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Probleme bei der Stabilisierung Afghanistans - Welchen Beitrag kann der Westen leisten?

erschienen in der Publikation "Jahrbuch für internationale Sicherheitspolitik 2003" (ISBN: 3-8132-0813-3) - Dezember 2003

Schlagworte zu diesem Beitrag:  Afghanistan, Nachfolge, Krieg, Terror, USA, Kriegsanalyse, Kriegsfolgen

Abstract:

Knapp zwei Jahre nach dem Sturz der Taliban sind die Bemühungen um den Wiederaufbau Afghanistans in eine Sackgasse geraten. Die Sicherheitslage hat sich insbesondere im Südosten des Landes, in den mehrheitlich von Paschtunen bewohnten Gebieten an der Grenze zu Pakistan, derart verschlechtert, dass die Durchführung von landesweiten Wahlen im Juni 2004 in Frage steht.
Neben dem Zurückbleiben der internationalen Hilfe hinter den Zusagen und der Zersplitterung politischer Herrschaft ist das größte Hindernis für den Wiederaufbau eine grenzüberschreitende Gewaltökonomie, die sich in mehr als 20 Jahren herausgebildet hat. Es ist fraglich, ob der von der internationalen Staatengemeinschaft verfolgte Ansatz, die afghanische Eigenverantwortung in den Mittelpunkt zu stellen, die internationale Präsenz zu begrenzen und die Nachbarstaaten aus dem Wiederaufbauprozess weitgehend herauszuhalten, zielführend ist.

Wenn die Probleme internationalen Charakter haben, können sich die Lösungsversuche nicht durch nationale Grenzen beschränken lassen. Die internationale Präsenz auszubauen und gleichzeitig die Nachbarstaaten unmittelbar und multilateral in den Wiederaufbauprozess einzubeziehen, wäre nicht nur der sich verschlechternden Sicherheitslage, sondern auch der Problemdimension angemessen. Die Präsenz der NATO in der Region sollte Garant genug sein, einen Rückfall in Zeiten zu verhindern, in denen auf dem Rücken der Afghanen Machtrivalitäten ausgetragen wurden.

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