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Die indisch-chinesischen Beziehungen

erschienen in der Publikation "Jahrbuch für internationale Sicherheitspolitik 2002" (ISBN: 3 8132 0799 6) - Dezember 2002

Schlagworte zu diesem Beitrag:  Internationale Beziehungen, Indien, China, Entwicklung, Zukunftsaspekt, Konflikt, Grenzkrieg, Bedeutung, Rüstungskontrollabkommen, Sperrvertrag, USA, UNO

Abstract:

Die indisch-chinesischen Beziehungen

Die Beziehungen zur Volksrepublik China können als der zentrale Dreh- und Angelpunkt indischer Außenpolitik gesehen werden. Indien und China standen ähnlichen Herausforderungen gegenüber, um ihre Gesellschaften zu modernisieren, aber sie schlugen unterschiedliche Entwicklungswege ein. Auf internationaler Ebene besteht eine beständige Rivalität um einen Großmachtstatus. Damit entwickelten sich auf regionaler Ebene eine Reihe von Konflikten über Einflusszonen in Süd- und Südostasien.
Zur Zeit der Ost-West-Konfrontation hatte nicht Indien, sondern China das erfolgreichere Entwicklungsmodell. Zudem erlangte China durch seine Annäherung an die USA einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat und im Nichtverbreitungsvertrag für Nuklearwaffen, und durch die Öffnung seiner Märkte bekam China ein größeres weltpolitisches Gewicht. Erst mit dem Ende des Kalten Krieges haben sich diese Ungleichgewichte etwas zugunsten der Indischen Union verschoben. Die wirtschaftspolitische Liberalisierung in Indien hat die Aufmerksamkeit der Industriestaaten geweckt, und die neue Betonung demokratischer Werte hat aus den einstmals "entfremdeten" Demokratien USA und Indien "natürliche Verbündete" gemacht.

Seit dem Ende des Kalten Krieges sind neue Formen der indisch-chinesischen Zusammenarbeit entstanden. Der Besuch des indischen Premierministers Rajiv Gandhi im Dezember 1988 in Peking bildete eine Zäsur, mit der die indisch-chinesischen Beziehungen auf eine neue Grundlage gestellt wurden. Zunehmende Kooperation betrifft auf bilateraler Ebene offene Grenzfragen, auf regionaler Ebene die Rivalitäten in Süd- und Südostasien und im internationalen Kontext die Beziehungen zu den USA sowie die Haltung zu internationalen Regimen. Die Rivalität zwischen beiden Staaten dürfte allerdings so lange anhalten, wie sich Indien weiterhin in einer Position der Unterlegenheit gegenüber China sieht. Trotz aller Unterschiede scheint Indien mittlerweile dem chinesischen Weg zu folgen, durch wirtschaftliche Stärke und atomare Schlagkraft eine Anerkennung als Großmacht im internationalen System zu erreichen.

Eigentümer und Herausgeber: Bundesministerium für Landesverteidigung | Roßauer Lände 1, 1090 Wien
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