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Jägerbataillon 23 (Hochgebirge)

Das gebirgsbewegliche Jägerbataillon 23 (Hochgebirge) ist eines der drei Hochgebirgsjägerbataillone der 6. Jägerbrigade (Gebirgsbrigade) des Bundesheeres und hat sich auf den Einsatz im Hochgebirge spezialisiert.

Das Jägerbataillon 23 (Hochgebirge - HGeb) ist auf zwei Garnisonen aufgeteilt. In der Garnison Bludesch (Bezirk Bludenz, Vorarlberg) in der Walgau-Kaserne befindet sich das Bataillonskommando (BKdo), die Stabskompanie (StbKp), die 1. Jägerkompanie (JgKp) und die Kampfunterstützungskompanie (KUKp). In der Garnison Landeck (Bezirk Landeck, Tirol) sind in der Pontlatz-Kaserne die 2. und 3. Jägerkompanie stationiert. Da der 6. Jägerbrigade kein eigenes Artillerie- und Aufklärungsbataillon zugeordnet ist, verfügt das Jägerbataillon 23, wie auch die anderen Hochgebirgsjägerbataillone, über eine eigene Kampfunterstützungskompanie.

Die Kernkompetenzen dieses Infanterieverbandes sind

  • die Hochgebirgsbeweglichkeit,
  • die langjährige Erfahrung im Gebirgseinsatz sowie
  • die Erprobung und Entwicklung von Ausrüstungsgegenständen für Einsätze im Gebirge.

Ausbildung

Derzeit stehen im Jägerbataillon 23 neun Heeresbergführer, 13 Heeresbergführergehilfen (davon drei in der Ausbildung zum Heeresbergführer) sowie 40 Heereshochalpinisten und 14 weitere Kadersoldaten in der Ausbildung zur Verfügung. Einige dieser Gebirgsspezialisten gehören außerdem dem Gebirgsausbildungskader des Österreichischen Bundesheeres an. Deshalb führt das Jägerbataillon 23 regelmäßig Heereshochalpinistenkurse, vor allem im Rätikon und in der Silvretta, sowie Gebirgskampfkurse in der Wattener Lizum, durch. Aufgrund dieser Erfahrungen leistet das Bataillon auch einen wesentlichen Beitrag bei der Überarbeitung des Curriculums der Heereshochalpinistenausbildung.

Die Bezirke Bludenz und Landeck sind aufgrund ihrer geographischen Struktur jene Bezirke mit der höchsten Anzahl an Naturkatastrophen in Österreich. So ist die Existenz des Jägerbataillons 23 in dieser Region als einziger Einsatzverband des Befehlsbereiches 9 (Vorarlberg) und des Tiroler Oberlandes besonders von Bedeutung da es bei Hilfeleistungen und Katastropheneinsätzen in diesem Gebiet oftmals zum Einsatz kommt.

Die mögliche Nutzung der Vorarlberger und Tiroler Bergbahnen und Skilifte bietet erstklassige Voraussetzungen für die notwendige Gebirgs- und Skiausbildung. Das Jägerbataillon 23 verfügt als einziger Verband über einen "eigenen" Gebirgsstützpunkt. Im ehemaligen Silvrettadorf auf der Bieler Höhe kann das Bataillon auf die Infrastruktur von 133 Betten in drei Häusern mit eigener Küche zurückgreifen. Diese Infrastruktur befindet sich im Besitz des zivilen Partners des Jägerbataillons 23. Verwaltet vom Militärkommando Vorarlberg wird diese Ausbildungsmöglichkeit auch gerne von ausländischen Truppen genutzt. So wurde 2004 ein amerikanischer Verband für seinen Einsatz in Afghanistan mit der Unterstützung des Gebirgskampfzentrums in der Silvretta vorbereitet.

Das Jägerbataillon 23 besitzt darüber hinaus eine "eigene" Ortskampfanlage. Dabei handelt es sich um ein unmittelbar neben der Walgau-Kaserne liegendes, stillgelegtes Fabrikgelände, das bis auf weiteres militärisch genutzt werden kann. Dort übt das Bataillon seit über einem Jahr Gefechtstechniken im verbauten Gebiet.

Auftrag Kaderpräsenzeinheit

Das Jägerbataillon 23 ist für die Aufstellung von zwei Zügen der Kaderpräsenzeinheit (KPE) der 6. Jägerbrigade in Bludesch und Landeck verantwortlich. Ein KPE-Panzerabwehrlenkwaffen-Zug ist der 1. Jägerkompanie (HGeb) in Bludesch zugeordnet und ein KPE-Jägerzug ist bei der 2. Jägerkompanie (HGeb) in Landeck stationiert. Die Züge sind zu je 100 Prozent befüllt.

Beide KPE-Züge befinden sich bis Juni 2010 (seit Dezember 2009) als Operational Reserve Forces (ORF5) im Einsatz. Diese Kräfte sind innerhalb des Kontingentes der 6. Jägerbrigade in einen Verband der deutschen Bundeswehr integriert und werden für einen möglichen Einsatz bei EUFOR/ALTHEA in Bosnien oder bei KFOR im Kosovo bereitgehalten.

Im Dezember 2010 wird der Wechsel des KPE-Kompaniekommandos vom Jägerbataillon 24 zur 1. Jägerkompanie des Jägerbataillons 23 erfolgen.

Der größte Anteil des Kadernachwuchses des Bataillons kommt aus den KPE-Elementen. Durch die laufende Aufstellung und Befüllung dieser Teileinheiten konnte der Personalstand des Verbandes seit 2005 um 25 Prozent erhöht werden. Die Aufnahme von Unteroffizieren mit KPE-Erfahrung und auslandserfahrenen Kadersoldaten in das Bataillon trägt viel zur Erhöhung des Ausbildungsstandes und der Einsatzbereitschaft bei.

Mit all diesen Besonderheiten ist das Jägerbataillon 23 einer der Verbände des Österreichischen Bundesheeres, der für die Herausforderungen in einem geänderten Umfeld sowohl im In- als auch Ausland bestens gerüstet ist.

Binationaler Truppenkontakt

Die Soldaten des Jägerbataillons 23 pflegen mit den Kameraden des Gebirgsjägerbataillons 233 aus Mittenwald in Deutschland regen Truppenkontakt. Die Teilnahme an gemeinsamen Übungen, wie zum Beispiel die Eingliederung eines Kaderzuges des Jägerbataillons 23 in eine deutsche Kompanie bei einer Übung in der Ortskampfanlage Hammelburg (Deutschland), oder die eines Zuges des Gebirgsjägerbataillons 233 in eine Kompanie des Jägerbataillons 23 bei der "Peace Summit" (2006), erweitern laufend die eigenen Fähigkeiten. Auch gegenseitige Einladungen zu unterschiedlichen Ausbildungsvorhaben und kameradschaftlichen Veranstaltungen stehen immer wieder auf dem Programm.

Ziviler Partner

Am 13. November 1980 schloss das Jägerbataillon 23 eine Partnerschaft mit der "Vorarlberger Illwerke & Vorarlberger Kraftwerke Gruppe". Grund war die bereits jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Energieunternehmen in Bereichen der umfassenden Landesverteidigung und zum Wohle von Vorarlberg. Dadurch hat das Bataillon die Möglichkeit, die Infrastruktur dieses Partners für Ausbildungen und Übungen zu nutzen.

Autor: Hauptmann Klemens Feurstein, S1 und OffzÖA.

Erreichbarkeit des Jägerbataillons 23:

Tel: +43(0)50201/91 31100.

Fax: +43(0)50201/91 17310.

Email: jgb23@bmlvs.gv.at

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