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Die Heimwehr

Die junge Republik Österreich war nach dem Ersten Weltkrieg nicht fähig und anfangs auch nicht willens, ein staatliches Gewaltmonopol für die Bereiche Äußere und Innere Sicherheit durchzusetzen. Das ermöglichte die Gründung mehrerer rivalisierender paramilitärischer Gruppen - personell um ein Vielfaches stärker als das Bundesheer der Ersten Republik. Eine der größten davon war die bürgerlich-nationale Heimwehr (Heimatschutz).

Die junge Republik (Deutsch-)Österreich übernahm 1918 ein schweres politisches und wirtschaftliches Erbe: Der Erste Weltkrieg war verloren und die österreichisch-ungarische Monarchie zerfallen. Darüber hinaus musste sich das Land gegen Gebietsansprüche der neuen Nachbarn verteidigen (Südsteiermark, "Kärntner Abwehrkampf"). Auch der endgültige Friedensschluss (Staatsvertrag von St. Germain-en-Laye) im Herbst 1919 erwies sich aufgrund seiner harten Bedingungen - von Gebietsverlusten bis zu den massiven Eingriffen in die staatliche Souveränität (z. B. bei der Stärke der Streitkräfte) - als äußerst belastend.

Die häufigen Eruptionen innenpolitischer Gewalt ließen das neue Staatswesen niemals gänzlich zur Ruhe kommen. Die Höhepunkte dieser politischen Gewaltausbrüche waren

  • Putschversuche (1918/19 der extremen Linken und 1931 der steirischen Heimwehr),
  • Straßenschlachten (Brand des Justizpalastes 1927) und
  • Bürgerkrieg (Februar und Juli 1934).

Der Verlust bzw. die Aufgabe des staatlichen Gewaltmonopols erwies sich dabei als besonders gefährlich. Die nach Kriegsende entstandenen "Wehrverbände" der politischen Lager verfügten über ein Vielfaches der Bewaffneten des Bundesheeres mit seinen im Vertrag von St. Germain erlaubten 30 000 Mann (die niemals erreicht wurden) und der Exekutive (Sicherheitswache/Polizei, Gendarmerie, Zollwache). Sowohl die Heimwehren wie auch der Republikanische Schutzbund erreichten nach Schätzungen Personalstärken jenseits der 100 000 Mann.

Die Erlebnisse der Menschen im Ersten Weltkrieg hatten zu einem dramatischen Sinken der Gewaltschwelle geführt. Die politischen Lager konnten auf militärisch ausgebildete Männer mit Kriegserfahrung zurückgreifen - und sich abertausende Infanteriewaffen aus Kriegsbeständen aneignen, vor allem Pistolen, Repetiergewehre, Maschinengewehre und Handgranaten. Ehemalige Frontsoldaten gaben in den Wehrverbänden ihr Wissen an den Nachwuchs weiter, der mit der Gewalt auf der Straße und dem Hass auf politisch Andersdenkende aufwuchs.

Beide bestimmenden politischen Lager besaßen, wie bereits erwähnt, eigene Wehrverbände. Die Sozialdemokraten verfügten mit dem "Republikanischen Schutzbund" über einen einheitlichen, straff organisierten Wehrverband unter dem Befehl der Parteileitung und mit einer einheitlichen Ideologie. Im zersplitterten bürgerlich-nationalen Lager existierte hingegen eine Reihe von Verbänden, deren bedeutendste die uniformierten Heimwehren (auch Heimatschutz) waren. Obwohl sich der Begriff Heimwehr - als Einzahlwort - eingebürgert hat, existierten de facto mehrere Heimwehren, die unter keinem einheitlichen Kommando standen und oft auch nicht dieselben politischen Ziele verfolgten - diese reichten von monarchistisch über christlichsozial bis in das rechtsextreme Spektrum.

Die Aktivität der Wehrverbände beschränkte sich nicht nur auf Paraden, Versammlungen und paramilitärische Ausbildung. Das Hauptaufmarschgebiet blieb "die Straße", wenn möglich eine solche, die ein anderes politisches Lager für sich reklamierte. Die politischen Lager setzten so ihre Gegner gezielt unter Druck, um politische Forderungen durchzubringen. Dabei bildete sich folgendes Muster heraus: Eine Seite marschierte mehr oder weniger provokant auf ("Macht der Straße"). Die andere nahm die "Herausforderung" an und führte einen Gegenaufmarsch durch. Die logische Folge war der Zusammenstoß - nicht selten mit Verletzten und Toten. Die Exekutive erwies sich dabei als zu schwach, aber oft auch als zu parteiisch, um als neutraler Dritter die Streitparteien zu trennen. Ebenfalls beliebt war die Störung von Versammlungen des Gegners.

Nach 1920 wurde es etwas ruhiger, doch ab der zweiten Hälfte der "Zwanziger Jahre" nahm die politisch motivierte Gewalt wieder drastisch zu und gipfelte in den Bürgerkriegen des Jahres 1934. Bis zum Februar 1934 zählte man über 250 Tote und rund 650 Verletzte als Opfer politischer Auseinandersetzungen.

"Auf dem Hut die Spielhahnfeder …"

Anfangs trugen die Heimatschützer meist uneinheitliche Zivilkleidung. Dazu kamen Armbinden mit verschiedenen Funktionsabzeichen auf Stoffrauten. Erst später setzte sich eine einheitliche Bekleidung durch: grüne Windjacken mit einem schwarzen Lederriemen sowie die markanten Hüte und Kappen mit den Hahnenfedern (Spielhahnstoß genannt, daher der Spitzname "Hahnenschwanzler"). Anstelle der Hüte und Kappen wurden zu besonderen Anlässen (z. B. Angelobungen) auch Stahlhelme getragen.

Ein eigenes Heimwehr-Lied existierte nicht, oft wurde aber zur Melodie von "Vom Barette schwankt die Feder" ein Text gesungen, der auf die Hahnenfedern, die grünen Windjacken und den Bundesführer Starhemberg Bezug nahm: "Auf dem Hut die Spielhahnfeder, grün der Rock und deutsch der Mut. Für die Heimat kämpft ein jeder: Österreich mit Gut und Blut. Starhemberg führt das Werk und wir wollen folgen!" Die politischen Gegner spotteten hingegen: "Hahnenschwanzler, Hahnenschwanzler, bist ein armer Tropf! Was der Hahn am Hintern hat, trägst du stolz am Kopf!"

Einfluss aus Bayern

Nach dem Ersten Weltkrieg errichteten bäuerliche und bürgerliche Gruppen Selbstschutzverbände (primär gegen Plünderungen und Beschlagnahmungen). In den von außen bedrohten Gebieten Österreichs (Kärnten, Steiermark) und im (späteren) Burgenland entstanden so mehrere bewaffnete Verbände, die den Staat bei der Abwehr der Aggressoren unterstützten.

Nach dem gewaltsamen Ende der linksextremen Räteregierung in Bayern Anfang 1919 traten die bayerischen "Einwohnerwehren" mit den verstreuten, aber damals noch unbedeutenden Heimwehren in Österreich in Kontakt. Eine Räteregierung, wie sie in Ungarn bis zum Sommer 1919 regierte, galt es unbedingt zu verhindern. Die in der "Organisation Escherich" (ORGESCH) - benannt nach ihrem Führer Dr. Georg Escherich - zusammengefassten deutschlandweit agierenden Verbände unterstützten durch eine Unterorganisation "Organisation Kanzler" (ORKA) von Rosenheim aus österreichische Heimwehrverbände mit Geld und geschmuggelten Infanteriewaffen.

Nach dem Ende der Räteregierung in Budapest im Sommer 1919 richtete sich der Fokus auf die Innenpolitik und damit gegen die Sozialdemokraten (Sozialdemokratische Arbeiterpartei - SDAP), die im Aufbau begriffenen Arbeiterwehren und die Volkswehr (als erste reguläre Streitkraft der Republik), die als sozialdemokratisch dominiert galt. Mit den aus Bayern unterstützten Heimwehren versuchten Teile des bürgerlich-nationalen Lagers eine Art Gegenpol zur Volkswehr zu schaffen. Die "Umpolitisierung" der Volkswehr durch Heeresminister Carl Vaugoin nach 1920 - statt sozialdemokratisch nun konservativ bzw. christlichsozial - machte dies aber obsolet.

Der bayerische Einfluss reichte bis in die Landesregierungen und dauerte bis Anfang 1923. Teile der Christlichsozialen Partei wehrten sich jedenfalls gegen den Einfluss der "Organisation Escherich". Beim oberösterreichischen Landeshauptmann Prälat Johann N. Hauser, aber auch beim christlichsozialen Arbeiterführer Leopold Kunschak stieß die Heimwehr auf erbitterten Widerstand. Erst die durch die Westmächte erzwungene Auflösung der bayerischen "Einwohnerwehren" beendete den bayerischen Einfluss auf die österreichischen Heimwehren.

Niedergang …

Nach dem Ende des bayerischen Einflusses schlossen sich die Verbände Vorarlbergs, Tirols, Salzburgs, Oberösterreichs und Kärntens zu einer losen landesweiten Organisation zusammen, dem "Alpenklub". Die Heimwehren Wiens, der Steiermark, Niederösterreichs und des Burgenlandes traten diesem jedoch nicht bei. Den mäßig einflussreichen Vorsitz des Alpenklubs übernahm der Tiroler Rechtsanwalt und christlichsoziale Politiker Dr. Richard Steidle. Eine bundesweite Führung blieb aber weiterhin unmöglich, weil sich die Landesverbände keiner Zentralgewalt unterordnen wollten.

Die Heimwehren litten an unaufhörlichen internen Streitereien, Abspaltungen und Geldsorgen. Selbst der Bundeskanzler, Prälat Ignaz Seipel, der die Heimwehren als Gegenpol zur Sozialdemokratie aufbauen wollte, lehnte Steidles aggressive, antidemokratische Polemik ab. Seipel erreichte u. a., dass der Industriellenverband die Zahlungen an den Heimatschutz einstellte.

Aufgrund der leichten Verbesserung der Wirtschaftslage zwischen 1922 und 1927 (den Jahren nach der galoppierenden Inflation) sank das Interesse an den Wehrverbänden. Die politische Situation in Österreich festigte sich und weder ein gewaltsamer Umsturz noch ein Grenzkonflikt waren zu befürchten. Das Feindbild "Sozialdemokraten" verlor bei den konservativen Gruppierungen an Schärfe. Die Heimwehr habe damals ein kümmerliches Dasein in Winkeln und Wirtshäusern gefristet, spottete später der Sozialdemokrat Otto Leichter.

… und erneuter Aufschwung

Dass die Heimwehr damals nicht in die politische Bedeutungslosigkeit abrutschte, verdankte sie ausgerechnet ihren politischen Gegnern: Die Sozialdemokratische Partei hatte am 3. November 1926 in Linz ein neues Programm ("Linzer Programm") mit sozialrevolutionären Zügen verabschiedet. Das bot dem Heimatschutz die Chance, sich erneut zu positionieren. Der aus dem Zusammenhang gerissene Satz Otto Bauers "Ziel ist die Diktatur des Proletariats" ("Neue Freie Presse" vom 12. Juli 1926) wurde als "Aufruf zum Klassenkampf" (um)gedeutet und mit dem "Linzer Programm" - das diesen Satz gar nicht beinhaltete - in Verbindung gebracht. Im November 1926 entstand aus dem "Alpenklub" der "Bund der alpenländischen Selbstschutzverbände", der sich in der Öffentlichkeit stark exponierte - und die Reihen der Heimwehren füllten sich wieder. Die Aussagen Otto Bauers hatten dem Heimatschutz die Chance geboten, erneut politische Bedeutung zu erlangen.

Im Folgejahr verschärfte ein Ereignis die politische Situation erheblich: der Brand des Justizpalastes (15. Juli 1927). Beim Zusammenstoß zwischen Frontkämpfern und dem Schutzbund im burgenländischen Schattendorf am 30. Jänner 1927 hatten Schüsse einen invaliden Schutzbündler und ein Kind getötet. Nach dem Freispruch der angeklagten Frontkämpfer war es in der Wiener Innenstadt zu Massenprotesten und in deren Folge zu Straßenschlachten gekommen. Der Justizpalast wurde gestürmt und angezündet, die Polizei schoss in die Menge. 94 Tote und über 1 000 Verletzte waren zu beklagen. Die Sozialdemokraten erklärten daraufhin den Polizeipräsidenten von Wien, Johannes Schober, zu ihrem "Todfeind", während dieser von den Heimatschützern als "Held" verehrt wurde.

Der von den sozialdemokratisch dominierten Gewerkschaften ausgerufene Generalstreik musste abgebrochen werden. In vielen Teilen Österreichs marschierten die Heimwehren auf und positionierten sich als "Garanten von Recht und Ordnung". Die Sozialdemokratie erlitt eine verheerende Niederlage und musste sich vom Mythos ihrer "Macht auf der Straße" verabschieden. Das Prestige des Heimatschutzes stieg hingegen enorm. Die Finanzierung durch die Industrie lebte wieder auf und auch die Heimatschutzverbände Wiens, Niederösterreichs und des Burgenlandes traten nun dem "Bund der alpenländischen Selbstschutzverbände" bei.

Die bürgerlichen und national gesinnten Kreise schienen nun geschlossen hinter den Heimwehren zu stehen. Doch die Führung der Heimwehren um Richard Steidle täuschte sich, wenn sie dies glaubte. Vor allem der christlichsoziale Landesparteiobmann von Oberösterreich Dr. Josef Aigner und der Arbeiterführer Leopold Kunschak lehnten den Heimatschutz weiterhin vehement ab.

Überheblichkeit und Machtverlust

Immer deutlicher propagierten die nun zunehmend selbstbewusster werdenden Heimwehrführer den Kampf gegen "die Linke" und auch gegen das parlamentarische System an sich. Der Heimatschutz versuchte darüber hinaus, in den primär sozialdemokratischen Wählerbereich, die Arbeiterschaft, einzudringen. Mit Unterstützung industrieller Kreise (v. a. der "Alpine-Montan-Gesellschaft") wurden "Unabhängige Gewerkschaften" gegründet und Industriearbeiter genötigt, diesen Gewerkschaften beizutreten. Auch zahllose Arbeitslose strömten den Heimwehren zu - die Weltwirtschaftskrise traf auch Österreich immer stärker - und aus dem faschistischen Italien sowie aus Ungarn erhielt der Heimatschutz große Geldsummen.

Zur Spitze der Organisation rückte neben Richard Steidle nun auch der Judenburger Rechtsanwalt Dr. Walter Pfrimer auf. Die öffentlichen Konfrontationen mit dem Schutzbund nahmen zu und erreichten bei einem Aufmarsch am 7. Oktober 1929 in Wiener Neustadt einen Höhepunkt. Nur das massive Aufgebot an Polizei und Bundesheer verhinderte einen bewaffneten Zusammenstoß mit dem Schutzbund, der einen Gegenaufmarsch durchführte.

Von Regierungsseite verstärkte sich aber nun der Widerstand gegen die Heimwehr und ihre Ansprüche. Dazu nahm auch der niederösterreichische Bauernbund stärker Front gegen die aufstrebende Bewegung ein. Selbst der als "Freund" des Heimatschutzes geltende nunmehrige Bundeskanzler Johannes Schober enttäuschte die ihn verehrenden Heimwehrmitglieder. Schober lehnte den von den Heimwehren geforderten Staatsstreich strikt ab und die von ihren Führern aufgestachelten "Hahnenschwanzler" (siehe Kasten "Auf dem Hut die Spielhahnfeder …") sahen sich in ihren Hoffnungen getäuscht. Die 1929 beschlossene Verfassungsreform, die dem Bundespräsidenten erweiterte Rechte einräumte, entsprach ebenfalls nicht den Vorstellungen der Heimwehren, die einen Staat mit autoritärer Führung verlangten. Das verstärkte die antidemokratische Haltung des Heimatschutzes.

Der Korneuburger Eid

Bei einer Generalversammlung des niederösterreichischen Heimatschutzes am 18. Mai 1930 in Korneuburg kam es zu einem folgenschweren Ereignis: Die Bundesführer der Heimwehren, Steidle und Pfrimer, versuchten, den niederösterreichischen Heimwehrführer (und späteren Bundeskanzler) Ing. Julius Raab zu zwingen, sich zwischen Partei und Heimwehr zu entscheiden. Steidle richtete auf dem Podium das Wort an Raab und forderte ihn ultimativ zu einer Entscheidung auf: "… Wollen Sie wie bisher auf dem Standpunkt stehen, nichts als ein Antreiber der Parteien zu sein, oder wollen Sie sich, um ein Schlagwort zu gebrauchen, für das faschistische System erklären? …". Daraufhin zog Steidle ein Papier aus der Tasche, verlas eine programmatische Erklärung und schwor die Anwesenden darauf ein (siehe Kasten rechts).

Alle anwesenden Führer - auch der überrumpelte Raab - leisteten diesen Eid, der die "westliche Demokratie" und den "Parteienstaat" verwarf, den Marxismus ebenso ablehnte wie die "liberalistisch-kapitalistische Wirtschaftsgestaltung" und der einen "Volksstaat der Heimwehren" forderte. Ziel war die Machtergreifung und die Umgestaltung Österreichs in einen autoritären Staat. Damit rückten bei den Heimwehren das Führerprinzip und die Idee des Ständestaates in den Vordergrund.

Der Eid im Wortlaut:

"Wir wollen Österreich von Grund aus erneuern!

Wir wollen den Volksstaat des Heimatschutzes.

Wir fordern von jedem Kameraden den unverzagten Glauben ans Vaterland, den rastlosen Eifer der Mitarbeit und die leidenschaftliche Liebe zur Heimat.

Wir wollen nach der Macht im Staate greifen und zum Wohl des gesamten Volkes Staat und Wirtschaft neu ordnen.

Wir müssen den eigenen Vorteil vergessen, müssen alle Bindungen und Forderungen der Parteien unserem Kampfziele unbedingt unterordnen, da wir der Gemeinschaft des deutschen Volkes dienen wollen!

Wir verwerfen den westlichen demokratischen Parlamentarismus und den Parteienstaat!

Wir wollen an seine Stelle die Selbstverwaltung der Stände setzen und eine starke Staatsführung, die nicht aus Parteienvertretern, sondern aus den führenden Personen der großen Stände und aus den fähigsten und den bewährtesten Männern unserer Volksbewegung gebildet wird.

Wir kämpfen gegen die Zersetzung unseres Volkes durch den marxistischen Klassenkampf und liberal-kapitalistische Wirtschaftsgestaltung.

Wir wollen auf berufsständischer Grundlage die Selbstverwaltung der Wirtschaft verwirklichen. Wir werden den Klassenkampf überwinden, die soziale Würde und Gerechtigkeit herstellen. Wir wollen durch eine bodenstarke und gemeinnützige Wirtschaft den Wohlstand unseres Volkes heben.

Der Staat ist die Verkörperung des Volksganzen, seine Macht und Führung wacht darüber, dass die Stände den Notwendigkeiten der Volksgemeinschaft eingeordnet bleiben.

Jeder Kamerad fühle und bekenne sich als Träger der neuen deutschen Staatsgesinnung, er sei bereit Gut und Blut einzusetzen, er kenne drei Gewalten: den Gottglauben, seinen eigenen harten Willen und das Wort seiner Führer."

Regierungsbeteiligung und Spaltung

Bundeskanzler Johannes Schober und Außenminister Ignaz Seipel versuchten daraufhin, über einen "Newcomer" aus Oberösterreich, Ernst Rüdiger (Fürst von) Starhemberg, mehr Einfluss auf den Heimatschutz zu erlangen. Die Gelder des Industriellenverbandes flossen nun auf die Konten Starhembergs, anstatt auf die der Bundesführung. Dem jungen Starhemberg gelang es am 2. September 1930, zum "Bundesführer" gewählt zu werden - jedoch um den Preis der Düpierung des alten Bundesvorstands, dem er Korruption vorwarf. Dies vertiefte die Gräben zwischen den Landesorganisationen, förderte jedoch Starhembergs Aufstieg.

Bundeskanzler Schober mutierte immer deutlicher zum Heimwehrgegner und ging nun bis zu seinem Sturz im Herbst 1930 offensiv gegen die Heimwehr vor. Sein Nachfolger Carl Vaugoin (vormals Heeresminister) band hingegen die Heimwehr in sein neues Kabinett ein. Starhemberg wurde Innenminister und der spätere nationalsozialistische Staatssekretär Franz Hueber Justizminister. Doch erwiesen sich beide als zu unerfahren und heillos überfordert. Der Regierungseintritt der Heimwehr endete deshalb in einem Fiasko. Wie zuvor Schober, schenkte auch Vaugoin Putschplänen kein Gehör.

An den 1930 stattfindenden Wahlen nahmen die Heimwehren de facto als Partei ("Heimatblock") teil. Heimwehrführer, die jahrelang gegen die Demokratie und ihre Vertreter ("Bonzentum") gehetzt hatten, mussten nun als Partei in einen Wahlkampf ziehen! Ebenso wie die Regierungsbeteiligung verlief der Wahlkampf aufgrund unklarer Wahllisten und verschiedener Bündnisse mit den Christlichsozialen in den Bundesländern etwas chaotisch. Dennoch wurden acht Mandate erobert, jedoch auf Kosten der Partei Vaugoins, die zwölf Mandate verlor. Die Sozialdemokraten triumphierten und das Kabinett Vaugoin war Geschichte.

Innerhalb des Heimatblocks brachen daraufhin Grabenkämpfe aus, in denen sich Starhemberg gegen seine innerparteilichen Konkurrenten Steidle und Pfrimer durchsetzte. Der Heimatblock stand kurz nach der Wahl vor dem Bankrott und der Wiener Heimatschutz unter Emil Fey trennte sich wieder von der Bundesführung. Der Industriellenverband drehte den Geldhahn zu und bei der Landtagswahl 1930 in Oberösterreich setzte es für die Heimwehren eine herbe Niederlage. Starhemberg nahm sich eine Auszeit von der Führung, um seine Güter zu sanieren, die sich im Ausgleich befanden.

Der Heimatschutz befand sich in Agonie und die "Arbeiterzeitung" spottete "… zerzaust liegt der Hahnenschwanz an der Stätte, aus der er sich einst erhob, auf dem Misthaufen der Geschichte …". Doch diese Häme war voreilig … Exkurs - Ernst Rüdiger (Fürst von) Starhemberg:

Neben Dr. Richard Steidle und Dr. Walter Pfrimer rückte 1927 ein junger, charismatischer Oberösterreicher in die Führungsriege des Heimatschutzes auf, der 1899 in Eferding (Oberösterreich) geborene Ernst Rüdiger (Fürst von) Starhemberg. Dieser kam nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg während des Studiums in Innsbruck über eine deutschnationale schlagende Burschenschaft mit der extremen politischen Rechten in Kontakt. Starhemberg nahm an den Kämpfen in Oberschlesien sowie am "Hitlerputsch" in München 1923 teil und half in Tirol beim Aufbau der Heimwehren. Danach zog sich Starhemberg mehrere Jahre aus der Politik zurück.

Seine Rückkehr in die Politik erfolgte 1927 mit dem Aufbau der Heimwehren in Oberösterreich. Starhembergs politische Einstellung jedoch hatte sich geändert, er hatte dem Nationalsozialismus den Rücken gekehrt. Schnell entwickelte sich Starhemberg mit seiner pointierten, aber auch teils derben Rhetorik (Beschimpfungen politischer Gegner aber auch "christlichsozialer Freunde", darunter der oberösterreichische Landeshauptmann Dr. Josef Schlegl) zum gefragten Redner.

Am 13. Juli 1929 avancierte er zum Landesführer von Oberösterreich und stand damit gleichsam "in der ersten Reihe" des Heimatschutzes. Starhemberg setzte bedenkenlos sein Vermögen zur Ausrüstung von Heimwehrbataillonen ein, was sein Familiengut letztlich in den Ausgleich brachte. Er hatte gute Kontakte zum italienischen Diktator Benito Mussolini und zum autoritären Horthy-Regime in Ungarn.

Nach seinem erzwungenen Rückzug aus der Politik 1936 nahm Starhemberg nur mehr repräsentative Aufgaben für die "Vaterländische Front" wahr. 1938 emigrierte er als politischer Gegner des Anschlusses über die Schweiz nach Frankreich und diente ab 1940 als Freiwilliger in den französischen Luftstreitkräften (der "Forces Francaises Libres" von General Charles de Gaulle) in England und Französisch-Äquatorialafrika als Pilot. 1942 reiste Starhemberg zu seiner Familie nach Argentinien, wo er in der Landwirtschaft arbeitete. Nach dem Kriegseintritt Argentiniens 1945 wandte er sich nach Chile.

Auch im Nachkriegsösterreich war (das Thema) Starhemberg in der Politik präsent, dabei ging es vor allem um die Rückgabe seines von den Nazis beschlagnahmten Eigentums, was die SPÖ massiv ablehnte. Doch der Verfassungsgerichtshof hob die so genannte "Lex Starhemberg" (Personen, die "an der Zerstörung Österreichs teilgenommen haben", sollten kein Vermögen zurückerhalten) auf, ein Strafprozess wegen Hochverrates wurde eingestellt. Im Dezember 1955 kehrte Starhemberg nach Österreich zurück, erlitt in Schruns (Vorarlberg) einen Herzanfall und verstarb.

Der "Pfrimer-Putsch"

Die Heimwehrbewegung überstand die Miseren und Katastrophen und es gelang ihr, sich wieder in den politischen Mittelpunkt zu manövrieren. Als 1931 die "Österreichische Creditanstalt für Handel und Gewerbe" zusammenbrach und durch Staatsgelder gestützt werden musste, opponierte der Heimatschutz heftig gegen die Schuldigen sowie gegen die Regierung, die die Bank unterstützen musste. In dieser aufgeheizten Atmosphäre versuchte die steirische Heimwehr unter Walter Pfrimer - angeblich ohne Absprache mit Starhemberg - am 12. September 1931 einen bewaffneten Staatsstreich: den "Marsch auf Wien" nach dem Vorbild von Mussolinis "Marsch auf Rom".

Obgleich es den Putschisten gelang, Teile der Obersteiermark zu besetzen, scheiterte der Putsch, weil die anderen Landesverbände Pfrimer die Gefolgschaft verweigerten. Polizei und Bundesheer rückten aus - allerdings sehr gemächlich. Der Schutzbund bereitete sich auf die Verteidigung seiner Machtpositionen in den Industriegebieten vor.

Der "Operettenputsch" brach kläglich zusammen, der steirische Heimatschutz zog sich unbehelligt von der Staatsmacht zurück und Pfrimer floh nach Jugoslawien. Ein Gericht sprach die angeklagten Putschführer frei. Die steirische Heimwehr zerfiel und große Teile davon wanderten zu den Nationalsozialisten ab.

Die Heimwehr im Ständestaat

Mehreren innerhalb kürzester Zeit gescheiterten Regierungen war 1932 das Kabinett (des ehemaligen Landwirtschaftsministers) Dr. Engelbert Dollfuß gefolgt. Dieser hatte mit dem Heimatblock und dem Landbund eine neue Regierung gebildet. Die Heimwehren als "Zünglein an der Waage" drängten den neuen Bundeskanzler zu einem autoritären Kurs, den Dollfuß auch einschlug. Emil Fey von der Wiener Heimwehr wurde Sicherheitsminister und ging gegen Sozialdemokraten, Kommunisten und Nationalsozialisten gleichermaßen vor (Aufmarsch- und Versammlungsverbote).

Nach dem Ende des österreichischen Parlaments am 1. März 1933 diente der Regierung das "Kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz" von 1917 als formalrechtliche Basis weiteren Handelns. Die Kommunistische Partei und der Schutzbund wurden aufgelöst. Im Juni verbot die Regierung die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), die das Land - gestützt auf die Machtergreifung Hitlers im Deutschen Reich 1933 - mit einer Gewaltwelle überzog.

Außenpolitisch kam Hilfe für Österreich von seinem südlichen Nachbarn Italien. Doch Mussolini - und in seinem Kielwasser der Heimatschutz - forderten vehement eine autoritäre Regierung und ein energisches Vorgehen gegen die Sozialdemokraten und ihre Hochburg, das "Rote Wien". Bundeskanzler Dollfuß erfüllte nach einigem Zögern diese Forderung und verkündete bei seiner Rede zum "Deutschen Katholikentag" in Wien die Errichtung eines "sozialen, christlichen deutschen Staates Österreich auf ständischer Grundlage und starker autoritärer Führung".

Am 30. Mai erfolgte die Gründung einer österreichischen Einheitspartei der "Vaterländischen Front", in die Starhemberg die Heimwehren trotz heftiger Proteste überführte bzw. überführen wollte. Der Heimatblock wurde aufgelöst.

Gleichzeitig ging der Kanzler daran, die Sozialdemokraten immer mehr einzuschränken. Diese beließen es bei Drohungen, obwohl ihre "Arbeiterzeitung" bereits verboten worden war und Sicherheitsminister Fey systematisch nach Waffen des nun illegalen Schutzbundes suchen ließ. Eine Verhaftungswelle gegen führende Schutzbundfunktionäre setzte ein und beraubte den Wehrverband seiner besten Führungskräfte.

Die Heimwehr und der Februar 1934

Am 11. Februar 1934 verkündete Emil Fey, nunmehr Vizekanzler, bei einer Rede in Langenzersdorf: "Wir werden morgen an die Arbeit gehen und ganze Arbeit leisten!" Fey machte keine leeren Worte. Am nächsten Tag erfolgte eine Waffensuche im Linzer Parteisekretariat der Sozialdemokraten, dem "Hotel Schiff" an der Landstraße, wogegen der Schutzbund bewaffneten Widerstand leistete. Neben Wien, wo die heftigsten Kämpfe zwischen Polizei, Bundesheer und Heimwehr gegen den unterlegenen Schutzbund tobten, kam es in Linz, Steyr, St. Pölten, Wörgl und im obersteirischen Industriegebiet zu schweren Kämpfen. Der ausgerufene Generalstreik schlug fehl.

Als am 15. Februar die Waffen schwiegen, hatten die Kämpfe annähernd 1 600 Menschen das Leben gekostet. Dem stellvertretenden Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Otto Bauer und dem Schutzbundkommandanten Julius Deutsch war es gelungen zu fliehen. Die Regierung setzte Standgerichte gegen die gefangenen Schutzbundführer ein und verurteilte einige von ihnen zum Tode (u. a. den Arbeiterführer Kolomann Wallisch und den Floridsdorfer Feuerwehrkommandanten Ing. Georg Weissel). Zahlreiche Sozialdemokraten wurden verhaftet und auch in Anhaltelager verfrachtet. Alle Mandate der Sozialdemokraten verfielen, öffentliche Ämter wurden "umgefärbt" und Sozialdemokraten aus dem öffentlichen Dienst entlassen. Einige der so freigewordenen Posten übernahmen Heimatschutzmitglieder.

Die Heimwehren schienen nach dem Februar 1934 auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Am 1. Mai 1934 erließ die Regierung eine neue Verfassung, Fey jedoch musste seinen Platz als Vizekanzler für Starhemberg räumen.

Die Heimwehr im Juli 1934

Die Sozialdemokraten waren ausgeschaltet, doch die NSDAP und ihre bewaffneten Gruppen - SA (Sturmabteilung) und SS (Schutzstaffel) - bestanden weiter. Trotz harten Durchgreifens gelang es der Regierung nicht, die Nazis unter Kontrolle zu bringen, die erneut das Land mit Gewalt überzogen.

Am 25. Juli putschten die Nationalsozialisten zuerst in Wien gegen die Regierung. Illegale (Nationalsozialisten) besetzten den Sender der RAVAG (Radio Verkehrs Aktiengesellschaft, grob vergleichbar mit dem späteren Österreichischen Rundfunk - ORF), und als Bundesheersoldaten verkleidete SS-Männer nahmen Bundeskanzler Dollfuß im Kanzleramt gefangen. Dabei fielen vermutlich aus der Pistole des ehemaligen Bundesheersoldaten Planetta die Schüsse, die Engelbert Dollfuß töteten. Alarmeinheiten kämpften die Putschisten in der RAVAG nieder, am Abend gaben die Putschisten im Kanzleramt auf. Weil Dollfuß getötet worden war, verweigerte die Regierung den Aufständischen den garantierten Abzug. Otto Planetta und einige seiner Gefolgsleute endeten am Galgen. Auch in Kärnten und der Steiermark erhoben sich illegale Nazis. Vizekanzler Starhemberg, der gerade bei Mussolini in Rom weilte, erteilte von dort aus den Heimwehren den Einsatzbefehl und kehrte unverzüglich zurück. Der Heimatschutz und das Bundesheer schlugen den Aufstand im Süden nieder. In der Steiermark kämpften dabei regierungstreue Heimwehren gegen ehemalige Heimatschützer, die nun in der SA agierten. Hunderte illegale SA-Männer flohen nach Jugoslawien und am 28. Juli 1934 waren die Kämpfe beendet. Dollfuß-Nachfolger wurde jedoch nicht der Heimatschützer Vizekanzler Starhemberg, sondern der christlichsoziale Politiker Dr. Kurt Schuschnigg.

Höhepunkt und Ende

Nach dem Ende der Bürgerkriege strömten dem Heimatschutz zahllose Mitglieder zu. Finanziell schienen die schlechten Zeiten überwunden, immer mehr berufsspezifische Formationen der Heimwehren wurden gegründet, mit dem "Jungvaterland" sogar eine eigene Jugendorganisation. Die Integrierung der Heimwehr in die Vaterländische Front gelang allerdings nie - im Gegenteil. Ein Konflikt zwischen der Vaterländischen Front und den Heimwehren schaukelte sich auf, weil diese die Vaterländische Front als "Partei" ablehnten. Starhembergs Macht schwand, der Konflikt zwischen dem Heimatschutz und der nun in der Vaterländischen Front integrierten christlichsozialen Arbeiterschaft schwelte weiter.

Der Heimatschutz geriet gegenüber der energischen NSDAP immer mehr ins Hintertreffen, u. a. weil sich die wirtschaftliche Situation gegenüber dem Deutschen Reich kaum verbesserte.

Teile der Heimwehren opponierten heftig gegen die (Zwangs)Integration in die Vaterländische Front. Unmut und Aufstandsdrohungen gegen die Regierung Schuschnigg wurden laut, doch weder Starhemberg noch Fey wollten offensiv gegen die Regierung vorgehen, in der noch einige Heimatschützer saßen. Nach dem massiven Ausbau des Bundesheeres und der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht 1936 konnte die Regierung in sicherheitspolitischer Hinsicht auf die unangenehmen "Hahnenschwanzler" verzichten. Der führenden Heimwehrfunktionäre entledigte man sich, indem man Steidle als Gesandten nach Triest und Fey zur Donaudampfschifffahrtsgesellschaft abschob. Pfrimer arbeitete ohnedies längst mit den Nationalsozialisten zusammen.

Starhemberg manövrierte sich durch ein übertriebenes Glückwunschtelegramm an Mussolini selbst ins Out. Mussolinis Truppen hatten mit brutaler Gewalt Abessinien (heute Äthiopien) erobert und der Völkerbund hatte deshalb Sanktionen gegen den italienischen Diktator verhängt.

Im Oktober 1936 entfernte Bundeskanzler Schuschnigg weitere Heimwehrangehörige aus der Regierung und ließ die Heimwehren auflösen. Deren Mitglieder sollten in die neue "Frontmiliz" übergeführt werden. Übrig blieben nur einige Minister mit Heimwehrvergangenheit sowie "Heimwehrveteranenvereine".

Als Hitler im März 1938 in Österreich einmarschierte, befanden sich unter den neuen Repräsentanten eine stattliche Anzahl ehemaliger Heimatschützer (u. a. Franz Hueber als Staatssekretär und der spätere Chef des Reichssicherheitshauptamtes Dr. Ernst Kaltenbrunner). Fey beging Selbstmord, Starhemberg kehrte von einem Urlaub in der Schweiz nicht mehr zurück sondern ging nach kurzem Einsatz als französischer Pilot nach Südamerika ins Exil. Andere Heimwehrführer landeten in den Konzentrationslagern, Steidle starb 1940 in Dachau.

Die einfachen Heimwehrmitglieder teilten das Schicksal der anderen "Volksgenossen" - sie jubelten, kämpften und litten für "Führer, Volk und Vaterland". Viele davon starben. Und die, die überlebt hatten, wollten nach 1945 das Geschehene vergessen und begraben.

Nach 1945 gab es keine Wiedergeburt der Heimwehren. Die Erinnerung an sie spielte nur in der politischen Konfrontation eine Rolle: Zahlreiche Politiker der ÖVP hatten Wurzeln beim Heimatschutz, darunter Bundeskanzler Ing. Julius Raab. Auch die Unterrichtsminister Dr. Heinrich Drimmel und Dr. Theodor Piffl-Percevic wurden vom politischen Gegner regelmäßig an ihre Heimwehrvergangenheit erinnert. Die politischen Ideen der Heimwehren fanden in der Zweiten Republik ebenfalls keinen Widerhall. Selbst in der historischen Forschung blieb die Heimwehr bis heute ein Stiefkind.


Autor: Mag. Martin Prieschl, Jahrgang 1976. 2004 Wehrdienst im Panzergrenadierbataillon 13; Angehöriger des Milizbataillons Oberösterreich. Studium der Rechtswissenschaft und Geschichte an der Universität Salzburg. Abschluss in Geschichte 2003 mit Auszeichnung; Auszeichnung des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für die besten Studierenden 2003/2004; Ausbildung zum Archivar am Institut für Österreichische Geschichtsforschung und der Fachhochschule Potsdam (Archiv, Bibliothekswesen, Dokumentation); Dissertation an der Universität Wien. Nach dem Studium neben zahlreichen Publikationen u. a. Tätigkeiten im Verlagswesen; Hospitant im Kriegsarchiv, im Haus-, Hof- und Staatsarchiv und im Parlamentsarchiv sowie Koordinator und Mitgestalter der Ausstellung "Liberale Politik in Österreich" (Parlament, 2006). Seit 2007 Archivbeauftragter der Evangelischen Kirche (Augsburger und Helvetisches Bekenntnis) sowie Archivar der Diözesen Niederösterreich und Salzburg-Tirol. Seit 2009 Geschäftsführer der Firma HC-Archivtechnik.

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