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"Narco-Guerilla" und die Rolle der USA

erschienen in der Publikation "Kolumbien zwischen Krieg und Frieden" (ISBN: 3-901328-89-0) - Juni 2003

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Schlagworte zu diesem Beitrag:  Kolumbien, Innenpolitik, Strategie, Strategische Analyse, Drogen, Drogenhandel, Kriminalität, Guerilla, Söldner, Mietsoldat

Abstract:

Der 13. Februar 2003 wurde zum Schicksalstag für Thomas Janis. Der 56-jährige, mehrfach
dekorierte US-Soldat im Ruhestand und ausgebildete Pilot war mit einer einmotorigen Cessna
unterwegs. Sie hatte einen Motorschaden an den Tower von Florencia gemeldet, einer Stadt im
Süden Kolumbiens. Beim Versuch einer Notlandung war sie dann offenbar in Rebellenfeuer geraten
und abgestürzt. Die Insassen überlebten. Janis und die Leiche eines kolumbianischen
Geheimdienstoffiziers wurden einen Kilometer vom Wrack entfernt gefunden. Sie waren aus
nächster Nähe erschossen worden, weil sie verletzt waren und nicht schnell genug weiter konnten, oder weil sie sich gegen ihre Entführer wehrten, wer weiß.
Drei Kollegen von Thomas Janis befinden sich seitdem in der Gewalt der Bewaffneten
Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC). Wie er arbeiteten sie für California Microwave
Systems, eine Tochter von Northrop Grumman, die sich auf Sensoren, Radars und andere
elektronische Ausrüstungen für Aufklärungsflugzeuge spezialisiert hat und beim US State
Department unter Vertrag steht. Über die Mission des Unglücksflugzeugs werden genauso wenig
Angaben gemacht wie über die Identität der entführten US-Staatsbürger. Es dürfte sich wohl um
eine Mission zum Aufspüren von Kokafeldern gehandelt haben. Sind die Koordinaten dieser Felder festgelegt, werden sie von Sprühflugzeugen mit Pflanzengift aus der Luft vernichtet: 122.900
Hektar im letzten Jahr, berichtet das US State Department über das Herzstück des Plan Colombia, einer Strategie zur Drogenvernichtung und Aufstandsbekämpfung.1 Es geht darum, dem Drogenhandel den bewaffneten Schutz und der Guerilla die Finanzen aus dem Drogengeschäft zu entziehen. Es ist das erste mal, dass im Auftrag ihrer Regierung in Kolumbien tätige US-Bürger von der Guerilla entführt wurden, doch es ist nicht das erste Mal, dass es zu Konfrontationen kommt. Am 18. Jänner 2002 war im Department Caqueta, nahe der Grenze zu Huila, ein Hubschrauber von den FARC abgeschossen worden, der zum Begleitschutz einer Besprühungsflotte gehörte, die aus vier Flugzeugen vom Typ OV-10, 6 Bell UH-1H- und einem Blackhawk-Hubschrauber bestand. Der Hubschrauber war am Rotor getroffen worden. Der peruanische Pilot stand bei der Firma DynCorp./Virginia unter Vertrag, die zu diesem Zeitpunkt nach Angaben von Reuters (23.1.02) 300 Mann Personal in Kolumbien unterhielt. An Bord befanden sich auch drei US-Experten für Besprühung. Die Überlebenden fanden sich inmitten von 300 FARC-Guerrilleros der Frente 49 wieder. An der anschließenden Rettungsaktion nahmen 11 Helikopter teil; 5 kolumbianische Polizisten wurden getötet.2

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