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Sicherheitspolitik und die Medien

erschienen in der Publikation "GCSP Tagungsbericht - Die Entwicklung der sicherheitspolitischen Situation Schweiz - Österreich (Sonderband)" (ISBN: 3-901328-49-1) - November 2000

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Schlagworte zu diesem Beitrag:  Österreich, Politik, Sicherheitspolitik, Verteidigungspolitik, Außenpolitik, Medienpolitik, Medien

Abstract:

Den Stellenwert der Sicherheitspolitik in Österreich beziehungsweise den Stellenwert des sicherheitspolitischen Diskurses in der österreichischen Medienlandschaft in knapper Form darzustellen, ist eine einfache und zugleich eine extrem schwierige Aufgabe.

Eine einfache Aufgabe deshalb, weil es eine breite, kontinuierliche, differenzierte und tiefgehende Berichterstattung zu sicherheits- und militärpolitischen Fragen in den österreichischen Medien eigentlich nicht gibt. Eine schwierige Aufgabe deshalb, weil wenn einmal über Sicherheitspolitik berichtet und diskutiert wurde, diese Berichterstattung vielfach extrem parteipolitisch gefärbt war; Journalisten schrieben und sagten immer wieder unkritisch und unreflektiert nach, was ihnen Einsager in diversen Parteizentralen vorgekaut hatten.

Eine wirklich autonome, unabhängige, offensiv recherchierende und selbständig die Fakten bewertende Expertise zu sicherheitspolitischen Fragen ist in der österreichischen Medienlandschaft also kaum vorhanden. Aber warum nicht?

Dazu zuerst ein paar allgemeine, nicht spezifisch die österreichische Situation kennzeichnende Bemerkungen: Sicherheitspolitik ist in vielen Aspekten ein äußerst sperriges, trockenes Thema. Es ist schon wahr, dass sich plötzlich alle Welt dafür interessiert, wenn es irgendwo zu brennen und zu knallen beginnt. Da tauchen dann plötzlich in allen Fernsehsendern und Printmedien Heerscharen von echten und selbsternannten Militärspezialisten auf, die dem Publikum mehr oder weniger gut erklären, warum es brennt und warum es knallt. Aber sonst? Welche Zeitung berichtet schon täglich und ausführlich über die nüchternen sicherheitspolitischen Fragestellungen, die zwar gewiss uns alle betreffen, die aber durch die vielen Akronyme und den sicherheitspolitischen Fachjargon, durch die Kompliziertheit militärischer und bürokratischer Entscheidungsabläufe vielfach nur schwer verständlich gemacht werden können. Welcher Zeitungsleser etwa im Engadin oder im Pongau kann denn schon wirklich etwas anfangen mit OSZE und PfP, mit NATO und WEU, mit Petersberg-Aufgaben und EURO-Korps? Sicherheitspolitik ist aber nicht nur ein sperriges Thema per se, Sicherheits- und insbesondere Militärpolitik geht auch stets einher mit einem zwar notwendigen Maß an Geheimhaltung, aber auch einem übertriebenen Hang zur Geheimnistuerei seitens der Militärs. Als Berichterstatter, der als Multiplikator der von oben freigegebenen Informationen und gleichzeitig als Anwalt des Leser-Publikums, das möglichst umfassend informiert werden will, fungieren soll, gerät der Journalist da zwangsläufig in eine Zwickmühle.

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