhorst Hinterstoisser (Zeltweg) auf und wurde anschließend der Militärluftfahrtausstellung in Zeltweg übergeben.

Die zwölf "Jet Ranger" der Österreichischen Luftstreitkräfte waren am Fliegerhorst Brumovsky in Langenlebarn (Niederösterreich) stationiert. Die Hubschrauber befanden sich insgesamt über 100 000 Flugstunden im Einsatz und dienten in ihren 40 "Dienstjahren" als leichte Verbindungs- und Schulungshubschrauber. Auf ihnen erhielten ca. 250 Hubschrauberpiloten des Österreichischen Bundesheeres ihre Pilotengrundausbildung.

Der in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als leichter Verbindungshubschrauber für die U.S. Army entwickelte Hubschraubertyp war robust und leicht zu fliegen. Über 8 000 davon wurden bei Bell in den Vereinigten Staaten und (in Lizenz) bei Agusta in Italien gefertigt.

Ein adäquates Nachfolgemodell ist nicht in Sicht. Die Pilotengrundausbildung der Hubschrauberpiloten erfolgt derzeit auf den (noch älteren; Anm.) "Alouette" III.

-Vizeleutnant Franz Brunner-

China/Russland

: Gemeinsame Militärübung China und Russland hielten Ende Juli 2009 im Grenzgebiet der beiden Staaten (im Raum Chabarowsk, Russland, und im Raum Baicheng, China) eine gemeinsame Militärübung mit insgesamt ca. 2 600 Soldaten, ca. 100 Panzern und ca. 60 Luftfahrzeugen ab.

Die Übung "Friedensmission 2009" stand im Zeichen des Kampfes gegen den Terrorismus sowie des Einsatzes bei ethnischen Spannungen und sollte u. a. zeigen, dass Russland und China über die Ressourcen verfügen, um in dieser Region für Sicherheit und Stabilität zu sorgen.

-red-

USA: 22 000 Soldaten mehr

Der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, Robert Gates, gab am 20. Juli 2009 auf einer Pressekonferenz in Washington die Aufstockung der US-Streitkräfte um ca. 22 000 Soldaten bekannt. Verteidigungsminister Gates begründete diese Aufstockung u. a. mit den laufenden Einsätzen in Afghanistan und im Irak sowie mit der politischen Lage in Pakistan. Derzeit verfügen die Streitkräfte der Vereinigten Staaten über rund 547 000 Soldaten.

-red-


Verbesserungen für Soldaten:

Mit dem am 10. Juli 2009 im Parlament vorgestellten Wehrrechtsänderungsgesetz 2009 soll u. a. der Antritt des Grundwehrdienstes aufgeschoben werden können, "wenn eine Einberufung für den Betroffenen aufgrund einer begonnenen weiterführenden Ausbildung eine besondere Härte bedeutet." Auch eine umfassendere soziale Betreuung für Soldaten und deren Angehörige ist vorgesehen.

Neu - Heereslogistikschule:

Die Heeresversorgungsschule des Österreichischen Bundesheeres heißt seit dem 2. Juli 2009 Heereslogistikschule. Die Schule wurde modernisiert und teilweise umgegliedert, befindet sich aber weiterhin in der Vega-Payer-Weyprecht-Kaserne in Wien. An der Logistikschule finden pro Jahr ca. 600 Lehrgänge mit insgesamt ca. 6 000 Lehrgangsteilnehmern statt.

Über 1 000 Eurofighter-Flugstunden:

Bereits am 16. Juli 2009 hat einer der österreichischen Abfangjäger Eurofighter "Typhoon" während einer Abfangübung die tausendste Eurofighter-Flugstunde in Österreich absolviert. Seit der Einführung der Eurofighter "Typhoon" erfüllen diese die in sie gesetzten Erwartungen und tragen zum Schutz der Bevölkerung sowie zur Sicherheit im österreichischen Luftraum bei.

Weiterbau der F-22 fraglich:

Der amerikanische Senat hat am 21. Juli 2009 das Budget dür den Bau weiterer F-22 (Jagdflugzeuge mit Stealth-Eigenschaften) gestrichen. Das Repräsentantenhaus hat sich allerdings bereits für die Weiterführung der Produktion dieses Flugzeuges entschieden. Die Kritiker der F-22 Jagdflugzeuge halten diese für zu teuer im Betrieb und für ein Relikt aus dem Kalten Krieg.

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